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Ätna Update (05.04. - 17.05.2019)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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17. Mai 2019

In der Bocca Nuova hat die strombolianische Aktivität wieder aufgehört. Dagegen kam es in der vergangenen Woche mehrfach zur Freisetzung von Asche aus dem Neuen Südostkrater. Heute nahmen diese Emissionen deutlich zu. Tremor und seismische Aktivität blieben jedoch nahezu unverändert.

Schlechtes Wetter mit Neuschnee behinderte in der vergangenen Woche häufig die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Am Neuen Südostkrater konnte ich zunächst keine weiteren Ascheemissionen mehr beobachten. Am Morgen des 14. Mai zeigten sich dann einige Aschefreisetzungen im Bereich des Sattelkegels, zwischen altem und neuen Südostkrater. Dabei wurden neben etwas grauer Asche auch viel Dampf bzw. Gas emittiert. Leider zogen bald wieder dichte Wolken auf und verhinderten bis zum Abend die Beobachtungen. Auch am 15. Mai versperrten dichte Wolken meist die Sicht auf den Gipfelbereich. Am 16. Mai konnte ich während einer kurzen Aufheiterungsphase weitere Aschefreisetzungen über dem Neuen Südostkrater erkennen. Heute war das Wetter deutlich besser und am Morgen standen über dem Neuen Südostkrater mehrfach dunkelgraue Aschewolken. Gelegentlich waren sie auch von thermischen Anomalien begleitet. Auch die Gasemission im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters nahm etwas zu. Im Laufe des Tages wurden die Emissionen dann häufiger und intensiver. Auch die Intensität der thermischen Anomalien nahm zu. An den übrigen Gipfelkratern zeigten sich in der vergangenen Woche die gewohnten Gasemissionen die am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova, sowie am Nordostkrater am stärksten waren.

Dieses Webcam-Foto von heute Nachmittag zeigt eine der Ascheemissionen aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters. Die dunkle Asche wird vom Wind rasch in östliche Richtung verfrachtet:
Emission von dunkler Asche aus dem Neuen Südostkrater
Foto vom 17.05.2019, 16:57 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Wie das INGV berichtet wurden die Gipfelkrater am 08. Mai mit Hilfe eines Helikopters aus der Luft beobachtet. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
In der Bocca Nuova kann keine strombolianische Aktivität mehr beobachtet werden. Auf dem Kraterboden in ihrem nordwestlichen Abschnitt befinden sich zwei Öffnungen. Diese setzen pulsartig Gas frei. Die Temperatur in den Kratern beträgt ca. 250°C. Der Nordostkrater besitzt eine Öffnung auf dem Kraterboden. Diese, sowie verschiedene Fumarolensysteme an den inneren Kraterwänden setzen kräftig Gas frei. Die Temperatur auf dem Kraterboden des Nordostkraters ist relativ niedrig. Am östlichen Kraterrand der Voragine sind die beiden Öffnungen die sich am 12.01.2019 und am 18.04.2019 gebildet hatten zu einer großen Öffnung verschmolzen. Gas wird moderat aus dem Kollapsschlot vom 07.08.2016 emittiert [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 06.05. bis 12.05. ergab keine größeren Veränderungen gegenüber den Messwerten der Vorwoche [1].

Im Zeitraum vom 06.05. bis 12.05. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche an. Die Messwerte lagen oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag und die Spitzenwerte erreichten bis zu 13.000 Tonnen pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen auch die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater etwas an und bewegten sich auf erhöhtem Niveau. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) veränderten sich dagegen im Zeitraum vom 06.05. bis 12.05. kaum [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater nahm in der Woche vom 06.05. bis 12.05. im Vergleich zur Vorwoche deutlich ab. Die Aktivitätsquellen verteilten sich auf die verschiedenen Gipfelkrater [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche zunächst nur selten langperiodische Signale zu erkennen. Im Laufe der Woche nahm ihre Häufigkeit und Intensität etwas zu. Der Tremor schwankte in der letzten Woche zwischen niedrigem und mittlerem Niveau [2].

