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Ätna Update (03.04. - 22.05.2020)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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22. Mai 2020

Während der letzten Woche ereigneten sich am Südostkraterkomplex mehrere kurze eruptive Phasen. Dabei kam es zu milden strombolianischen Explosionen und Aschefreisetzungen. Der Tremor schwankte auf mittlerem Niveau und die seismische Aktivität war niedrig.

In der vergangenen Woche konnte ich über die Webcams keinen Glutschein mehr über der Voragine erkennen. Auch Ascheemissionen waren nicht zu sehen. Am Südostkraterkomplex zeigten sich am südöstlichen Schlot in der Nacht auf den 16. Mai noch einzelne strombolianische Explosionen. Einhergehend mit dem Absinken des vulkanischen Tremors auf niedrige Werte hörte dann auch dort die Aktivität auf und in den nachfolgenden Nächten war keine Glut mehr erkennbar. Am Tage waren zeitweise länger anhaltende Emissionen von grauer Asche erkennbar. Dazu wurde anhaltend Gas emittiert. Am Morgen des 19. Mai zeigte dann die Montagnola-Wärmebildkamera des INGV gegen 09:20 Uhr eine kleine thermische Anomalie an dem Schlot. Diese intensivierte sich allmählich und wurde ab 10:00 Uhr größer. Gleichzeitig wurde verstärkt dunkle Asche aus dem Schlot emittiert. Die pulsierende Intensität der thermischen Anomalie, die ca. 100 m Höhe erreichte, ließ auf moderate strombolianische Explosionen schließen. Diese Aktivität, die mit einem rapiden Anstieg des Tremors auf hohes Niveau einher ging, dauerte bis ca. 13:30 Uhr an. Später zeigte sich der Schlot wieder völlig inaktiv und setzte nur etwas Gas frei. Am 20. Mai verhinderten dichte Wolken nahezu ständig den Blick auf den Gipfelbereich. Manchmal waren durch Wolkenlücken allerdings graue Aschewolken über dem Südostkraterkomplex erkennbar. In der Nacht auf den 21. Mai verbarg sich der Gipfel immer noch hinter Wolken, allerdings zeigte sich gegen 02:30 Uhr für einige Minuten pulsierender aber diffuser Glutschein. Vermutlich kam es erneut zu einer kurzen eruptiven Episode am Sattelschlot. Tagsüber verhinderten dichte Wolken nahezu ständig den Blick auf die Gipfelregion. In der vergangenen Nacht waren dann wieder strombolianische Explosionen erkennbar. Dabei wurde glühendes Material bis auf die Südflanke des Südostkraterkomplexes geschleudert. Nach Sonnenaufgang stand über dem aktiven Schlot eine Säule aus Gas, Dampf und grauer Asche, die vom Wind in südliche Richtung gebogen wurde. Die pulsartig verstärkte Emission von Gas und Asche dauerte mit Unterbrechungen bis mindestens 10:00 Uhr an. Anschließend behinderten Wolken bis zum Abend die Beobachtungen. An Bocca Nuova und Nordostkrater konnte ich in der letzten Woche lediglich die gewöhnlichen Gasemissionen beobachten.

Bei einem Besuch der Gipfelkrater durch Personal des INGV am 15. Mai konnte nur geringe Aktivität am Intrakraterkegel der Voragine beobachtet werden. Es kam innerhalb von zwei Stunden nur zu 4 - 5 Ascheemissionen. Auswurf von grobem Material bzw. Explosionen konnten dabei nicht beobachtet werden [1].

Bei der Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 11.05. bis 17.05.2020 zeigte sich an zwei Stationen der Nordostflanken (EPDN - Pizzi Deneri und ECNE - Nordostkrater) eine leichte Nordverlagerung um 1 cm. Diese begann an den ersten Tagen des Maies [1].

Zwischen dem 11. und 17. Mai ging die Infraschallaktivität der Gipfelkrater zurück. Quelle der Aktivität war in erster Linie der Nordostkrater und nur untergeordnet die Voragine bzw. der Südostkraterkomplex [1].

Im Zeitraum vom 11.05. bis 17.05. veränderten sich die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche kaum. Die Messwerte lagen mehrmals oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte von Chlorwasserstoff gingen im gleichen Zeitraum zurück und lagen unterhalb der üblichen Durchschnittswerte. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gingen zwischen dem 11.05. und 17.05. weiter zurück [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche weder nennenswerte langperiodische Signale noch Explosionssignale. Nur während den Phasen erhöhten Tremors machte sich dieser durch verstärktes Rauschen bemerkbar. Der Tremor bewegte sich in der letzten Woche zunächst auf niedrigem Niveau, nahm am 18. Mai vorübergehend etwas zu und stieg dann am Morgen des 19. Juni rapide an. Er erreichte hohes Niveau und fiel dann auf mittleres Niveau ab. Seit diesem Zeitpunkt schwankt er zwischen mittlerem und hohem Niveau, wobei das hohe Niveau immer nur für kurze Zeit erreicht wurde und mit rapidem Anstieg und schnellem Abstieg einher ging [2].
Zwischen dem 11. und 17. Mai lag die Quelle des Tremors weiterhin unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe zwischen 2500 und 3000 m [1].

