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Ätna Updates von Oliver Beck

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Die archivierten Ätna Updates seit September 2004.
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Aktuelle Nachrichten vom größten aktiven Vulkan Europas

In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier aktuell über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen, kurz Updates genannt, stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Ergänzt werden die Updates zum einen durch Fotos die mir von Augenzeugen wie z.B. Touristen zur Verfügung gestellt werden, zum anderen aber auch durch Webcam-Aufnahmen. Hinzu kommen natürlich noch eigene Fotos die ich bei meinen Besuchen des Bergs mache. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende eines Updates genannt.
Ältere Updates werden archiviert. Mein umfangreiches Archiv erstreckt sich inzwischen bereits zurück bis zum Jahre 2004. Ergänzt werden die Updates durch ein Glossar in dem viele Fachbegriffe erklärt werden, aber auch zahlreiche weitere Fakten wie z.B. Informationen über Ortschaften und Krater des Ätna zu finden sind.
Des Weiteren stelle ich auf dieser Website unter der Rubrik "Reise- und Warnhinweise" wichtige Informationen und Links zusammen, die man vor einem Besuch des Ätna unbedingt lesen sollte bzw. die bei der Planung einer Reise in die Region rund um den Ätna besonders hilfreich sein können.


Milde strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes dauert an

Nach einem explosiven  Ereignis auf dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes am 15.11.2016, bei dem Asche und heiße Blöcke alten Materials ausgeworfen wurden, kam es im Dezember zu weiteren leichten Ascheemissionen aus diesem Schlot. Auch in den ersten drei Wochen des Januars setzten sich dort die sporadischen Aschefreisetzungen fort. Am 20. Januar intensivierten sich die Emissionen und gingen in einzelne strombolianische Explosionen über. Diese wurden ab dem 23. Januar immer stärker und regelmäßiger. Gleichzeitig wurde immer wieder dunkle Asche aus dem Schlot emittiert. Die überwiegend milde strombolianische Aktivität dauerte auch im Februar an. Unterdessen hielt die seit Wochen erhöhte seismische Aktivität am Ätna an und es kam zu einigen Schwarmbeben die sich auf die südliche und östliche Flanke des Bergs konzentrierten.
Ein seit August 2016 vorhandener Kollapsschlot in der Voragine setzte die kräftige Emission von heißem Gas, das in den Nächten durch leichten Glutschein aus der Tiefe illuminiert wurde, auch im Februar 2017 fort.

Dieses Webcam-Foto vom Abend des 03. Februar zeigt eine strombolianische Explosion am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Glühende Fragmente werden dabei auf die Südflanke des Kegels geschleudert:
Strombolianische Explosion am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 03.02.2017, 19:55 Uhr: Webcam 4 von Radio Studio 7

Zuvor war es im Oktober nach einem explosiven Ereignis in der Bocca Nuova zu deutlichem Kollaps des dortigen Kraterbodens gekommen.
Die letzte eruptive Aktivität des Ätna hat vom 17. bis 25. Mai 2016 stattgefunden. Dabei kam es zu mehreren heftigen eruptiven Episoden in der Voragine. Sie wurden von strombolianischer Aktivität im Nordostkrater eingeleitet und waren von der Bildung effusiver Spalten an der oberen Ostflanke bzw. Nordflanke des Ätna begleitet. Dabei wurde Lava in das Valle del Bove gefördert. Durch die paroxysmale Aktivität in der Voragine wurde auch die Bocca Nuova bis zum Kraterrand mit Lava gefüllt. Diese trat über und strömte der Westflanke des Ätna hinab. Auch an einer Fraktur an der Südostflanke der Voragine trat vorübergehend Lava aus. Bemerkenswert war die Bildung einer großen Fraktur die die Gipfelkrater von Nord nach Süd/Südost durchzog, wodurch es zu starken morphologischen Veränderungen am Nordostkrater, sowie zur Blockierung seines Schlots kam.

Im Jahre 2015 war der Ätna zunächst zwischen dem 31. Januar und 02. Februar sehr aktiv. Eine eruptive Episode des Neuen Südostkraters generierte neben Ascheemissionen und strombolianischer Aktivität aus einem Schlot auf dem Grat zwischen den beiden Südostkraterkegeln auch einen Lavastrom der sich der Südwestflanke des Ätna bis auf ca. 2000 m Höhe hinab ergoss.
Eine zweite eruptive Episode des Neuen Südostkraters dauerte vom 13. - 16. Mai 2015. Sie war durch anhaltende strombolianische Aktivität am Gipfel, sowie durch Freisetzung eines Lavastroms aus seiner nordöstlichen Flanke charakterisiert. Der relativ gut genährte Lavastrom bewegte sich zunächst nach Nordosten in Richtung Valle del Bove, dann nach Osten wo er den Monte Simone südlich und nördlich umströmte und schließlich das ca. 1700 m hohe Gelände westlich des Rocce Musarra erreichte.
Nach einer längeren Ruhepause setzte Ende Oktober 2015 strombolianische Aktivität in der Voragine ein. Diese war aber meist sporadisch und moderat, gipfelte allerdings am 03. Dezember in eine relativ starke eruptive Phase. Dabei ereigneten sich in der Voragine binnen 48 Stunden vier kurze, aber sehr heftige eruptive Episoden (Paroxysmen). Diese waren charakterisiert durch die Freisetzung von bis zu 1000 m hohen Lavafontänen, verbunden mit der Emission einer Säule aus Gas, Asche und Lapilli die eine Höhe von 10 Kilometern erreichte. Beim ersten Ereignis ging in vielen Regionen Nordostsiziliens, sowie in Kalabrien Asche nieder. Nach den vier Paroxysmen wurde am 06. Dezember der Neue Südostkrater aktiv. An seiner oberen Ostflanke kam es zu anhaltender strombolianischer Aktivität, sowie zur Förderung von Lava. Der größte Strom ergoss sich in südöstliche Richtung in das Valle del Bove. Am 08. Dezember 2015 endete dort die eruptive Aktivität, jedoch begann zeitgleich eine mehrtägige seismische Krise an der Nordostflanke des Ätna, im Raum Piano Provenzana - Piano Pernicana. Dabei ereigneten sich innerhalb von wenigen Stunden über 40 Erdbeben, wobei das stärkste eine Magnitude von 3.8 erreichte. Bis zum 15. Dezember kam es am Nordostkrater noch zu stärkeren Ascheemissionen, dann klang die Aktivität langsam aus.

