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Ätna Update (03.07. - 25.09.2020)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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25. September 2020

Während der vergangenen Woche haben sich am Südostkraterkomplex eruptive Phasen ereignet, deren Intensität immer mehr zunahm. Dabei kam es zu kräftigen strombolianischen Explosionen. Der Tremor unterlag starken Schwankungen.

Am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes hat sich die strombolianische Aktivität in der letzten Woche immer weiter intensiviert, wobei die eruptiven Phasen immer ausgeprägter wurden und mit starken Schwankungen des Tremors einher gingen. Trotzdem die Beobachtungen mittels Webcams zeitweise durch dichte Wolken behindert wurden, konnte ich mehrfach längere Phasen verstärkter explosiver Aktivität erkennen. Dabei wurde glühendes pyroklastisches Material bis zu 150 Meter hoch aus dem flachen Krater, der sich inzwischen um den Sattelschlot herum gebildet hat, geschleudert. Es ging meist in der unmittelbaren Umgebung des Schlots nieder, manchmal erreichten einige glühende Bomben jedoch auch die südliche Basis des Südostkraterkomplexes. Am späten Abend des 24. September fand die intensivste eruptive Phase der letzten Monate statt. Dabei wurde das glühende Material häufig bis an die Basis des Südostkraterkomplexes bzw. bis auf die östliche Flanke des Neuen Südostkraters geschleudert. Über soziale Medien wurde berichtet, dass das Donnern der Explosionen bis hinunter in die Dörfer am Fuße des Ätna zu hören war. Am Tage zeigten sich gelegentlich kurze Phasen von Ascheemissionen, so z.B. am Morgen des 24. September oder auch heute Nachmittag während einer weiteren kräftigen eruptiven Phase.
Während der Nacht auf den 20. September waren auch am Intrakraterkegel der Voragine wiederholt strombolianische Explosionen erkennbar. Am Tage zeigten sich dort mehrfach kleine bräunliche Aschepilze, die durch die strombolianische Aktivität generiert wurden. An den nachfolgenden Tagen war die Aktivität dort jedoch wieder geringer. An den übrigen Gipfelkratern konnte ich in der vergangenen Woche lediglich die gewohnten Gasemissionen beobachten.

Dieses Webcam-Foto das am späten Abend des 24. September entstand zeigt eine der kräftigen Explosionen am Sattelschlot des Neuen Südostkraterkegels. Dabei wird glühendes pyroklastisches Material ca. 150 m hoch geschleudert und regnet auf die Umgebung des Schlots nieder:
Kräftige strombolianische Explosionen am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 24.09.2020, 22:06 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Wie das INGV berichtet hat sich die strombolianische Aktivität auf dem Boden des Nordostkraters zwischen dem 14. und 20. September fortgesetzt [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 14.09. bis 20.09.2020 zeigte keine signifikanten Veränderungen gegenüber den letzten Messwerten [1].

Die Infraschallaktivität unterlag zwischen dem 14.09. und 20.09. einem diskontinuierlichen Trend. Quelle der Aktivität war hauptsächlich der Südostkraterkomplex [1].

Im Zeitraum vom 14.09. bis 20.09. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche etwas an. Die Messwerte lagen nur vereinzelt oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) nahmen zwischen dem 14.09. und 20.09. leicht zu, bewegten sich aber dennoch weiterhin auf niedrigem Niveau [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) war in der letzten Woche weiterhin überwiegend nur Rauschen erkennbar, das durch den erhöhten Tremor verursacht wurde. Da es aber auch Phasen niedrigen Tremors gab, waren mehrmals kleine Explosionssignale zu sehen. Der Tremor bewegte sich in der letzten Woche zunächst auf mittlerem Niveau, wobei auch mehrmals knapp hohes Niveau erreicht wurde. Am 24. und 25. September verstärkten sich dann die Schwankungen und der Tremor sprang mehrfach schnell zwischen niedrigem und hohem Niveau hin und her [2].
Zwischen dem 14.09. und 20.09.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2800 - 3000 m [1].

