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Ätna Update (03.01. - 14.02.2020)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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14. Februar 2020

Am Intrakrater der Voragine dauerte in der letzten Woche die strombolianische und effusive Aktivität weiter an. Der Tremor bewegte sich auf mittlerem Niveau und die seismische Aktivität blieb niedrig.

Auch in den Nächten der vergangenen Woche waren fortlaufend strombolianische Explosionen über der Voragine erkennbar. Manchmal waren die Explosionen so stark, dass heißes pyroklastisches Material mehrere hundert Meter höher als der Kraterrand der Voragine geschleudert wurde. Am Tag waren einzelne, häufig pilzförmige Ascheemissionen zu sehen. Videos in sozialen Medien zeigten außerdem die Fortdauer der effusiven Aktivität am Intrakraterkegel der Voragine. Nach wie vor tritt die Lava aus einer Öffnung an der südlichen Flanke des Kegels aus und ergießt sich in Form mehrerer Teilströme in den nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova.
Am Südostkraterkomplex war am Abend des 10. Februar eine kleine thermische Anomalie im südlichen Bereich des Sattelkegels erkennbar. Ihre Größe und Intensität variierte im Verlauf des Abends. Lichtstarke Webcams zeigten dort pulsierenden Glutschein. Vermutlich wurde die Anomalie durch Emission von heißem Gas oder Asche aus dem südlichen Sattelschlot verursacht. Auch in der Nacht auf den 11. Februar und auch noch den ganzen Tag über war die Anomalie über die Wärmebildkameras sichtbar. Am 12. Februar wurde aus dem Gebiet dann immer wieder bräunliche Asche emittiert, wobei die Anomalie nicht mehr vorhanden war. An den Folgetagen zeigte sich dort nur noch Freisetzung von weißem Dampf.
Am Nordostkrater konnte ich in der letzten Woche anhaltende Emission von Gas bzw. Dampf erkennen. Gelegentlich waren diese Freisetzungen auch von geringen Mengen bräunlicher Asche durchsetzt.

Dieses Webcam-Foto vom Morgen des 12. Februar zeigt eine der stärkeren strombolianischen Explosionen über der Voragine. Das glühende pyroklastische Material wird dabei mehrere hundert Meter hoch geschleudert:
Stärkere Strombolianische Explosion über der Voragine
Foto vom 12.02.2020, 06:33 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 03.02. bis 09.02.2020 ergab gegenüber der Vorwoche keine großen Veränderungen [1].

Die Messwerte der Infraschallaktivität der Gipfelkrater zeigten im Zeitraum zwischen dem 03.02.2020 bis 09.02.2020 eine Abschwächung gegenüber der Vorwoche. Quelle der Aktivität waren Nordostkrater und Voragine [1].

Im Zeitraum vom 03.02. bis 09.02.2020 gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche zurück. Die Messwerte lagen trotzdem noch mehrmals oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum schwächten sich auch die Chlorwasserstoffemissionen ab. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) hielten sich zwischen dem 03.02. und 09.02.2020 weiterhin auf mittlerem Niveau [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten sich in der letzten Woche häufig schwache langperiodische Signale. Der Tremor schwankte weiterhin auf mittlerem Niveau [2].

Zwischen dem 09.02. und dem 14.02. kam es im Bereich des Monte Centenari (Ostflanke) zu mehreren leichten Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.0. Am 13.02. kam es westlich des Monte Minardo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 03/02/2020 - 09/02/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


07. Februar 2020

Auch in der letzten Woche setzte sich die strombolianische und effusive Aktivität am Intrakraterkegel der Voragine fort. Der Tremor ist unterdessen zurückgegangen und die seismische Aktivität war niedrig.

In der vergangenen Woche zeigten lichtstarke Webcams in den Nächten weiterhin regelmäßig auftretende strombolianische Explosionen über der Voragine. Manche der Explosionen waren so kräftig, dass glühendes pyroklastisches Material einige hundert Meter höher als der Kraterrand der Voragine geschleudert wurde. Auf verschiedenen Fotos in sozialen Medien war auch eine Fortdauer der effusiven Aktivität am Intrakraterkegel der Voragine zu erkennen. Der Lavastrom aus seiner Südflanke hat inzwischen wieder einen mehr westlichen Kurs eingeschlagen und ergießt sich darum in den nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova. Über die Webcams waren am Tage zunächst nur gelegentliche und schwache Ascheemissionen über der Voragine erkennbar. Am 04. Februar traten sie etwas häufiger auf und waren kräftiger. An diesem Tag wurde auch aus dem Bereich des Sattelschlots am Südostkraterkomplex zeitweise bräunliche Asche emittiert. An Nordostkrater und Bocca Nuova konnte ich dagegen in der letzten Woche nur die üblichen Gasemissionen beobachten.