Am 15. Mai kam es am Monte Centenari (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 2.0. Zwischen dem 17.05. und 20.05. ereignete sich am Monte Scorsone (Ostflanke) eine Erdbebenserie. Die stärkste Erschütterung hatte dabei eine Magnitude von 2.3. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe zwischen 4 und 6 Kilometer. Am 19.05. wurde nordwestlich von Zafferana (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am 20.05. kam es nördlich des Monte Intraleo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 11/05/2020 - 17/05/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


15. Mai 2020

Während die Aktivität am Intrakraterkegel der Voragine in der letzten Woche relativ niedrig war kam es am Südostkraterkomplex zu mehreren kurzen eruptiven Episoden. Der Tremor schwankte sehr stark und die seismische Aktivität blieb weiterhin schwach.

In der letzten Woche konnte ich über die Webcams nur selten strombolianische Explosionen über der Voragine erkennen. Diese waren zudem meist recht schwach. Am Tage zeigten sich wiederholte Ascheemissionen, die als pilzförmige Wolken aufstiegen.
Dagegen kam es am Südostkraterkomplex mehrfach zu kurzen eruptiven Episoden, die auch immer von einem schnellen Anstieg des Tremors auf hohes Niveau begleitet waren. Die erste Episode ereignete sich am frühen Morgen des 10. Mai ab ca. 01:00 Uhr, als am Sattelkegel strombolianische Explosionen einsetzten. Dabei schleuderte der südöstlich des Sattelkegels gelegene Schlot, der in den letzten Wochen schon mehrfach aktiv war, glühendes pyroklastisches Material auf die südliche bis südöstliche Flanke des Südostkraterkomplexes. Gegen 03:00 Uhr hörte die strombolianische Aktivität wieder auf. In der Nacht auf den 11. Mai kam es zu einer ähnlichen eruptiven Episode. Erneut wurde glühendes Material bis auf die Flanken des Südostkraterkomplexes ausgeworfen. Auch diese Phase dauerte nur wenige Stunden an. Eine weitere Episode ereignete sich am späten Abend des 11. Mai. Am 13. Mai wurde über mehrere Stunden nahezu anhaltend dunkle Asche aus dem aktiven Schlot emittiert. Am frühen Morgen des 14. Mai kam es dort wieder zu strombolianischen Explosionen. Anschließend wurde dunkle Asche emittiert.
An den übrigen Gipfelkratern konnte ich nur ruhige Gasemission beobachten.

Dieses Webcam-Foto zeigt eine der strombolianischen Explosionen am Südostkraterkomplex während der Nacht auf den 10. Mai. Das glühende Material wird dabei ca. 100 m empor geschleudert und geht auf der Süd- bis Südostflanke des Südostkraterkomplexes bzw. des Neuen Südostkraters nieder:
Strombolianische Aktivität über dem Südostkraterkomplex
Foto vom 10.05.2020, 01:45 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Am 05., 08. und 09. Mai wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Dabei wurden folgenden Beobachtungen gemacht:
Am 05. Mai war die explosive Aktivität am Haupt-Intrakraterkegel der Voragine relativ schwach. Am 08. Mai zeigte sich ein ähnliches Bild. Allerdings kam es an diesem Tag am kleineren Intrakraterkegel, der sich seit dem 09. März entwickelt hat, zu kräftigen Explosionen. Diese ereigneten sich alle 15 - 20 Minuten. Dabei wurde neben etwas Asche auch grobes Material ausgeworfen, das einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichte.
Beobachtungen der Gipfelregion am 09. Mai mittels einer Drohne zeigten, dass sich am Südostkraterkomplex der Schlot südöstlich des Sattelkegels vergrößert hat. Vermutlich wurde dies durch Erdrutsche verursacht, die sich höchstwahrscheinlich bereits am 05. Mai ereignet hatten. An diesem Tag kam es zu länger andauernden Ascheemissionen [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 04.05. bis 10.05.2020 ergab gegenüber der Vorwoche keine signifikanten Veränderungen [1].

Zwischen dem 04. und 07. Mai war die Infraschallaktivität der Gipfelkrater niedrig. Ab dem 08. Mai stieg sie deutlich an, was auf die erhöhte explosive Aktivität in der Voragine zurückgeführt werden kann. Auch der Nordostkrater verursachte in diesem Zeitraum zahlreiche Infraschallereignisse. Am Südostkraterkomplex generierten nur die Aktivitätsphasen am 08. und 10. Mai Infraschallereignisse [1].

