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Ätna Update (05.10. - 12.10.2018)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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12. Oktober 2018

Die vergangene Woche war am Ätna durch hohe seismische Aktivität geprägt. Ein mäßig starkes Erdbeben sorgte an der Südwestflanke des Bergs für Schäden und weitere, wenn auch schwächere Erdbebenserien folgten. Unterdessen ging die strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova zurück.

In der letzten Woche war am nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova kräftige pulsartige Gasemission erkennbar. Am Nordostkrater kam es weiterhin zu ständigen Emissionen kleiner Wolken bräunlicher Asche. Diese Freisetzungen nahmen seit dem 10. Oktober deutlich ab. Schlechtes Wetter verhinderte jedoch heute die weitere Beobachtung. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters konnte ich in der vergangenen Woche keine Aschefreisetzungen mehr beobachten.

Wie das INGV berichtet ging die strombolianische Aktivität im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova gegen Ende der vergangenen Woche zurück [1].

Auf diesem Webcam-Foto kann man eine der zahlreichen Aschefreisetzungen des Nordostkraters sehen, die sich in der vergangenen Woche ereignet hatten. Die nahezu kontinuierlich emittierten bräunlichen Aschewolken steigen 200 - 300 m in die Höhe bevor sie vom Wind in südliche Richtung verfrachtet werden:
Ascheemission aus dem Nordostkrater
Foto vom 08.10.2018, 08:33 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Im Zeitraum vom 01.10. bis 07.10. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) kräftig zurück und fielen auf ein Minimum. Bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 07. Oktober durchgeführt wurde, zeigten sich etwas höhere Werte als bei der letzten Messung [1].

Vom 01.10. bis 07.10. blieb die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Quelle der Infraschallaktivität war nach wie vor die Bocca Nuova [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der vergangenen Woche häufig schwache langperiodische Signale. Der Tremor schwankte auf niedrigem bis mittlerem Niveau [2].

Am 05.10. ereignete sich im Gebiet des Monte Minardo (Südwestflanke) eine kurze Erdbebenserie. Die stärkste Erschütterung wurde mit einer Magnitude von 2.0 bestimmt. Die Hypozentren der Beben lagen in ca. 20 Km Tiefe. Am 06.10. kam es nördlich von Santa Maria di Licodia (Südwestflanke) zu einem Erdbeben der Stärke 4.7. Der Erdstoß war von Messina im Norden bis nach Syrakus im Süden deutlich zu spüren und verursachte leichte Schäden, wie herabgestürzte Balkons usw. Dem ersten Erdstoß folgten zahlreiche Nachbeben die auch am 11.10. noch andauerten und Magnituden bis zu 3.4 erreichten. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von 3 - 7 Km. Am 07.10. wurde am Monte Denza (Südflanke) ein Beben der Stärke 2.0 registriert. Am 08.10. kam es am Monte Intraleo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 2.6. Vom 08.10 bis 09.10. ereigneten sich am Monte Centenari (Ostflanke) mehrere sehr schwache Beben wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.8 erreichte. Am 09.10. wurden im Gebiet südöstlich de Monte Minardo (Südwestflanke) einige Erdbeben registriert. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.3. Am 10.10. ereignete sich südwestlich von Bronte (Westflanke) eine kurze Serie überwiegend schwacher Beben. Das Stärkste hatte dabei eine Magnitude von 2.3. Am gleichen Tag kam es südwestlich von Adrano (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. Am 11.10. ereignete sich im Raum Monte Centenari - Pizzi Deneri (Ost-/Nordostflanke) eine Serie schwacher Beben. Die stärkste Erschütterung wurde dabei mit einer Magnitude von 1.5 verzeichnet [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 01/10/2018 - 07/10/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


05. Oktober 2018

In der vergangenen Woche dauerte die strombolianische bzw. explosive Aktivität in Bocca Nuova und Nordostkrater an. Die seismische Aktivität blieb etwas erhöht.

Schlechtes Wetter mit erstem Schnee behinderte in den letzten Tagen die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams nahezu ständig. In den Tagen zuvor konnte ich nur selten, schwache Aschefreisetzungen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters erkennen. Am Nordostkrater war nahezu ständige, jedoch überwiegend schwache Emission von bräunlichen Aschewolken zu sehen. An der Bocca Nuova zeigte sich intensive pulsartige Gasemission.

Am 24.09. und 01.10. wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova dauerte die strombolianische Aktivität weiterhin an. Dabei wurde das glühende Material bis auf die Höhe des Kraterrands der Bocca Nuova geschleudert. Während den beiden Besuchen an der Bocca Nuova konnte keine eruptive Aktivität in ihrem südlichen Abschnitt beobachtet werden. Jedoch konnte Donner aus der Tiefe des Kraters wahrgenommen werden. Bei den Beobachtungen am 01. Oktober zeigte sich im Norden des nordwestlichen Abschnitts der Bocca Nuova eine Öffnung die heißes Gas freisetzte. Am 24.09. war dort lediglich eine Fumarole erkennbar.
Am Kollapsschlot der Voragine nahm die Menge des emittierten Gases im Vergleich zur Vorwoche deutlich zu.
Am Nordostkrater setzte eine Öffnung im westlichen Bereich des Kraterbodens regelmäßig bräunlich-graue Asche frei. Daneben wurden auch Blöcke und Bomben ausgeworfen [1].

Im Zeitraum vom 24.09. bis 30.09. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche an. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum zeigten auch die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) einen steigenden Trend, wobei wegen technischer Probleme ab dem 26. September keine Messwerte mehr aufgezeichnet werden konnten [1].

Vom 24.09. bis 30.09. ging die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich gegenüber der Vorwoche deutlich zurück. Als Quelle der Infraschallaktivität konnte die Bocca Nuova ermittelt werden [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) sind erst wieder seit dem 02. Oktober verfügbar. Seit diesem Tag zeigen sie neben den üblichen schwachen langperiodischen Signalen auch vereinzelt einige stärkere Signale dieses Typs. Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche weiterhin auf niedrigem bis mittlerem Niveau [2].

Am 28.09. kam es südöstlich von San Gregorio di Catania (südöstlich des Ätna) zu einem Beben der Stärke 2.7. Zwischen dem 29.09. und dem 01.10. ereigneten sich im Gebiet des Piano Pernicana (Nordostflanke) mehrere Erdbeben. Die stärksten Erschütterungen erreichten dabei Magnituden von 2.9 und 3.5. Die Beben ereigneten sich in sehr geringer Tiefe. Am 30.09. wurde nordwestlich von Adrano (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.9 registriert. Am gleichen Tag kam es westlich des Monte Minardo (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am 03.10. wurde nordöstlich von Maletto (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert. Am 04.10. kam es nordwestlich des Monte Maletto (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am gleichen Tag wurde am Monte Lepre (Nordwestflanke) ein Beben mit gleicher Magnitude gemessen. An diesem Tag kam es auch am Monte Palestra (Westflanke) zu einem Beben. Dieses hatte eine Stärke von 1.6 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 24/09/2018 - 30/09/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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