Am 19.09. kam es südlich des Monte Palestra (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. Am 19.09. wurde im Bereich des Zentralkraters ein Beben mit einer Magnitude von 1.6 registriert. Am 20.09. kam es südwestlich des Monte Lepre (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 2.2. Am 21.09. wurde am Monte Fontane (Ostflanke) ein Beben der Stärke 2.1 gemessen. Am 23.09. wurde westlich des Monte Intraleo (Westflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.9 gemessen. Am 23.09. kam es am Monte Minardo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 23.09. wurde am Pizzi Deneri (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 2.9 verzeichnet. Zwischen dem 23.09. und 24.09. kam es im Bereich des Zentralkraters zu mehreren schwachen Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.7 erreichte. Am 25.09. wurde südwestlich von Nicolosi (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 14/09/2020 - 20/09/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


18. September 2020

In der letzten Woche kam es am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes zu mehreren kurzen Phasen verstärkter strombolianischer Aktivität. Am Nordostkrater setzten sich die tiefsitzenden strombolianischen Explosionen fort.

Schlechtes Wetter behinderte in der vergangenen Woche häufig die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Während den wolkenfreien Phasen konnte ich in den Nächten weiterhin die Fortdauer der strombolianischen Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes beobachten. Überwiegend ereigneten sich milde Explosionen, die auf den inneren Bereich des Schlots/Kraters beschränkt waren. Gelegentlich kam es aber auch wieder zu Phasen von verstärkter Aktivität. Dabei wurde das glühende pyroklastische Material einige zig Meter höher als der Kraterrand geschleudert und ging in der unmittelbaren Umgebung des Schlots nieder. Am Tage konnte ich überwiegend kräftige und pulsartig verstärke Gasemission beobachten. Auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit bildeten sich auch oft dicke weiße Dampfwolken. Ascheemissionen traten relativ selten auf. An den übrigen Gipfelkratern zeigten sich die üblichen Gasemissionen.

Am 09. September wurde der Gipfelbereich von INGV-Personal besucht. Dabei wurde in der Bocca Nuova ein neuer Kollapskrater entdeckt, der sich nordwestlich vom bisherigen (zentralen) Kollapskrater befindet. Der zentrale Kollapskrater der Bocca Nuova setzte unterdessen anhaltend und kräftig Gas frei. Am Intrakrater der Voragine wurden schwache Gasemissionen, sowie sporadische Aschefreisetzungen beobachtet. Am Nordostkrater konnte die Fortdauer der tiefsitzenden strombolianischen Aktivität bestätigt werden [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 07.09. bis 13.09.2020 zeigte keine signifikanten Veränderungen gegenüber den letzten Messwerten [1].

Die Infraschallaktivität nahm zwischen 07.09. und 13.09. zu. Quelle der Aktivität war hauptsächlich der Südostkraterkomplex [1].

Im Zeitraum vom 07.09. bis 13.09. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche etwas zurück. Die Messwerte lagen nur vereinzelt oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff stiegen im gleichen Zeitraum gegenüber der letzten Messung an und bewegten sich auf mittlerem Niveau. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gingen zwischen dem 07.09. und 13.09. zurück und fielen auf niedriges Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche weiterhin von leichtem Rauschen dominiert, das alle übrigen Signale überlagerte. Das Rauschen wurde durch erhöhten Tremor generiert. Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche weiterhin auf mittlerem Niveau, wobei es mehrfach kurze Phasen höherer Intensität gab, die fast schon an hohes Niveau heran reichte [2].
Zwischen dem 07.09. und 13.09.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2800 - 3000 m [1].

Am 17.09. kam es bei Pietrafucile (Ostflanke) zu einer Erdbebenserie. Das stärkste Beben hatte dabei eine Magnitude von 2.2. Die übrigen Beben waren mit Magnituden um 1.7 schwächer. Das Hypozentrum der Beben lag in ca. 6 Kilometern Tiefe. Am 17.09. ereignete sich östlich des Monte Intraleo (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.6. Am 17.09. kam es bei Zafferana (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 07/09/2020 - 13/09/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


11. September 2020

Auch in der letzten Woche war die Aktivität am Südostkraterkomplex meist auf milde strombolianische Explosionen reduziert. Tremor und seismische Aktivität unterlagen keinen größeren Änderungen.