Im Zeitraum vom 04.05. bis 10.05. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche deutlich zurück. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Auch die Messwerte von Chlorwasserstoff gingen im gleichen Zeitraum zurück. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) schwächten sich zwischen dem 04.05. und 10.05. ab, lagen aber dennoch weiterhin auf mittlerem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der vergangenen Woche zeitweise von verstärktem Rauschen überlagert, das von erhöhtem Tremor verursacht wurde. Ansonsten zeigten sich nur selten kleine Explosionssignale.
Der Tremor schwankte in der letzten Woche weiterhin sehr stark und bewegte sich überwiegend auf mittlerem Niveau, erreichte aber mehrfach für kurze Zeit auch niedriges Niveau. Es ereigneten sich auch mehrmals rasche Anstiege auf hohes Niveau, die aber auch nur kurze Zeit anhielten [2].

Am 08.05. ereignete sich bei Santa Maria di Licodia (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 2.4. Am 09.05. wurde westlich von Bronte (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.6 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 04/05/2020 - 10/05/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


08. Mai 2020

Am Intrakraterkegel der Voragine endete die effusive Aktivität. Dafür wurde verstärkt Asche freigesetzt und die Explosionen intensivierten sich. Am Südostkraterkomplex kam es heute zu einer Phase erhöhter Aktivität. Der Tremor unterlag großen Schwankungen während die seismische Aktivität sehr gering war.

In der letzten Woche dauerte die strombolianische Aktivität in der Voragine an. Zwar waren meist nur gelegentlich Explosionen über die Webcams zu sehen, jedoch waren einige davon relativ kräftig und schleuderten glühendes Material mehrere hundert Meter hoch und bis auf die Flanken des Zentralkraterkegels. Am Tage zeigten sich einige kleine Aschepilze. Wie aus sozialen Medien zu vernehmen war konnten die kräftigen Explosionen an der ganzen Ostflanke des Bergs bis hinunter nach Acireale gehört werden. Am 07. Mai nahmen die Aschefreisetzungen zu und waren auch kräftiger. Heute kam es alle paar Minuten zur Freisetzung von pilzförmigen Aschewolken. Diese schossen mindestens tausend Meter empor und wurden dann langsam vom Wind nach Süden getragen.
Auch über dem Südostkraterkomplex war in der letzten Woche im Bereich des Sattelkegels weiterhin pulsierender Glutschein erkennbar. Er trat über dem seit Wochen aktiven Schlot südöstlich des Sattelkegels auf. Häufig zeigte sich dort auch eine kleine, aber meist intensive thermische Anomalie. Vermutlich kam es zu überwiegend tiefsitzenden strombolianischen Explosionen, die heißes Gas und nur selten glühendes Material auswarfen. Am Tage waren dort einzelne Ascheemissionen, sowie anhaltende Gasemission erkennbar. Heute kam es an dem Schlot nach 14:00 Uhr zu einer Steigerung der Aktivität. Dies zeigte sich zunächst vor allem auf der Montagnola-Wärmebildkamera des INGV, wo eine kleine pulsierende thermische Anomalie über dem Schlot erkennbar war, was vermutlich auf strombolianische Explosionen schließen lässt. Gleichzeitig nahmen die Gasemissionen aus dem Schlot zu. Gegen 16:45 Uhr begann dann anhaltende Freisetzung von bräunlicher Asche. Die Ascheemissionen ließen nach 18:30 Uhr wieder nach. Auch die thermische Anomalie schwächte sich wieder ab.
An Bocca Nuova und Nordostkrater konnte ich in der letzten Woche lediglich geringe und ruhige Gasemission beobachten.

Dieses Webcam-Foto von heute Nachmittag zeigt die Phase erhöhter Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Nach vermutlich strombolianischer Aktivität kommt es zu anhaltender Emission von bräunlicher Asche, wobei sich eine hohe Säule aus Asche und Gas formt:
Aschesäule über dem Südostkraterkomplex
Foto vom 08.05.2020, 17:03 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Wie das INGV berichtet wurde bei einem Besuch der Voragine am 30. April beobachtet, dass die effusive Aktivität an der Südflanke des Intrakraterkegels zu Ende gegangen war. Vermutlich hatte die Lavaförderung bereits einige Tage zuvor aufgehört. Das gesamte Lavafeld war bereits am Abkühlen. Wie weiter berichtet wird dauerte die explosive Aktivität jedoch weiterhin an. Die Explosionen am großen Intrakraterkegel ereigneten sich mit variabler Frequenz und waren von dunkelgrauen Ascheemissionen begleitet. Das freigesetzte grobe Material wurde mehrere hundert Meter hoch ausgeworfen. Auch an dem kleineren Intrakraterkegel, der sich am 09. März 2020 gebildet hatte, kam es zu explosiver Aktivität. Dabei wurde gelegentlich rötliche Asche emittiert. Während der Nacht vom 03. auf den 04. Mai war die explosive Aktivität am Intrakraterkegel deutlich erhöht und glühendes pyroklastisches Material ging auf dem Rand der Voragine, sowie auf die Südflanke der Bocca Nuova nieder.
Wie weiter berichtet wird hat sich die Depression in der Bocca Nuova seit dem Besuch vom 18. April vergrößert [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 27.04. bis 03.05.2020 ergab gegenüber der Vorwoche keine signifikanten Veränderungen [1].

