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Ätna Update (06.07. - 21.09.2018)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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21. September 2018

Während der letzten Woche kam es am Kollapskrater des Neuen Südostkrater weiterhin zu sporadisch auftretenden strombolianischen Explosionen. Diese waren teilweise recht kräftig. Der Tremor blieb niedrig und die seismische Aktivität war etwas erhöht.

In der vergangenen Woche waren am Nordostkrater weiterhin häufige Emissionen von bräunlicher Asche erkennbar. An der Bocca Nuova zeigte sich intensive pulsartige Gasfreisetzung. In den Nächten der vergangenen beiden Tage war über lichtstarke Webcams wieder rötlicher Glutschein über der Bocca Nuova zu sehen; ein Indiz für die Fortdauer bzw. sogar Intensivierung der strombolianischen Aktivität in diesem Gipfelkrater. An der Voragine konnte ich nur schwache Gasfreisetzung erkennen. Am Südostkraterkomplex zeigten sich im Gipfelbereich anhaltende leichte Gasfreisetzungen. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters ereigneten sich einzelne, jedoch teilweise kräftige Explosionen. Einige schleuderten glühendens Material auf die Ostflanke des neuen Südostkraters und setzten mehrere hundert Meter hohe Säulen aus Gas und Asche frei.

Dieses Webcam-Foto entstand am späten Abend des 19. September und zeigt den Neuen Südostkrater. Seine südöstliche Flanke ist nach einer kräftigen strombolianischen Explosion mit glühendem Material überzogen:
Glühendes Material auf Flanke des Neuen Südostkraters
Foto vom 19.09.18, 23:00:40 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Im Zeitraum vom 10.09. bis 16.09. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche deutlich zurück. Die Messwerte lagen dennoch einige Male oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) ebenfalls deutlich zurück [1].

Vom 10.09. bis 16.09. stieg die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich gegenüber der Vorwoche etwas an. Als Quelle der Infraschallaktivität konnten Bocca Nuova und Nordostkrater lokalisiert werden [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren häufig meist schwache langperiodische Signale erkennbar. Gelegentlich zeigten sich auch Phasen von leicht erhöhtem Rauschen das einige Minuten andauerte. Der Tremor schwankte auf niedrigem bis mittlerem Niveau [2].

Am 14.09. ereignete sich im Gebiet südöstlich der Grotta del Gelo (Nordflanke) ein Beben der Stärke 1.5. Am gleichen Tag kam es westlich des Monte Parmentelli (Südwestflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.5. Am 15.09. wurde nördlich von Ragalna (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am 18.09. und 19.09. ereigneten sich am Monte Centenari (Ostflanke) einige Erdbeben. Das Stärkste erreiche dabei eine Magnitude von 1.5. Am 18.09. kam es am Monte Grosso (Südflanke) zu mehreren Erdbeben. Hier hatte das Stärkste eine Magnitude von 1.5. Am gleichen Tag wurde südwestlich von Maletto (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.7 verzeichnet. Am 19.09. ereignete sich im Bereich des Zentralkraters ein Beben der Stärke 1.9. Am 20.09. kam es östlich von Bronte (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 10/09/2018 - 16/09/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


14. September 2018

Während der letzten Woche hat sich die strombolianische Aktivität an Bocca Nuova und Nordostkrater fortgesetzt. Auch am Kollapskrater des Neuen Südostkraters ereigneten sich gelegentliche strombolianische Explosionen, die manchmal auch kräftig waren. Der Tremor blieb nahezu unverändert.

In der vergangenen Woche ereigneten sich am Kollapskrater des Neuen Südostkraters einzelne, teilweise kräftige Explosionen bei denen dunkle Asche und heißes Material freigesetzt wurden. Am Nordostkrater kam es zunächst zu einzelnen schwachen Emissionen von bräunlicher Asche. Diese wurden am 12.09. etwas kräftiger und auch häufiger. Am Morgen des 13.09. kam es praktisch ständig zu diesen Ascheemissionen bevor dichte Wolken die weitere Beobachtung bis zum Abend verhinderten. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch heute. An der Bocca Nuova kam es zu pulsartiger Gasemission. In den Nächten konnte ich dort weiterhin kein Glutschein erkennen.

Am 06. und 07. September wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Im nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova kommt es weiterhin zu strombolianischer Aktivität, sowie zu intensiver Gasfreisetzung. Dagegen zeigt sich in ihrem östlichen Schlot lediglich kräftige und zeitweise auch pulsartige Gasemission. Die strombolianische Aktivität ist schwächer als in der Vorwoche mit hörbaren Explosionen die sich alle 3 - 5 Minuten ereignen. Das glühende Material fällt dabei zurück in den Krater und es kommt zu gelegentlichen schwachen Ascheemissionen. Am Nordostkrater setzt sich die strombolianische Aktivität ebenfalls fort und ist auf den Kraterboden begrenzt. Nur selten wird dabei etwas Asche emittiert [1].

Im Zeitraum vom 03.09. bis 09.09. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche kräftig an. Die Messwerte lagen häufig oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Am 04.09. wurden Spitzenemissionsraten von bis zu 9.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) zurück. Bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 04. September durchgeführt wurde, zeigten sich gegenüber der letzten Messung vom August kaum Veränderungen. Die Messwerte hielten sich somit auf erhöhtem Niveau [1].

Vom 03.09. bis 09.09. war die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich deutlich schwächer als in der Vorwoche und bewegte sich auf niedrigem Niveau. Als Quelle der Infraschallaktivität konnten Bocca Nuova und Neuer Südostkrater lokalisiert werden [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren häufig meist schwache langperiodische Signale erkennbar. Der Tremor ging in der vergangenen Woche leicht zurück und bewegt sich auf niedrigem bis mittlerem Niveau [2].

Am 07.09. kam es nordwestlich von Nicolosi (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 12.09. wurden nordöstlich von Ragalna (Südflanke) zwei Beben mit Stärken von 2.0 und 2.2 registriert. Am gleichen Tag kam es am Monte Frumento Supino (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 2.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 03/09/2018 - 09/09/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


07. September 2018

Nach dem die effusive Aktivität am Kollapskrater des Neuen Südostkraters Ende August aufgehört hat, kam es dor in der letzten Woche zu einigen kräftigen Detonationen, verbunden mit Ascheauswurf. Der Tremor ist nach einem Rückgang inzwischen wieder leicht gestiegen.

Am 01. September war am Kollapskrater des Neuen Südostkraters keine Lavaemission mehr erkennbar. Im Verlauf der vergangenen Woche kam es dort jedoch zu sporadischen und schwachen Ascheemissionen. Am Morgen des 05. September ereigneten sich am Kollapskrater gegen 06:16 Uhr und 08:36 Uhr zwei heftige Detonationen. Dabei wurden dunkle pilzförmige Aschewolken produziert die vom kräftigen westlichen Wind schnell in das Valle del Bove verfrachtet wurden. Das Geräusch der Detonation konnte bis in die Ortschaften entlang der Ostküste Siziliens gehört werden. Am 06. September und auch heute ereigneten sich am Kollapskrater weitere sporadische Ascheemissionen. Dabei zeigten sich auch thermische Anomalien, was auf die Freisetzung von heißem Material schließen lässt. Am Nordostkrater waren in der letzten Woche ebenfalls manchmal kleine bräunliche Aschewolken erkennbar. An der Bocca Nuova kam es zu kräftiger pulsartiger Gasemission. In den Nächten war auch über lichtstarke Webcams kein Glutschein mehr erkennbar. Die strombolianische Aktivität dauert dort dennoch an, wie mir Augenzeugen berichteten.

Dieses Webcam-Foto vom Morgen des 05. September zeigt eine der Detonationen dies sich an diesem Tag am Kollapskrater der Neuen Südostkraters ereigneten haben. Dabei wird eine pilzförmige Wolke aus dunkler Asche eruptiert. Der kräftige westliche Wind biegt die Wolke nach Osten und verfrachtet die Asche schnell in das Valle del Bove:
Detonation mit Aschefreisetzung am Kollapskrater des Neuen Südostkraters
Foto vom 05.09.18, 06:16:44 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Im Zeitraum vom 27.08. bis 02.09. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche zurück. Die Messwerte lagen mehrmals oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Nach einem kräftigen Anstieg während dem Einsetzen der eruptiven Episode am 23. August, gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) bis zum 02.09. wieder deutlich zurück [1].

