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Ätna Update (03.07. - 10.07.2026)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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10. Juli 2026

Am 07. Juli endete die eruptive Aktivität an der Voragine, begleitet von einem kräftigen Rückgang des Tremors. Während den letzten Tagen ist der Tremor allerdings wieder gestiegen.

Während der Nacht vom 06. auf den 07. Juli dauerte die strombolianische Aktivität an mehreren Schloten zwischen Voragine und Nordostkrater an. Glühendes pyroklastisches Material wurde dabei mehrere hundert Meter hoch geschleudert. Insbesondere der auf dem Kegel der Voragine sitzende Schlot produzierte dabei auch größere Mengen Asche. Diese wurde vom Wind in südöstliche bis südliche Richtung verfrachtet.
Am Morgen zeigte sich nach Sonnenaufgang an den Schloten ein Wechsel zwischen Emissionen von dunkler Asche und von Gas. Die strombolianischen Explosionen traten nicht mehr kontinuierlich auf und die Menge an Asche war deutlich reduziert. Im Laufe des Nachmittags wurde dann nur noch Gas und Dampf, vermischt mit etwas Asche freigesetzt. Gleichzeitig ging der Tremor rapide zurück.
Bis zum Abend des 07. Juli behinderten Wolken die weitere Beobachtung der Gipfelregion. Nach Sonnenuntergang war dort kein Glutschein mehr zu sehen. Seit dem Morgen des 08. Juli waren an der Voragine nur noch Gasemissionen erkennbar. An der Bocca Nuova wurden aus dem nordwestlichen Schlot sporadisch geringe Mengen bräunlicher Asche emittiert. Am Nordostkrater zeigte sich anhaltende Gasemission.

Wie das INGV berichtet hatte der Lavastrom, der zwischen dem 26. Juni und 04. Juli an der oberen Ostflanke des Ätna gefördert wurde eine maximale Länge von 1,2 Km. Seine am weitesten fortgeschrittene Front hatte 2605 m hohes Gelände erreicht. Sein Volumen wurde auf 260.000 m3 geschätzt.
Wie weiter berichtet wird, hatte sich am Morgen des 05. Juli eine eruptive Spalte zwischen der Voragine und dem Nordostkrater geöffnet. Sie strich in Nord-Nordöstliche Richtung und besaß mehrere eruptive Schlote. Die höheren, zur Seite der Voragine befindlichen Schlote setzten dabei kräftig und anhaltend Asche frei. Die tiefer liegenden Schlote zeigten unterdessen strombolianische Aktivität und nährten einen Lavastrom. Dieser hatte eine Länge von 180 m und ergoss sich in den Nordostkrater [1].

Am 07. Juli teilte das INGV mit, dass die eruptive Aktivität an der Voragine zu Ende gegangen war. Der Tremor war deutlich zurück gegangen und seine Quelle lag östlich der Voragine auf einer Höhe zwischen 2500 und 2800 m. Die Infraschallaktivität war niedrig und konzentrierte sich auf den Nordostkrater. Die Daten der Bodendeformations- bzw. Dilatometriestationen zeigten einen Rückgang der Inflation des Vulkangebäudes [2].

Am 05. Juli zeigte die klinometrische Station ECP zwischen 07:45 Uhr und 10:30 Uhr, während der Anfangsphase der neuen Aktivität der Voragine, eine Veränderung der Hangneigung von 0,2 Mikrostrain. Ansonsten kam es zu keiner signifikanten Veränderung [1].
Am 05. Juli ab 07:45 Uhr begann an der dilatometrischen Station DRUV eine allmähliche Dekompression, die während den nachfolgenden Stunden wieder nachließ. Es wurde insgesamt eine Veränderung von 20 Nanostrain gemessen [1].

Die Anzahl der Infraschallereignisse schwankte in der letzten Woche zwischen niedrigen und hohem Niveau. Zunächst war die Quelle der Nordostkrater. Ab dem 02. Juli kam die Voragine als weitere Quelle hinzu. Die Amplitude der Ereignisse war zunächst niedrig. Ab dem 02. Juli waren die Ereignisse in der Voragine energiereicher. Am 05. Juli wurden vereinzelt auch hohe Amplituden gemessen [1].