Am 10.05. wurde westlich von Milo (Ostflanke) ein Beben der Stärke 2.0 registriert. Am 11.05. ereignete sich westlich von Paternò (Südflanke) ein Beben der Stärke 3.0. Am 11.05. kam es im Bereich des Zentralkraters zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 11.05. wurde südwestlich von Milo ein Beben mit einer Magnitude von 1.5 gemessen. Am 12.05. kam es südwestlich des Monte Mindardo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 2.3. Am 12.05. kam es am Monte Intraleo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 12.05. kam es bei Contrada Feliciosa (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 14.05. ereignete sich im Bereich des Zentralkraters eine kleine Erdbebenserie. Das stärkste Beben hatte dabei eine Magnitude von 2.1. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von 1 - 2 Km. Am 15.05. kam es im Bereich des Pizzi Deneri (Nordostflanke) zu zwei Erdbeben die Magnituden von jeweils 1.5 erreichten. Am 16.05. wurde südöstlich des Monte Palestra (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 2.3 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 06/05/2019 - 12/05/2019
  2. INGV-Sezione di Catania. 2019. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV Catania. Gruppo Analisi Dati Sismici. 2019. Catalogo dei terremoti della Sicilia Orientale - Calabria Meridionale (1999-2019)


10. Mai 2019

Kurz nach dem in der Bocca Nuova strombolianische Aktivität eingesetzt hatte, kommt es nun auch am östlichen Schlot des Neuen Südostkraters zu strombolianischen Explosionen. Der Tremor ging nach vorübergehendem Anstieg jedoch wieder zurück und auch die seismische Aktivität blieb in der letzten Woche niedrig.

In der vergangenen Woche zeigten sich am östlichen Krater des Neuen Südostkraters sporadische Ascheemissionen. Manchmal waren die kleinen, braunen und meist mit Gas durchsetzten Aschewolken auch von schwachen thermischen Anomalien begleitet. An der Bocca Nuova wurde mäßig Gas emittiert. Am Nordostkrater kam es zu anhaltender Emission von Gas bzw. weißem Dampf. An der Voragine stieg im nördlichen Bereich zeitweise weißer Dampf auf. Im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters konnte ich anhaltende, aber schwache Gasemission beobachten. Manchmal schienen diese Gaswolken auch mit etwas bräunlicher Asche durchsetzt gewesen zu sein.

Wie das INGV berichtet konnte bei einem Besuch der Gipfelkrater am 30. April strombolianische Aktivität auf dem Grund des nordwestlichen Schlots der Bocca Nuova beobachtet werden. Die Explosionen ereigneten sich alle zwei bis drei Sekunden. Dabei wurden Bomben und Lapilli höher als der Kraterrand geschleudert, regneten jedoch wieder zurück in den Krater. Am 01. Mai entdeckten Bergführer, dass inzwischen Bomben und Lapilli auch auf den Kraterrand der Bocca Nuova niedergegangen waren! Am 30. April konnte weiterhin eine Fortdauer der Gasemission an der jüngsten Öffnung der Voragine, die sich unterhalb des Kollapsschlots vom 12.01.2019 gebildet hatte, beobachtet werden. Dort zeigte sich auch nach wie vor eine deutliche thermische Anomalie. Wie das INGV weiter berichtet wurde ab dem 02. Mai strombolianische Aktivität im östlichen Krater (Puttusiddu) des Neuen Südostkraters beobachtet. Die Aktivität setzte um 02:31 Uhr ein, wobei die Explosionen diskontinuierlich und mild waren. Am Morgen des 5. Mai wurden die Explosionen etwas häufiger. Diese Phase dauerte bis zum Morgen des 06. Mai an und war mit einem leichten Anstieg des Tremors verbunden. Am Morgen des 02. Mai wurde außerdem mehrmals Aschefreisetzung aus dem Gipfelkrater des Neuen Südostkraters beobachtet. Die Aschewolken stiegen über 1000 m in den Himmel bevor sie vom Wind weggetragen wurden [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 29.04. bis 05.05. ergab sowohl an der oberen als auch an der unteren Ostflanke des Ätna keine großen Veränderungen. Allerdings zeigte sich an der Station Monte Crisimo eine Verschiebung nach Osten um einen Zentimeter. An der Südflanke des Ätna (Stationen ESLN-EINT-EMEG) dauerte die Inflation des Bergs weiterhin an [1].