Vom 27.08. bis 02.09. war die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich schwächer als in der Vorwoche. Lediglich am 29. August wurde eine deutliche Steigerung registriert. Als Quelle der Emissionen wurde die Bocca Nuova ermittelt [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten sich gelegentlich meist schwache langperiodische Signale. Nach dem der Tremor am 01. September einen Tiefpunkt erreicht hatte, stieg er in der vergangenen Woche wieder leicht an und bewegt sich seitdem auf niedrigem bis mittlerem Niveau [2].

Am 31.08. kam es südwestlich des Monte Palestra (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 01.09. wurde westlich des Monte Maletto (Nordwestflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.5 registriert. Am 03.09. und 04.09. ereigneten sich am Monte Centenari (Ostflanke) mehrere leichte Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.8 erreichte. Am 06.09. kam es am Monte Maletto zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 27/08/2018 - 02/09/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


31. August 2018

Die Freisetzung von Lava aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters ging in den vergangenen Tagen immer mehr zurück. Auch der Tremor fiel immer weiter und erreichte niedriges Niveau. Heute kam es allerdings am Neuen Südostkrater zu kleinen Ascheemissionen.

Am frühen Morgen des 30. August war über lichtstarke Webcams weiterhin ein schmaler Lavastrom an der Ostflanke des Neuen Südostkraters erkennbar. Er wurde seit dem 27. August aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters freigesetzt. Strombolianische Explosionen konnte ich dort nicht erkennen. Leider zogen bald Wolken auf. Am Abend lockerten sie zeitweise wieder auf und nun war mit Hilfe der Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato der schmale Lavastrom gut zu erkennen. Seine Front stagnierte auf ca. 2700 - 2800 m hohem Gelände oberhalb des steilen westlichen Hangs des Valle del Bove. Der Strom zeigte sich sehr schlecht genährt und nur noch seine Front war aktiv. Heute Morgen waren in dem Strom immer noch einige glühende Stellen zu sehen. Am Neuen Südostkrater kam es heute zu einigen kleinen Ascheemissionen, wobei ich nicht genau erkennen konnte ob sie vom Sattelkegel oder vom Kollapskrater ausgingen. Leider zogen schnelle dichte Wolken mit Regen auf und auch heute Abend waren die Sichtbedingungen immer noch schlecht.
In den vergangenen Nächten war über der Bocca Nuova wieder Glutschein erkennbar. Er war jedoch etwas schwächer als an den Vortagen.

Im Zeitraum vom 20.08. bis 26.08. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche an. Die Messwerte lagen oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag und die Spitzenemissionsraten betrugen bis zu 10.500 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche deutlich zurück und erreichten niedriges Niveau [1].

Vom 20.08. bis 26.08. war die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich ähnlich wie in der Vorwoche. Als Quelle der Emissionen wurden vor allem Bocca Nuova und Voragine und weniger der Südostkraterkomplex ermittelt [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) wurden in der letzten Woche von kräftigem Rauschen dominiert, das durch den hohen Tremor der eruptiven Aktivität hervorgerufen wurde. Erst seit dem 29. August ist der Tremor wieder niedrig genug, um andere Signale erkennen zu können. An diesen Tagen zeigten sich zahlreiche schwache langperiodische Signale. Der Tremor bewegt sich nach einem kontinuierlichen Rückgang, der am 27. August begann, wieder auf niedrigem Niveau [2].

Am 24.08. kam es am Monte Denza (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am gleichen Tag wurde östlich des Monte Intraleo (Südwestflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.7 registriert. Am 24.08. kam es außerdem nordwestlich des Monte Centenari (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 26.08. wurde östlich von Bronte (Nordwestflanke) ein Erdbeben mit einer Magnitude von 2.6 verzeichnet. Am 27.08. und 28.08. kam es im Bereich des Monte Denza zu einigen sehr schwachen Beben. Das Stärkste erreichte eine Magnitude von 1.7. Am 28.08. kam es am Monte Minardo (Westflanke) zu zwei Beben die mit Magnituden von 1.9 und 2.3 registriert wurden. Am 29.08. ereignete sich nördlich des Monte Denza ein Beben der Stärke 2.3. Am 29.08. und 30.08. kam es im Gebiet des Monte Frumento Supino (Südflanke) zu zwei sehr schwachen Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.6 erreichte. Am 30.08. ereignete sich westlich des Monte Denza ein Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 20/08/2018 - 26/08/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


29. August 2018

Inzwischen hat die eruptive Aktivität am Sattelkegel des Neuen Südostkraters aufgehört, dafür hat sich vorgestern die Aktivität am Kollapskrater des Neuen Südostkraters deutlich verstärkt. Dort kam es zu anhaltenden strombolianischen Explosionen, sowie zur Förderung eines Lavastroms in Richtung Valle del Bove. Diese Aktivität geht nun wieder zu Ende und der Tremor sinkt.

Am späten Abend des 26. August schwächten sich die strombolianischen Explosionen am Sattelkegel des Neuen Südostkraters immer mehr ab und hörten während der Nacht auf den 27. August schließlich ganz auf. Am Morgen des 27. August gegen 08:00 Uhr wurden die bisher sporadisch auftretenden strombolianischen Explosionen am Kollapskrater des Neuen Südostkraters immer häufiger und bald auch intensiver, wie Fotos der Montagnola-Wärmebildkamera des INGV zeigten. Am Vormittag zogen dichte Wolken auf und behinderten die Beobachtung der Gipfelregion mittels Webcams bis zum Abend. Gegen 19:30 Uhr war dann auf der nach langer Zeit wieder reaktivierten Monte Cagliato - Wärmebildkamera des INGV ein kleiner Lavastrom erkennbar der den Kollapskrater des Neuen Südostkraters in östliche Richtung verlies. Er bewegte sich schnell der steilen Flanke des Kegels hinab und floss dann weiter in Richtung des steil abfallenden westlichen Rands vom Valle del Bove. Gegen 20:00 Uhr befand sich seine Front auf grob geschätzt ca. 2700 m hohem Gelände, kam jedoch nur noch langsam voran. Am Kollapskrater ereigneten sich regelmäßige, jedoch überwiegend milde strombolianische Explosionen.
In der Nacht auf den 28. August dauerte diese Aktivität weiterhin an und der Lavastrom kam nur sehr langsam weiter nach Osten voran. Auch am Morgen des 28. August setzten sich die milden strombolianischen Explosionen noch fort und die Front des Lavastroms stagnierte auf ca. 2600 - 2700 m hohem Gelände. Später zogen Wolken auf und am Abend konnte ich nur noch selten einzelne strombolianische Explosionen erkennen. Der Lavastrom war weiterhin aktiv, zeigte sich aber etwas schlechter genährt als noch am Morgen.
In der vergangenen Nacht gab es einzelne, schwache strombolianische Explosionen und schubartige Förderung von Lava aus dem Kollapskrater, sodass sich der Lavastrom etwas zurück zog und nur schlecht genährt war. Später fiel leider die Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato aus und blieb bis zum heutigen Abend inaktiv. Lichtstarke Webcams zeigten heute Morgen jedoch immer noch Glutschein am Kollapskrater des Neuen Südostkraters bzw. etwas unterhalb davon, was auf eine Fortsetzung der milden eruptiven Aktivität hindeutet.
Über der Bocca Nuova war in der vergangenen Nacht wieder kräftiger Glutschein erkennbar, so dass davon ausgegangen werden kann, dass es dort nach wie vor zu strombolianischer Aktivität kommt. Am Tage zeigte sich heute dort kräftige pulsartige Gasemission. Am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes konnte ich lediglich ruhige Gasfreisetzung beobachten. Am Nordostkrater war in den letzten Tagen schwache, pulsartige Gasfreisetzung erkennbar. Gelegentlich wurde auch etwas bräunliche Asche emittiert.