Wolken behinderten in der vergangenen Woche zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater des Ätna mittels Webcams. Während den wolkenfreien Abschnitten zeigte sich am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes weiterhin andauernde und überwiegend milde strombolianische Aktivität. Nur selten gab es Phasen mit stärkeren Explosionen. So z.B. während der Nacht auf den 10. September als glühendes pyroklastisches Material bis auf die obere Südflanke des Südostkraterkomplexes geschleudert wurde. Am Tage konnte man gelegentliche Ascheemissionen erkennen, die manchmal auch länger andauerten.
Im Gebiet der Voragine waren sporadisch kleine bräunliche Aschepilze zu sehen, die vermutlich durch strombolianische Explosionen am Intrakraterkegel verursacht wurden. Am 10. September traten sie etwas häufiger auf.
Über dem Nordostkrater zeigten lichtstarke Webcams gelegentlich leichten Glutschein, der durch milde strombolianische Explosionen verursacht wurde. An der Bocca Nuova konnte ich die üblichen Gasemissionen erkennen.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 31.08. bis 06.09.2020 zeigte eine Fortdauer der seit Monaten andauernden Expansion im Gipfelbereich des Ätna [1].

Die Infraschallaktivität ging nach dem 31.08. deutlich zurück und blieb niedrig. Quelle der Aktivität war überwiegend der Südostkraterkomplex [1].

Im Zeitraum vom 31.08. bis 06.09. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Die Messwerte lagen nur selten oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff blieben im gleichen Zeitraum gegenüber der letzten Messung ebenfalls unverändert. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) stiegen zwischen dem 31.08. und 06.09. an. Die Konzentration der Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 31. August bestimmt wurde, ergab einen etwas höheren Messwert, als bei der letzten Untersuchung [1].

Bedingt durch erhöhten Tremor war auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) auch in der letzten Woche überwiegend nur leichtes Rauschen erkennbar. Manchmal zeigten sich aber auch einige langperiodische Signale.
Der Tremor bewegte sich in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau, unterlag dabei jedoch größeren Schwankungen. So gab es z.B. am 07. September für kurze Zeit einen kräftigen Rückgang des Tremors, während er am 09. September vorübergehend deutlich anstieg [2].
Zwischen dem 31.08. und 06.09.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2800 - 3000 m [1].

Am 07.09. kam es am Monte Fontane (Ostflanke) zu zwei Beben die Magnituden von 1.5 bzw. 1.9 erreichten. Am 07.09. wurde westlich des Monte Minardo (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am 10.09. kam es im Raum Monte Fontane - Monte Scorsone (Ostflanke) zu mehreren Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.2. Am 10.09. kam es südwestlich von Contrada Feliciosa (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 31/08/2020 - 06/09/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


04. September 2020

Während der vergangenen Woche gab es am Südostkraterkomplex nur wenige Phasen mit verstärkter strombolianischer Aktivität. Bei Tremor und seismischer Aktivität kam es zu keinen großen Veränderungen.

Während den Nächten der letzten Woche konnte ich über die Webcams am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes meist nur leichten Glutschein beobachten. Strombolianische Explosionen traten nur selten auf und waren schwach. Lediglich in der vergangenen Nacht gab es stärkere Explosionen, die glühendes Material auf die Flanken des Kegels schleuderten. Am Tage zeigten sich während der letzten Woche häufig länger andauernde Ascheemissionen. Besonders kräftig waren die Ascheemissionen am Morgen des 29. August, als es gleichzeitig zu einer Phase verstärkter strombolianischer Aktivität kam, wie Fotos der La Montagnola-Wärmebildkamera zeigten. An den übrigen Gipfelkratern konnte ich lediglich die gewohnten Gasemissionen beobachten.

Wie das INGV berichtet konnte bei Besuchen der Gipfelkrater durch INGV-Personal eine Fortdauer der strombolianischen Aktivität im Nordostkrater beobachtet werden. Diese erfolgte aus zwei Öffnungen am Kraterboden. Das ausgeworfene glühende pyroklastische Material blieb jedoch unterhalb des Kraterrands. In der Voragine kam es unterdessen weiterhin zu sporadischen Explosionen bei denen neben grobem pyroklastischem Material auch etwas Asche emittiert wurde. Wie weiter berichtet wird hat sich der Kollapskrater im Zentrum der Bocca Nuova etwas vergrößert. Die Gasemissionen der Bocca Nuova konzentrieren sich auf diesen Krater [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 27.08. bis 01.09.2020 zeigte eine Fortdauer der seit Monaten andauernden Expansion im Gipfelbereich des Ätna [1].

