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Ätna Updates von Oliver Beck

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Die archivierten Ätna Updates seit September 2004.
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Aktuelle Nachrichten vom größten aktiven Vulkan Europas

In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier aktuell über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen, kurz Updates genannt, stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Ergänzt werden die Updates zum einen durch Fotos die mir von Augenzeugen wie z.B. Touristen zur Verfügung gestellt werden, zum anderen aber auch durch Webcam-Aufnahmen. Hinzu kommen natürlich noch eigene Fotos die ich bei meinen Besuchen des Bergs mache. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende eines Updates genannt.
Ältere Updates werden archiviert. Mein umfangreiches Archiv erstreckt sich inzwischen bereits zurück bis zum Jahre 2004. Ergänzt werden die Updates durch ein Glossar in dem viele Fachbegriffe erklärt werden, aber auch zahlreiche weitere Fakten wie z.B. Informationen über Ortschaften und Krater des Ätna zu finden sind.
Des Weiteren stelle ich auf dieser Website unter der Rubrik "Reise- und Warnhinweise" wichtige Informationen und Links zusammen, die man vor einem Besuch des Ätna unbedingt lesen sollte bzw. die bei der Planung einer Reise in die Region rund um den Ätna besonders hilfreich sein können.


Eruptive Aktivität des Neuen Südostkraters verstärkt sich

Seit dem 05. Dezember hat die eruptive Aktivität des östlichen Schlots (Kollapskrater Puttusiddu) des Neuen Südostkraters zugenommen. Die häufig auftretenden strombolianischen Explosionen schleudern glühendes Material auf die östliche Flanke des Neuen Südostkraters und lassen dadurch auch innerhalb des Kraters einen Schlackenkegel immer weiter anwachsen. Gleichzeitig wird anhaltend ein kleiner Lavastrom gefördert der sich wenige hundert Meter der steilen Flanke in Richtung Valle del Bove hinab bewegt.
Mitte November hatte sich die strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova weiter verstärkt und erfolgte aus zwei Schloten im nordwestlichen Kraterabschnitt, sowie aus einem Schlot im östlichen Abschnitt. Auch im Nordostkrater hatten sich die strombolianischen Explosionen intensiviert und pyroklastisches Material wurde über den Kraterrand hinweg geschleudet. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters hatten sich ebenfalls die strombolianischen Explosionen verstärkt. Dort begann sich ein kleiner Schlackenkegel zu entwickeln der zeitweise einen schmalen Lavastrom freisetzte.
Im Oktober dauerte die moderate strombolianische Aktivität im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova an. Am Nordostkrater und am Kollapskrater des Neuen Südostkraters kam es zu milden und sporadisch auftretenden strombolianischen Explosionen. Diese Aktivität wurde bereits seit September beobachtet, wobei die explosive Aktivität des Kollapskraters im September deutlich kräftiger war. Auch die Seismik blieb im Oktober erhöht. Am 06. Oktober htte ein mäßig starkes Erdbeben (Magnitude 4.7) die Region südlich des Ätna erschüttert. Der Erdstoß war von Messina im Norden bis nach Syrakus im Süden deutlich zu spüren und verursachte leichte Schäden, wie herabgestürzte Balkons bzw. Risse in den Fassaden. Dem ersten Erdstoß folgten zahlreiche Nachbeben.