Dieses Foto das gestern von der auf dem Monte Cagliato stationierten Wärmebildkamera des INGV aufgezeichnet wurde zeigt sehr schön den Lavastrom aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Seine Front erreicht den Anfang des steil abfallenden westlichen Rands des Valle del Bove auf ca. 2700 m Höhe. Rechts davon kann man den bereits abgekühlten Lavastrom aus dem Sattelkegel erkennen der nur noch eine schwache Wärmesignatur besitzt und sich bis in das Valle del Leone, oberhalb vom Valle del Bove erstreckt:
Freisetzung von Lava aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters
Foto vom 28.08.18, 02:30 Uhr: Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato.

Der Tremor fiel am Abend des 26. August auf ein Niveau wie er es in etwa vor dem Einsetzen der eruptiven Episode hatte, stieg danach aber bald wieder an. Er erreichte jedoch nicht mehr die hohe Amplitude der Vortage. Während des 27. August begann er langsam aber kontinuierlich zu fallen und war heute wieder so niedrig wie vor der eruptiven Episode [1].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE


26. August 2018

Während den vergangenen zwei Tagen hat sich die Eruption am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes unter Abschwächung fortgesetzt. Neben milden strombolianischen Explosionen wird ein Lavastrom gefördert der sich auf nördlichem Kurs durch das obere Valle del Leone bewegt.

In der Nacht auf den 25. August setzte sich die strombolianische Aktivität am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes fort. Glühendes Material wurde dabei ca. 100 - 150 m hoch geschleudert und ging in der Umgebung des Sattelkegels nieder. Auch die Förderung von Lava aus dem eruptiven Schlot dauerte an. Der Lavastrom bewegte sich entlang der Nordflanke des Südostkraterkomplexes in nördliche Richtung zum Valle del Leone. Nach Sonnenaufgang waren über die Milo-Webcam des INGV kleine Gaswolken im oberen Abschnitt des Valle del Leone erkennbar. Sie markierten den Verlauf des Lavastroms der sich auf ca. 2800 m hohem Gelände weiterhin nach Nord-/Nordost bewegte. Im Verlauf des Tages schien die explosive Aktivität am Sattelkegel etwas abzunehmen, wie die Bilder der Montagnola-Wärmebildkamera zeigten. Visuelle Beobachtungen gestalteten sich auf Grund dicker Wolken zeitweise schwierig. Nennenswerte Ascheemissionen konnte ich am Sattelkegel nicht erkennen. Es kam zu pulsartiger Gas- bzw. Dampfemission die mit etwas dunkler Asche durchsetzt war. Leider behinderten auch am Abend noch dichte Wolken die Beobachtungen. Erst am späten Abend wurden die Sichtbedingungen wieder besser und nun zeigten sich stärkere strombolianische Explosionen. Diese wurden am Morgen des 26. August jedoch wieder etwas schwächer und seltener. Über die Montagnola-Wärmebildkamera des INGV waren während des 26. August gelegentlich auftretende, meist milde strombolianische Explosionen erkennbar. Erneut behinderten Wolken zeitweise die Beobachtungen und über das Valle del Bove war nur während den Morgenstunden der Blick hinauf in das Valle del Leone frei. Dort bewegte sich der Lavastrom aus dem Sattelkegel weiterhin in nord-/nordöstliche Richtung, kam aber nur langsam voran. Am Abend des 26. August kam es weiterhin zu sporadischer und überwiegend milder strombolianischer Aktivität, sowie zu Förderung von Lava aus dem Schlot des Sattelkegels.
An der Bocca Nuova kam es am 25. August zu zeitweilliger Freisetzung von etwas dunkler Asche. Diese wurde aus dem zentralen bis östlichen Abschnitt emittiert. Am Nordostkrater waren am Morgen des 26. August Emissionen von bräunlicher Asche erkennbar. Unklar ist, ob sich die strombolianische Aktivität an diesen Gipfelkratern seit der Aktivierung des Sattelkegels fortgesetzt hat oder ob die Ascheemissionen auf Kollapsereignisse zurückzuführen sind.
Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters waren in den letzten Tagen weiterhin sporadische Emissionen von Asche erkennbar. Diese waren oft mit deutlichen thermischen Anomalien verbunden.

Dieses Webcam-Foto vom Morgen des 25. August zeigt den Lavastrom der ausgehend vom Sattelkegel zunächst der Nordflanke des Südostkraterkomplexes hinab strömt, dabei einen nord-/nordöstlichen Kurs einschlägt und sich entlang des oberen Abschnitts des Valle del Leone bewegt. Am Tage ist er nur durch das Auftreten von kleinen hellen Gasfahnen erkennbar:
Lavastrom aus dem Sattelkegel unterwegs im Valle del Leone
Foto vom 25.08.2018, 07:27 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Der Tremor ging nach einem Anstieg im Laufe des 24. und 25. August langsam zurück. In den ersten Stunden des 26. August stieg er noch einmal rasch an, fiel dann aber kräftig ab und erreichte das bisher niedrigste Niveau seit dem Einsetzen der eruptiven Aktivität. Ab den Mittagsstunden des 26. August begann er erneut zu steigen und bewegte sich bald wieder auf hohem Niveau [1].

Hier noch einige sehr gute Fotos von der Eruption des Sattelkegels die mir Herr A. Brenneke freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat:

Sattelkegel des Südostkraterkomplexes wenige Stunden nach Einsetzen strombolianischer Aktivität
© A. Brenneke, 23.08.2018 23:52 Uhr
Dieses Foto entstand wenige Stunden nach dem Einsetzen der strombolianischen Aktivität am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes. Das glühende Material wird mind. 100 m hoch geschleudert bevor es auf den Sattelkegel nieder regnet. Rechts erkennt man einen kleinen Lavastrom der aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters gespeist wird. Blick ist aus südöstlicher Richtung.
Blick von Osten auf den Südostkraterkomplex mit Lavastrom aus Sattelschlot
© A. Brenneke, 24.08.2018 02:57 Uhr
Blick von Osten auf den Südostkraterkomplex. In der Bildmitte der kleine Lavastrom aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters der nur spärlich genährt wird. Darüber die strombolianischen Explosionen aus dem Sattelkegel die sich in den letzten Stunden weiter verstärkt haben und rechts davon ein weiterer Lavastrom. Er tritt aus dem eruptiven Schlot aus und bewegt sich der Flanke des Südostkraterkomplexes entlang nach Norden.
Die Eruption dauert unverändert an
© A. Brenneke, 25.08.2018 01:26 Uhr
Die Eruption dauert unverändert an. Es kommt immer noch zu ständigen strombolianischen Explosionen am Sattelkegel. Das heiße Material wird dabei bis zu 150 m hoch ausgeworfen. Auch der Lavastrom wird weiterhin gut genährt und verlässt den eruptiven Schlot nach Norden. Die Lavaemission aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters hat dagegen aufgehört. Blick aus östlicher Richtung.
Zoom auf die strombolianische Aktivität
© A. Brenneke, 25.08.2018 01:15 Uhr
Zoom auf die strombolianische Aktivität des Sattelschlots aus östlicher Richtung.
Lavastrom der aus dem Sattelkegel freigesetzt wird
© A. Brenneke, 25.08.2018 01:23 Uhr
Der Lavastrom der aus dem Sattelkegel freigesetzt wird bewegt sich von der nördlichen Basis des Südostkraterkomplexes nach Nord-/Nordost in Richtung des Valle del Leone wobei er sich immer mehr auffächert.
Blick von Osten auf den Lavastrom im Valle del Leone
© A. Brenneke, 25.08.2018 03:58 Uhr
Blick von Osten auf den Lavastrom der inzwischen das Valle del Leone erreicht hat und sich dabei auf ca. 2500 - 2800 m hohem Gelände bewegt. Er schlägt jetzt einen immer mehr östlichen Kurs ein, kommt auf der Talsohle jedoch kaum noch voran.

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE


24. August 2018

Strombolianische Aktivität am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes!
Seit gestern Abend kommt es am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes zu strombolianischer Aktivität. Auch zwei kurze Lavaströme wurden gefördert. Heute Vormittag kam es dort zu kräftiger Ascheemission. Der Tremor hat hohes Niveau erreicht.