Im Zeitraum vom 29.04. bis 05.05. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche an. Die Messwerte lagen mehrmals oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater unverändert. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) veränderten sich im Zeitraum vom 29.04. bis 05.05. ebenfalls nur wenig und bewegten sich auf niedrigem Niveau. Die jüngste Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 30. April durchgeführt wurde, ergab im Vergleich zur letzten Messung einen erneut niedrigeren Wert. Die Messwerte bewegen sich auf mittlerem Niveau [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater nahm in der Woche vom 29.04. bis 05.05. im Vergleich zur Vorwoche zu und war insbesondere am 01. und 02. Mai erhöht. Quelle der Aktivität war die Bocca Nuova [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) nahm in der vergangenen Woche die Häufigkeit der langperiodischen Signale ab. Auch das Rauschen ging etwas zurück. Allerdings gab es mehrmals Phasen, die einige zig Minuten andauerten und während denen das Rauschen verstärkt auftrat und sich auch deutliche langperiodische Signale zeigten. Der Tremor ging am 03. Mai merklich zurück und bewegte sich anschließend auf niedrigem Niveau. Heute stieg er jedoch wieder etwas an [2].

Zwischen dem 01.05. und 05.05. kam es im Raum östlich des Monte Zoccolaro (Südostflanke) zu einer Erdbebenserie. Das stärkste Beben hatte dabei eine Magnitude von 2.5. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe zwischen 3 und 5 Km. Am 04.05. ereignete sich bei Calatabiano (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.8. Am 04.05. wurde westlich von Maletto (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Am 09.05. kam es südwestlich des Monte Intraleo (Westflanke) zu zwei Beben die Magnituden von 2.2 bzw. 1.6 erreichten [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 29/04/2019 - 05/05/2019
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03. Mai 2019

Strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova!
Seit einigen Tagen kommt es tief in der Bocca Nuova zu strombolianischer Aktivität. Am östlichen Krater des Neuen Südostkraters wird sporadisch Asche und heißes Material ausgeworfen. Auch die seismische Aktivität hat wieder etwas zugenommen und der Tremor war vorübergehend deutlich angestiegen.

In der letzten Woche konnte ich zunächst mehrfach die Freisetzung von bräunlichen Aschewolken aus der Bocca Nuova, sowie aus dem Nordostkrater beobachten. Diese Emissionen waren nicht von thermischen Anomalien begleitet. Am 28. April zeigten die Webcams dann um 18:51 Uhr eine kräftige pilzförmige Wolke aus Dampf und grauer Asche über dem östlichen Krater (Puttusiddu) des Neuen Südostkraters. Die Wärmebildkamera des INGV auf dem La Montagnola zeigte gleichzeitig eine thermische Anomalie in der Emissionswolke, was darauf schließen lässt, dass auch heißes Material freigesetzt wurde. An den nachfolgenden Tagen folgten weitere sporadische Emissionen aus diesem Krater. Auch diese waren gelegentlich von thermischen Anomalien begleitet. Heute schienen die Aschefreisetzungen dort etwas häufiger aufzutreten als an den Vortagen, wobei seit den Mittagsstunden dichte Wolken den Blick auf den Gipfelbereich des Ätna verhindern.

Dieses Webcam-Foto zeigt eine der Ascheemissionen aus dem östlichen Krater des Neuen Südostkraters der vergangenen Woche. Die Wolke aus Gas und grauer Asche, die auch heißes Material beinhaltet, wird vom Wind rasch in östliche Richtung verfrachtet:
Aschewolke aus dem östlichen Krater des Neuen Südostkraters
Foto vom 28.04.2019, 18:51 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Wie das INGV berichtet wurde am 28.04. moderate strombolianische Aktivität im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova beobachtet. Die Explosionen ereigneten sich tief im Kollapskrater und das freigesetzte Material verblieb auch in diesem. Des weiteren ereigneten sich etliche Ascheemissionen aus diversen Gipfelkratern. So kam es zu 10 Aschefreisetzungen aus der Bocca Nuova, zu zwei aus dem Nordostkrater und zu einer aus dem östlichen Krater des Neuen Südostkraters. An diesem Krater wurde in den Nächten mittels lichtstarker Kameras auch pulsartig verstärkter Glutschein beobachtet [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 22.04. bis 28.04. ergab keine Veränderungen. Die Ausdehnung der Ostflanke des Ätna in südöstliche Richtung setzte sich weiterhin fort [1].