In der Woche vom 27.04. bis 03.05. ging die Infraschallaktivität der Gipfelkrater insgesamt zurück, wobei die Messungen durch starken Wind gestört wurden. Quelle der Aktivität war zunächst der Südostkraterkomplex und im weiteren Verlauf der Woche Voragine/Bocca Nuova und Nordostkrater [1].

Im Zeitraum vom 27.04. bis 03.05. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche deutlich an. Die Messwerte lagen stets oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten erreichten bis zu 15.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Auch Messwerte von Chlorwasserstoff waren im gleichen Zeitraum höher als bei der letzten Messung und bewegten sich auf hohem Niveau. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) stiegen zwischen dem 27.04. und 03.05. zunächst weiter an, begannen dann aber mit Anfang des Monats wieder zu fallen. Die jüngste Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 28. April durchgeführt wurde ergab einen etwas niedrigeren Messwert, als bei der letzten Untersuchung vom Februar. Der Messwert liegt auf mittlerem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche von leichtem und anhaltendem Rauschen überlagert. Nur selten zeigten sich etwas stärkere langperiodische Signale bzw. Explosionssignale. Heute Nachmittag kam es zu einer Phase von verstärktem Rauschen. Der Tremor schwankte in der letzten Woche zwischen mittlerem und hohem Niveau. Heute sprang er mehrfach zwischen mittlerem, niedrigem und hohem Niveau hin und her, was relativ ungewöhnlich ist [2].
Die Quelle des Tremors befand sich im Zeitraum zwischen dem 27.04. und 03.05. unter dem Südostkraterkomplex auf einer Höhe von 2800 - 3000 m [1].

In der vergangenen Woche gab es am Ätna keine nennenswerte seismische Aktivität [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 27/04/2020 - 03/05/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


01. Mai 2020

Während der vergangenen Woche kam es am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes lediglich zu tiefsitzenden strombolianischen Explosionen. An der Voragine ging die eruptive Aktivität auf reduziertem Niveau weiter. Der Tremor schwankte auf hohem Niveau.

In der letzten Woche war am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes mittels lichtstarker Webcams nahezu anhaltend Glutschein erkennbar. Gelegentlich zeigten sich auch leichte thermische Anomalien. Auswurf von heißem Material konnte ich allerdings nur selten beobachten. Vermutlich kam es überwiegend zur Emission von heißem Gas bzw. zu tiefsitzenden strombolianischen Explosionen. Am Tage produzierte der aktive Schlot, der sich knapp südöstlich des Sattelkegels befindet, anhaltend und pulsartig verstärkt Gas bzw. weißen Dampf. Am 30. April waren einzelne Emissionen von bräunlicher Asche erkennbar. Heute traten sie häufiger auf.
Über der Voragine war ebenfalls wieder oft Glutschein zu sehen. Nur selten gab es dabei aber kräftige Explosionen, die glühendes Material mindestens 200 m über den Kraterrand der Voragine schleuderten. Am Tage zeigten sich gelegentlich kleine dunkle Aschepilze über dem Gipfelkrater. An der Bocca Nuova war kaum Gasemission erkennbar. Der Nordostkrater verbarg sich in der letzten Woche häufig hinter Wolken. Während den wolkenfreien Momenten konnte ich lediglich anhaltende Gasemission beobachten.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 20.04. bis 26.04.2020 zeigte gegenüber der Vorwoche keine signifikanten Veränderungen bei der Deformation des Bodens [1].

Starker Wind verhinderte vom 20. bis 22. April zunächst die Messung der Infraschallaktivität der Gipfelkrater. An den nachfolgenden Tagen zeigten sich dann relativ hohe Werte, die an die Höchstwerte der letzten Monate heran reichten. Quelle der Aktivität war hauptsächlich der Südostkrater und nur in geringem Maße Voragine bzw. Nordostkrater [1].

Im Zeitraum vom 20.04. bis 26.04. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche leicht an. Die Messwerte lagen oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten erreichten bis zu 9.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messung von Chlorwasserstoff konnte nicht durchgeführt werden. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) hielten sich auf hohem mittlerem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche zeitweise von Rauschen überlagert, das von erhöhtem Tremor verursacht wurde. Ansonsten zeigten sich meist mehrmals pro Stunde teilweise kräftige langperiodische Signale.
Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf hohem Niveau. Am Morgen des 30. April intensivierte er sich für kurze Zeit, fiel dann aber wieder rasch ab um anschließend neu zu steigen [2].
Die Quelle des Tremors lag im Zeitraum zwischen dem 20. und 26. April weiterhin unter dem Südostkrater auf einer Höhe zwischen 2600 und 3000 m [1].

Am 26.04. kam es östlich bzw. nördlich von Randazzo (Nordflanke) zu zwei Erdbeben, die Magnituden von 1.5 bzw. 1.8 erreichten. Am 28.04. wurde nördlich von Adrano (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 1.9 verzeichnet. Am 30.04. wurde südwestlich des Monte Frumento Supino (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen [3].