Auf diesem Webcam-Foto das am Morgen des 29. November entstand kann man neben einer kleinen strombolianischen Explosion auch den schmalen Lavastrom erkennen (seitlicher Blick von Süden aus) der aus dem östlichen Schlot des Neuen Südostkraters emittiert wird. Er kommt nur sehr langsam Hang abwärts voran, wobei seine Front zerfällt und sich in Form von glühendem Geröll der steilen Ostflanke hinab bewegt:
Strombolianische Explosion mit Lavastrom am Kollapskrater des Neuen Südostkraters
Foto vom 29.11.18, 05:58:27 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Die letzte signifikante eruptive Aktivität des Ätna ereignete sich Ende August. Am Abend des 23. August setzte am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes strombolianische Aktivität ein. Gleichzeitig wurde etwas Lava aus einem Schlot an der oberen Ostflanke des Neuen Südostkraters gefördert. Ein weiterer kurzer Lavastrom ergoss sich aus dem Schlot des Sattelkegels nach Norden. Die eruptive Aktivität dauerte bis zum 27. August an. Der Lavastrom aus dem Sattelkegel erreichte das obere Valle del Leone. Am 27. August verstärkte sich die eruptive Aktivität am Kollapskrater des Neuen Südostkraters und es kam zu anhaltenden, jedoch meist milden strombolianischen Explosionen, sowie zur Förderung eines Lavastroms nach Osten. Während sich die strombolianische Aktivität am 28. August bereits wieder abschwächte, dauerte die Förderung von Lava noch bis zum 31. August an. In den Tagen zuvor hatte sich die strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova verstärkt, wobei sich auch ein neuer Schlot im östlichen Abschnitt des Gipfelkraters geöffnet hatte. Die Bocca Nuova war bereits seit dem 10. Juli strombolianisch aktiv. Auch am Nordostkrater kam es im Juli und August zu strombolianischen Explosionen und leichten Aschefreisetzungen und seit dem 01. August ereigneten sich auch Aschefreisetzungen am Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Dabei wurde gelegentlich glühendes Material ausgeworfen.
Wie bereits im Juni kam es auch im Juli und August immer wieder zu kleineren Erdbebenserien bzw. Schwarmbeben. Diese konzentrierten sich auf das Gebiet des Zentralkraters oder die Ost- und Südflanke. Eine besonders intensive Erdbebenserie begann am 18. Juli an der oberen Südflanke wobei es zu einem Beben mit einer Magnitude von 3.6 kam.
Im Mai waren bereits erste tiefsitzende Explosionen im nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova beobachtet worden. Diese wurden vermutlich durch strombolianische Aktivität verursacht. Schon im Januar hatten sich die Gasemissionen an diesem Schlot deutlich verstärkt und im März und April wurde Donner aus der Tiefe des Schlotes vernommen. Die Temperatur im Schlotinneren stieg bis Ende April auf über 400°C an.
Zuvor kam es bis in den Mai hinein zu kleinen sporadischen Explosionen am Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Sie waren mit leichten Ascheemissionen und manchmal sogar mit dem Auswurf von glühendem Material verbunden und hatten Ende Januar begonnen.
Das Jahr 2018 begann mit Kollapsereignissen am Nordostkrater. Diese wurden von einem Kollapsschlot verursacht der sich dort im November 2017 auf dem Kraterboden entwickelt hatte. Er vergrößerte sich in den ersten Monaten dieses Jahres und setzte etwas alte Asche und geringe Mengen Gas frei. Auch im April und Mai kam es an dem Schlot zu häufigen Kollapsereignissen.
In den ersten Monaten des Jahres war die seismische Aktivität des Ätna erhöht. Es kam zu zahlreichen Erdbebenserien bzw. Schwarmbeben die meist an der West- Südwestflanke des Ätna am stärksten waren, sich aber auch in größerer Tiefe ereigneten. Viele Schwarmbeben wurden aber auch im Gipfelbereich bzw. östlich davon im Valle del Bove registriert. Sie waren häufig relativ schwach und fanden meist in eher geringer Tiefe statt.