Am 01. Februar wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung der Beobachtungen:
Am Intrakraterkegel der Voragine kommt es weiterhin zu anhaltender strombolianischer Aktivität. Asche wird dabei nur wenig freigesetzt. Auch die effusive Aktivität dauert immer noch an. Der Lavastrom, der aus der Südflanke des Intrakraterkegels austritt, teilt sich am Fuß des Kegels in mehrere Ströme auf. Diese überlappen sich und haben ein Lavafeld ausgebildet, das den östlichen Schlot (BN-2) der Bocca Nuova komplett aufgefüllt hat. Inzwischen ergießen sich die Teilströme in den nordwestlichen Schlot (BN-1) der Bocca Nuova [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 27.01. bis 02.02.2020 zeigte gegenüber der Vorwoche keine großen Veränderungen [1].

Die Messungen zur Infraschallaktivität der Gipfelkrater ergaben im Zeitraum zwischen dem 27.01.2020 bis 02.02.2020 ähnlich hohe Werte wie in der Vorwoche. Die Messungen waren allerdings durch starken Wind beeinträchtigt. Quelle der Aktivität waren Nordostkrater und Voragine [1].

Im Zeitraum vom 27.01. bis 02.02.2020 nahmen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche deutlich zu. Die Messwerte lagen oft oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum verstärkten sich auch die Chlorwasserstoffemissionen. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) hielten sich zwischen dem 27.01. und 02.02.2020 auf mittlerem Niveau. Die jüngste Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 28. Januar durchgeführt wurde ergab einen etwas höheren Messwert, als bei der letzten Untersuchung [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche regelmäßig Explosionssignale erkennbar. Hinzu kamen häufig auftretende schwache langperiodische Signale, sowie längere Phasen von verstärktem Rauschen. Der Tremor unterlag in der letzten Woche stärkeren Schwankungen, bewegte sich jedoch meist auf mittlerem Niveau, zeigte aber in den letzten Tagen einen insgesamt fallenden Trend [2].

Am 01.02. wurde am Pizzi Deneri (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 registriert. Am 04.02. wurde östlich von Ragalna (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.5 verzeichnet. Am 04.02. kam es nördlich des Monte Denza (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 04.02. wurde östlich vom Pozzillo (Ostküste) ein Beben mit einer Magnitude von 2.1 verzeichnet. Am 07.02. kam es südöstlich von Maletto (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 27/01/2020 - 02/02/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
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31. Januar 2020

Auch in der vergangenen Woche dauerte die strombolianische und effusive Aktivität am Intrakraterkegel der Voragine weiterhin an. Auch im Nordostkrater kam es zeitweise zu strombolianischen Explosionen. Der Tremor blieb erhöht.

In der letzten Woche zeigten die Webcams während den Nachtstunden weiterhin anhaltende strombolianische Explosionen über der Voragine. Häufig wurde das glühende Material deutlich höher als der Kraterrand der Voragine geschleudert. Am Tage zeigten sich dort gelegentlich kleine dunkle Aschewolken. Auf Videos in sozialen Medien war zu erkennen, dass die Förderung eines Lavastroms aus dem Intrakraterkegel der Voragine andauerte. Am Südostkraterkomplex waren nur noch selten geringfügige Ascheemissionen aus dem neuen Schlot (laut INGV entstanden am 11.12.2019) südöstlich des Sattelkegels zu sehen. Dafür wurde dort, genau wie am südlichen Sattelschlot, anhaltend weißer Dampf gefördert. Auch am Nordostkrater konnte ich nur geringfügige Ascheemissionen beobachten.