Die Infraschallaktivität nahm im Verlauf der Woche zwischen dem 27.08. und 01.09. etwas zu. Quelle der Aktivität war der Südostkraterkomplex [1].

Im Zeitraum vom 24.08. bis 30.08. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche etwas zurück. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gingen zwischen dem 24.08. und 30.08. zurück und bewegten sich auf niedrigem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche weiterhin von leichtem Rauschen dominiert, das alle übrigen Signale überlagerte. Das Rauschen wurde durch erhöhten Tremor erzeugt. Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau, erreichte dabei jedoch kurzzeitig auch mehrmals knapp hohes Niveau [2].
Zwischen dem 24.08. und 30.08.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2900 - 3000 m [1].

Zwischen dem 27.08. und 04.09. kam es im Bereich des Zentralkraters immer wieder zu leichten Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.7. Vom 27.08. bis 09.09. ereigneten sich im Gebiet des Monte Centenari (Ostflanke) einige schwache Beben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.5. Am 29.08. kam es am Pizzi Deneri (Nordostflanke) zu mehreren Erdbeben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.6 hatte. Am 30.08. wurde am Monte Palestra (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert. Am 31.08. kam es am Monte Frumento Supino (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 01.09. wurde südwestlich des Rifugio Citelli (Ost-/Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 27/08/2020 - 04/09/2020
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28. August 2020

Während der vergangenen Woche nahm die strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes etwas ab. Der Tremor schwankte auf mittlerem Niveau und die seismische Aktivität blieb leicht erhöht.

In der letzten Woche war die strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes schwächer als in der Vorwoche. Dennoch kam es zu einigen Phasen verstärkter Aktivität, die mit moderaten strombolianischen Explosionen, sowie Aschefreisetzungen einher gingen. Solche Perioden ereigneten sich z.B. am frühen Morgen des 23. August oder am 24. August. In den Zeiträumen dazwischen und auch nach dem 25. August waren in den Nächten kaum strombolianische Explosionen erkennbar. Heute Morgen kam es zu einer längeren Phase von anhaltender Aschefreisetzung, die eine mehrere Kilometer lange Aschefahne generierte.
Über der Voragine konnte ich mit Hilfe der Webcams sporadische Ascheemissionen erkennen, die vermutlich durch explosive Aktivität im Intrakraterkegel verursacht wurden. An den übrigen Gipfelkratern zeigten sich die gewohnten Gasfreisetzungen.

Wie das INGV berichtet wurde bei einem Besuch der Gipfelkrater am 21. August eine Fortdauer der strombolianischen Aktivität im Nordostkrater beobachtet. Das ausgeworfene Material blieb dabei unterhalb des Kraterrands [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 17.08. bis 23.08.2020 zeigte eine Fortdauer der seit drei Monaten andauernden Expansion im Gipfelbereich des Ätna [1].
Bei den klinometrischen Daten wurde am 21. August, um 05:30 Uhr ein kleiner Sprung bei den Stationen PDN und CPN (Nordostflanke) aufgezeichnet [1].

Die Infraschallaktivität ging in der Woche zwischen dem 17.08. und 23.08. deutlich zurück. Quelle der Aktivität war der Südostkraterkomplex [1].

Im Zeitraum vom 17.08. bis 23.08. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Vereinzelt lagen die Messwerte oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff blieben im gleichen Zeitraum gegenüber der letzten Messung unverändert. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) stiegen zwischen dem 18.08. und 23.08. etwas an und bewegten sich auf mittlerem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche weiterhin von leichtem Rauschen dominiert, das alle übrigen Signale überlagerte. Das Rauschen wurde durch erhöhten Tremor erzeugt. Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau und war insgesamt niedriger als in der Vorwoche [2].
Zwischen dem 17.08. und 23.08.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2900 - 3000 m [1].

Zwischen dem 21.08. und 24.08. kam es am Monte Centenari (Ostflanke) zu einer Erdbebenserie. Das stärkste Beben hatte dabei eine Magnitude von 1.9. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von ca. 3 Kilometer. Am 23.08. wurde am Rifugio Citelli (Ost-/Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Zwischen dem 23.08. und 27.08. ereigneten sich im Gebiet des Zentralkraters mehrere schwache Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.8. Am 24.08. kam es am Monte Spagnolo (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am 26.08. wurde am Rifugio Citelli ein Beben der Stärke 2.3 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 17/08/2020 - 23/08/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


21. August 2020

In der vergangenen Woche kam es am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes zu weiteren Phasen von kräftigen strombolianischen Explosionen, sowie zu Ascheemissionen. Während sich der Tremor auf mittlerem Niveau hielt stieg die seismische Aktivität wieder etwas an.