Im Zeitraum vom 22.04. bis 28.04. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert. Die Messwerte lagen nur vereinzelt oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben auch die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater unverändert. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) veränderten sich im Zeitraum vom 22.04. bis 28.04. ebenfalls kaum und bewegten sich auf niedrigem Niveau [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater nahm in der Woche vom 22.04. bis 28.04. im Vergleich zur Vorwoche leicht ab. Quelle der Aktivität war weiterhin die Bocca Nuova [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der vergangenen Woche durch leichtes Rauschen charakterisiert welches durch erhöhten Tremor verursacht wurde. Gelegentlich waren langperiodische Signale erkennbar. Einige von ihnen waren deutlich kräftiger und dauerten länger als gewöhnlich und standen im Zusammenhang mit kleinen explosiven Gas-/Ascheemissionen aus Nordostkrater, Bocca Nuova und Neuem Südostkrater. Ab dem 01.05. waren auch immer wieder kleine Explosionssignale erkennbar. Der Tremor nahm in der letzten Woche allmählich etwas zu und erreichte zwischen dem 30.04. und 02.05. vorübergehend, wenn auch knapp, hohes Niveau, nahm dann aber wieder langsam ab und ist heute fast wieder auf niedrigem Niveau angelangt [2].

Zwischen dem 26.04. und 28.04. wurden im Bereich des Zentralkraters mehrere Beben registriert. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.9. Am gleichen Tag kam es westlich von Sant'Alfio (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 26.04. und 27.04. ereignete sich im Raum östlich des Piano Pernicana (Nordostflanke) eine Erdbebenserie. Die stärksten Erdstöße erreichten dabei Magnituden von bis zu 3.2. Die Hypozentren der Beben lagen in sehr geringer Tiefe. Am 28.04. kam es südöstlich des Pizzi Deneri (Nordostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 28.04. und 29.04. wurden im Raum westlich bis nordwestlich von Bronte (Nordwestflanke) mehrere Erdbeben verzeichnet. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.5. Am 29.04. wurde südwestlich von Santa Maria di Licodia (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 2.3 gemessen. Am 29.04. kam es südwestlich des Monte Fontane (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 2.5. Zwischen dem 30.04. und 01.05. wurde das Gebiet rund um den Monte Zoccolaro (Südostflanke) von einer kleinen Erdbebenserie erschüttert. Das stärkste Beben hatte dabei eine Magnitude von 2.4. Die Beben ereigneten sich in 3 - 6 Km Tiefe. Am 01.05. wurde nordwestlich von Maletto (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.9 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 22/04/2019 - 28/04/2019
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26. April 2019

Abgesehen von einer vermutlich explosiven Ascheemission am Nordostkrater blieb der Ätna auch in der vergangenen Woche relativ ruhig. Unterdessen hat sich der Kollaps an den Gipfelkratern fortgesetzt und am Nordrand der Voragine wurde ein neuer Kollapsschlot entdeckt.

In der letzten Woche kam es am Ätna zunächst nur zu den üblichen Gasemissionen. Diese waren am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova, sowie am Nordostkrater am stärksten. Am Südostkraterkomplex wurde anhaltend etwas Gas aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters freigesetzt. Heute Morgen waren die Gasemissionen aus der Bocca Nuova gelegentlich mit geringen Mengen bräunlicher Asche durchsetzt. Heute Abend war dann gegen 18:39 Uhr eine graue Wolke aus Gas und Asche über dem Nordostkrater zu sehen. Die Wolke wurde vom Wind schnell in nördliche Richtung verfrachtet. Anschließend wurde noch für wenige Minuten verstärkt Dampf bzw. Gas, sowie etwas graue Asche emittiert. Das Ereignis war von einem deutlichen seismischen Signal begleitet das über eine Minute lang andauerte. Ob die Quelle der Emission tatsächlich der Nordostkrater war, oder ob die Wolke eher am nördlichen Rand der Voragine ihren Ursprung hatte, konnte ich mit Hilfe der Webcam-Fotos nicht genau beurteilen; ein Kollaps oder ein explosives Ereignis im Gebiet zwischen Voragine und Nordostkrater ist gut möglich, da sich dort bereits vor einer Woche ein neuer Schlot geöffnet hatte.