  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 20/04/2020 - 26/04/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


24. April 2020

In der vergangenen Woche kam es am Südostkraterkomplex zu einer kurzen eruptiven Episode. Dabei wurde heißes pyroklastisches Material ausgeworfen und es bildete sich eine kilometerhohe Eruptionssäule. Unterdessen dauerte die Aktivität an der Voragine auf reduziertem Niveau weiterhin an.

In der Nacht auf den 18. April waren über der Voragine weiterhin strombolianische Explosionen erkennbar. Am Südostkraterkomplex zeigte sich im Bereich des Sattelkegels leichter und anhaltender Glutschein. Am Tage war dort lediglich schwache Gasemission erkennbar. Auch während der Nacht auf den 19. April war im Sattelkegel-Bereich nur leichter Glutschein zu sehen. Am 19. April verstärkte sich gegen 08:00 Uhr die bisher bestehende leichte thermische Anomalie im Gebiet südöstlich des Sattelkegels und gleichzeitig nahm die Gasemission zu. Ab 08:30 Uhr zeigte sich dort dann eine kleine, aber intensive und pulsierende thermische Anomalie. Gegen 09:00 Uhr begann sich dann auch immer mehr dunkle Asche unter das austretende Gas zu mischen und die thermische Anomalie vergrößerte sich immer weiter und wurde anhaltend, was auf die Entwicklung einer Lavafontäne hindeutete. Heißes pyroklastisches Material regnete nun auf das Gebiet rund um den aktiven Schlot herab. Ausgeschleuderte Lavabomben sorgten beim Einschlag auf den Kegel des neuen Südostkraters für die Bildung kleiner Staubwolken. Über dem Südostkraterkomplex entwickelte sich eine ca. 1000 m hohe Eruptionssäule aus Gas, Dampf und dunkler Asche, die vom Wind in östliche Richtung gebogen wurde. Gegen 10:00 Uhr schwächte sich die eruptive Aktivität dann vorübergehend ab und es wurde überwiegend weißer Dampf ausgestoßen. Gegen 10:50 Uhr nahm sie dann aber wieder zu und es kam zu kräftiger und pulsartig verstärkter Emission von dunkler Asche. Erneut ging heißes pyroklastisches Material auf den Kegel des Neuen Südostkraters nieder und es entwickelte sich eine kilometerhohe dunkle Eruptionssäule. Die Asche wurde nun vom Wind in nördliche Richtung verfrachtet. Ab ca. 12:00 Uhr schwächte sich die Aktivität dann rasch ab und anschließend wurde nur noch etwas weißer Dampf emittiert. Während auch am Abend kaum noch Glutschein über dem Südostkraterkomplex erkennbar war kam es in der Voragine wieder zu kräftigen strombolianischen Explosionen.
Am 20. April behinderte schlechtes Wetter zeitweise die Beobachtung des Gipfelbereichs mittels Webcams. Am Südostkraterkomplex konnte ich am Morgen nur die Freisetzung von Dampf bzw. Gas aus dem Schlot am Sattelkegel erkennen. Nach Sonnenuntergang zeigte sich wieder Glutschein über der Voragine. Dieser wurde aber oft nur von den Wolken reflektiert und war nicht genau zu erkennen. Offenbar schien sich die Quelle des Glutscheins aber weiter westlich in Richtung Bocca Nuova verlagert zu haben.
Das schlechte Wetter hielt sich vom 21. bis 24. April und eine Beobachtung der Gipfelregion mittels Webcams war nur für wenige Stunden möglich. In der Nacht auf den 24. April waren zwischen den Wolken teilweise kräftige strombolianische Explosionen über der Voragine erkennbar. Am Südostkraterkomplex kam es im Gebiet des Sattelschlots, der am 19. April aktiv war, zu leichtem Glutschein. Dort wurde dann am Tage wieder kräftig Gas bzw. Dampf emittiert.

Dieses Webcam-Foto vom Vormittag des 19. April zeigt die Eruptionssäule über dem Südostkraterkomplex, die sich während der kurzen eruptiven Episode bildete. Die dunkle Asche steigt mehrere Kilometer hoch auf bevor sie vom Wind in nördliche Richtung getragen wird:
Eruptionssäule über dem Südostkraterkomplex
Foto vom 19.04.2020, 11:15 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Das INGV bestätigte, dass sich während der eruptiven Episode am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes eine kleine Lavafontäne bildete. Die Aschesäule stieg laut INGV bis zu fünf Kilometer empor und leichter Ascheregen ging im Valle del Bove nieder. Auch aus Zafferana Etnea und Linguaglossa wurde von leichtem Ascheregen berichtet. Bei einer Inspektion durch Personal des INGV am Nachmittag des 19. April wurden frische Bomben der Aktivität auf 3070 m Höhe, an der Basis des Kegels und ca. 100 m von ihm entfernt gefunden. Ein ca. 50 m breiter Streifen war mit Schlacke überzogen und drei bis vier kleine reomorphische Lavaströme waren ebenfalls erkennbar [1].