Nach einer Phase verstärkter strombolianischer Aktivität am 14. August kam es am Sattelschlot des Neuen Südostkraters während der Nachmittagsstunden des 15. August zu teilweise kräftigen Ascheemissionen. In der Nacht auf den 16. August war die strombolianische Aktivität schwächer als an den Vortagen. Am 16. August folgten erneute Emissionen von dunkler Asche. An den nachfolgenden Tagen kam es zu weiteren, meist länger andauernden Aschefreisetzungen, wobei die Wolken dünner und eher gräulich aussahen. Die strombolianische Aktivität war meist mild und heißes Material wurde nur gelegentlich aus dem Schlot heraus geschleudert. In der Nacht auf den 20. August waren die Explosionen dann wieder stärker und das glühende Material regnete immer wieder auf die südliche Flanke des Kegels nieder. Am Nachmittag des 20. August kam es zu einer weiteren Phase erhöhter strombolianischer Aktivität. Dabei entwickelte sich eine Eruptionssäule aus Gas und Asche. Der Wind transportierte die mehrere Kilometer lange Aschefahne in östliche Richtung. Weitere teilweise kräftige Emissionen von grauer Asche erfolgten bis zum Abend. Die Aschewolken behinderten vorübergehend sogar den Flugbetrieb am internationalen Flughafen von Catania. Am Morgen des 21.08. kam es am Sattelschlot zu einer weiteren eruptiven Phase. Der Höhepunkt wurde gegen 05:00 Uhr erreicht, als kräftige strombolianische Explosionen die gesamte unmittelbare Umgebung des Schlots mit glühendem Material eindeckten. Die Webcams zeigten sogar einige glühende Punkte in der Nähe der südlichen Basis des Südostkraterkomplexes. Am Tage folgten dann weitere Ascheemissionen.
Über der Voragine konnte ich in der letzten Woche gelegentlich kleine Aschewolken erkennen. Am Nordostkrater wurde kaum Gas emittiert. An der Bocca Nuova kam es zu anhaltender Gasemission.

Dieses Webcam-Foto, das heute Morgen während einer Phase verstärkter strombolianischer Aktivität entstand, zeigt neben kräftigen Glutschein über dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes auch rotglühendes Material auf der oberen südlichen Flanke des Kegels. Es war dort zuvor nach einer Serie kräftiger Explosionen niedergegangen:
Strombolianische Explosionen über dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 21.08.20, 04:58:03 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Wie das INGV berichtet waren die Ascheemissionen aus dem Sattelschlot des Neuen Südostkraters am 14. August so kräftig, dass Ascheregen im Raum Pedara, Trecastagni und Viagrande niederging. Bei einem Besuch der Gipfelkrater am 14. August konnte eine Vergrößerung des zentralen Kollapsschlots der Bocca Nuova festgestellt werden. An der Voragine zeigten sich sporadische Explosionen bei denen neben Asche gelegentlich auch heißes Material freigesetzt wurde. Der Schlot auf dem Kraterboden des Nordostkraters produzierte unterdessen weiterhin strombolianische Explosionen, bei denen auch die Freisetzung von glühendem Material beobachtet werden konnte. Weiterhin war diese Aktivität von lauten Detonationen begleitet [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 10.08. bis 16.08.2020 zeigte eine Fortdauer der seit drei Monaten andauernden Expansion im Gipfelbereich des Ätna [1].
Bei den klinometrischen Daten wurde am 10. August, um 15:30 Uhr ein Sprung bei der Station PDN (Pizzi Deneri, Nordostflanke) aufgezeichnet. Es kam zu einer Veränderung von 0.3 microRad bei der X-Komponente und von 0.1 microRad bei der Y-Komponente [1].

Die Infraschallaktivität nahm in der Woche zwischen dem 10.08. und 16.08. deutlich zu. Quelle der Aktivität war hauptsächlich der Südostkraterkomplex [1].