Dieses Webcam-Foto zeigt die heutige Ascheemission über dem Nordostkrater, der in dieser Perspektive jedoch vom Neuen Südostkrater verdeckt wird. Ein kräftiger Wind verfrachtet die graue Wolke, die aus Gas, Dampf und dunkler Asche besteht schnell in nördliche Richtung:
Asche- und Gaswolke aus dem Nordostkrater
Foto vom 26.04.2019, 18:39 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Am 19. April wurde der Gipfelbereich des Ätna von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
An der Innenwand der Voragine hat sich ein neuer Schlot gebildet. Dieser befindet sich direkt unterhalb der Öffnung die am 12.01.2019 aufgetaucht war. Der neue Schlot, der sich vermutlich am 17. oder 18. April während einer Phase erhöhten Tremors geöffnet hat, setzt Gas mit ca. 100°C frei. Die Öffnung vom 12.01.2019 weist im Vergleich mit der letzten Messung vom 30.03.2019 mit 100°C eine deutlich niedrigere Temperatur auf. Die Gasfreisetzung ist nicht pulsartig und auch nicht von Donner begleitet. Der alte kleine Kollapsschlot, der am 07.08.2016 entstanden war, gibt dagegen Gas bei niedriger Temperatur frei.
Die Bocca Nuova weist in ihrem westlichen Bereich zwei tiefe Kollapskrater auf. Hier kommt es zu intensiver Gasfreisetzung die auch von diskontinuierlichem und teils lautem Donner begleitet ist. An dem Fumarolensystem das sich den inneren Wänden der Bocca Nuova entlang zieht beträgt die Temperatur bis zu 250°C, was etwas höher als bei der Messung vom 30.03.2019 ist. Der Kollapskrater, der sich auf dem Boden des östlichen Abschnitts der Bocca Nuova befindet, setzt nur wenig Gas frei und zeigt niedrigere Temperaturen als der westliche Abschnitt.
Der Nordostkrater besitzt eine Öffnung am Kraterboden die Gas freisetzt welches eine ca. 50°C niedrigere Temperatur als die Fumarolen an seinen Innenwänden aufweist. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch beim letzten Besuch am 30.03.2019.
Am Neuen Südostkrater kommt es zu Gasfreisetzung aus den Fumarolensystemen im Gipfelbereich, sowie aus dem östlichen Krater. Während den Nachtstunden zeigten die Überwachungskameras des INGV dort auch zeitweise Glutschein wechselnder Intensität [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 15.04. bis 21.04. bestätigte die Fortdauer der Ausdehnung der Ostflanke des Ätna in südöstliche Richtung. Auch an der oberen Südflanke setzt sich die leichte Inflation fort [1].

Im Zeitraum vom 15.04. bis 21.04. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche deutlich zurück. Die Messwerte lagen nur vereinzelt oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen auch die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater zurück. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) blieben im Zeitraum vom 15.04. bis 21.04. nahezu unverändert und bewegten sich auf niedrigem Niveau [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater nahm in der Woche vom 15.04. bis 21.04. zu. Als Quelle der Aktivität wurde die Bocca Nuova lokalisiert [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten ab dem 21.04. neben den langperiodischen Signalen gelegentlich auch kleine Explosionssignale. Die Seismogramme waren weiterhin von leichtem Rauschen gekennzeichnet, was durch erhöhten Tremor verursacht wurde. Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche zwischen niedrigem und mittlerem Niveau [2].

Vom 19.04. bis 20.04. kam es bei Ragalna (Südflanke) zu einigen Erdbeben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 2.3 erreichte. Zwischen dem 20.04. und dem 23.04. ereignete sich im Bereich des Zentralkraters eine Erdbebenserie. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 2.1. Die Beben fanden in sehr geringer Tiefe statt. Am 24.04. wurde östlich von Maletto (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 2.2 gemessen. Am 24.04. kam es am Monte Centenari (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. Am 24.04. ereigneten sich bei Biancavilla (Südwestflanke) zwei Beben die Magnituden von 1.9 und 2.2 aufwiesen. Am 24.04. kam es außerdem am Monte Minardo (Westflanke) zu einer kleinen Erdbebenserie. Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 1.6. Am 25.04. wurde östlich des Monte Zoccolaro (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert [3].