Wie das INGV berichtet nahm die strombolianische Aktivität am Intrakrater der Voragine zwischen dem 20. Januar und 26. Januar zu, was zu einem weiteren Wachstum des Kegels, insbesondere in seinem nördlichen Abschnitt führte. Unterdessen dauerte auch die Förderung eines Lavastroms aus dem Kegel an. Die Lava floss nach wie vor in südliche Richtung bis in den Krater der Bocca Nuova. Dort füllte sie den östlichen Schlot der Bocca Nuova komplett auf. Am Nordostkrater wurden im Zeitraum vom 20.01. bis 26.01.2020 diskontinuierliche strombolianische Explosionen beobachtet [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 20.01. bis 26.01.2020 zeigte gegenüber der Vorwoche keine großen Veränderungen [1].

Die Messungen zur Infraschallaktivität der Gipfelkrater zeigten im Zeitraum zwischen dem 20.01.2020 bis 26.01.2020 eine Zunahme. Quelle der Aktivität war hauptsächlich der Nordostkrater und in geringerem Maße die Voragine [1].

Im Zeitraum vom 20.01. bis 26.01.2020 blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche nahezu unverändert. Die Messwerte lagen mehrmals oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben auch die Chlorwasserstoffemissionen unverändert. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) hielten sich zwischen dem 20.01. und 26.01.2020 auf mittlerem Niveau [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten sich in der letzten Woche häufig schwache langperiodische Signale. Der Tremor schwankte auf mittlerem Niveau [2].

Zwischen dem 23.01. und dem 26.01. ereigneten sich im Raum Monte Scorsone - Rifugio Citelli (Ostflanke) einige Erdbeben. Die stärkste Erschütterung hatte dabei eine Magnitude von 2.5. Zwischen dem 26.01. und 28.01. gab es im Gebiet des Monte Centenari (Ostflanke) eine Reihe von überwiegend sehr schwachen Beben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.8. Am 28.01. wurde am Monte Palestra (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Vom 28.01. bis 29.01. kam es nördlich von Ragalna (Südflanke) zu mehreren Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.7 hatte [3].

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  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


24. Januar 2020

Am Intrakraterkegel der Voragine setzte sich in der letzten Woche die strombolianische und effusive Aktivität fort. Am Südostkraterkomplex kam es zeitweise zu schwacher strombolianischer Aktivität, verbunden mit Ascheemissionen. Der Tremor zeigte unterdessen keine großen Veränderungen.

Auch in der vergangenen Woche zeigten lichtstarke Webcams anhaltende strombolianische Explosionen über der Voragine. Einige davon waren stark genug, um das glühende pyroklastische Material deutlich höher (über 100 m) als der Kraterrand der Voragine zu schleudern. Auch über der Bocca Nuova zeigte sich immer wieder Glutschein. Dieser wird vermutlich von dem kleinen Lavastrom verursacht, der an der südlichen Flanke des Intrakraterkegels der Voragine austritt und sich in Form von mehreren Zungen in den nordwestlichen Krater der Bocca Nuova als Lavafall ergießt. Ein Video das am 23. Januar von M. Mammino veröffentlicht wurde dokumentiert die aktuelle Aktivität sehr schön. Auch am Sattelkegel des Südostkraters kam es zeitweise zu schwacher explosiver Aktivität, wobei gelegentlich auch geringe Mengen heißen Materials ausgeworfen wurden, wie Bilder der Montagnola-Wärmebildkamera des INGV zeigten. Diese Aktivität nahm im Laufe der Woche etwas zu und ab dem 21. Januar wurde teilweise anhaltend dunkle Asche emittiert. Ausgangspunkt dieser Aktivität ist nach wie vor ein Schlot, der sich knapp südöstlich des Sattelkegels (zwischen altem und neuem Südostkrater) entwickelt hat.
Am Nordostkrater wurde in der letzten Woche gelegentlich bräunliche Asche emittiert. Am 19. Januar waren die Ascheemissionen etwas kräftiger und anhaltend.

Dieses Webcam-Foto von heute Morgen zeigt eine der strombolianischen Explosionen über der Voragine. Das glühende Material wird dabei deutlich höher als der Kraterrand der Voragine empor geschleudert:
Strombolianische Explosion über der Voragine
Foto vom 24.01.2020, 06:33 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 13.01.2020 bis 19.01.2020 zeigten gegenüber der Vorwoche keine großen Veränderungen [1].