Während der letzten Woche dauerte das schlechte Wetter am Ätna an und häufig waren die Gipfelkrater nur nachts bzw. in den Morgenstunden mittels Webcams zu sehen. Am Nordostkrater kam es zu einigen leichten Ascheemissionen. An der Bocca Nuova war zunächst nur mit Hilfe lichtstarker Webcams schwacher Glutschein über dem Gipfelkrater zu erkennen. Im Laufe der Woche verstärkte sich jedoch der Glutschein, was vermutlich auf gestiegene eruptive Aktivität in der Bocca Nuova zurück zu führen war. In der Nacht auf den 23. August war der Glutschein dann stark genug, um auch mit den bloßen Augen von verschiedenen Ortschaften rund um den Ätna beobachtet werden zu können; entsprechende Fotos wurden in sozialen Netzwerken veröffentlicht.
Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters waren in der letzten Woche zunächst nur einzelne schwache Ascheemissionen erkennbar. Am Morgen des 22. August traten sie wieder etwas häufiger auf und waren von schwachen thermischen Anomalien begleitet.
Am Morgen des 23. August konnte ich über die Webcams verstärkte Gasemission am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes, auf dem Grat zwischen altem und neuem Südostkrater, beobachten. Rasch zogen jedoch Wolken auf und erst am Nachmittag lockerte es etwas auf. Nun war über die Montagnola-Wärmebildkamera des INGV eine deutliche thermische Anomalie im Gebiet des Sattelkegels erkennbar. Diese intensivierte sich rasch und mit zunehmender Dunkelheit zeigte sich pulsierender Glutschein am Sattelkegel. Er wurde von milder, jedoch anhaltender strombolianischer Aktivität verursacht. Die glühenden Fragmente wurden dabei von einem Schlot am Sattelkegel wenige zig Meter hoch geschleudert. Im Laufe des Abends steigerte sich die eruptive Aktivität weiter und das glühende Material stieg mind. 100 m hoch auf bevor es auf die Umgebung des Sattelkegels niederging. Gegen 20:30 Uhr erschien an der oberen Ostflanke des Neuen Südostkraters dann ein kleiner Lavastrom. Er wurde offenbar von einem neuen Schlot emittiert der sich knapp unterhalb des Kollapskraters geöffnet hatte. Wenig später war dann an der Nordflanke des Südostkraterkomplexes, unterhalb des Sattelkegels, ein kurzer Lavastrom erkennbar. Er wurde offenbar direkt aus dem aktiven Schlot des Sattelkegels genährt.

Dieses Webcam-Foto entstand am späten gestrigen Abend und zeigt den Südostkraterkomplex aus südöstlicher Richtung. Man erkennt die strombolianische Aktivität des Sattelkegels der sich in dieser Perspektive hinter dem Gipfel des Neuen Südostkraters befindet. Rechts unterhalb davon kann man einen kleinen rötlichen Punkt erkennen. Dabei handelt es sich um den kleinen Lavastrom aus einem Schlot an der oberen Ostflanke im Gebiet des Kollapskraters:
Strombolianische Aktivität und Lavastrom am Südostkraterkomplex
Foto vom 23.08.18, 23:45:03 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Die strombolianische Aktivität und die Emission der schwachen Lavaströme setzte sich in der Nacht fort, schwächte sich am Morgen jedoch ab, wie Fotos der Montagnola-Wärmebildkamera zeigten. Gegen 09:00 Uhr hörten die strombolianischen Explosionen ganz auf, jedoch nahm die Gasemission am Sattelkegel schnell zu. Um 09:24 Uhr war eine kräftige, blumenkohlförmige, dunkelgraue Aschewolke über dem Sattelkegel erkennbar. Diese wurde vom Wind in nördliche bis nordöstliche Richtung verfrachtet. Die Ascheemission nahm während den nächsten Minuten weiter zu und die dunkle, auch mit Gas durchsetzte Wolke stieg über 1000 m hoch auf. Gleichzeitig zeigten sich oberhalb des Sattelkegels intensive thermische Anomalien, was darauf schließen lässt, dass die emittierte Asche heiß war. Über die Webcams konnte ich die anhaltende und kräftige Ascheemission bis ca. 11:00 Uhr beobachten. Dann zogen dichte Wolken auf, die sich bis zum Abend hielten. Nur selten war durch Wolkenlücken eine dunkelgraue Eruptionssäule aus Gas und Asche über dem Sattelkegel erkennbar. Unterdessen wurde mir von Ascheregen berichtet, der am Vormittag im Gebiet des Piano Provenzana (Nordostflanke) niederging.

Auf diesem Webcam-Foto kann man die kräftige Ascheemission erkennen, die heute Morgen nach 09:00 Uhr am Sattelkegel einsetzte. Die heiße Asche steigt mindestens 1000 m hoch auf und wird vom Wind in nördliche bis nordöstliche Richtung verfrachtet:
Kräftige Ascheemission aus dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 24.08.2018, 09:45 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

In der letzten Woche wurden die Gipfelkrater mehrmals von INGV-Personal besucht. Dabei zeigte sich am 16. August ein neuer eruptiver Schlot in der Bocca Nuova. Dieser befand sich im östlichen Abschnitt des Gipfelkraters. Am 14. August wurden dort bereits morphologische Veränderungen beobachtet. Unterdessen dauerte die strombolianische Aktivität im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova weiter an. Auch am Nordostkrater haben sich die strombolianischen Explosionen die aus mehreren Öffnungen erfolgen fortgesetzt. Diese waren am 17. August so stark, dass sie glühende Fragmente bis auf Höhe des Kraterrands schleuderten. Das Material fiel jedoch wieder zurück in den Nordostkrater [1].

Im Zeitraum vom 13.08. bis 19.08. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche etwas an. Die Messwerte lagen oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche praktisch unverändert und hielten sich auf mittlerem Niveau [1].

Vom 13.08. bis 19.08. war die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich niedrig, wobei es am 18. und 19. August zu einem vorübergehenden Anstieg kam. Als Quelle der Emissionen wurden Bocca Nuova, Nordostkrater und Voragine lokalisiert [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche durch leichtes Rauschen, verursacht durch erhöhten Tremor überlagert. Explosionssignale konnte ich nur selten erkennen. Der Tremor schwankte auf mittlerem Niveau und war am 18. August kurzfristig erhöht. Gestern Nachmittag begann der Tremor erneut zu steigen, gegen Abend beschleunigte sich der Anstieg deutlich und der Tremor erreichte bald hohes Niveau. Gegen Mitternacht strebte der Tremor ein vorläufiges Maximum an, ging am frühen Morgen deutlich zurück und stieg im Laufe des Tages erneut an [2].

Am 17.08. kam es am im Raum Monte Centenari - Pizzi Deneri (Ostflanke) zu mehreren Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 2.7 erreichte. Am 19.08. wurden im Gebiet nordöstlich des Monte Denza (Südflanke) einige Beben registriert. Das Stärkste erreichte hierbei eine Magnitude von 1.7. Am gleichen Tag kam es nordöstlich von Bronte (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. An diesem Tag wurde am Monte Centenari ein Beben mit einer Magnitude von 1.6 gemessen. Am 20.08. kam es südöstlich von Contrada Feliciosa (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. An diesem Tag begann im Gebiet westlich von Bronte eine ausgeprägte Erdbebenserie. Diese dauerte bis zum 21.08. an. Einige der Erdstöße erreichten Magnituden von über 2.0. Die stärkste Erschütterung wurde mit einer Magnitude von 2.8 gemessen. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von 20 bis 25 Kilometer. Am 21.08. wurden im Bereich des Zentralkraters mehrere Beben registriert. Das Stärkste erreichte eine Magnitude von 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 13/08/2018 - 19/08/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


17. August 2018

In der letzten Woche steigerte sich die Aktivität des Ätna zunächst noch etwas, ging dann aber wieder zurück. Auch die Intensität der Gasemissionen der Gipfelkrater und der Tremor waren rückläufig.

