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Ätna Update (05.07. - 12.07.2019)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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12. Juli 2019

In der vergangenen Woche kam es am Neuen Südostkrater zu einer sehr kurzen und schwachen eruptiven Episode, die durch strombolianische Aktivität charakterisiert war. Nur während dieser Phase war der Tremor deutlich erhöht. Ansonsten blieb er niedrig und der Berg verhielt sich ruhig.

In der letzten Woche zeigten die Webcams anhaltende Gasemission aus dem nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova. Am Nordostkrater wurde ebenfalls anhaltend Gas emittiert. Am 11. Juli mischte sich auch etwas Asche unter die Emissionen. Am Neuen Südostkrater kam es am 06. Juli zu einer sehr kurzen eruptiven Episode. Diese machte sich bereits am frühen Morgen zunächst durch die Emission pilzförmiger Gas- und Aschewolken aus dem östlichsten Krater (Puttusiddu) bemerkbar. Gegen 12:00 Uhr zeigten sich dann die ersten kleinen thermischen Anomalien, die durch strombolianische Explosionen erzeugt wurden. Gleichzeitig begann der Tremor rapide zu steigen. Nach 13:00 Uhr wurden die Explosionen deutlich stärker und schleuderten glühendes Material auf die östliche Flanke des Neuen Südostkraters. Gegen 15:00 Uhr hörte die strombolianische Aktivität dann plötzlich auf und der Tremor ging wieder rasch zurück. An den Tagen vor und nach der eruptiven Episode kam es am Neuen Südostkrater lediglich zu anhaltender Gasemission. Weiterhin war die Quelle dieser Emission eine Stelle am südlichen Kraterrand des Neuen Südostkraters.

Dieses Foto der Montagnola-Wärmebildkamera des INGV zeigt eine der strombolianischen Explosionen am östlichsten Krater des Neuen Südostkraters. Das heiße Material wird einige zig Meter hoch geschleudert bevor es auf der östlichen Flanke des Neuen Südostkraters niedergeht:
Thermische Anomalie über dem östlichsten Schlot des Neuen Südostkraters
Foto vom 06.07.19, 13:45 Uhr: Wärmebild-Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 01.07. bis 07.07. zeigten die Fortdauer der leichten Inflation des Bergs. Variationen gab es im östlichen und südöstlichen Sektor des Bergs [1].

Im Zeitraum vom 01.07. bis 07.07. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Messwerte lagen unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater etwas an. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) konnten auf Grund technischer Probleme nicht vollständig ermittelt werden. Die jüngste Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 01. Juli durchgeführt wurde, zeigte im Vergleich zu den Messungen der letzten Monate eine Umkehr des fallenden Trends. Der Messwert bewegte sich jedoch weiterhin auf mittlerem Niveau [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater war im Zeitraum vom 01.07. bis 07.07. vergleichbar mit der Vorwoche. Quelle der Aktivität war die Bocca Nuova. Allerdings kam es während einer Phase erhöhten Tremors, die sich am 06. Juli ereignete, zu einer vorübergehenden Verlagerung zum Neuen Südostkrater [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche nur wenige und kleine langperiodische Signale erkennbar. Allerdings kam es am 06. Juli vorübergehend zu kräftigem Rauschen, was durch erhöhten Tremor verursacht wurde. Der Tremor, der sich in der letzten Woche überwiegend auf niedrigem Niveau bewegte, zeigte am Mittag des 06. Juli einen rapiden Anstieg. Das Maximum wurde am Nachmittag gemessen, als der Tremor hohes Niveau erreichte. Anschließend fiel er wieder rasch ab [2].

Am 05.07. kam es am Monte Palestra (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 05.07. wurde bei Milo (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.8 gemessen. Am gleichen Tag kam es am Monte Scorsone (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 06.07. wurden südöstlich von Ragalna (Südflanke) zwei Beben verzeichnet die eine Magnitude von 1.7 erreichten. Am 07.07. erschütterten mehrere Erdstöße das Gebiet westlich von Randazzo (Nordwestflanke). Hier erreichte das stärkste Beben eine Magnitude von 2.8. Vom 07.07. bis 08.07. erschütterte eine ausgeprägte Erdbebenserie den Raum Adrano - Biancavilla (Südwestflanke). Die stärksten Beben hatten eine Magnitude von 3.8 und 3.2. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von ca. 15 - 25 Km. Am 09.07. kam es westlich von Fiumefreddo di Sicilia zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].