Die Messungen zur Infraschallaktivität der Gipfelkrater ergaben im Zeitraum zwischen dem 13.01.2020 und 19.01.2020 eine moderate Aktivität. Zu einem Anstieg kam es am 16. und 17. Januar. An den darauffolgenden Tagen wurden die Messungen durch starken Wind behindert. Quelle der Aktivität waren Nordostkrater und Voragine [1].

Im Zeitraum vom 13.01. bis 19.01.2020 stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche etwas an. Die Messwerte lagen mehrmals oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen auch die Chlorwasserstoffemissionen leicht an, bewegten sich aber dennoch auf weiterhin niedrigem Niveau. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gingen zwischen dem 13.01. und 19.01.2020 gegenüber der Vorwoche erneut etwas zurück [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche häufig schwache langperiodische Signale zu sehen, die teilweise von kontinuierlichem Rauschen überlagert waren. Dies wurde von erhöhtem Tremor verursacht. Der Tremor stieg am 18. Januar etwas an und erreichte gerade so hohes Niveau. An den nachfolgenden Tagen schwankte er zwischen mittlerem und hohem Niveau und ging ab dem 22. Januar wieder leicht zurück [2].

Am 17.01. kam es im Gebiet südöstlich des Monte Arcimis (Südostflanke) bzw. südwestlich von Zafferana (Südostflanke) zu mehreren Erdbeben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 2.0 hatte. Zwischen dem 18.01. und 21.01. ereigneten sich einige sehr schwache Beben im Bereich des Monte Centenari (Ostflanke). Das Stärkste hatte dabei eine Magnitude von 1.8. Am 19.01. wurde am Monte Palestra (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 1.9 registriert. Am 20.01. kam es am Monte Parmentelli (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 23.01. wurde im Bereich der Gipfelkrater ein Beben mit einer Magnitude von 1.7 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 13/01/2020 - 19/01/2020
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17. Januar 2020

In der vergangenen Woche setzte sich sowohl die strombolianische, als auch die effusive Aktivität in der Voragine fort und ein kurzer Lavastrom ergoss sich weiterhin in die Bocca Nuova. Während der Tremor unverändert blieb, hat die seismische Aktivität leicht zugenommen.

Auch in der letzten Woche zeigten lichtstarke Webcams in den Nächten teilweise kräftigen Glutschein über der Voragine und der Bocca Nuova. Dieser wurde durch die anhaltende strombolianische Aktivität am Intrakraterkegel der Voragine verursacht. Außerdem setzte sich die Förderung eines kleinen Lavastroms aus diesem Kegel fort, wie diverse Fotos in sozialen Medien zeigten. Die Lava strömte dem Intrakraterkegel in südliche Richtung hinab und bewegte sich dann weiter bis an den Rand des nordwestlichen Schlots der Bocca Nuova, wo sie in Form von mehreren Teilströmen in die Tiefe des Schlots stürzte. Vermutlich wurde der Glutschein über der Bocca Nuova durch diese Aktivität verursacht. Ob es in der Bocca Nuova auch zu strombolianischen Explosionen kam konnte ich nicht erkennen.
Am Südostkraterkomplex war gelegentlich geringfügige Glut im Gebiet südöstlich des Sattelkegels erkennbar. Manchmal zeigte sich dort auch eine leichte thermische Anomalie. Vermutlich kam es dort zu tiefsitzender strombolianischer Aktivität. Am Nordostkrater konnte ich in der letzten Woche überwiegend pulsartige Gasemission beobachten. Diese war gelegentlich von etwas bräunlicher Asche durchsetzt.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 06.01.2020 bis 12.01.2020 bestätigte die, seit Anfang Dezember verlangsamte Inflation des Vulkangebäudes. Gleichzeit beschleunigte sich die Ostverlagerung der Station GNSS, die sich an der unteren östlichen Flanke des Bergs, in der Nähe der Pernicana-Verwerfung befindet [1].

Die Messungen zur Infraschallaktivität der Gipfelkrater ergaben im Zeitraum zwischen dem 06.01.2020 und dem 12.01.2020 ähnlich niedrige Werte wie in der Vorwoche. Quelle der Aktivität waren Nordostkrater und Voragine [1].