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern nahmen vom 29.06. bis 02.07. zu und erreichten zunächst mittlers Niveau. Ab dem 05. Juli kam es zu einer weiteren Steigerung und die Werte bewegten sich im hohen Abschnitt mittleren Niveaus.
Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) nahmen zwischen dem 29.06. und 05.07. zu und erreichten knapp hohes Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE waren in der letzten Woche zunächst noch von starkem Rauschen durch erhöhten Tremor dominiert. Ab dem 08. Juli zeigten sich häufig langperiodische Signale oder kurze Phasen verstärkten Rauschens [3].
Der Tremor bewegte sich vom 06. auf den 07. Juli auf hohem Niveau und stieg zunächst wieder etwas an, fiel dann jedoch ab den Mittagsstunden des 07. Juli rapide ab und erreichte schnell niedriges Niveau. Am Abend begann er wieder bis auf mittleres Niveau zu steigen. An den nachfolgenden Tagen setzte sich der allmähliche Anstieg fort und am 10. Juli lag der Tremor nur noch knapp unterhalb der Grenze zu hohem Niveau [3].
  1. INGV-Sezione di Catania. 2026. Etna. BOLLETTINO SETTIMANALE. SETTIMANA DI RIFERIMENTO 29/06/2026 - 05/07/2026
  2. INGV-Sezione di Catania. 2026. Home. COMUNICATI E BOLLETTINI. Comunicato Etna. 2026/07/07 23:27 (21:27 UTC)
  3. INGV-Sezione di Catania. 2026. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN

06. Juli 2026

Die strombolianische Aktivität aus mehreren Schloten zwischen Voragine und Nordostkrater dauerte heute an. Die Ascheemissionen haben etwas nachgelassen und der Tremor ist gefallen.

Während der Nacht auf den 06. Juli konnte man über die Webcams gut erkennen, dass zwischen Voragine und Nordostkrater mehrere Schlote strombolianisch aktiv waren. Sie schleuderten das glühende pyroklastische Material mehrere hundert Meter in die Höhe. Vieles davon ging im Nordostkrater nieder. Dabei wurde auch weiterhin viel Asche produziert. Sie zog in südliche bis südöstliche Richtung und sorgte für Ascheregen an den Flanken des Ätna. Bis heute Morgen hatte sich z.B. im Gebiet des Rifugio Sapienza eine diskontinuierliche Ascheschicht von ca. 0,5 - 1 cm Höhe ausgebildet.
Heute Morgen dauerte die strombolianische Aktivität unverändert an. An der Südwestflanke auf ca. 1800 m Höhe konnte ich im Sekundentakt Explosionsgeräusche wahrnehmen. Dabei wurde weiterhin kräftig und anhaltend dunkle Asche aus der Voragine emittiert. Dies beeinträchtigte auch den Flugverkehr immer noch stark und der Internationale Flughafen von Catania blieb bis heute Mittag geschlossen. Begleitet von einer leichten, aber allmählichen Abschwächung des Tremors, gingen die Aschefreisetzungen ab dem Nachmittag zurück und waren eher pulsartig.

Auf diesem Webcam-Foto von heute Morgen kann man mehrere Stellen erkennen aus denen glühendes Material ausgeworfen wird. Sie erstrecken sich von der Voragine (links) zum Nordostkrater (rechts):
Strombolianische Explosionen an der Voragine aus verschiedenen Stellen
Foto vom 06.07.2026, 05:15 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Dieses Foto zeigt die Aschesäule aus südwestlicher Richtung (Gebiet Galvarina Hütte). Die Asche steigt mehrere 1000 m empor bevor sie in südöstliche Richtung verfrachtet wird:
Aschesäule aus südwestlicher Richtung
06.07.2026, 12:58 Uhr

Die Aschewolke zieht in südöstliche bis südliche Richtung und damit direkt auf Catania und den Flughafen zu:
Aschewolke zieht in südöstliche bis südliche Richtung
06.07.2026, 08:29 Uhr

Der Tremor ging im Laufe des heutigen Tages langsam, aber anhaltend zurück. Am Abend stabilisierte er sich wieder, liegt aber immer noch auf hohem Niveau [1].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2026. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN

05. Juli 2026

Heute kam es bei der Eruption an der Voragine zu einer großen Veränderung. Aus dem nördlichen Abschnitt der Voragine wird kräftig und anhaltend Asche emittiert. Der Tremor ist weiter gestiegen und liegt auf hohem Niveau.