Das für die Jahreszeit ungewöhnlich schlechte Wetter dauerte auch in der vergangenen Woche am Ätna an und behinderten häufig die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Dennoch konnte ich während den Morgen- und Abendstunden am Nordostkrater weitere, meist schwache Aschefreisetzungen sehen. In den Nächten war anfangs mit Hilfe lichtstarker Webcams auch zeitweise leichter Glutschein über der Bocca Nuova erkennbar. In der Nacht vom 11. auf den 12. August konnten Touristen von Giarre (Ostküste) aus gegen Mitternacht auch für kurze Zeit strombolianische Aktivität direkt beobachten. Ob diese vom Nordostkrater, Bocca Nuova oder dem Neuen Südostkrater verursacht wurde blieb unklar. Möglicherweise kam es zu diesem Zeitpunkt jedoch zu einer vorübergehenden Aktivitätssteigerung am Nordostkrater oder am Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Am Kollapskrater konnte ich bis zum 14. August weiterhin häufig kleine Ascheemissionen beobachten. Diese waren gelegentlich auch von deutlichen thermischen Anomalien begleitet. In den letzten Tagen waren jedoch nur noch selten Aschefreisetzungen zu sehen. Auch der Glutschein über der Bocca Nuova schwächte sich ab dem 14.08. ab und war während den nachfolgenden Nächten kaum noch erkennbar.

Während eines Besuchs der Gipfelkrater durch INGV-Personal am 10. August konnte die strombolianische Aktivität im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova, sowie im Nordostkrater direkt beobachtet werden [1].

Im Zeitraum vom 06.08. bis 12.08. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche zurück. Die Messwerte lagen nur vereinzelt über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche an.
Bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 03. August durchgeführt wurde, zeigten sich erneut niedrigere Werte. Somit setzt sich der seit Anfang Juli andauernde Trend zu fallenden Messwerten weiterhin fort [1].

Während die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich am 06. und 07. August niedrig war, nahm sie ab dem 08. August deutlich zu. Quelle der Aktivität war hauptsächlich das Gebiet der Bocca Nuova. Nur gelegentlich wurden Nordostkrater oder Neuer Südostkrater als Emissionsquelle ermittelt [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche häufig schwache langperiodische Signale erkennbar. Sie waren stärker als das leichte Rauschen, welches von dem erhöhten Tremor generiert wurde. Gelegentlich zeigten sich auch mehrere Minuten lange Phasen verstärkten Rauschens. Explosionssignale konnte ich nur sehr selten erkennen. Der Tremor schwankte zwischen niedrigem und mittlerem Niveau und ging insgesamt etwas zurück [2].

Am 11.08. kam es am Monte Centenari (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 2.7. Am 12.08. wurde bei Milo (Ostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.8 registriert. Am 13.08. kam es Monte Intraleo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 15.08. wurde südlich des Monte Minardo (Westflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.1 gemessen. Am gleichen Tag wurden im Gebiet Contrada Feliciosa (Südwestflanke) zwei Beben mit einer Magnitude von 1.9 verzeichnet [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 06/08/2018 - 12/08/2018
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10. August 2018

Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters und auch am Nordostkrater kam es in den letzten Tagen weiterhin zu Aschefreisetzungen. Über der Bocca Nuova konnte man in den Nächten schwachen Glutschein beobachten. Der Tremor ist etwas angestiegen und auch die seismische Aktivität blieb in der vergangenen Woche erhöht.

Während den vergangenen Tagen kam es an dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters immer wieder zu kleinen Ascheemissionen. Thermische Anomalien konnte ich dabei jedoch nicht entdecken. Auch am Nordostkrater zeigten sich teilweise kräftige Aschefreisetzungen. An der Bocca Nuova wurde pulsartig Gas emittiert und während den Nächten war diese Gassäule rötlich illuminiert. Leider wurden die Beobachtungen häufig durch Wolken behindert.

Am 30. Juli und am 02. August wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Im nordwestlichen Krater der Bocca Nuova dauerte die milde strombolianische Aktivität an. Diese konnte wegen den schlechten Wetterbedingungen und der starken Gasfreisetzung jedoch nicht direkt beobachtet werden. Die Untersuchungen mittels Wärmebildkamera zeigten am 02. August eine ähnliche Aktivität wie in der Vorwoche. Während sich an einem Schlot strombolianische Explosionen ereigneten, kam es an einem zweiten Schlot zur Freisetzung von heißem Gas unter hohem Druck. Ein kleiner dritter Schlot setzte dagegen pulsartig Gas frei. Das durch die explosive Aktivität ausgeworfene Material verblieb dabei im Krater.
Auf dem Boden des Nordostkraters befanden sich am 30. Juli drei aktive Schlote. Der Westlichste setzte Asche frei, der Zentrale weißen Dampf und der Dritte, der an der nordöstlichen Kraterwand liegt, zeigte strombolianische Aktivität. Dabei kam es zu länger andauernden Explosionen die glühende Fragmente bis auf Höhe des Kraterrand auswarfen. Am 02. August war die Aktivität des Nordostkraters reduziert, aber am am 03., 04. und 05. August ereigneten sich wiederholt Aschefreisetzungen [1].

Im Zeitraum vom 30.07. bis 05.08. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche zurück. Die Messwerte lagen meist bei über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche unverändert [1].

Vom 30.07. bis 05.08. hielt sich die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich auf ähnlich niedrigem Niveau wie in der Vorwoche. Einen vorübergehenden Anstieg gab es am 31. Juli und 01. August. Als Quelle der Infraschallemissionen wurde das Gebiet Bocca Nuova/Voragine ermittelt [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) nahmen in der letzten Woche Anzahl und Intensität der langperiodischen Signale etwas zu. Gelegentlich waren auch kleine Explosionssignale erkennbar. Bedingt durch leicht erhöhten Tremor war die Basislinie des Signals von leichtem Rauschen überlagert. Der Tremor schwankte zunächst auf niedrigem bis mittlerem Niveau und nahm seit dem 08. August langsam zu [2].

Am 02.08. kam es südwestlich von Milo (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 04.08. ereignete sich im Bereich des Zentralkraters ein Beben der Stärke 1.9. Am 04. und 05.08. wurden im Raum Monte Fontane - Monte Scorsone (Ostflanke) einige Erdstöße registriert, wobei der Stärkste eine Magnitude von 1.6 erreichte. Am 06.08. kam es im Raum Monte Nero - Monte Collabasso (Nordflanke) zu einigen Erdbeben. Hier erreichte das Stärkste eine Magnitude von 1.8. Am 06.08. wurde westlich des Monte Minardo (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert. Am 06. und 07.08. kam es im Gebiet des Monte Fontane zu einer Serie sehr schwacher Beben. Die stärksten Erschütterungen erreichten dabei Magnituden von bis zu 1.5. Die Beben ereigneten sich in Tiefen von 8 - 15 Km [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 30/07/2018 - 05/08/2018
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06. August 2018

Während den vergangenen beiden Tagen haben sich die Ascheemissionen am Neuen Südostkrater und am Nordostkrater fortgesetzt. Die eruptive Aktivität in der Bocca Nuova scheint sich unterdessen etwas verstärkt zu haben.

Am Morgen des 04. August konnte ich weitere Ascheemissionen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters beobachten. Einige waren von einer deutlichen thermischen Anomalie begleitet, wie Fotos der Montagnola-Wärmebildkamera zeigten. Dann zogen rasch Wolken auf und Gewitter verhinderten die weitere Überwachung bis zum Abend. Als es gegen 17:00 Uhr wieder auflockerte zeigten sich alle 15 bis 20 Minuten kleine Aschepilze über dem Kollapskrater. Einige Emissionen waren wieder von lauten Explosionsgeräuschen begleitet die bis hinunter in die Gegend des Rifugio Sapienza zu hören waren.
Während der Nacht auf den 05. August zeigten lichtstarke Webcams ab ca. 02:00 Uhr leichten Glutschein über dem Zentralkraterkegel; vermutlich wurde er durch verstärkte eruptive Aktivität in der Bocca Nuova verursacht. Am Morgen des 05. August waren dann weitere Ascheemissionen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters erkennbar, bevor erneut Gewitter aufzogen. Am Abend lockerten die Wolken wieder auf und ich konnte dort wieder Aschefreisetzungen beobachten. Diese waren jedoch nicht von Detonationen begleitet und Freisetzung von heißem Material war auch nicht zu sehen. Nach Einbruch der Dunkelheit war die Gassäule über der Bocca Nuova erneut rötlich illuminiert, wobei die Intensität des Glutscheins stark variierte.
Heute Morgen dauerten die Aschefreisetzungen am Neuen Südostkrater an. Am Nordostkrater konnte ich mehrere Aschefreisetzungen erkennen die stärker als an den Vortagen waren.

