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Ätna Updates von Oliver Beck

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Die archivierten Ätna Updates seit September 2004.
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Aktuelle Nachrichten vom größten aktiven Vulkan Europas

In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier aktuell über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen, kurz Updates genannt, stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Ergänzt werden die Updates zum einen durch Fotos die mir von Augenzeugen wie z.B. Touristen zur Verfügung gestellt werden, zum anderen aber auch durch Webcam-Aufnahmen. Hinzu kommen natürlich noch eigene Fotos die ich bei meinen Besuchen des Bergs mache. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende eines Updates genannt.
Ältere Updates werden archiviert. Mein umfangreiches Archiv erstreckt sich inzwischen bereits zurück bis zum Jahre 2004. Ergänzt werden die Updates durch ein Glossar in dem viele Fachbegriffe erklärt werden, aber auch zahlreiche weitere Fakten wie z.B. Informationen über Ortschaften und Krater des Ätna zu finden sind.
Des Weiteren stelle ich auf dieser Website unter der Rubrik "Reise- und Warnhinweise" wichtige Informationen und Links zusammen, die man vor einem Besuch des Ätna unbedingt lesen sollte bzw. die bei der Planung einer Reise in die Region rund um den Ätna besonders hilfreich sein können.


Kollaps in der Bocca Nuova kommt zum Stillstand

Am 10. Oktober kam es in der Bocca Nuova zu einem explosiven Ereignis bei dem auch etwas Asche freigesetzt wurde. Dabei setzte deutlicher Kollaps ein der praktisch den gesamten Kraterboden um mehr als 50 m absinken lies. In den Tagen danach setzte sich der Kollaps des Kraterbodens langsam fort und im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova bildete sich eine Depression. Anfang November konnte kein weiterer Kollaps mehr beobachtet werden, allerdings setzten Fumarolen innerhalb der neuen Depression anhaltend Gas frei.
Zuvor war es am 07. August in der Voragine zur Bildung eines kleinen Kollapsschlots gekommen. In den ersten Tagen nach seiner Entstehung produzierte er schwache, tiefsitzende strombolianische Explosionen. Seit dem kommt es an dem Schlot zu kräftiger, pulsartiger Emission von heißem Gas und Dampf; es wurden Temperaturen von bis zu 700°C gemessen. Gelegentlicher Glutschein aus dem Inneren des Schlots illuminiert während den Nächten die Gassäule über der Voragine rötlich. Anfang Oktober kam es auch im Kollapskrater des Neuen Südostkraters zu neuen leichten und sporadischen Ascheemissionen. Diese setzten bereits im Juli ein, traten zunächst nur sehr sporadisch auf und wurden kurz vor der Öffnung des Kollapsschlots in der Voragine häufiger.