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19. April 2019

Während der vergangenen Woche nahm die Aktivität des Ätna leicht zu. Der Tremor stieg etwas an und die Gasemissionen verstärkten sich. Am östlichen Krater des Neuen Südostkraters wurde schwacher Glutschein beobachtet und gelegentlich kam es dort zu pulsartigen Gasemissionen.

In der letzten Woche zeigte sich am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova anhaltende, zeitweise auch pulsartig verstärkte Gasemission, die intensiver als in den Vorwochen wirkte. Am Nordostkrater kam es ebenfalls zu anhaltender Gasemission. Am Nordrand der Voragine wurde nur mäßig Gas emittiert. Am Südostkraterkomplex zeigte sich anhaltende aber schwache Gasemission aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters. Am östlichen Krater (Puttusiddu) des Neuen Südostkraters waren ab dem 15.04. einzelne pulsartige Gasfreisetzungen erkennbar. Gelegentlich waren diese Emissionen auch von geringen Mengen Asche durchsetzt. Ähnliche Aktivität zeigte sich dort auch an den nachfolgenden Tagen, wenn auch schwächer. Heute konnte ich dort allerdings keine nennenswerten Gasfreisetzungen mehr beobachten.

Wie das INGV berichtet konnte in der Woche vom 08. bis 14. April wiederholt schwacher, pulsierender Glutschein über dem östlichen Schlot des Neuen Südostkraters beobachtet werden. Am stärksten war er am 14. April als er auch von der Bevölkerung an den Flanken des Ätna wahrgenommen und fotografiert werden konnte. Der Glutschein war jedoch nicht mit eruptiver Aktivität assoziiert [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 08.04. bis 14.04. bestätigte die Fortdauer der Inflation des Ätna in südöstliche Richtung [1].

Im Zeitraum vom 08.04. bis 14.04. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche deutlich an. Die Messwerte lagen meist oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater ebenfalls an. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) blieben im Zeitraum vom 08.04. bis 14.04. nahezu unverändert und bewegten sich auf niedrigem Niveau. Die jüngste Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 04. April durchgeführt wurde, ergab im Vergleich zur letzten Messung einen erneut niedrigeren Wert. Die Messwerte bewegen sich somit nun auf mittlerem Niveau [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater ging in der Woche vom 08.04. bis 14.04. deutlich zurück und war so niedrig, dass keine eindeutige Emissionsquelle bestimmt werden konnte [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der vergangenen Woche zunächst alle zwei bis fünf Minuten kleine langperiodische Signale. Bald traten die Signale zeitweise häufiger auf und wurden auch intensiver. Ab dem 13.04. war das Grundrauschen bedingt durch verstärkten Tremor etwas höher und die langperiodischen Signale gingen darin unter. Ab dem 14.04. tauchten dann kleine Explosionssignale auf. Diese zeigten sich alle paar Minuten. Ab dem 16.04. waren dann auch die langperiodischen Signale so kräftig, dass sie sich vom nach wie vor erhöhten Grundrauschen abhoben.
Der Tremor nahm ab dem 13. April etwas zu und stabilisierte sich anschließend auf mittlerem Niveau [2].

Am 12.04. ereigneten sich nordöstlich von Paternò (Südflanke) mehrere kleine Erdbeben. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 2.0. Am 12.04. wurde westlich von Ragalna (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.8 gemessen. Am 12.04. kam es südwestlich von Bronte (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 15.04. wurden am Monte Arcimis (Ostflanke) mehrere leichte Erdbeben registriert. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.6. Am 15.04. kam es im Raum Paternò zu zwei Beben die Stärken von 1.5 bzw. 1.9. Am 15.04. und 16.04. wurden im Gebiet des Zentralkraters mehrere schwache Erdbeben registriert. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 1.8. Am 17.04. ereigneten sich am Monte Centenari (Ostflanke) mehrere sehr schwache Beben. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 1.6. Am 17.04. kam es nordwestlich von Belpasso (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 17.04. kam es am Monte Intraleo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am gleichen Tag wurden südwestlich von Pietrafucile (Ostflanke) mehrere schwache Erdbeben registriert die Magnituden bis 1.9 hatten [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 08/04/2019 - 14/04/2019
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12. April 2019

Abgesehen von einer kurzen Phase von Ascheemissionen an der Bocca Nuova blieb der Ätna auch in der vergangenen Woche relativ ruhig. Der Tremor stieg vorübergehend etwas an.