Dieses Foto von gestern Abend, das ich vom Schiena dell'Asino aus machen konnte zeigt eine der Ascheemissionen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters (rechts). Links davon die Gasfahnen verschiedener Fumarolen im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters bzw. des Sattelkegels. Ganz links die Gassäule aus der Bocca Nuova:
Aschepilz aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters
05.08.2018 20:20 Uhr

Mit zunehmender Dunkelheit wird schwacher Glutschein über der Bocca Nuova sichtbar. Vermutlich illuminieren die strombolianischen Explosionen auf dem Grund dieses Gipfelkraters die darüber stehende Gassäule:
Glutschein über der Bocca Nuova
05.08.2018 20:53 Uhr



03. August 2018

Weiterhin zeigen am Ätna drei der Gipfelkrater Aktivität. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters kommt es zu teilweise explosiven Ascheemissionen bei denen auch heißes Material ausgeworfen wird und an Bocca Nuova und Nordostkrater dauert die strombolianische Aktivität an.

Am Morgen des 02. August waren am Nordostkrater etwas stärkere Ascheemissionen als an den Vortagen zu erkennen. Sie erfolgten alle paar Minuten und enthielten grau-braune Asche die mehrere hundert Meter hoch.  aufstieg. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters konnte ich auch wieder einzelne kleine Ascheemissionen erkennen. Leider zogen rasch dichte Wolken auf und schwere Gewitter mit Regen und Hagel verhinderten die Beobachtungen bis zum Abend.

Heute Morgen war es mir möglich weitere Ascheemissionen am Kollapskrater des Neuen Südostkraters zu beobachten. Die erste Freisetzung die ich sehen konnte geschah noch im Morgengrauen und dadurch war es möglich einen schwachen Glutschein während der Emission zu erkennen; auch die Montagnola-Wärmebildkamera zeigte eine thermische Anomalie. Es gab außerdem ein kräftiges Detonationsgeräusch. Weitere Ascheemissionen folgten im Abstand von ca. 15 - 20 Minuten. Diese waren allerdings mit einer Ausnahme nicht von lauten Geräuschen begleitet.
Auch vom Nordostkrater her konnte ich länger andauernden Donner hören, sowie eine Aschewolke beobachten die vom Nordwind über den Zentralkraterkegel hinweg getrieben wurde. Schwächere Explosionsgeräusche die häufig auftraten wurden vermutlich von der Bocca Nuova verursacht.
Leider zogen am Vormittag rasch Wolken auf und anhaltende Gewitter verhinderten die weitere Beobachtung bis zum Abend. Erst gegen 18:00 Uhr lockerte es wieder auf und es zeigten sich weiter Ascheemissionen aus dem Neuen Südostkrater und dem Nordostkrater.

Dieses Foto von heute Morgen zeigt eine der Aschefreisetzungen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Die kleinen bräunlichen Aschewolken steigen pilzförmig in die Höhe und werden vom Wind rasch in südwestliche Richtung verfrachtet:
Aschefreisetzung aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters
03.08.2018 06:44 Uhr

Noch besser ist die Aschefreisetzung in diesem Video zu erkennen, das ich heute Morgen machen konnte:
Aschefreisetzungen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters
03.08.2018 07:06 Uhr

Am 24. und 27. Juli wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Dabei konnte mittels Wärmebildkamera eine Fortdauer der milden strombolianischen Aktivität im nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova nachgewiesen werden; Gas verhinderte eine visuelle Beobachtung der Explosionen. Das dabei freigesetzte Material verblieb im Krater. Am Nordostkrater waren nach wie vor drei Schlote auf dem Kraterboden vorhanden. Während zwei davon anhaltend und zeitweise auch pulsartig Gas emittierten, generierte der Dritte Explosionen die mit der Freisetzung von etwas bräunlich-grauer bis rötlicher Asche verbunden waren. Zu weiteren Ascheemissionen kam es auch durch kleine Kollapsereignisse an den Kraterwänden. Die Frequenz der Explosionen war recht variabel und wurde am 27. Juli mit einer Explosion alle zwei Sekunden angegeben. Als Maximaltemperatur am Schlot konnte ein Wert von 150°C bestimmt werden [1].

Im Zeitraum vom 23.07. bis 29.07. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche etwas zurück. Die Messwerte lagen jedoch meist über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche zurück und lagen unterhalb der sonst üblichen Werte [1].

Vom 23.07. bis 29.07. stieg die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich an. Quelle der Infraschallemissionen war die Bocca Nuova [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) wurden in der letzten Woche von leichtem Rauschen dominiert das von etwas erhöhtem Tremor generiert wurde. Gelegentlich waren langperiodische Signale bzw. kurze Phasen verstärkten Rauschens zu erkennen. Seit dem 01. August zeigen sich manchmal auch kleine Explosionssignale. Der Tremor schwankt auf niedrigem bis mittlerem Niveau und zeigt nach wie vor keinen Trend zu einer Steigerung [2].

Am 27.07. wurde südwestlich von Pietrafucile (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Vom 27.07. bis zum 31.07. ereigneten sich im Gebiet des Monte Centenari (Ostflanke) zahlreiche, meist sehr schwache Beben. Das Stärkste erreichte dabei eine Magnitude von 1.6. Am 27.07. kam es bei Vena (Nordostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am gleichen Tag wurde am Monte Zoccolaro (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Vom 27.07. bis zum 28.07. kam es im Raum Monte Scorsone - Monte Fontane (Ostflanke) zu einer Erdbebenserie. Die Beben waren sehr schwach und das Stärkste wurde mit einer Magnitude von 1.6 registriert. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von 14 bis 17 Km. Am 28.07. wurde westlich von Milo (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am gleichen Tag kam es südwestlich von Pietrafucile zu einem Beben der Stärke 1.8. Vom 29.07. bis zum 30.07. gab es im Bereich des Zentralkraters zahlreiche Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.0. Die Beben ereigneten sich in sehr geringer Tiefe. Am 01.08 wurde nördlich des Monte Intraleo (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.6 registriert. Am 02.08. kam es südwestlich von Milo zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 23/07/2018 - 29/07/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


01. August 2018

Heute zeigte sich an einem weiteren Gipfelkrater des Ätna Aktivität. Am Kollapsschlot des Neuen Südostkraters setzten explosive Ascheemissionen ein.

Nach Sonnenaufgang waren heute Morgen mehrere kleine Ascheemissionen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters erkennbar. Dabei handelte es sich um bräunliche Asche die auf der Montagnola - Wärmebildkamera des INGV nur eine leichte thermische Anomalie verursachte. Später behinderten Wolken und Regen die Sicht auf den Gipfelbereich. Am Abend lockerten die Wolken jedoch wieder auf und ich konnte den Neuen Südostkrater vom alten Berggrat Schiena dell'Asino aus beobachten. Es kam zu weiteren Aschefreisetzungen die ca. alle 15 Minuten erfolgten und von einem lauten Detonationsgeräusch begleitet waren. Anschließend konnte man auch das Fallen von Steinen hören. Offenbar wurde also auch gröberes Material ausgeworfen.

Dieses Foto, das ich heute Abend vom Schiena dell'Asino aus machen konnte zeigt eine der Ascheemissionen. Der Neue Südostkrater ist noch von starkem Dunst umgeben und dadurch zeichnet sich die bräunliche Aschewolke rechts oberhalb des Kegels nur schwach ab:
Ascheemission aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters
01.08.2018 18:19 Uhr


31. Juli 2018

In den letzten Tagen hat sich die milde strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova fortgesetzt. Auch am Nordostkrater dauerten die tiefsitzenden Explosionen, sowie Aschefreisetzungen an.