Die letzte eruptive Aktivität des Ätna hat vom 17. bis 25. Mai 2016 stattgefunden. Dabei kam es zu mehreren heftigen eruptiven Episoden in der Voragine. Sie wurden von strombolianischer Aktivität im Nordostkrater eingeleitet und waren von der Bildung effusiver Spalten an der oberen Ostflanke bzw. Nordflanke des Ätna begleitet. Dabei wurde Lava in das Valle del Bove gefördert. Durch die paroxysmale Aktivität in der Voragine wurde auch die Bocca Nuova bis zum Kraterrand mit Lava gefüllt. Diese trat über und strömte der Westflanke des Ätna hinab. Auch an einer Fraktur an der Südostflanke der Voragine trat vorübergehend Lava aus. In den Wochen danach setzte leichter Kollaps ein der den Kraterboden in der Voragine und Bocca Nuova wieder deutlich absacken ließ. Bemerkenswert war die Bildung einer großen Fraktur die die Gipfelkrater von Nord nach Süd/Südost durchzog, wodurch es zu starken morphologischen Veränderungen am Nordostkrater, sowie zur Blockierung seines Schlots kam.
In den Wochen und Monaten vor den eruptiven Episoden vom Mai war es immer wieder zu sporadischen und meist leichten Ascheemissionen aus dem Nordostkrater und Neuem Südostkrater gekommen. An beiden Gipfelkratern wurde meist kaltes, altes, bräunlich-graues Material freigesetzt. Die Ascheemissionen am Nordostkrater begannen bereits im Februar und erfolgten im Anschluß an eine kräftige explosive Aschefreisetzung die sich am 23. Februar ereignete. Die Emissionen waren seitdem auch im Gipfelbereich von phasenweise auftretendem krampfartigen Tremor begleitet.
Zuvor war es im Januar am Kollapskrater des Neuen Südostkraters zu sporadischen Emissionen von kalter brauner Asche gekommen. Diesen Freisetzungen ging schwache strombolianische Aktivität voraus, die Ende Dezember 2015 einsetzte, jedoch nur wenige Tage andauerte.
Diese schwachen Explosionen markierten das Ende einer relativ starken eruptiven Phase des Ätna die am 03. Dezember begann. Dabei ereigneten sich in der Voragine binnen 48 Stunden vier kurze, aber sehr heftige eruptive Episoden (Paroxysmen). Diese waren charakterisiert durch die Freisetzung von bis zu 1000 m hohen Lavafontänen, verbunden mit der Emission einer Säule aus Gas, Asche und Lapilli die eine Höhe von 10 Kilometern erreichte. Beim ersten Ereignis ging in vielen Regionen Nordostsiziliens, sowie in Kalabrien Asche nieder. Nach den vier Paroxysmen wurde am 06. Dezember der Neue Südostkrater aktiv. An seiner oberen Ostflanke kam es zu anhaltender strombolianischer Aktivität, sowie zur Förderung von Lava. Der größte Strom ergoß sich in südöstliche Richtung in das Valle del Bove. Am 08. Dezember endete dort die eruptive Aktivität, jedoch begann zeitgleich eine mehrtägige seismische Krise an der Nordostflanke des Ätna, im Raum Piano Provenzana - Piano Pernicana. Dabei ereigneten sich innerhalb von wenigen Stunden über 40 Erdbeben, wobei das stärkste eine Magnitude von 3.8 erreichte. Bis zum 15. Dezember kam es am Nordostkrater noch zu stärkeren Ascheemissionen, dann klang die Aktivität langsam aus.
Bereits seit Ende Oktober 2015 war es innerhalb der Voragine zu strombolianische Aktivität gekommen. Diese war aber meist sporadisch und moderat. In den Wochen zuvor markierten Schwarmbeben an der Ost- bzw. Nordwestflanke des Berges die bevorstehende eruptive Aktivität. Schon seit August hatten sich an den Gipfelkratern des Ätna sporadische und meist schwache Ascheemissionen ereignet. Die pulsartigen Gasemissionen des Nordostkraters waren häufig von donnernden Geräuschen begleitet. Auch aus der Tiefe der Voragine war gelegentlich Donner hörbar.