In der vergangenen Nacht dauerte die lebhafte strombolianische Aktivität an der Ostflanke der Voragine weiter an. Glühendes pyroklastisches Material wurde dabei mindestens 100 m empor geschleudert und regnete auf die Flanke des Zentralkraterkegels nieder.
Nach Sonnenaufgang zeigten sich bis ca. 08:15 Uhr moderate Emissionen von bräunlicher Asche an dem östlichen Schlot der Voragine. Nach einem schnellen Abfall des Tremors auf mittleres Niveau, setzten gegen 08:30 Uhr Emissionen von Gas und bräunlicher Asche aus dem nördlichen Bereich der Voragine (zum Nordostkrater hin) ein. Diese Emissionen steigerten sich schnell und gingen bald in die Freisetzung dunkler Aschewolken über. Es entwickelte sich eine dunkle Eruptionssäule aus Gas und Asche, die vom Wind in südöstliche bis südliche Richtung getrieben wurde. Leichter Ascheregen ging auf die obere bis mittlere Süd- bis Südostflanke des Ätna nieder. Gleichzeitig mit den einsetzenden Ascheemissionen stieg der Tremor wieder rapide auf hohes Niveau. Die Aschefreisetzungen wurden von einem lauten Geräusch, ähnlich eines startenden Düsenflugzeugs begleitet. Während der östliche Schlot der Voragine nur zeitweise Asche freisetzte, wurde anhaltend und reichlich Asche aus dem Gebiet zwischen Voragine und Nordostkrater emittiert. Bilder der Cagliato-Wärmebildkamera zeigten, dass dort auch anhaltend heißes Material ausgeworfen wurde. Im Gegensatz dazu waren am östlichen Schlot der Voragine keine intensiven thermischen Anomalien mehr erkennbar.
Die Ascheemissionen dauerten auch heute Abend immer noch an und führten zu massiven Behinderungen am internationalen Flughafen von Catania. Der Lavastrom vom Schlot auf 3030 m war heute inaktiv und am Abkühlen.

Nach Angaben des INGV ging die Förderung von Lava an dem Schlot auf 3030 m Höhe am 04. Juli zu Ende. Zuvor hatte sich am 02. Juli noch ein weiterer effusiver Schlot oberhalb des bisher aktiven geöffnet und einen kleinen, ca. 100 m langen Lavastrom freigesetzt.
Wie weiter berichtet wird lag die Quelle des Tremors heute unter der Voragine auf ca. 3000 m Höhe. Signifikante Änderungen bei den Daten der Bodendeformationen wurden nicht beobachtet, jedoch wurde am heutigen Morgen an der klinometrischen Station ECPN eine Veränderung bei den Hangneigungsdaten von 0,3 Mikroradiant gemessen. An der dilatometrischen Station am Monte Ruvolo (DRUV) wurde eine Zunahme der Ausdehnung von 8 Nanostrain gemessen [1].

Dieses Webcam-Foto von heute Morgen zeigt die verschiedenen Stellen, an denen Asche emittiert wird. Die linke, untere Aschewolke stammt vom Schlot an der Ostflanke der Voragine. Die andere Aschewolke darüber wird aus einem Gebiet zwischen Voragine und Nordostkrater emittiert:
Aschefreisetzungen an der Voragine aus verschiedenen Stellen
Foto vom 05.07.2026, 08:54 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Dieses Foto zeigt die Aschesäule aus der Voragine vom La Montagnola (Südflanke) aus:
Aschesäule aus der Voragine vom La Montagnola aua
05.07.2026, 10:40 Uhr

Zoom auf die Basis der Aschesäule von Süden aus:
Zomm auf die Basis der Aschesäule von Süden aus
05.07.2026, 10:41 Uhr