  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 01/07/2019 - 07/07/2019
  2. INGV-Sezione di Catania. 2019. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV Catania. Gruppo Analisi Dati Sismici. 2019. Catalogo dei terremoti della Sicilia Orientale - Calabria Meridionale (1999-2019)


05. Juli 2019

In den letzten Tagen kam es am Nordostkrater immer wieder zu Ascheemissionen. Tremor und seismische Aktivität blieben niedrig.

In der letzten Woche kam es zunächst zu anhaltender Emission von Gas bzw. Dampf aus dem Nordostkrater. Am 03. Juli mischten sich auch immer wieder kleine Aschewolken unter die Emissionen. Teilweise wurden aber auch kräftige blumenkohlförmige Aschewolken ausgestoßen. Fotos der verschiedenen Wärmebildkameras des INGV zeigten jedoch keine nennenswerten thermischen Anomalien, so dass es sich um kaltes und somit älteres Material gehandelt haben dürfte. Am 04. Juli waren die Ascheemissionen dann wieder schwächer und heute konnte ich keine mehr erkennen. An den übrigen Gipfelkratern kam es zu den üblichen Gasemissionen. An der Bocca Nuova wurde das meiste Gas aus dem nordwestlichen Kraterabschnitt freigesetzt. Hier waren die Gaswolken am Anfang der Woche noch mit etwas Asche durchsetzt. Am Südostkraterkomplex wurde aus dem Neuen Südostkrater das meiste Gas emittiert. Die Quelle der Emissionen war nach wie vor eine Stelle am südlichen Kraterrand.

Dieses Webcam-Foto vom 03. Juli zeigt eine der kräftigeren Ascheemissionen aus dem Nordostkrater. Die dunkle Aschewolke steigt mehrere hunderte Meter empor bevor sie vom Wind in westliche Richtung getragen wird:
Emission von dunkler Asche aus dem Nordostkrater
Foto vom 03.07.2019, 12:12 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 24.06. bis 30.06. ergab keine größeren Veränderungen gegenüber den Messwerten der Vorwoche. Die Inflation des Bergs dauerte an [1].

Im Zeitraum vom 24.06. bis 30.06. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche zurück. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) weiterhin etwas an [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater war im Zeitraum vom 24.06. bis 30.06. moderat. Das Maximum wurde am 25. Juni mit 110 Ereignissen erreicht; an den übrigen Tagen waren es 10 bis 60 Ereignisse. Quelle der Aktivität war die Bocca Nuova [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in den vergangenen Tagen nur wenige und kleine langperiodische Signale erkennbar. Der Tremor schwankte in der letzten Woche zwischen niedrigem und mittlerem Niveau, ging insgesamt aber zurück [2].

Am 22.06. wurde bei Viagrande (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert. Am 25.06. kam es nordwestlich von Bronte (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 26.06. wurde nordwestlich von Mangano (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.8 gemessen. Am 01.07. kam es nordöstlich von Ragalna (Südflanke) zu zwei Beben die Magnituden von 2.2 bzw. 1.7 erreichten. Zwischen dem 01.07. und 02.07. wurde im Gebiet des Monte Centenari (Ostflanke) eine kleine Erdbebenserie verzeichnet. Die stärkste Erschütterung hatte dabei eine Magnitude von 2.2. Am 02.07. wurde südöstlich der Grotta del Gelo (Nordflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen [3].


  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 24/06/2019 - 30/06/2019
  2. INGV-Sezione di Catania. 2019. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV Catania. Gruppo Analisi Dati Sismici. 2019. Catalogo dei terremoti della Sicilia Orientale - Calabria Meridionale (1999-2019)


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