Das Jahr 2017 wurde von mehreren eruptiven Episoden am Südostkraterkomplex des Ätna geprägt. Die erste eruptive Episode begann am 27. Februar am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes mit lebhafter strombolianischer Aktivität. Gleichzeitig begann ein Lavastrom den Schlot in südliche Richtung zu verlassen. Er expandierte langsam in das Gebiet zwischen dem nördlichen Rand des Monte Frumento Supino und dem 2002-03 Kegel und erreichte ca. 2700 m hohes Gelände. Durch die strombolianische Aktivität die sich anfangs in eine kleine Lavafontäne steigerte wuchs rasch ein neuer weithin sichtbarer pyroklastischer Kegel auf dem Grat zwischen altem und neuem Südostkraterkegel empor. Am Abend des 01. März endete die eruptive Aktivität plötzlich.
Die zweite eruptive Episode dauerte vom 15. März bis 11. April und war durch überwiegend effusive Aktivität charakterisiert. Sie wurde von einer deutlichen Verstärkung der zuvor nur sporadischen strombolianischen Aktivität des Sattelschlots eingeleitet. Bald setzte Lavaemission aus dem Schlot ein und ein Lavastrom bewegte sich auf dem gleichen südlichen Kurs wie der Lavastrom der letzten eruptiven Episode und erreichte den Monte Frumento Supino. Am 16. März öffnete sich ein neuer effusiver Schlot an der Südflanke des Kegels der einen Lavastrom in südöstliche Richtung förderte. Dieser bewegte sich bis zum steilen westlichen Rand des Valle del Bove und strömte anschließend in Form mehrerer Lavazungen den Hang in östliche Richtung hinab. Bei der Interaktion zwischen heißer Lava und Schnee kam es immer wieder zu phreatischen Explosionen. Bei einer dieser Explosionen wurden einige Beobachter leicht verletzt. Zunächst wurde auch deutlich mehr Asche aus dem Schlot freigesetzt als bei der ersten eruptiven Episode. Die Asche behinderte auch den Flugverkehr auf dem Flughafen von Catania. Der neue effusive Schlot förderte mit kurzen Unterbrechungen Lava hauptsächlich in südliche, gelegentlich aber auch in südöstliche Richtung bis an den Rand des Valle del Bove. Der Lavastrom an der Südflanke bewegte sich parallel zum 2002-Lavastrom in südwestliche Richtung wo er Anfang April ca. 2300 m hohes Gelände erreichte. Der ab ca. 2800 m Höhe teilweise in Tunneln fließende Strom bildete knapp unterhalb des Monte Frumento Supino ein sich überlappendes Lavafeld und veränderte die Morphologie westlich bis nordwestlich des 2002-03 Kegels deutlich.
Am 13. April kam es zu einer weiteren eruptiven Episode. Dabei öffneten sich drei neue effusive Schlote an der südlichen Basis des Sattelschlots des Südostkraterkomplexes. Einer der Lavaströme war gut genährt und strömte in Form mehrer Zungen dem steilen westlichen Rand des Valle del Bove hinab. Am 15. April endete die Lavaförderung.
Die 4. eruptive Episode des Jahres 2017 dauerte vom 19. bis 21. April. Hierbei erfolgte erneut Lavafreisetzung aus drei Schloten an der Südflanke des Südostkraterkomplexes. Dabei kollabierte ein Teil des südlichen Kraterrands des Sattelschlots und es entstand eine große Kerbe. Die Lava floss in zwei Teilströmen nach Ost/Südost und erreichte den westlichen Rand vom Valle del Bove.Von dort aus strömte sie in Form mehrerer Zungen bis auf die Talsohle des Valle del Bove auf ca. 1950 m Höhe.
Die letzte eruptive Episode des Ätna begann am Abend des 26. April am Südostkraterkomplex mit Lavaförderung aus dem südlichen Kraterrand des Sattelschlots. Der Lavastrom bewegte sich der Südflanke des Kegels hinab und schlug anschließend einen südöstlichen Kurs ein. Im Laufe der Nacht intensivierte sich die eruptive Aktivität und es kam am Sattelschlot zu moderaten strombolianischen Explosionen. Nach Mitternacht öffneten sich an der Nordflanke des Sattelschlotkegels zwei eruptive Spalten. Diese setzten einen Lavastrom frei der zunächst in nördliche Richtung floss. Von der nördlichen Basis des Südostkraterkomplexes aus expandierte er dann nach Nordosten bis in das Valle del Leone. Unterdessen bewegte sich der Lavastrom von der Südflanke des Kegels weiter in Richtung Valle del Bove und strömte ca. ein Drittel dem steilen westlichen Hang des Tals hinab. Am Morgen des 27. April dauerte die explosive Aktivität am Sattelschlot immer noch an und es wurde anhaltend dunkle Asche emittiert. Gegen Mittag ging die eruptive Aktivität dann immer mehr zurück und Abend war die eruptive Episode bereits wieder vorüber.
Ab dem 11. Mai ereigneten sich am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes im Abstand von ca. 7 - 8 Stunden immer wieder sehr kurze eruptive Episoden. Dabei kam es lediglich zu milder strombolianischer Aktivität oder zu Emission von etwas Asche. Diese Episoden, die man als fehlgeschlagene Eruptionen bezeichnen kann, wurden von einem kurzen aber rapiden Anstieg des Tremors begleitet. Nach dem sich innerhalb einer Woche über 20 dieser kurzen Episoden ereignet hatten herrschte für ca. 14 Tagen Ruhe. Anschließend kam es in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder zu solchen kurzen und milden eruptiven Episoden. Gelegentlich wurde auch aus dem nordwestlichen Krater der Bocca Nuova etwas bräunliche Asche emittiert. Mitte Juni ereigneten sich am Kollapsschlot immer wieder mehrstündige Phasen milder strombolianischer Explosionen und Ende Juni kam es dann zu Aschefreisetzungen.
Die zweite Hälfte des Jahres 2017 war durch erhöhte seismische Aktivität (Schwarmbeben) geprägt die sich vor allem an der südwestlichen bis südlichen Flanke des Ätna ereigneten. Gleichzeitig kam es in der Bocca Nuova zu weiterem Kollaps und zur Bildung eines Schlots der gelegentlich alte bräunliche Asche emittierte. Auch am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes kam es aus einem der Krater vom Frühjahr zu sporadischen Emissionen von alter Asche. Der Kollapskrater des Neuen Südostkraters setzte ebenfalls gelegentlich etwas Dampf oder Asche frei. In den Nächten zeigte sich dort leichter Glutschein aus der Tiefe. Anfang Dezember verlagerten sich die stärksten Gasemissionen der Gipfelkrater vom Kollapsschlot der Voragine zum nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova. Gleichzeitig wurde über die Öffnung eines Kollapskraters auf dem Boden des blockierten Nordostkraters berichtet. Hier zeigte sich anschließend anhaltende jedoch schwache Gasemission.

