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Ätna Update (06.04. - 25.05.2018)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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25. Mai 2018

Auch in den vergangenen zwei Wochen blieb die seismische Aktivität des Ätna etwas erhöht und konzentrierte sich zuletzt auf die Nord- bzw. Ostflanke des Berges. An den Gipfelkratern kam es zu den üblichen Gasemissionen. Nennenswerte Aschefreisetzungen konnte ich in den letzten Tagen dort nicht mehr beobachten.

In den letzten beiden Wochen behinderten Wolken zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Während den wolkenfreien Stunden zeigten sich die gewohnten Gasemissionen. Diese waren am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova nach wie vor am stärksten und meist pulsartig. Am Sattelkegel auf dem Grat zwischem alten und neuen Südostkrater war am 13. Mai eine kleine pilzförmige Aschefreisetzung erkennbar. Ansonsten konnte ich dort keine weiteren Ascheemissionen mehr beobachten. Am Kollapsschlot der Voragine wurde mäßig Gas emittiert und am Nordostkrater war nur wenig Gasfreisetzung erkennbar.

Im Zeitraum vom 07.05. bis 13.05. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben auch die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) auf ähnlichem Niveau wie in der Vorwoche. Die letzte Messkampagne zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 23. April stattfand, zeigte einen weiteren leichten Anstieg von 3He. Sie bestätigte somit einen steigenden Trend der bereits im April 2017 begann [1].
Zwischen dem 14.05. und 20.05. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche an und lagen häufig bei einem Wert von über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten erreichten Werte von bis zu 9.000 Tonnen SO2 pro Tag [2].

Die Infraschall-Detektion durch Instrumente des LGS registrierte in der Zeit vom 18.05. bis 24.05. ein kontinuierliches Infraschallsignal (Schalldruck < 1 Pa) aus Richtung Bocca Nuova/Voragine, sowie ein vergleichbares, jedoch deutlich schwächeres Signal aus Richtung des Südostkraterkomplexes [5].
Für die Vorwoche liegt kein Bericht vor, jedoch zeigten meine Beobachtungen der Online-Daten ein ähnliches Bild wie in der vergangenen Woche.

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in den vergangenen 14 Tagen immer wieder kleine scharfe Signale erkennbar. Sie traten meist in einem Abstand von wenigen Minuten auf und erinnerten an Explosionssignale. In den letzten Tagen wurden diese Signale jedoch seltener und schwächer. Daneben waren auch alle paar Minuten kleinere langperiodische Signale zu sehen. Der Tremor schwankte nach wie vor auf niedrigem Niveau [3].

Am 12.05. kam es am Monte Fontane (Ostflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 3.0. Am 14.05. wurde nordwestlich von Ragalna (Südflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.7 gemessen. Am 17.05. kam es nordöstlich von Randazzo (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. Am 19.05. wurde bei Contrada Feliciosa (Südwestflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.3 gemessen. Am 24.05. kam es an der oberen Nordflanke des Ätna, im Gebiet Punta Lucia - Grotta del Gelo - nördliche Zentralkraterregion zu mehreren Erdbeben. Die stärksten Erschütterungen erreichten dabei Magnituden von 3.0 und 2.2. Die Beben ereigneten sich in ca. 21 Km Tiefe. Am 24.05. wurde bei Giarre (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 registriert. Am 25.05. kam es im Raum Monte Fontane - Monte Scorsone zu einer kleinen Erdbebenserie. Hierbei wurden Magnituden von bis zu 2.7 verzeichnet. Die Beben ereigneten sich in 12 - 20 Km Tiefe [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 07/05/2018 - 13/05/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 14/05/2018 - 20/05/2018
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  4. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)
  5. Laboratorio Geofisica Sperimentale. 2018. Bollettino settimanale dell´attività del vulcano Etna (18 - 24 Maggio 2018)


11. Mai 2018

Die letzte Woche verlief am Ätna ähnlich wie die Vorwochen und es zeigte sich weiterhin etwas erhöhte seismische Aktivität. Heute wurde allerdings am Nordostkrater bräunliche Asche emittiert und am Sattelschlot des Südostkraters gab es ebenfalls eine Aschefreisetzung.