Bei einem Besuch der Voragine durch Mitarbeiter des INGV am 17. und 18. April wurde am Hauptkegel des Intrakraterkegels zwar noch strombolianische Aktivität beobachtet, allerdings war sie deutlich schwächer als an den Vortagen. Am 18. April kam es dagegen an dem kleineren und südöstlich vom Hauptkegel gelegenen Seitenkrater zu anhaltenden strombolianischen Explosionen. Auch die effusive Aktivität am Intrakraterkegel war gegenüber früher deutlich reduziert; die Länge des aktiven Lavastroms betrug nur noch ca. 30 m. Des Weiteren konnte beobachtet werden, dass sich eine im zentralen Bereich der Bocca Nuova befindliche Depression etwas vergrößert hat.
Bei einem weiteren Besuch am 19. April konnte lautes Donnern aus dem Nordostkrater vernommen werden. Verursacher war vermutlich der neue Schlot auf dem Kraterboden, der am 10. April entdeckt wurde [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 13.04. bis 19.04.2020 zeigte gegenüber der Vorwoche weiterhin keine signifikanten Veränderungen bei der Deformation des Bodens. Bei den klinometrischen Daten kam es dagegen während der eruptiven Aktivität des Neuen Südostkraters am 19. April zu einer kleinen Veränderung. Diese machte sich vor allem im Gipfelbereich bemerkbar, so z.B. an den Stationen Pizzi Deneri und Cratere del Piano. Die Veränderung begann um ca. 07:50 Uhr, zeitgleich mit dem Einsetzen eruptiver Aktivität. Um 09:22 Uhr, während der Verstärkung der Aktivität, kehrte sich der Trend dann um. Die Veränderungen betrugen an der Station Cratere del Piano 0.1 Mikroradiant und am Pizzi Dineri 0.02 Mikroradiant [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater hatte in der Woche vom 13. bis 19. April zwei Höhepunkte. Der erste ereignete sich am 13. April und der zweite am 19. April. Quelle der Aktivität war in erster Line der Neue Südostkrater und nur untergeordnet Voragine und Nordostkrater [1].

Im Zeitraum vom 13.04. bis 19.04. lagen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater deutlich höher als in der Vorwoche. Die Messwerte lagen dennoch unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff lagen höher als bei der letzten Messung. Bei den Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) kam es ab dem 12. April zu einem kräftigen Anstieg. Die Werte erreichten hohes mittleres Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der vergangenen Woche zeitweise eine Häufung von kräftigen langperiodischen Signalen. Sie traten mehrfach pro Stunden auf. Es gab aber auch Phasen von erhöhtem Tremor, was zu kräftigem Rauschen führte und alle anderen Signale überlagerte.
Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche weiterhin recht stark. Am 18. April bewegte er sich zunächst noch auf niedrigem Niveau, stieg dann aber rapide und kräftig an und erreichte am Morgen des. 19. April hohes Niveau. Dies ging mit der eruptiven Episode des Südostkraters einher. Danach fiel er wieder auf mittlers Niveau und stieg unter Schwankungen bis zum 21. April erneut auf hohes Niveau an, wo er sich zunächst stabilisierte. Am 23. April kam es zu einem raschen Anstieg, der aber nur von kurzer Dauer war. Danach ging der Tremor wieder etwas zurück, schwankte aber weiter auf hohem Niveau [2].
Die Quelle des Tremors wurde auf einem Niveau von 2500 - 3000 m über dem Meeresspiegel im Gebiet unterhalb des Südostkraterkomplexes lokalisiert [1].

Am 18.04. kam es bei San Giovanni Bosco (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 22.04. wurde am Monte Centenari (Ostflanke) ein Beben der Stärke 2.1 registriert. Am 23.04. wurde nordwestlich von Pietrafucile (Ost-/Nordostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 13/04/2020 - 19/04/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


17. April 2020

Auch in der vergangenen Woche kam es am Intrakraterkegel der Voragine zu strombolianischer und effusiver Aktivität. Unterdessen wurde am Südostkraterkomplex anhaltend und kräftig Gas emittiert. Der Tremor unterlag großen Schwankungen und die seismische Aktivität hat leicht zugenommen.

In der letzten Woche zeigten sich in den Nächten weiterhin strombolianische Explosionen über der Voragine. Ihre Intensität war jedoch zwischenzeitlich nicht so hoch. Lediglich am 11. und 12. April konnte ich beobachten, wie das glühende pyroklastische Material mindestens 100 m hoch geschleudert wurde. Auch in der vergangenen Nacht kam es zu einigen kräftigen Explosionen. Am Tage waren manchmal kleine dunkle Aschepilze über dem Intrakraterkegel der Voragine zu sehen.
Am Südostkraterkomplex hat sich der Glutschein im Bereich des Schlots südöstlich des Sattelkegels in der letzten Woche noch etwas intensiviert. Hier kam es auch weiterhin zu anhaltender und kräftiger Gasemission. Während dort zunächst kaum thermische Anomalien zu erkennen waren kam es am 16. April zu einer leichten Verstärkung der Anomalien. Am Nordostkrater konnte ich in der letzten Woche lediglich leichte Gasfreisetzung beobachten. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Bocca Nuova.