Nach einigen Tagen mit sehr schlechtem Wetter und viel Neuschnee besserten sich am 08. April die Sichtbedingungen am Ätna deutlich. Am Morgen dieses Tages zeigten die Webcams zeitweilige Emission von brauner Asche aus dem nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova. An den nachfolgenden Tagen konnte ich dort allerdings keine weiteren Ascheemissionen mehr beobachten. Im nördlichen Abschnitt der Voragine kam es unterdessen zu anhaltender Gasemission. Auch aus dem Nordostkrater wurde anhaltend Gas freigesetzt. Aus dem Gipfel des Neuen Südostkraters kam es zu leichter und anhaltender Emission von Gas und weißem Dampf. Ab dem 11. April war der Gipfelbereich dann wieder häufig in dichte Wolken gehüllt.

Die Auswertung der GPS-Stationen zeigte zwischen dem 01. und 03. April eine ruckartige Verschiebung der Station ELAC (Isola Lachea bei Acireale an der Ostküste) in Richtung West-Ost. Dies dürfte eine Reaktion auf die Bewegung des weiter nördlich gelegenen Gebiets (Santa Tecla - Pozzillo) sein, was eine schnellere Verschiebung als die noch weiter nördlich gelegenen Gebiete aufweist. Auch an der oberen Südflanke setzte sich die Expansion, wenn auch unter Oszillation, fort. Entlang der Pernicana-Verwerfung (Nordostflanke) wurde kontinuierliche Expansion gemessen [1].

Im Zeitraum vom 01.04. bis 07.04. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) ebenfalls unverändert und bewegten sich weiterhin auf niedrigem Niveau [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater nahm zwischen dem 01.04. und dem 07.04. deutlich ab. Als Quelle der Emissionen wurde das Gebiet Bocca Nuova/Voragine ausgemacht [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) nahmen Anzahl und Intensität der langperiodischen Signale zunächst noch etwas zu und am 08. April waren sie am stärksten. Anschließend nahm ihre Intensität wieder ab und sie traten auch etwas seltener auf. Auch der Tremor erreichte am 08. April einen vorläufigen Höhepunkt und bewegte sich vorübergehend auf mittlerem Niveau. An den nachfolgenden Tagen ging er wieder etwas zurück [2].

Vom 05.04. bis 07.04. kam es im Gebiet östlich des Monte Zoccolaro (Südostflanke) zu einer Serie sehr schwacher Beben. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 1.5. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von ca. 5 Km. Am 06.04. wurden südlich des Monte Fontane (Ostflanke) zwei Beben mit Stärken von 2.1 und 1.8 registriert. Am 08.04. kam es im Bereich des Zentralkraters zu einer Serie sehr schwacher Erdbeben. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 1.5. Am 09.04. wurde am Monte Parmentelli (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Vom 09.04. bis 10.04. kam es am Monte Minardo (Westflanke) zu einer Erdbebenserie. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 1.7. Am 11.04. wurde südwestlich des Monte Scorsone (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 11.04. kam es bei Ragalna (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 2.7 [3].


  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 01/04/2019 - 07/04/2019
  2. INGV-Sezione di Catania. 2019. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV Catania. Gruppo Analisi Dati Sismici. 2019. Catalogo dei terremoti della Sicilia Orientale - Calabria Meridionale (1999-2019)


05. April 2019

Während der vergangenen Woche nahmen Tremor und seismische Aktivität des Ätna etwas zu. Ein Besuch der Gipfelkrater bestätigte unterdessen die Abwesenheit strombolianischer Aktivität. Stattdessen zeigte die Bocca Nuova deutliche Spuren von Kollaps.

In der letzten Woche kam es am Ätna weiterhin zu den gewohnten Gasfreisetzungen. Sie waren im nördlichen Abschnitt der Voragine am kräftigsten und zeitweise pulsartig verstärkt. Aus dem Nordostkrater wurde zeitweise pulsartig Gas emittiert. An der Bocca Nuova kam es zu mäßiger Gasemission und am Südostkraterkomplex war die Gasemission anhaltend, jedoch schwach. Schlechtes Wetter mit Neuschnee machte ab dem 04. April die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams unmöglich.