Im Zeitraum vom 06.01.2020 bis 12.01.2020 waren die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater deutlich niedriger als in der Vorwoche. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen auch die Chlorwasserstoffemissionen zurück und bewegten sich auf niedrigem Niveau. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gingen zwischen dem 06.01. und 12.01.2020 gegenüber der Vorwoche etwas zurück. Die jüngste Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 07. Januar durchgeführt wurde ergab einen ähnlichen Messwert, wie bei der letzten Untersuchung [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche häufig schwache langperiodische Signale. Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf mittlerem Niveau [2].

Am 11.01. kam es nördlich vom Piano Pernicana (Nordostflanke) zu einem Erdbeben der Stärke 2.1. Zwischen dem 11. und 15. Januar ereignete sich eine Serie schwacher Beben im Bereich Monte Fontane - Monte Scorsone (Ostflanke). Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 1.9. Die Beben ereigneten sich in 4 - 6 Km Tiefe. Zwischen dem 11.01. und 15.01. kam es am Monte Centenari (Ostflanke) zu einigen schwachen Beben. Das Stärkste hatte dabei eine Magnitude von 1.9. Am 15.01. wurde nördlich von Santa Maria la Stella (Ostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.5 gemessen. Am 15.01. kam es westlich von Tarderia (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 16.01. ereigneten sich südwestlich von Bronte (Nordwestflanke) zwei Beben die Stärken von 2.5 bzw. 1.8 erreichten. Am 16.01. wurden östlich des Monte Zoccolaro (Südostflanke) zwei Erdbeben verzeichnet, die Magnituden von 1.5 bzw. 1.9 aufwiesen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 06/01/2020 - 12/01/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
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10. Januar 2020

Auch im neuen Jahr dauert die strombolianische Aktivität an den Gipfelkratern des Ätna an. Aus dem Intrakraterkegel der Voragine tritt ein Lavastrom aus und an Bocca Nuova und Südostkraterkomplex kommt es zu strombolianische Explosionen.

In der vergangenen Woche war in den Nächten mit Hilfe der lichtstarken Montagnola-Webcam des INGV häufig Glutschein über der Voragine sichtbar. Gelegentlich war auch zu sehen, wie grobes glühendes Material deutlich höher als der Kraterrand der Voragine ausgeworfen wurde. In verschiedenen sozialen Medien wurden unterdessen Fotos und Videos veröffentlicht, die einen kleinen Lavastrom an der Basis des Intrakraters der Voragine zeigen. Der kurze Strom tritt offenbar seit dem 09. Januar aus dem Kegel aus und bewegt sich in südliche Richtung. Dann teilt er sich in zwei Arme auf, die im nordwestlichen Krater der Bocca Nuova verschwinden. Diese Aktivität wird von strombolianischen Explosionen und Ascheemissionen aus zwei Schloten des Intrakraterkegels begleitet.
In den Abendstunden des 07. Januar war auch zeitweise Glutschein über dem nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova erkennbar. Bereits am Tage zeigte sich dort wiederholt Emissionen von bräunlicher Asche. Offenbar kommt es hier auch wieder zu strombolianischer Aktivität. Am 08. Januar war auch über dem Südostkraterkomplex mehrfach Freisetzung von Asche erkennbar. Die kleinen bräunlichen Wolken wurden aus dem Gebiet östlich des Sattelkegels emittiert, wo sich bereits im Dezember für kurze Zeit strombolianische Explosionen zeigten. Auch am 09. Januar waren dort weitere Ascheemissionen zu sehen. Nach Sonnenuntergang waren schwache strombolianische Explosionen erkennbar. Heute waren die Ascheemissionen an dem Schlot deutlich stärker und pulsartig.

Heute waren die Aschefreisetzungen aus dem Südostkraterkomplex kräftiger als in den letzten Tagen, wie dieses Webcam-Foto zeigt. Die Asche wird aus einem Schlot freigesetzt, der sich ein wenig südöstlich des Sattelkegels befindet. Im Hintergrund sind weitere Aschewolken erkennbar. Diese werden vom Intrakraterkegel der Voragine verursacht, der neben strombolianischen Explosionen auch noch einen Lavastrom fördert:
Ascheemissionen am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes
Foto vom 10.01.2020, 08:39 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 30.12.2019 bis 05.01.2020 zeigte keine signifikanten Veränderungen gegenüber der Vorwoche [1].