Die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams zeigte in der vergangenen Woche zunächst das gewohnte Bild. Am meisten Gas wurde wieder an der Bocca Nuova und zwar im nordwestlichen Abschnitt des Kraters emittiert. Am Kollapsschlot der Voragine wurde mäßig Gas freigesetzt. Am Nordostkrater waren die Gasemissionen schwach und auch vom Südostkraterkomplex wurde nur wenig Gas aus dem Gipfelbereich emittiert.
Heute Morgen nach Sonnenaufgang zeigten die Webcams dann die Freisetzung von dünnen bräunlichen Aschewolken aus dem Nordostkrater. Bald zogen jedoch Wolken auf und behinderten die weitere Beobachtung bis zum Abend. Unterdessen lösten sich an der oberen Südflanke die Wolken am Nachmittag wieder auf und um 18:27 Uhr war eine graue, pilzförmige Aschewolke über dem Südostkraterkomplex erkennbar die ca. 200 - 300 m hoch aufstieg.
Sie erzeugte auch eine schwache thermische Anomalie auf der Montagnola-Wärmebildkamera des INGV und wurde vermutlich aus der Gegend des Sattelkegels, der im März/April 2017 zwischen dem alten und dem neuen Südostkrater entstanden war, freigesetzt.

Auf diesem Webcam-Foto kann man die Freisetzung der dünnen bräunlichen Aschewolken aus dem Nordostkrater erkennen. Links davon die Gaswolken aus dem Kollapsschlot der Voragine und direkt links daneben die Gassäule aus der Bocca Nuova. Ganz links ist ein Teil des Neuen Südostkraters zu sehen:
Ascheemission aus dem Nordostkrater
Foto vom 11.05.2016, 08:12 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Im Zeitraum vom 30.04. bis 06.05. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche deutlich an. Die Messwerte lagen oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten wurden mit bis zu 7.000 Tonnen SO2 pro Tag bestimmt. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) zurück [1].

Die Infraschall-Detektion durch Instrumente des LGS registrierte in der Zeit vom 03.05. bis 10.05. ein kontinuierliches Infraschallsignal (Schalldruck < 0.5 Pa) aus Richtung Bocca Nuova/Voragine. Hinzu kamen einzelne Ereignisse höherer Intensität (Schalldruck < 1 Pa) aus gleicher Richtung [2].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der vergangenen Woche weiterhin im Abstand von 1 - 2 Minuten schwache langperiodische Signale erkennbar. Seit dem 10. Mai zeigen sich jedoch auch sporadisch scharfe Signale die an Explosionssignale erinnern. Der Tremor schwankte auf niedrigem Niveau und unterliegt seit dem 10.05. einem leicht steigenden Trend [3].

Am 02.05. kam es östlich des Monte Spagnolo (Nordwestflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.6. Am 04.05. wurde am Monte Parmentelli (Südwestflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.7 registriert. Am 05.05. ereignete sich nördlich des Monte Denza (Südwestflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.5. Am 06.05. kam es bei Pietrafucile (Südostflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 2.4. Weitere schwächere Beben folgten die Stärken von bis zu 1.6 aufwiesen. Am 09.05. wurde südwestlich des Monte Parmentelli ein Beben mit einer Magnitude von 2.0 registriert [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 30/04/2018 - 06/05/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)
  4. Laboratorio Geofisica Sperimentale. 2018. Bollettino settimanale dell´attività del vulcano Etna (03 - 10 Maggio 2018)


04. Mai 2018

Auch in den letzten zwei Wochen blieb die seismische Aktivität am Ätna erhöht und konzentrierte sich auf die Westflanke. Die Gasemissionen der Gipfelkrater gingen deutlich zurück, dagegen nahm die Temperatur in der Bocca Nuova zu.

In den vergangenen 14 Tagen konnte ich über die Webcams weiterhin kräftige pulsartige Gasemission aus dem nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova erkennen. Am Kollapsschlot der Voragine wurde nur etwas Gas freigesetzt. Am Nordostkrater konnte ich sporadisch schwache Gasfreisetzung beobachten. Am Südostkraterkomplex wurde im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters anhaltend etwas Gas emittiert. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters konnte ich keine Aschefreisetzungen mehr erkennen.