Im Jahre 2016 ereignete sich vom 17. bis 25. Mai eine heftige eruptive Episode an den Gipfelkratern des Ätna. Dabei kam es zu mehreren intensiven eruptiven Ereignissen in der Voragine. Sie wurden von strombolianischer Aktivität im Nordostkrater eingeleitet und waren von der Bildung effusiver Spalten an der oberen Ostflanke bzw. Nordflanke des Ätna begleitet. Dabei wurde Lava in das Valle del Bove gefördert. Durch die paroxysmale Aktivität in der Voragine wurde auch die Bocca Nuova bis zum Kraterrand mit Lava gefüllt. Diese trat über und strömte der Westflanke des Ätna hinab. Auch an einer Fraktur an der Südostflanke der Voragine trat vorübergehend Lava aus. Bemerkenswert war die Bildung einer großen Fraktur die die Gipfelkrater von Nord nach Süd/Südost durchzog, wodurch es zu starken morphologischen Veränderungen am Nordostkrater, sowie zur Blockierung seines Schlots kam.
Im August 2016 entstand ein kleiner Kollapsschlot am östlichen Rand der Voragine. Er setzte bis zum Ende des Jahres pulsartig verstärkt heißes Gas frei. Die Gassäule wurde aus der Tiefe häufig rötlich illuminiert. Nach einem explosiven Ereignis in der Bocca Nuova im Oktober kam es dort zu deutlichem Kollaps des Kraterbodens.

Im Jahre 2015 war der Ätna zunächst zwischen dem 31. Januar und 02. Februar sehr aktiv. Eine eruptive Episode des Neuen Südostkraters generierte neben Ascheemissionen und strombolianischer Aktivität aus einem Schlot auf dem Grat zwischen den beiden Südostkraterkegeln auch einen Lavastrom der sich der Südwestflanke des Ätna bis auf ca. 2000 m Höhe hinab ergoss.
Eine zweite eruptive Episode des Neuen Südostkraters dauerte vom 13. - 16. Mai 2015. Sie war durch anhaltende strombolianische Aktivität am Gipfel, sowie durch Freisetzung eines Lavastroms aus seiner nordöstlichen Flanke charakterisiert. Der relativ gut genährte Lavastrom bewegte sich zunächst nach Nordosten in Richtung Valle del Bove, dann nach Osten wo er den Monte Simone südlich und nördlich umströmte und schließlich das ca. 1700 m hohe Gelände westlich des Rocce Musarra erreichte.
Nach einer längeren Ruhepause setzte Ende Oktober 2015 strombolianische Aktivität in der Voragine ein. Diese war aber meist sporadisch und moderat, gipfelte allerdings am 03. Dezember in eine relativ starke eruptive Phase. Dabei ereigneten sich in der Voragine binnen 48 Stunden vier kurze, aber sehr heftige eruptive Episoden (Paroxysmen). Diese waren charakterisiert durch die Freisetzung von bis zu 1000 m hohen Lavafontänen, verbunden mit der Emission einer Säule aus Gas, Asche und Lapilli die eine Höhe von 10 Kilometern erreichte. Beim ersten Ereignis ging in vielen Regionen Nordostsiziliens, sowie in Kalabrien Asche nieder. Nach den vier Paroxysmen wurde am 06. Dezember der Neue Südostkrater aktiv. An seiner oberen Ostflanke kam es zu anhaltender strombolianischer Aktivität, sowie zur Förderung von Lava. Der größte Strom ergoss sich in südöstliche Richtung in das Valle del Bove. Am 08. Dezember 2015 endete dort die eruptive Aktivität, jedoch begann zeitgleich eine mehrtägige seismische Krise an der Nordostflanke des Ätna, im Raum Piano Provenzana - Piano Pernicana. Dabei ereigneten sich innerhalb von wenigen Stunden über 40 Erdbeben, wobei das stärkste eine Magnitude von 3.8 erreichte. Bis zum 15. Dezember kam es am Nordostkrater noch zu stärkeren Ascheemissionen, dann klang die Aktivität langsam aus.