Dieses Webcam-Foto zeigt die Aschewolke der Explosion in der Bocca Nuova vom 10. Oktober. Sie wird zum größten Teil von einer Wetterwolke verdeckt. Nur entlang ihres unteren Rands kann man ein wenig von der dunklen Aschewolke erkennen:
Freisetzung von Asche aus der Bocca Nuova
Foto vom 10.10.16, 15:27 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.


Der relativ langen Ruhephase des Ätna, die vom Mai bis Oktober 2015 dauerte, ging vom 13. - 16. Mai eine eruptive Episode des Neuen Südostkraters voraus. Sie war durch anhaltende strombolianische Aktivität am Gipfel, sowie durch Freisetzung eines Lavastroms aus seiner nordöstlichen Flanke charakterisiert. Der relativ gut genährte Lavastrom bewegte sich zunächst nach Nordosten in Richtung Valle del Bove, dann nach Osten wo er den Monte Simone südlich und nördlich umströmte und schließlich das ca. 1700 m hohe Gelände westlich des Rocce Musarra erreichte.
Diese zweite eruptive Episode des Neuen Südostkraters in 2015 wurde von tagelanger starker Gasemission aus Voragine, sowie Ascheemission aus der Bocca Nuova eingeleitet.
Davor war es zu einer monatelangen Ruhephase gekommen, die durch ruhige Gasemission aus den Gipfelkratern charakterisiert war. Sie folgte der ersten eruptiven Episode des Neuen Südostkraters in 2015, die zwischen dem 31. Januar und 02. Februar stattfand. Dabei kam es neben Ascheemission und strombolianischer Aktivität aus einem Schlot auf dem Grat zwischen den beiden Südostkraterkegeln auch zur Freisetzung eines Lavastroms der sich der Südwestflanke des Ätna bis auf ca. 2000 m Höhe hinab ergoss.
Vier Wochen zuvor hatte am Abend des 28. Dezember 2014 am Neuen Südostkrater eine kurze, aber heftige eruptive Episode (Paroxysmus) stattgefunden. Dabei wurden Lavafontänen freigesetzt und eine Eruptionssäule generiert. Diese sorgte für Ascheregen bis zur Ostküste Siziliens. Außerdem wurden mehrere Lavaströme emittiert die sich zum einen von der Ostflanke des Neuen Südostkraterkegels nach Nordosten bis auf die Talsohle des Valle del Bove ergossen und zum anderen vom Gebiet zwischen altem und neuem Südostkrater aus nach Westen auf die obere West-/Südwestflanke des Ätna flossen.
Zuvor war der Neue Südostkrater zwischen dem 09. und 15. August 2014 aktiv. Diese eruptive Episode war durch strombolianische Explosionen am Gipfel des Kraters, sowie durch die Freisetzung eines Lavastroms an seiner oberen Ostflanke charakterisiert. Der Lavastrom erreichte dabei eine Länge von bis zu drei Kilometer und ergoss sich in das unbewohnte Tal Valle del Bove.
Vor dieser eruptiven Phase war es am 05. Juli an der oberen Ostflanke des Ätna, an der Basis des Nordostkraters auf ca. 3000 m Höhe, zu einer Eruption gekommen. Dabei hatten sich zunächst um zwei eruptive Schlote kleine Schlackenkegel gebildet die strombolianisch aktiv waren. Bis zum 02. August öffneten sich ein wenig nördlich dieser Schlackenkegel zwei weitere Schlote. Hier kam es zu intensiven strombolianischen Explosionen die einen neuen pyroklastischen Kegel bildeten. Daneben wurde aus der eruptiven Spalte immer wieder Lava freigesetzt die in Form kurzer, sich überlappender Ströme nach Ost/Nordost in das Valle del Leone, nordwestlich des großen Tals Valle del Bove, strömte. Am 09. August endete die eruptive Aktivität und wechselte zum Neuen Südostkrater.
Zuvor war es im Jahre 2014 bereits zu mehreren länger andauernden eruptiven Episoden des Neuen Südostkraters gekommen. Dabei wurden Lavaströme in das Valle del Bove freigesetzt und am Gipfel des Neuen Südostkraters kam es zu meist moderater strombolianischer Aktivität. Diese Episoden fanden im Juni, sowie vom Januar bis April statt. Während der ersten eruptiven Episode ereignete sich am 11. Februar eine spektakuläre Hangrutschung an der Ostflanke des Neuen Südostkraterkegels. Diese war mit der Freisetzung einer heißen Gerölllawine verbunden die in ihrem Verhalten und Aussehen einem pyroklastischen Strom glich.
Im Jahre 2013 war der Neue Südostkrater allerdings deutlich aktiver, wobei die eruptiven Episoden meist sehr kurz und äußerst heftig ausfielen (Paroxysmen). Insgesamt ereigneten sich 21 eruptive Episoden. Nur die letzten beiden waren länger andauernd und dafür weniger intensiv. Die Ereignisse in den Monaten zuvor waren deutlich heftiger, aber auch kürzer und ähnelten in ihrem Ablauf den Paroxysmen des Neuen Südostkraters wie sie bereits in den Jahren 2011 und 2012 auftraten. Sie waren durch hunderte Meter hohe Lavafontänen, der Entwicklung einer kilometerhohen Eruptionssäule verbunden mit Asche- bzw. Lapilliregen, sowie der Freisetzung kurzer Lavaströme in östliche und südliche Richtung verbunden. Der stärkste Paroxysmus dieser Serie hatte sich am 23. November 2013 ereignet. Dabei wurde neben einer bis zu 1000 m hohen Lavafontäne auch viel pyroklastisches Material freigesetzt; bis zu 20 Zentimeter große Lavabrocken beschädigten Autos an der Nordostflanke des Bergs und Asche wurde bis nach Taormina und Kalabrien getragen.

Mehr Details und aktuelle Informationen finden sie im letzten Update...

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