Wie das INGV mitteilt wurden die Gipfelkrater am 26. April durch INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Der Kollapskrater am Rand der Voragine, der sich am 07.08.2016 gebildet hatte, setzt ähnlich reduzierte Gasmengen wie beim letzten Besuch im März frei. Die Temperaturmessung des emittierten Gases mittels Wärmebildkamera ergab Werte von ca. 100°C, was etwas geringer als bei der letzten Messung ist.
Der Boden des Nordostkraters ist nahezu komplett mit Schutt und Geröll überzogen. Gas mit einer Temperatur von ca. 100°C tritt nur an zwei kleinen Fumarolensystemen aus. Diese sind entlang der inneren westlichen Wand des Kraters bzw. auf dem Kraterboden lokalisiert. Gas, sowie sporadisch etwas bräunlich-gelbe Asche wird außerdem aus einer Öffnung auf dem nördlichen Kraterboden emittiert. Hier kommt es immer wieder zu Kollapsereignissen. An dem Frakturensystem das sich von Nord nach Süd zwischen Nordostkrater und Voragine erstreckt zeigt die Wärmebildkamera mit Temperaturen von bis zu ca. 600°C ähnliche Werte wie bei der letzten Messkampagne.
Am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova kommt es zu intensiver pulsartiger Gasemission die manchmal von schwachem Donner begleitet wird. Die Temperatur ist hier deutlich gestiegen und beträgt stellenweise über 400°C.
Am Südostkraterkomplex kommt es zu schwacher und diffuser Gasemission aus einem Fumarolensystem das sich entlang der diversen dort vorhandenen Schlote zieht. Auch aus dem Kollapskrater an der Ostflanke des Neuen Südostkraters und aus dem Sattelkegel wird etwas Gas emittiert [2].

Im Zeitraum vom 16.04. bis 22.04. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche kräftig zurück. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum nahmen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) deutlich zu [1]. In der Zeit vom 24.04. bis 30.04. schwächten sich die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater weiter ab und lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum setzte sich der Trend steigender Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) fort [2].

Die Infraschall-Detektion durch Instrumente des LGS registrierte in der Zeit vom 27.04. bis 03.05. ein kontinuierliches Infraschallsignal (Schalldruck < 0.5 Pa) aus Richtung Bocca Nuova/Voragine, sowie ein ähnliches, jedoch untergeordnetes Infraschallsignal aus Richtung Südostkraterkomplex. Hinzu kamen einzelne Ereignisse höherer Intensität (Schalldruck < 1 Pa) aus Richtung Bocca Nuova/Voragine [5]. Von der Vorwoche liegt kein Bericht des LGS vor, jedoch zeigten meine Beobachtungen der Online-Daten ähnliche Messwerte wie in der letzten Woche.

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in den vergangenen zwei Wochen nach wie vor schwache langperiodische Signale die im Abstand von ca. 1 - 2 Minuten auftraten. Der Tremor schwankte auf niedrigem Niveau [3].

Am 20.04. kam es westlich von Fleri (Südostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am gleichen Tag ereignete sich nordöstlich von Linguaglossa (Nordostflanke) eine kleine Erdbebenserie. Das stärkste Beben hatte dabei eine Magnitude von 2.1. Die Beben lagen in ca. 18 Km Tiefe. Am 22.04. wurde südwestlich von Contrada Feliciosa (Südwestflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.6 registriert. Am 24.04. wurde am Monte Denza (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am gleichen Tag kam es am Monte Palestra (Südwestflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.6. Am 25.04. ereignete sich am Monte Frumento Supino (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.7. Am 26.04. kam es westlich des Monte Minardo (Westflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.9. Am 29.04. begann im Raum westlich bis südwestlich des Monte Parmentelli (Südwestflanke) eine Erdbebenserie die bis zum 02.05. andauerte. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 2.2. Die Beben ereigneten sich in ca. 4 Km Tiefe. Am 30.04. kam es südwestlich des Monte Minardo zu einem Beben der Stärke 1.9. Am 01.05. wurde südöstlich des Pizzi Deneri (Nordostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.6 verzeichnet [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 16/04/2018 - 22/04/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 22/04/2018 - 30/04/2018
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  4. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)
  5. Laboratorio Geofisica Sperimentale. 2018. Bollettino settimanale dell´attività del vulcano Etna (27 Aprile - 03 Maggio 2018)


20. April 2018

In den vergangenen 14 Tagen nahm die bereits erhöhte seismische Aktivität des Ätna noch etwas zu und konzentrierte sich auf die West- und Ostflanke des Berges. Dagegen hörten die sporadisch auftretenden kleinen, mit Ascheemissionen verbundenen Explosionen am Kollapskrater des Neuen Südostkraters auf.