Gas und Asche werden vom Wind als lange Fahne nach Südosten getrieben:
Gas und Asche werden vom Wind als lange Fahne nach Südosten getrieben
05.07.2026, 11:13 Uhr

Der Tremor stieg nach einem rapiden Abfall am heutigen Morgen auf mittleres Niveau wieder rapide an. Inzwischen hat er sich auf hohem Niveau stabilisiert und ist so hoch, wie noch nie während dieser Eruptionsphase [2].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2026. Home. COMUNICATI E BOLLETTINI. Comunicato Etna. 2026/07/05 09:43 (07:43 UTC)
  2. INGV-Sezione di Catania. 2026. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN

04. Juli 2026

Heute hat sich die strombolianische Aktivität an der Voragine weiter verstärkt. Dagegen hat sich der Lavastrom im Valle del Leone deutlich abgeschwächt. Der Tremor ist weiter gestiegen.

Während der Nacht auf den 04. Juli dauerte die strombolianische Aktivität an dem explosiven Schlot der Voragine an. Auch war der Lavastrom weiterhin aktiv. Allerdings behinderten Wolken häufig die Beobachtung.
Am Morgen und am Vormittag des 04. Juli konnte ich zeitweise schwarze, fingerförmige Aschewolken (Tephrafinger) erkennen, die von dem explosiven Schlot freigesetzt wurden. Gleichzeitig kam es zum Auswurf größerer Bomben. Dabei waren mindestens zwei verschiedene Öffnungen innerhalb des Schlots aktiv. Der Wind trieb die Wolken in südliche Richtung, wo sie an der oberen Südflanke für leichten Ascheregen sorgten. Dazwischen gab es Phasen mit regelmäßigen strombolianischen Explosionen, die weitgehend frei von Asche waren. Vereinzelt gab es auch sehr laute Detonationen, die an der Südflanke bis hinunter auf mindestens 2000 m hörbar waren.
Am Abend des 04. Juli dauerte die strombolianische Aktivität an. Dabei wurde das glühende Material über 100 m empor geschleudert. Ein ständiger Regen aus glühendem pyroklastischem Material ging auf die Ostflanke der Voragine nieder. Unterdessen war der Lavastrom im oberen Valle del Leone deutlich abgeschwächt und zeigte nur noch an wenigen Stellen Glutschein.

Dieses Foto, das ich am Abend des 03. Juli vom Piano Vetore (Südflanke) aus machen konnte, zeigt eine der strombolianischen Explosionen am Schlot der Voragine. Dieser liegt von diesem Blickwinkel aus hinter dem Kegel und ist nicht einsehbar:
Voragine am Abend vom Piano Vetore aus
03.07.2026, 21:12 Uhr

Auf diesem Foto, das ich am Vormittag des 04. Juli von der Westflanke des Monte Barbagallo (Südflanke) aus machen konnte, kann man die schwarzen Aschewolken erkennen, die unter Getöse aus dem Schlot empor schießen. Dabei werden auch größere Bomben emittiert:
Ascheemission Voragine von der Westflanke des Monte Barbagallo aus
04.07.2026, 11:51 Uhr

Der Tremor unterlag in den vergangenen 24 Stunden weiterhin einem steigenden Trend und bewegt sich unter Schwankungen auf hohem Niveau [1].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2026. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN

03. Juli 2026

Auch in den letzten Tagen wurde weiterhin Lava an der oberen Ostflanke des Ätna gefördert. An der Voragine hat sich die strombolianische Aktivität deutlich verstärkt. Der Tremor hat hohes Niveau erreicht.