Während den vergangenen Tagen hat sich die milde strombolianische Aktivität im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova fortgesetzt. Sie erfolgt aus zwei Schloten die sich auf dem südlichen Kraterboden direkt unterhalb der Innenwand befinden. Am 30. Juli konnte ich die Aktivität mit eigenen Augen beobachten. Während einer der Schlote praktisch kontinuierlich schwache Explosionen generiert, kommt es an dem anderen Schlot nur alle paar Minuten zu einer etwas stärkeren Explosion. Glühende Fragmente werden dabei wenige zig Meter hoch geschleudert. Leider ist die Gasentwicklung so stark, dass der gesamte Bereich nahezu ständig mit Gas gefüllt ist und eine Beobachtung dadurch sehr schwierig ist.
Auch im südlichen Abschnitt der Bocca Nuova kommt es zu kräftiger Gasentwicklung. Die Südostflanke der Voragine, die von einem Spaltensystem durchzogen ist das im Mai 2016 eruptiv tätig war, emittiert ebenfalls kräftig Gas.
Unterdessen setzt sich auch die tief sitzende explosive Aktivität am Nordostkrater fort. Hier kommt es an einem kleinen Schlot auf dem Kraterboden zu Emission von Gas und etwas Asche, sowie glühenden Fragmenten, was von einem lang andauernden zischendem bis donnernden Geräusch begleitet wird.

Anbei noch ein paar Fotos und ein Video die ich den letzten Tagen machen konnte:

Dieses Foto zeigt den Zentralkraterkegel aus südöstlicher Richtung. Links die Gasfahne aus dem nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova und rechts davon die Gaswolken aus ihrem südlichen Bereich. Direkt rechts daneben das Gas aus dem Spaltensystem an der Südostflanke der Voragine:
Gasemissionen aus dem Zentralkraterkegel
29.07.2018 13:35 Uhr

Blick vom südlichen Rand der Bocca Nuova hinab in ihren stark kollabierten nordwestlichen Abschnitt. Nur mit Mühe kann man in dem nahezu ständig mit Gas gefüllten Krater die strombolianischen Explosionen erkennen, die sich hier fortlaufend ereignen:
Strombolianische Explosionen in der Bocca Nuova
30.07.2018 20:24 Uhr

Dieses Video gibt einen Eindruck von der explosiven Aktivität in der Bocca Nuova:
Strombolianische Explosionen in der Bocca Nuova
30.07.2018 20:40 Uhr, 22.2 MB, 40 s



27. Juli 2018

Während der letzten Woche dauerte die strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova an und hat sich noch etwas verstärkt. Auch am Nordostkrater dauerten die sporadischen strombolianischen Explosionen an. Der Tremor blieb jedoch unverändert und die seismische Aktivität war weiterhin etwas erhöht.

In der vergangenen Woche waren über die Webcams nach wie vor die üblichen Gasemissionen erkennbar. Zeitweise behinderten Wolken allerdings die Beobachtung. Am Nordostkrater wirkten die Gasemissionen kräftiger als in den Vorwochen und waren oft pulsartig verstärkt und gelegentlich mit grauer Asche durchsetzt. An der Bocca Nuova zeigte sich kräftige pulsartige Gasemission die sich auf den nordwestlichen Abschnitt dieses Gipfelkraters konzentrierte. Am Kollapsschlot der Voragine konnte ich leichte pulsartige Gasfreisetzung erkennen. Am Südostkraterkomplex zeigte sich im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters, leichte jedoch anhaltende Gasemission.

Am 18. Juli wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Im nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova hat sich die milde strombolianische Aktivität fortgesetzt. Dabei wird glühendes Material empor geschleudert, das jedoch nur ganz vereinzelt bis hinauf zum Kraterrand steigt und dabei eine maximale Höhe von 100 m über Grund erreicht. Das gesamte Material fällt wieder zurück in den Krater. Durch diese explosive Aktivität wird gelegentlich auch etwas Asche freigesetzt, die sich jedoch schnell in der Umgebung des Kraters verteilt. Untersuchungen mit Hilfe einer Wärmebildkamera zeigen, dass die strombolianische Aktivität aus zwei Öffnungen heraus erfolgt, die sich im nördlichen Bereich des Kraters befinden. Die energiereicheren Ereignisse werden dabei vom südlicheren der beiden Öffnungen erzeugt. Die Explosionen erfolgen in einem Rhythmus von ca. zwei Ereignissen pro Minute, wobei sich diese Frequenz täglich ändert.
Am Nordostkrater setzt sich die schwache und sporadische strombolianische Aktivität fort. Sie wird von donnernden Geräuschen, sowie der Emission von grau-brauner bzw. rötlicher Asche begleitet. Auf dem Kraterboden befinden sich drei Öffnungen. Bedingt durch den Kollaps der inneren Kraterwände neigen diese Öffnungen zur Expansion. Die nördlichste Öffnung weist eine Temperatur von bis zu 350°C auf und ist Verursacher der explosiven Aktivität. Die übrigen zwei Öffnungen setzen anhaltend und pulsartig Gas frei. Hier beträgt die Temperatur 120°C [1].

Im Zeitraum vom 16.07. bis 22.07. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche deutlich an. Die Messwerte lagen meist bei bzw. über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche zurück.
Bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 20. Juli durchgeführt wurde, konnte ein seit Anfang Juli bestehender Trend zu niedrigeren 3He-Emissionen bestätigt werden [1].

Vom 16.07. bis 22.07. ging die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich etwas zurück. Als Quelle der Infraschallemissionen konnten Bocca Nuova, Nordostkrater und Südostkraterkomplex lokalisiert werden [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) wurden in der letzten Woche von leichtem Rauschen dominiert das von etwas erhöhtem Tremor generiert wurde. Gelegentlich ereigneten sich auch Phasen von stärkerem Rauschen das oft einige zig Minuten andauerte. Seit dem 26. Juli sind auch einige Explosionssignale erkennbar. Der Tremor schwankte auf niedrigem bis mittlerem Niveau ohne einen klaren Trend zu zeigen [2].

Am 21.07. endete die Erdbebenserie im Gebiet nördlich des Monte Denza (obere Süd-/Südwestflanke), die am 18.07. begonnen hatte, mit einigen sehr schwachen Beben. Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 1.5. Am gleichen Tag kam es zu einigen Beben im Bereich des Zentralkraters. Das Stärkste wurde mit einer Magnitude von 1.8 registriert. Am 25.07. kam es am Monte Fontane (Ostflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.5. Am gleichen Tag ereignete sich im Raum Contrada Feliciosa (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.6. Ebenfalls am 25.07. wurde westlich des Monte Minardo (Westflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.1 verzeichnet [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 16/07/2018 - 22/07/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


20. Juli 2018

Seit gut einer Woche kommt es in der Bocca Nuova zu strombolianischer Aktivität. Auch am Nordostkrater haben inzwischen tiefsitzende strombolianische Explosionen eingesetzt. Unterdessen hat sich an der oberen Südflanke eine intensive Erdbebenserie ereignet und der Tremor ist leicht gestiegen.

Über die Webcams waren in der letzten Woche am Ätna lediglich die gewohnten Gasfreisetzungen zu sehen. Diese waren am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova am stärksten. Am Nordostkrater nahmen die Ascheemissionen etwas ab, dennoch kam es häufig zur Freisetzung dünner, kleiner bräunlicher Aschewolken. Seit dem 19.07. sind die Ascheemissionen wieder etwas kräftiger. Am Südostkraterkomplex konnte ich lediglich schwache Gasemission in den Gipfelregionen beobachten.

Am 10.07. wurden die Gipfelkrater des Ätna von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova kommt es zu kräftiger und kontinuierlicher Gasemission. Die strombolianische Aktivität auf dem Boden des Schlots ist anhaltend, kann wegen der dichten Gaswolken jedoch nicht immer gut beobachtet werden. Durch die Aktivität wird auch glühendes Material ausgeworfen. Dieses fällt jedoch wieder in den Schlot zurück. Gelegentlich werden die Explosionen auch von schwachen Ascheemissionen begleitet.
Die Öffnung am Rand der Voragine zeigt im Vergleich zu den Vormonaten reduzierte Gasemission die pulsartig auftritt.
Am Nordostkrater kommt es zu strombolianischer Aktivität die an der Oberfläche nicht sichtbar ist und vermutlich in der Tiefe stattfindet. An der Oberfläche manifestiert sich diese Aktivität durch kräftigen, lauten und langanhaltenden (bis zu mehreren zig Sekunden) Donner. Die Explosionen verursachen manchmal die Freisetzung von graubrauner bis rötlicher Asche. Der Boden des Schlots formt einen Steilhang und durch ständigen Kollaps entlang der inneren Seitenwände vergrößert er sich.
Am Neuen Südostkrater kommt es zu schwacher Gasfreisetzung die manchmal pulsartig ist [1].