Während der letzten zwei Wochen konnte ich weiterhin kräftige pulsartige Gasemission aus dem nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova beobachten. Aus dem seit August 2016 am östlichen Rand der Voragine vorhandenen Kollapsschlot wurde nur mäßig Gas freigesetzt. Im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters emitierten Fumarolen anhaltend etwas Gas oder Dampf. Aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters konnte ich keine Emissionen von Asche mehr beobachten; diese hatten sich dort seit Januar mal mehr mal weniger häufig ereignet.

Wie das INGV berichtet konnte bei Besuchen der Gipfelkrater durch INGV-Personal am 13. und 14. April ein kontinuierliches Rumoren aus der Tiefe des nordwestlichen Schlotes der Bocca Nuova vernommen werden. Dies wurde durch intensive Gasemission verursacht. Gelegentlich war auch kräftigeres Donnern aus dem Schlot hörbar [2].

Im Zeitraum vom 02.04. bis 08.04. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche kräftig zurück. Die Messwerte lagen nur selten oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten betrugen bis zu 8.000 Tonnen SO2 pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) leicht an und folgen somit einem steigenden Trend der im Januar 2018 eingesetzt hat. Die CO2-Emissionen bewegen sich dennoch auf niedrigem Niveau und in dem für den Ätna üblichen Rahmen. Die letzte Messkampagne zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 28. März stattfand, zeigte einen weiteren leichten Anstieg von 3He. Sie bestätigte somit einen steigenden Trend der bereits im April 2017 begann [1]. Zwischen dem 09.04. und 15.04. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater wieder kräftig an und lagen meist oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten betrugen bis zu 9.000 Tonnen SO2 pro Tag [2].

Die Infraschall-Detektion durch Instrumente des LGS registrierte in der Zeit vom 06.04. bis 12.04. ein kontinuierliches Infraschallsignal (Schalldruck < 1.0 Pa) aus Richtung Bocca Nuova/Voragine, sowie Ereignisse (bis zu 20 pro Stunde) höherer Intensität (Schalldruck ca. 1-2 Pa) aus der gleichen Quelle [5]. In der Woche vom 13.04. bis 19.04. wurde weiterhin ein kontinuierliches Infraschallsignal (Schalldruck ca. 1.0 Pa) aus Richtung Bocca Nuova/Voragine gemessen. Nach wie vor wurden ca. 20 Ereignisse pro Stunde höherer Intensität aus gleicher Richtung registriert [6].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in den vergangenen zwei Wochen regelmäßig (alle paar Minuten) auftretende schwache langperiodische Signale zu erkennen. Der Tremor an der Station ECNE unterlag einem abnehmendem Trend der am 08.04. begann und bis zum 15.04. andauerte. Anschließend stabilisierte sich der Tremor auf niedrigem Niveau [3].

Am 08.04. begann am Monte Fontane (Ostflanke) eine kleine Erdbebenserie. Diese dauerte bis zum 10.04. an. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 2.0. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von ca. 6 Km. Zwischen dem 09.04. und dem 15.04. kam es am Monte Centenari (Ostflanke) zu einer Serie von relativ schwachen Erdbeben. Die stärkste Erschütterung erreichte hierbei eine Magnitude von 2.1. Die Hypozentren dieser Beben befanden sich in ca. 4 - 5 Km Tiefe. Am 11.04. wurde im Gebiet des Zentralkraters ein Beben der Stärke 1.7 registriert. Zwischen dem 10.04. und dem 12.04. wurden im Piano Pernicana (Nordostflanke) mehrere sehr schwache Beben gemessen. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.5. Am 13.04. ereignete sich nördlich von Fleri (Südostflanke) ein Beben der Stärke 2.0. Am gleichen Tag begann im Raum Bronte - Adrano (Südwestflanke) eine intensive Erdbebenserie in 14 - 19 Km Tiefe. Die meisten Erschütterungen wiesen dabei Magnituden zwischen 1.5 und 2.0 auf. Die Stärksten wurde mit einer Magnitude von 2.1 registriert. Am 15.04. kam es am Monte Scavo (Nordwestflanke) zu zwei Beben die Stärken von 2.6 und 2.7 aufwiesen. Am 19.04. wurde am Monte Palestra (Westflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.7 registriert [4].