Während den vergangenen vier Tagen war der kurze Lavastrom an der oberen Ostflanke des Ätna weiterhin aktiv. Der Schlot an der Ostflanke der Voragine setzte am 30. Juni vorübergehend verstärkt Asche frei. Häufig konnte ich das eruptive Geschehen jedoch am Tage über die Webcams nicht beobachten, da der Berg ständig in Wolken gehüllt war und es zu Gewittern kam. In den Nächten zeigte sich an dem Schlot an der Ostflanke der Voragine nur gelegentlich, meist schwacher Glutschein. Während der Nacht auf den 02. Juli waren dann jedoch regelmäßig auftretende, milde strombolianische Explosionen zu erkennen.
Insgesamt schien sich auch die effusive Aktivität in den letzten Tagen des Juni etwas gesteigert zu haben. Während der letzten Nacht zeigte sich an dem Schlot an der Ostflanke der Voragine lebhafte strombolianische Aktivität. Glühendes Material wurde dabei einige zig Meter in die Höhe geschleudert und regnete auf die Umgebung des Schlots herab. Gegen 23:45 Uhr war dann plötzlich ein neuer glühender Fleck zwischen dem effusiven Schlot und dem östlichen Schlot der Voragine erkennbar. Dieser vergrößerte sich in den nachfolgenden Stunden etwas. Offensichtlich hat sich hier ein weiterer effusiver Schlot geöffnet. Unterdessen dauerte die Förderung von Lava am effusiven Schlot auf 3030 m Höhe an. Am heutigen Morgen gegen 09:00 Uhr setzte dann am östlichen Schlot der Voragine leichte bis mäßige Emission von bräunlicher Asche ein. Wolken und neue Gewitter machten leider eine weitere Beobachtung bis zum Abend unmöglich.
An den übrigen Gipfelkratern zeigten sich in der letzten Woche nur die üblichen Gasemissionen, die nach wie vor am Nordostkrater am stärksten waren.

Dieses Webcam-Foto zeigt links eine strombolianische Explosion aus dem Schlot an der Voragine, ganz rechts den Lavastrom aus dem effusiven Schlot auf 3030 m Höhe und dazwischen einen neuen glühenden Fleck. Er entstand wenige Minuten zuvor und dürfte durch die Öffnung eines weiteren Schlots verursacht sein:
Strombolianische Explosion an der Voragine, neuer Schlot und Lavastrom im Valle del Leone
Foto vom 02.07.2026, 23:45 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Dieses Foto konnte ich heute an der Südflanke unterhalb des Monte Vetore auf der SP92, aus einem Bus heraus machen. Es zeigt links den Zentralkraterkegel (weiß vom Graupel der letzten Gewitter) und rechts davon den Südostkrater. Rechts oberhalb des Zentralkraterkegels kann man eine kleine graue Aschewolke erkennen, die sich unter die Gas- und Wetterwolken gemischt hat. Sie wird vom östlichen Schlot der Voragine freigesetzt:
Gipfelkrater von Süden
03.07.2026, 09:37 Uhr

Wie das INGV am 02. Juli berichtete hat der Lavastrom an der oberen Ostflanke des Ätna inzwischen 2620 m hohes Gelände erreicht. Er besteht aus mehreren Teilströmen, die sich überlagern und Lavafelder ausbilden. Die Tremorquelle blieb praktisch unverändert und auch die weiteren geophysikalischen Parameter zeigten keine signifikanten Veränderungen [2].

Laut INGV wurde am 21. Juni, bei einer Inspektion des Geländes an der östlichen Flanke der Voragine ein neues Frakturensystem entdeckt. Es stellte eine Verlängerung der Frakturen dar, die bereits im Dezember 2025 entstanden waren, und dehnte sich sowohl nach Südwesten, als auch nach Nordosten hin aus. Vorausgegangen waren dieser Entwicklung Kollapsereignisse an dem östlichen Schlot der Voragine, die am 10. Juni begannen und mit leichten Ascheemissionen verbunden waren.
Am 26. Juni dehnten sich diese Spalten weiter aus und verliefen auch Hang abwärts durch den oberen Abschnitt des Valle del Leone bis hinunter auf 3000 m Höhe, wo sie im Bereich der Kegel, die sich bei einer Eruption im Juli/August 2014 entwickelt hatten, endeten. Dort wurde dann ein effusiver Schlot entdeckt. Dieser setzte bis zum 27. Juni einen ca. 630 m langen Lavastrom frei und förderte bis dahin ca. 45.000 m3 Material. Am 30.06. wurde ein mittleres gefördertes Volumen von 60.000 m3 Lava errechnet. Die mittlere Förderrate betrug ca. 1,4 m3 (Fehler +/- 0,7 m3).