Am 30. März wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung der Beobachtungen:
Am Schlot der sich am 12.01.2019 in der Nähe des östlichen Kraterrands der Voragine geöffnet hatte kommt es zu intensiver und pulsartiger Gasfreisetzung. Die Temperatur des emittierten Gases erreicht über 250°C. Die stärkeren Gasausstöße sind von lautem Donner begleitet. Der Schlot vom 07.08.2016 setzt dagegen nur wenig Gas frei. An dem Fumarolensystem das sich dem östlichen Rand der Voragine entlang zieht beträgt die Temperatur bis zu 250°C.
Im westlichen Abschnitt (BN1) der Bocca Nuova befinden sich zwei tiefe Kollapskrater (im Dezember war der Kraterboden noch von frischer Schlacke überzogen). Hier kommt es zu kräftiger Gasemission die von anhaltendem, jedoch schwachen Donner begleitet ist. Im östlichen Abschnitt (BN2) der Bocca Nuova ist ebenfalls ein tiefer Kollapskrater vorhanden. Dieser setzt jedoch nur wenig Gas frei. Die Fumarolen an den Wänden der Bocca Nuova, sowie die Kollapskrater zeigen Temperaturen von bis zu 100°C.
Auf dem Boden des Nordostkraters setzt eine Öffnung pulsartig Gas niedriger Temperatur frei. Auch die Fumarolen entlang der inneren Kraterwände weisen eine niedrige Temperatur auf.
Der Südostkraterkomplex zeigt an seinem östlichen Krater, sowie entlang der Fumarolensysteme nur schwache Gasemission [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 25.03. bis 31.03. bestätigte die Fortdauer der Inflation des Ätna in südöstliche Richtung [1].

Im Zeitraum vom 25.03. bis 31.03. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Messwerte lagen mehrmals oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater zurück, bewegten sich aber weiterhin oberhalb des üblichen Niveaus. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) blieben im Zeitraum vom 25.03. bis 31.03. nahezu unverändert und waren somit nach wie vor unterdurchschnittlich [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater nahm zwischen dem 25.03. und 31.03. zu. Als Quelle der Aktivität konnten Bocca Nuova und Voragine lokalisiert werden [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten am Anfang der vergangenen Woche zunächst noch wenige langperiodische Signale pro Stunde. Ab dem 02. April nahm ihre Häufigkeit dann deutlich zu. Zeitweise zeigte sich auch leichtes Rauschen das von erhöhtem Tremor verursacht wurde. Der Tremor nahm im Laufe der vergangenen Woche etwas zu und stabilisierte sich dann ab dem 01. April auf erhöhtem Niveau, das beinahe mittlerem Tremor entsprach [2].

Zwischen dem 29.03. und 01.04. ereignete sich im Raum Zafferana Etnea - Milo (Ostflanke) eine Erdbebenserie. Dabei erreichten die stärksten Beben Magnituden von 2.0 bzw. 2.3. Am 29.03. kam es südlich von Belpasso (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 30.04. kam es südwestlich des Monte Arcimis (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. Am 30.03. wurde am Monte Nero (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 verzeichnet. Am 31.03. kam es östlich von Santa Maria di Licodia (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. Am 31.03. wurde südwestlich von Ragalna (Südflanke) ein Beben der Stärke 2.0 gemessen. Am 31.03. ereigneten sich am Monte Zoccolaro (Südostflanke) mehrere schwache Erdbeben die Magnituden von bis zu 1.8 hatten. Am 01.04. wurde südwestlich von Paternò (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 2.1 gemessen. Am 03.04. kam es nordöstlich des Monte Fontane (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am 04.04. ereigneten sich im Bereich des Zentralkraters einige schwache Beben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.5 [3].


  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 25/03/2019 - 31/03/2019
  2. INGV-Sezione di Catania. 2019. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV Catania. Gruppo Analisi Dati Sismici. 2019. Catalogo dei terremoti della Sicilia Orientale - Calabria Meridionale (1999-2019)


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