  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 02/04/2018 - 08/04/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 09/04/2018 - 15/04/2018
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  4. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)
  5. Laboratorio Geofisica Sperimentale. 2018. Bollettino settimanale dell´attività del vulcano Etna (06 - 12 Aprile 2018)
  6. Laboratorio Geofisica Sperimentale. 2018. Bollettino settimanale dell´attività del vulcano Etna (13 - 19 Aprile 2018)


06. April 2018

Während den letzten beiden Wochen kam es wieder zu sporadischen Aschefreisetzungen am Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Dabei wurde gelegentlich auch heißes Material ausgeworfen. Die seismische Aktivität blieb erhöht.

In den vergangenen 14 Tagen konnte ich über die Webcams kräftige pulsartige Gasemission aus dem nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova beobachten. Am Kollapsschlot der Voragine wurde nur mäßig Gas freigesetzt. Am Nordostkrater konnte ich zeitweise schwache Gasfreisetzung erkennen. Am Südostkraterkomplex wurde im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters anhaltend etwas Gas emittiert. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters kam es weiterhin zu sporadischen Aschefreisetzungen. Vereinzelt wurde dabei auch wieder heißes Material ausgeworfen.

Dieses Webcam-Foto der auf dem Monte Cagliato stationierten Wärmebildkamera des INGV zeigt die Freisetzung von heißem Material aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Das Material erzeugt kleine thermische Anomalien die sich hier in Form von roten Flecken gut vom kälteren (grünen) Hintergrund abheben:
Freisetzung von heißem Material aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters
Foto vom 31.03.18, 12:45 Uhr: Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato.

Vom 19.03. bis 25.03. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber den Messwerten der Vorwoche deutlich an und lagen häufig oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Es wurden Spitzenemissionsraten von über 13.000 Tonnen SO2 pro Tag verzeichnet [1]. Im Zeitraum vom 26.03. bis 01.04. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater wieder deutlich zurück. Die Messwerte lagen zwar weiterhin meist oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag, die Spitzenemissionsraten waren jedoch mit ca. 9.000 Tonnen SO2 pro Tag niedriger als in der Vorwoche [2].

Die Infraschall-Detektion durch Instrumente des LGS registrierte in der Zeit vom 22.03. bis 29.03. ein kontinuierliches Infraschallsignal (Schalldruck < 1.0 Pa) aus Richtung Bocca Nuova/Voragine, sowie einzelne Ereignisse (bis zu 5 pro Stunde) höherer Intensität (Schalldruck ca. 3 Pa) aus gleicher Richtung [5]. Über die vergangene Woche liegt leider noch kein Bericht des LGS vor, jedoch zeigten die Online-Daten ein ähnliches Bild wie in der Vorwoche.

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in den vergangenen zwei Wochen regelmäßig (alle paar Minuten) auftretende schwache langperiodische Signale zu erkennen. Der Tremor an der Station ECNE schwankte auf niedrigem Niveau [3].

Am 23.03. wurde am Monte Scorsone (Ostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.7 verzeichnet. Am gleichen Tag kam es nordwestlich von Adrano (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am 25.03. wurde am Monte Centenari (Ostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.5 gemessen. Am gleichen Tag kam es westlich des Monte Maletto (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. An diesem Tag wurde auch westlich von Milo (Ostflanke) ein Beben gleicher Intensität registriert. Am 26.03. kam es am Monte Collabasso (Nordwestflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.8. Am gleichen Tag wurde im Gebiet Case del Vescovo (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Am 29.03. wurde im Bereich des Zentralkraters ein Beben mit einer Magnitude von 1.8 gemessen. An diesem Tag begann am Monte Scorsone eine Erdbebenserie die bis zum 30.03. andauerte. Die Beben erreichten Magnituden von bis zu 2.7 und lagen in einer Tiefe von 12 bis 13 Km. Am 02.04. wurde am Monte Palestra (Südflanke) ein Beben mit einer Stärke von 1.6 registriert. Am 04.04. kam es im Bereich des Zentralkraters zu einem Beben mit einer Magnitude von 2.0 [4].


  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 19/03/2018 - 25/03/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 26/03/2018 - 01/04/2018
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  4. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)
  5. Laboratorio Geofisica Sperimentale. 2018. Bollettino settimanale dell´attività del vulcano Etna (22 - 29 Marzo 2018)


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