Die Daten der GPS-Stationen zeigten im Juni einen leichten Trend zur Inflation des Vulkangebäudes [1].
Die Signale der klinometrischen Stationen zeigten im Juni keine signifikanten Abweichungen der Hangneigung. Allerdings wurde an der dilatometrischen Station am Monte Ruvolo (DRUV) am 24. und 26.06. eine Veränderung von 10 Nanostrain gemessen [1].

Die Messung der Infraschallereignisse war im Juni häufig durch schlechtes Wetter behindert. Während den guten Wetterphasen schwankte die Anzahl der Ereignisse zwischen niedrigem und hohem Niveau. Die Amplitude war meist niedrig. Die Quelle war überwiegend der Nordostkrater und nur vereinzelt die Voragine [1].

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern nahmen in der zweiten Woche des Juni deutlich zu, fielen dann aber wieder auf mittleres Niveau.
Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) nahmen im Juni zunächst zu und gingen ab dem 15. Juni wieder zurück. Ab dem 21. Juni nahmen sie wieder zu und bewegten sich zuletzt auf mittlerem Niveau.
Die Konzentration der Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die zuletzt am 15. Juni bestimmt wurde, war mit einem Wert von 0.61 ähnlich wie bei der Messung im Vormonat. Der Wert lag auf hohem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE waren in der vergangenen Woche durch das Rauschen des erhöhten Tremors überlagert [3].
Der Tremor nahm im Verlauf der vergangenen Woche weiter langsam zu und erreichte ab dem 30. Juni hohes Niveau. Seitdem bewegt er sich im unteren Abschnitt hohen Niveaus und unterliegt insgesamt einem weiterhin leicht steigenden Trend [3].
Die Quelle des Tremors lag im Juni unterhalb von Voragine und Nordostkrater auf einer Höhe zwischen 2000 und 3000 m [1].

Eigene Einschätzung der Lage:
Die aktuelle Aktivität ähnelt der Eruption vom Dezember 2025, wobei diesmal der Nordostkrater nicht so stark involviert ist, aber dennoch tiefsitzende strombolianische Aktivität zeigt. Damals öffnete sich der explosive Schlot an der Ostflanke der Voragine und im Valle del Leone und auch im Valle del Bove waren effusive Schlote aktiv, die ca. 14 Tage lang ruhig Lava förderten. Dann ging die Eruption im Laufe des Januars wieder langsam zu Ende.
Ich vermute, dass sich diesmal ein ähnlicher Verlauf zeigen könnte. Aktuell ist die Eruption noch in Entwicklung und der Tremor am Steigen. Es ist gut möglich, dass sich die strombolianische Aktivität an der Voragine noch verstärkt und sich weitere effusive Schlote weiter Hang abwärts, innerhalb des Valle del Leone oder des Valle del Bove öffnen. Da das Spaltensystem auch in südwestliche Richtung verläuft, wäre auch eine Öffnung von Schloten im Gebiet zwischen Voragine/Bocca Nuova und Südostkrater oder weiter Hang abwärts möglich (ähnlich wie im August 2025).
Jederzeit kann sich die zurzeit noch relativ milde Aktivität aber auch in einen Paroxysmus der Voragine steigern, wie im Juli 2024. Da die Ostflanke der Voragine durch Kollaps und Frakturen bereits etwas instabil ist, könnte es auch passieren, dass es hier zu einer größeren Hangrutschung kommt. Dann muss mit pyroklastischen Strömen gerechnet werden, die auch das Valle del Bove erreichen können! Der Aufenthalt direkt am Lavastrom ist somit nicht ungefährlich. Spannende Zeiten für die Touristen (und Ätna-Nerds) vor Ort!

  1. INGV-Sezione di Catania. 2026. Etna. BOLLETTINO SETTIMANALE. SETTIMANA DI RIFERIMENTO 22/06/2026 - 28/06/2026
  2. INGV-Sezione di Catania. 2026. Home. COMUNICATI E BOLLETTINI. Comunicato Etna. 2026/07/02 12:54 (10:54 UTC)
  3. INGV-Sezione di Catania. 2026. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN


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