Im Jahre 2014 kam es zunächst zu mehreren länger andauernden eruptiven Episoden des Neuen Südostkraters. Dabei wurden Lavaströme in das Valle del Bove freigesetzt und am Gipfel des Neuen Südostkraters kam es zu meist moderater strombolianischer Aktivität. Diese Episoden fanden vom Januar bis April, sowie im Juni statt. Während der ersten eruptiven Episode ereignete sich am 11. Februar eine spektakuläre Hangrutschung an der Ostflanke des Neuen Südostkraterkegels. Diese war mit der Freisetzung einer heißen Gerölllawine verbunden die in ihrem Verhalten und Aussehen einem pyroklastischen Strom glich.
Am 05. Juli 2014 kam es an der oberen Ostflanke des Ätna, an der Basis des Nordostkraters auf ca. 3000 m Höhe, zu einer Eruption. Dabei bildeten sich zunächst um zwei eruptive Schlote kleine Schlackenkegel die strombolianisch aktiv waren. Bis zum 02. August öffneten sich ein wenig nördlich dieser Schlackenkegel zwei weitere Schlote. Hier kam es zu intensiven strombolianischen Explosionen die einen neuen pyroklastischen Kegel bildeten. Daneben wurde aus der eruptiven Spalte immer wieder Lava freigesetzt die in Form kurzer, sich überlappender Ströme nach Ost/Nordost in das Valle del Leone, nordwestlich des großen Tals Valle del Bove, strömte. Am 09. August endete die eruptive Aktivität und wechselte zum Neuen Südostkrater. Diese eruptive Episode dauerte bis zum 15. August 2014 und war durch strombolianische Explosionen am Gipfel des Kraters, sowie durch die Freisetzung eines Lavastroms an seiner oberen Ostflanke charakterisiert. Der Lavastrom erreichte dabei eine Länge von bis zu drei Kilometer und ergoss sich in das unbewohnte Tal Valle del Bove.
Am Abend des 28. Dezember erwachte der Neuen Südostkrater das letzte Mal in 2014. Eine kurze, aber heftige eruptive Episode (Paroxysmus) setzte Lavafontänen frei und generierte eine Eruptionssäule. Diese sorgte für Ascheregen bis zur Ostküste Siziliens. Außerdem wurden mehrere Lavaströme emittiert die sich zum einen von der Ostflanke des Neuen Südostkraterkegels nach Nordosten bis auf die Talsohle des Valle del Bove ergossen und zum anderen vom Gebiet zwischen altem und neuem Südostkrater aus nach Westen auf die obere West-/Südwestflanke des Ätna flossen.

Im Jahre 2013 war der Neue Südostkrater allerdings deutlich aktiver, wobei die eruptiven Episoden meist sehr kurz und äußerst heftig ausfielen (Paroxysmen). Insgesamt ereigneten sich 21 eruptive Episoden. Nur die letzten beiden waren länger andauernd und dafür weniger intensiv. Die Ereignisse in den Monaten zuvor waren deutlich heftiger, aber auch kürzer und ähnelten in ihrem Ablauf den Paroxysmen des Neuen Südostkraters wie sie bereits in den Jahren 2011 und 2012 auftraten. Sie waren durch hunderte Meter hohe Lavafontänen, der Entwicklung einer kilometerhohen Eruptionssäule verbunden mit Asche- bzw. Lapilliregen, sowie der Freisetzung kurzer Lavaströme in östliche und südliche Richtung verbunden. Der stärkste Paroxysmus dieser Serie hatte sich am 23. November 2013 ereignet. Dabei wurde neben einer bis zu 1000 m hohen Lavafontäne auch viel pyroklastisches Material freigesetzt; bis zu 20 Zentimeter große Lavabrocken beschädigten Autos an der Nordostflanke des Bergs und Asche wurde bis nach Taormina und Kalabrien getragen.

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