Die Messungen zur Infraschallaktivität der Gipfelkrater ergaben im Zeitraum zwischen dem 30.12.2019 und 05.01.2020 weiterhin niedrige Werte. Als Quelle der Aktivität wurde der Nordostkrater bestimmt [1].

Im Zeitraum vom 30.12.2019 bis 05.01.2020 waren die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater niedriger als in der Vorwoche. Die Messwerte lagen unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum bewegten sich die Chlorwasserstoffemissionen auf niedrigem Niveau. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) stiegen zwischen dem 30.12. und 05.01.2020 gegenüber der Vorwoche etwas an [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche häufig langperiodische Signale. Einige davon waren etwas kräftiger. Ab dem 08. Januar mischten sich auch einige Explosionssignale darunter.
Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau und stieg in den letzten Tagen leicht an [2].

Am 06.01. ereigneten sich nordöstlich von Ragalna (Südflanke) mehrere Erdbeben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 2.8 hatte [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 30/12/2019 - 05/01/2020
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03. Januar 2020

Nach dem die strombolianische Aktivität der Voragine am Anfang der vergangenen Woche relativ schwach war, zog sie über den Jahreswechsel wieder deutlich an. Auch am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes gab es wieder schwache Aktivität. Der Tremor blieb unverändert und die Seismik war niedrig.

In der letzten Woche konnte ich zunächst mittels der lichtstarken La Montagnola - Webcam des INGV nur sehr selten recht schwachen Glutschein über der Voragine erkennen. Am Abend des 31. Dezember waren dann mit zunehmender Dunkelheit wieder stärkere Explosionen erkennbar. Am frühen Morgen des 01. Januars war dann auch wiederholt Glutschein im Gebiet östlich des Sattelkegels des Südostkraterkomplexes erkennbar; dieser Schlot war bereits im Dezember für wenige Tage strombolianisch aktiv. Am Tage des 01. Januars waren dort mehrfach Emissionen von dünnen bräunlichen Aschewolken zu sehen. Während der Nacht auf den 02. Januar konnte ich dann aber kaum Glutschein beobachten. Und am Tage wurde erneut zeitweise etwas Asche emittiert. Unterdessen nahm die explosive Aktivität in der Voragine noch etwas zu, wobei manchmal glühendes Material höher als der Kraterrand der Voragine geschleudert wurde. Auch in der vergangenen Nacht zeigten sich wiederholt strombolianische Explosionen. Am Nordostkrater zeigte sich in der letzten Woche anhaltende Gasemission. Nur selten mischte sich etwas bräunliche Asche darunter. An der Bocca Nuova konnte ich lediglich anhaltende Gasemission erkennen.

Dieses Webcam-Foto vom späten Abend des 01. Januar zeigt eine der kräftigen strombolianischen Explosionen in der Voragine. Das glühende Material wird dabei deutlich höher als der Kraterrand der Voragine ausgeworfen:
Kräftige strombolianische Explosion in der Voragine
Foto vom 01.01.2020, 23:09 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 23.12. bis 29.12. zeigte keine signifikanten Veränderungen gegenüber der Vorwoche [1].

Die Messungen zur Infraschallaktivität der Gipfelkrater ergaben im Zeitraum zwischen dem 23.12. und 29.12.2019 erneut niedrige Werte; die Messungen wurden allerdings von starkem Wind behindert. Als Quelle der Aktivität konnte der Nordostkrater ausgemacht werden [1].

Im Zeitraum vom 23.12. bis 29.12.2019 bewegten sich die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater auf mittlerem Niveau und waren vergleichbar mit denen der Vorwoche. Die Messwerte lagen meist oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum lagen die Chlorwasserstoffemissionen auf unterem mittlerem Niveau. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) waren zwischen dem 23.12. und 29.12.2019 gegenüber der Vorwoche unverändert [1].

In der letzten Woche waren die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zunächst von sporadisch auftretenden, schwachen langperiodischen Signalen gekennzeichnet. Seit dem 31. Dezember treten diese etwas häufiger auf. Außerdem sind einzelne kleine Explosionssignale erkennbar.
Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau [2].

Am 22.12.2019 wurde im Bereich der Gipfelkrater ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 02.01. kam es südwestlich von Moio Alcantara (Nordflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 23/12/2019 - 29/12/2019
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


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