Wie das INGV berichtet konnte bei einem Besuch der Gipfelkrater am 10. April weiterhin strombolianische Aktivität am Intrakraterkegel der Voragine beobachtet werden. Sie erfolgte aus drei Schloten. Aus dem Hauptkegel des Intrakraterkegels wurde aus einer Öffnung an seiner Südflanke auch nach wie vor ein Lavastrom gefördert. Durch heftige Explosionen am Gipfelschlot des Hauptkegels vergrößerte sich der Schlot zwischen dem 09. und 10. April. Während des Besuchs konnte Rumoren aus dem Nordostkrater vernommen werden. Es wurde von einem neuen Schlot auf dem Kraterboden verursacht, der Gas unter Druck freisetzte. Emission von pyroklastischem Material konnte dabei jedoch nicht beobachtet werden. Am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes kam es zu intensiver Gasemission aus zwei Schloten. Dabei wurde auch etwas Asche emittiert.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 06.04. bis 12.04.2020 zeigte gegenüber der Vorwoche weiterhin keine signifikanten Veränderungen bei der Deformation des Bodens [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater war in der Woche vom 06. bis 12. April zunächst niedrig, stieg jedoch zwischen dem 10. und dem 12. April auf ca. 50 Ereignisse pro Tag an. Die Quelle der Aktivität waren Südostkrater, Nordostkrater und Voragine [1].

Im Zeitraum vom 06.04. bis 12.04. lagen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater deutlich niedriger als in der Vorwoche. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag.
Die Messwerte für Chlorwasserstoff konnten nicht ermittelt werden. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) hielten sich im Zeitraum zwischen dem 06.04. und 12.04. weiterhin auf mittlerem Niveau [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren am 11. April zunächst noch wiederholt kräftige langperiodische Signale zu sehen. Am 12. April wurden sie schwächer, dafür verstärkte sich das anhaltende, durch Tremor verursachte Rauschen deutlich. Am 13. April waren nach Rückgang des Tremors häufig schwache langperiodische Signale erkennbar. Diese verstärkten sich ab dem 14. April wieder, aber gleichzeitig nahm auch das anhaltende Rauschen wieder zu.
Der Tremor schwankte in der letzten Woche relativ kräftig zwischen mittlerem und hohem Niveau. Am 12.04. fiel er sogar vorübergehend auf niedriges Niveau. Am 13. und 16.04. dagegen stieg er rasch auf hohes Niveau [2].
Die Quelle des Tremors lag in der Woche vom 06. April bis 12. April auf einem Niveau von ca. 2000 - 2500 m über dem Meeresspiegel und befand sich weiterhin südöstlich des Südostkraterkomplexes [1].

Am 12.04. wurde am Monte Centenari (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 13.04. ereigneten sich im Raum Paternò - Santa Maria di Licodia (Südwestflanke) zwei Erdbeben die Magnituden von 2.2 bzw. 2.3 hatten. Am 16.04. kam es am Monte Frumento Supino (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 16.04. wurde am Monte Intraleo (Westflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.7 verzeichnet [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 06/04/2020 - 12/04/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


10. April 2020

In der vergangenen Woche setzte sich die strombolianische Aktivität in der Voragine auf reduziertem Niveau fort. Unterdessen nahmen die Gasemissionen am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes zu und auch der Tremor zeigte zuletzt eine Südostverlagerung. Die seismische Aktivität ging zurück.

In der letzten Woche waren über die lichstarken Webcams nach wie vor strombolianische Explosionen über der Voragine zu sehen. Ihre Intensität war weiterhin etwas reduziert, jedoch wurde glühendes Material wiederholt mindestens 100 m höher als der Kraterrand der Voragine geschleudert. Am Tage waren dort einzelne leichte Ascheemissionen zu sehen. In sozialen Medien tauchten auch Fotos von schönen Gasringen auf, die vermutlich durch die strombolianischen Explosionen generiert wurden. Der Intrakraterkegel in der Voragine wächst durch die anhaltende Aktivität immer weiter. Mittlerweile wurde auch berichtet, dass man den Intrakraterkegel inzwischen von Linguaglossa (Nordflanke) aus sehen kann. Er ist somit auf bestem Wege der höchste Punkt des Ätna zu werden!
Im Moment ist unklar, ob sich auch die effusive Aktivität an dem Schlackenkegel fortsetzt. Analysen von Satellitendaten zeigten in den letzten Tagen eine Reduktion der Wärmestrahlung im Gipfelbereich, was auf einen Rückgang der Aktivität schließen lässt. Am Neuen Südostkrater wurde während der vergangenen Woche anhaltend, kräftig und pulsartig verstärkt Gas bzw. weißer Dampf aus dem südöstlichen Schlot des Sattelkegels emittiert. In der Nacht war dort auch leichter Glutschein erkennbar. Nennenswerte thermische Anomalien konnte ich aber nicht beobachten. An Nordostkrater und Bocca Nuova konnte ich lediglich ruhige Gasemission erkennen.