Im Zeitraum vom 09.07. bis 15.07. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Messwerte lagen häufig bei bzw. über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche zurück [1].

Vom 09.07. bis 15.07. nahm die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich ein wenig zu und stabilisierte sich auf niedrigem Niveau. Als Quelle der Infraschallemissionen konnte das Gebiet der Bocca Nuova lokalisiert werden [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche gelegentlich schwache langperiodische Signale erkennbar. Bedingt durch leicht steigenden Tremor wurde die Basislinie des Signals zunehmend von Rauschen überlagert. Der Tremor nahm während der vergangenen Woche insgesamt langsam zu [2].

Am 12.07. ereigneten sich im Gebiet des Zentralkraters einige sehr schwache Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.5 erreichte. Am 13.07. wurde westlich von Contrada Feliciosa (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Vom 14.07. bis 17.07. ereignete sich im Raum Rifugio Sapienza - La Montagnola (Südflanke) eine Serie schwacher Beben. Das Stärkste erreichte dabei eine Magnitude von 1.7. Die Hypozentren der Beben lagen in 3 - 7 Km Tiefe. Am 17.07. wurde nordöstlich von Tarderia (Südostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.8 verzeichnet. Am gleichen Tag kam es im Gebiet des Zentralkraters zu einem Beben der Stärke 2.2. Am 18.07. ereignete sich dort ein Beben mit einer Magnitude von 1.7. Am 18.07. begann im Raum nördlich des Monte Denza - westlich des La Montagnola (Südflanke) eine intensive Erdbebenserie. Die meisten Beben waren mit Magnituden von unter 2 relativ schwach, doch einige erreichten auch Stärken von bis zu 3. Die stärkste Erschütterung wurde mit 3.6 registriert. Die Beben ereigneten sich in Tiefen zwischen 4 - 8 Km. Die Erdbebenserie dauerte auch am 20.07. noch an [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 09/07/2018 - 15/07/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


13. Juli 2018

Während der letzten Woche kam es am Nordostkrater vorübergehend zu verstärkten Ascheemissionen. Ansonsten verhielt sich der Berg nach wie vor relativ ruhig.

In der vergangenen Woche kam es an den Gipfelkratern des Ätna weiterhin zu den gewohnten Gasfreisetzungen. Sie konzentrierten sich auf den nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova. Am Kollapsschlot der Voragine wurde mäßig und pulsartig Gas emittiert. Am Südostkraterkomplex konnte ich lediglich leichte Gasemission aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters erkennen. Am Nordostkrater war wie bereits in der Vorwoche zunächst etwas stärkere Gasemission als in den Vormonaten zu sehen. Am Morgen des 10. Juli zeigten die Webcams dann mehrere Aschefreisetzungen aus dem Nordostkrater. Diese waren energiereicher und enthielten deutlich mehr Asche als die schwachen Ascheemissionen die sich während den Vorwochen immer mal wieder dort ereignet hatten. Die kräftigste Freisetzung die ich beobachten konnte fand um 09:00 Uhr statt. Dabei wurde bräunliche Asche mindestens 300 m hoch ausgestoßen. Kurze Zeit später zogen Wolken auf die die weitere Beobachtung bis zum Abend verhinderten. Während den Morgenstunden des 11. Juli konnte ich erneute Ascheemissionen aus dem Nordostkrater erkennen. Diese waren jedoch weniger intensiv als am Vortag, traten dafür allerdings häufiger auf. Später blockierten erneut Wolken bis zum Abend den Blick auf den Nordostkrater. Auch am 12. Juli kam es zu weiteren, allerdings sehr schwachen Ascheemissionen. Heute schwächten sich die Aschefreisetzungen weiter ab und wurden auch deutlich seltener.

Dieses Webcam-Foto vom Morgen des 10. Juli zeigt eine der kräftigeren Ascheemissionen die sich an diesem Tag am Nordostkrater ereigneten. Die alte bräunliche Asche wird dabei mehrere hundert Meter hoch ausgestoßen bevor sie vom Wind in südliche Richtung verfrachtet wird:
Ascheemission aus dem Nordostkrater
Foto vom 10.07.2018, 09:00 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Im Zeitraum vom 02.07. bis 08.07. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Messwerte lagen häufig oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag.
Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche zurück und beendeten den seit Ende Mai steigenden Trend.
Auch bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 02. Juli durchgeführt wurde, zeigten sich etwas niedrigere Werte. Somit kam der seit April 2017 steigende Trend zur Stagnation [1].

Vom 02.07. bis 08.07. nahm die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich etwas zu, blieb aber dennoch auf sehr niedrigem Niveau. Als Quelle der Infraschallemissionen konnte das Gebiet der Bocca Nuova lokalisiert werden [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche gelegentlich schwache langperiodische Signale erkennbar. Der Tremor schwankte auf niedrigem Niveau [2].

Vom 06.07. bis 12.07. ereignete sich im Gipfelkraterbereich eine kleine Erdbebenserie. Dabei erreichte das stärkste Beben eine Magnitude von 1.8. Am 08.07. kam es bei Milo (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 08. und 09.07. ereigneten sich östlich von Maletto (Nordwestflanke) einige Erdstöße die Magnituden von bis zu 1.9 erreichten. Am 09.07. wurde am Monte Scorsone (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert. Am 10.07. ereignete sich bei Sant'Alfio (Ostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.5. Am 11.07. wurde nordwestlich von Contrada Feliciosa (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.7 gemessen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 02/07/2018 - 08/07/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


06. Juli 2018

Während der vergangenen Woche setzte sich die ruhige Gasemission am Ätna fort. Unterdessen wurde bei einem Besuch der Gipfelkrater eine neue Öffnung auf dem Boden des Nordostkraters entdeckt die etwas Gas emittiert.

In der letzten Woche zeigten sich an den Gipfelkratern des Ätna die üblichen Gasemissionen. Diese konzentrierten sich weiterhin auf den Schlot im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova. An den übrigen Gipfelkratern wurde nur wenig Gas emittiert. Am Nordostkrater konnte ich wie bereits in der Vorwoche leicht verstärkte Gasemission beobachten. Auch waren dort gelegentlich dünne bräunliche Aschewolken erkennbar.

Am 30.06. wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts: Die Gasemissionen der Gipfelkrater konzentrieren sich auf den nordwestlichen Sektor der Bocca Nuova und den Kollapsschlot der Voragine (entstanden am 07.08.2016). Der Boden des Nordostkraters ist nahezu komplett mit Schutt gefüllt. Fast die gesamte Gasemission konzentriert sich auf einen kleinen Schlot im nördlichen Bereich des Kraterbodens. Wie schon Ende Mai beobachtet kommt es dort immer wieder zu schwachen Ascheemissionen. An einem Fumarolensystem im nordwestlichen Abschnitt des Kraterbodens hat sich eine neue Öffnung gebildet. Dieser kleine Schlot emittiert etwas Gas. Am Südostkraterkomplex setzen Fumarolen entlang der Kraterränder diffus geringe Mengen Gas frei [1].

Im Zeitraum vom 25.06. bis 01.07. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche an. Die Messwerte lagen oft oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten erreichten Werte von bis zu 9.000 Tonnen SO2 pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche etwas an und bestätigten somit einen, seit Ende Mai anhaltenden Trend zu höheren Werten [1].

Im Zeitraum vom 25.06. bis 01.07. war die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich sehr gering [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche gelegentlich schwache langperiodische Signale erkennbar. Der Tremor bewegte sich auf niedrigem Niveau und unterlag einem leicht steigenden Trend [2].

Am 29.06. kam es am Monte Fontane (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 02.07. ereigneten sich am Monte Centenari (Ostflanke) mehrere sehr schwache Beben. Das Stärkste erreichte dabei eine Magnitude von 1.6. Am 03.07. wurden am Monte Scorsone (Ostflanke) einige sehr schwache Beben registriert. Das stärkste Beben wurde dabei mit einer Magnitude von 1.6 gemessen. Am 03.07. wurde am Monte Collabasso (Nordflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.9 verzeichnet. Am 05.07. kam es am Monte Frumento Supino (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 25/06/2018 - 01/07/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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