Im Jahre 2014 kam es zunächst zu mehreren länger andauernden eruptiven Episoden des Neuen Südostkraters. Dabei wurden Lavaströme in das Valle del Bove freigesetzt und am Gipfel des Neuen Südostkraters kam es zu meist moderater strombolianischer Aktivität. Diese Episoden fanden vom Januar bis April, sowie im Juni statt. Während der ersten eruptiven Episode ereignete sich am 11. Februar eine spektakuläre Hangrutschung an der Ostflanke des Neuen Südostkraterkegels. Diese war mit der Freisetzung einer heißen Gerölllawine verbunden die in ihrem Verhalten und Aussehen einem pyroklastischen Strom glich.
Am 05. Juli 2014 kam es an der oberen Ostflanke des Ätna, an der Basis des Nordostkraters auf ca. 3000 m Höhe, zu einer Eruption. Dabei bildeten sich zunächst um zwei eruptive Schlote kleine Schlackenkegel die strombolianisch aktiv waren. Bis zum 02. August öffneten sich ein wenig nördlich dieser Schlackenkegel zwei weitere Schlote. Hier kam es zu intensiven strombolianischen Explosionen die einen neuen pyroklastischen Kegel bildeten. Daneben wurde aus der eruptiven Spalte immer wieder Lava freigesetzt die in Form kurzer, sich überlappender Ströme nach Ost/Nordost in das Valle del Leone, nordwestlich des großen Tals Valle del Bove, strömte. Am 09. August endete die eruptive Aktivität und wechselte zum Neuen Südostkrater. Diese eruptive Episode dauerte bis zum 15. August 2014 und war durch strombolianische Explosionen am Gipfel des Kraters, sowie durch die Freisetzung eines Lavastroms an seiner oberen Ostflanke charakterisiert. Der Lavastrom erreichte dabei eine Länge von bis zu drei Kilometer und ergoss sich in das unbewohnte Tal Valle del Bove.
Am Abend des 28. Dezember erwachte der Neuen Südostkrater das letzte Mal in 2014. Eine kurze, aber heftige eruptive Episode (Paroxysmus) setzte Lavafontänen frei und generierte eine Eruptionssäule. Diese sorgte für Ascheregen bis zur Ostküste Siziliens. Außerdem wurden mehrere Lavaströme emittiert die sich zum einen von der Ostflanke des Neuen Südostkraterkegels nach Nordosten bis auf die Talsohle des Valle del Bove ergossen und zum anderen vom Gebiet zwischen altem und neuem Südostkrater aus nach Westen auf die obere West-/Südwestflanke des Ätna flossen.

Im Jahre 2013 war der Neue Südostkrater allerdings deutlich aktiver, wobei die eruptiven Episoden meist sehr kurz und äußerst heftig ausfielen (Paroxysmen). Insgesamt ereigneten sich 21 eruptive Episoden. Nur die letzten beiden waren länger andauernd und dafür weniger intensiv. Die Ereignisse in den Monaten zuvor waren deutlich heftiger, aber auch kürzer und ähnelten in ihrem Ablauf den Paroxysmen des Neuen Südostkraters wie sie bereits in den Jahren 2011 und 2012 auftraten. Sie waren durch hunderte Meter hohe Lavafontänen, der Entwicklung einer kilometerhohen Eruptionssäule verbunden mit Asche- bzw. Lapilliregen, sowie der Freisetzung kurzer Lavaströme in östliche und südliche Richtung verbunden. Der stärkste Paroxysmus dieser Serie hatte sich am 23. November 2013 ereignet. Dabei wurde neben einer bis zu 1000 m hohen Lavafontäne auch viel pyroklastisches Material freigesetzt; bis zu 20 Zentimeter große Lavabrocken beschädigten Autos an der Nordostflanke des Bergs und Asche wurde bis nach Taormina und Kalabrien getragen.

Mehr Details und aktuelle Informationen finden sie im letzten Update...

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