Pulsartige Gasemission aus dem Schlot südöstlich des Sattelkegels des Südostkraterkomplexes am heutigen Abend:
Pulsartige Gasemission aus dem Südostkraterkomplex
Foto vom 10.04.2020, 18:09 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 30.03. bis 05.04.2020 zeigte gegenüber der Vorwoche weiterhin keine signifikanten Veränderungen bei der Deformation des Bodens [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater ging zwischen dem 30.03. und 05.04.2020 gegenüber der Vorwoche etwas zurück. Quelle der Aktivität waren in erster Linie Nordostkrater und Südostkraterkomplex und nur untergeordnet die Voragine [1].

Im Zeitraum vom 30.03. bis 05.04. lagen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater niedriger als in der Vorwoche. Einige Messwerte bewegten sich oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten lagen bei bis zu 10.000 Tonnen SO2 pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff konnten nicht ermittelt werden. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) hielten sich im Zeitraum zwischen dem 30.03. und 05.04. nach wie vor auf mittlerem Niveau [1].

In der vergangenen Woche zeigten die Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zunächst nur einzelne langperiodische Signale. Ab dem 07. April traten sie dann wieder etwas häufiger (ca. 3-4 pro Stunde) auf und waren auch stärker. Der Tremor schwankte in der letzten Woche zwischen mittlerem und hohem Niveau [2]. Interessant war in den letzten Wochen zu beobachten, dass sich die Quelle des Tremors allmählich von dem Zentralkrater zum Südostkrater und dann noch etwas weiter nach Südosten, also in Richtung Valle del Bove verlagert hat. Die Tiefe der Tremorquellen wurde mit 2500 - 2700 m über Meeresspiegel angegeben [1].

Am 06.04. wurden östlich des Monte Zoccolaro (Südostflanke) zwei schwache Beben registriert, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.6 hatte [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 30/03/2020 - 05/04/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


03. April 2020

In der letzten Woche ging die strombolianische Aktivität in der Voragine etwas zurück. Dafür blieb die seismische Aktivität leicht erhöht und konzentrierte sich auf die Südflanke.

Wolken und Neuschnee behinderten in der letzten Woche zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Während den wolkenfreien Nachtstunden war weiterhin Glutschein über der Voragine erkennbar. Die strombolianischen Explosionen waren meist jedoch nicht mehr so stark wie in den Vorwochen. Nur in der Nacht vom 30. auf den 31. März waren sie deutlich stärker als an den übrigen Tagen. Die Explosionen hatten ihren Ursprung offenbar an leicht unterschiedlichen Orten, was dafürspricht, dass die Aktivität weiterhin nicht nur aus dem Hauptschlackenkegel, sondern auch aus dem neuen, kleineren und weiter östlich gelegenen Seitenkegel des Intrakraterkegels erfolgt. Nur selten war noch schwacher Glutschein im Bereich des Sattelkegels des Südostkraterkomplexes erkennbar. Auch thermische Anomalien waren dort im Gegensatz zur Vorwoche kaum noch zu sehen. Am Tag stieg aus dem Gebiet südlich des Sattelkegels anhaltend weißer Dampf auf. Am Nordostkrater zeigte sich anhaltende Gasemission.

Dieses Webcam-Foto, das am Morgen des 31. März entstand, zeigt den Glutschein über der Voragine der von den strombolianischen Explosionen des Intrakraterkegels generiert wird. In dieser Nacht war die Aktivität höher als an den Vortagen. Rechts im Vordergrund der Neue Südostkrater, der sich in dieser Woche relativ ruhig zeigte:
Glutschein über der Voragine
Foto vom 31.03.20, 05:29:06 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 23.03. bis 29.03.2020 zeigte gegenüber der Vorwoche weiterhin keine signifikanten Veränderungen bei der Deformation des Bodens [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater war zwischen dem 23.03. und 29.03.2020 ähnlich der Vorwoche, wenn auch etwas niedriger. Quelle der Aktivität waren überwiegend Nordostkrater, sowie der Südostkraterkomplex und nur untergeordnet die Voragine [1].

Im Zeitraum vom 23.03. bis 29.03. lagen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater höher als in der Vorwoche. Einige Messwerte bewegten sich oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff konnten nicht ermittelt werden. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) hielten sich im Zeitraum zwischen dem 23.03. und 29.03. weiterhin auf mittlerem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche immer wieder teilweise kräftige langperiodische Signale. Diese dauerten meist ca. eine Minute, manchmal aber auch bis zu zwei Minuten lang an und traten ca. 3-5 mal pro Stunde auf. Der Tremor schwankte auf mittlerem Niveau, erreichte jedoch am 30. März vorübergehend gerade so hohes Niveau [2].

Am 29.03. ereignete sich im Raum Monte Parmentelli - Contrada Feliciosa (Südflanke) eine Erdbebenserie. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 2.5. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe zwischen 14 und 16 Km. Am 03.04. wurde am Monte Scorsone (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 23/03/2020 - 29/03/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


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