Im Zeitraum vom 10.08. bis 16.08. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche etwas am. Mehrfach lagen die Messwerte oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff blieben im gleichen Zeitraum gegenüber der letzten Messung unverändert. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) stiegen zwischen dem 10.08. und 16.08. an und erreichten mittleres Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche weiterhin von leichtem Rauschen dominiert, das alle übrigen Signale überlagerte. Das Rauschen wurde durch erhöhten Tremor erzeugt. Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau und erreichte mehrmals für kurze Zeit auch hohes Niveau [2].
Zwischen dem 10.08. und 16.08.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2800 - 3000 m [1].

Am 14.08. kam es am Monte Centenari (Ostflanke) zu zwei schwachen Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.5 hatte. Am 15.08. wurde bei Sant'Alfio (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 registriert. Am 16.08. wurde am Monte Frumento Supino (Südflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.6 gemessen. Am 18.08. kam es am La Montagnola (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 18.08. wurden am Monte Frumento Supino mehrere Erdbeben gemessen, wobei das Stärkste eine Magnitude von 2.7 hatte. Am 18.08. kam es östlich des Monte Palestra (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am 19.08. wurde bei Ragalna (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am 19.08. kam es bei Paternò zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.7. Am 20.08. wurde am Monte Centenari ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Am 21.08. wurde am La Montagnola ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am 21.08. kam es am Monte Frumento Supino zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 10/08/2020 - 16/08/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


14. August 2020

In der vergangenen Woche haben die Phasen verstärkter strombolianischer Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes zugenommen. Der Tremor schwankte auf mittlerem Niveau.

Wolken und teilweise auch Gewitter behinderten in der letzten Woche zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes nahm die explosive Aktivität insgesamt etwas zu. Besonders in der Nacht auf den 07. August und auch noch am Morgen des gleichen Tags waren die strombolianischen Explosionen stärker als an den Vortagen und häufig wurde glühendes pyroklastisches Material auf die Flanken des Südostkraterkomplexes geschleudert. Das Donnern der Explosionen war an der Südflanke bis hinunter zum Rifugio Sapienza zu hören. An den nachfolgenden Tagen kam es zu weiteren, jedoch kürzeren Episoden mit verstärkter stromoblianischer Aktivität. Auch gab es wieder Phasen von Ascheemissionen. Heute Morgen ereignete sich erneut eine längere Phase mit gesteigerter strombolianischer Aktivität, die mit teilweise kräftigen Ascheemissionen durchsetzt war.
An Voragine und Nordostkrater kam es in der letzten Woche zu sporadischen Explosionen, wobei an der Voragine gelegentlich auch Pilze aus bräunlicher Asche bzw. Lapilli ausgestoßen wurden. Eine Phase von gehäuft auftretenden Explosionen ereignete sich an der Voragine in den Morgenstunden des 13. August.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 03.08. bis 09.08.2020 ergab keine Veränderungen zur letzten Messung [1].

Die Infraschallaktivität nahm zwischen dem 03.08. und 09.08. zu. Quelle der Aktivität war hauptsächlich der Südostkraterkomplex. Eine untergeordnete Rolle spielten Nordostkrater und Voragine [1].

Im Zeitraum vom 03.08. bis 09.08. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Einige Messwerte lagen oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff zeigten im gleichen Zeitraum einen leichten Anstieg gegenüber der letzten Messung. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gingen zwischen 03.08. und 09.08. deutlich zurück und fielen auf niedriges Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche weiterhin von leichtem Rauschen dominiert, das alle übrigen Signale überlagerte. Das Rauschen wurde durch erhöhten Tremor erzeugt.
Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau und erreichte mehrfach für kurze Zeit auch hohes Niveau [2].
Zwischen dem 03.08. und 09.08.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2800 - 2900 m [1].

Am 07.08. kam es im Bereich des Zentralkraters zu zwei schwachen Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.8 erreichte. Am 08.08. wurde am Monte Lepre (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.8 registriert. Am 11.08. kam es nordöstlich des Monte Collabasso (Nordflanke) zu zwei schwachen Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.6 hatte. Am 12.08. ereignete sich östlich von Contrada Feliciosa (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.6. Am 13.08. wurde nordwestlich des Monte Centenari (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Am 13.08. kam es am Monte Lepre zu einem Erdbeben mit einer Magnitude von 1.5. Am 14.08. ereignete sich im Bereich des Zentralkraters einige schwache Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.5 hatte. Am 14.08. wurde am Monte Palestra (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 2.1 gemessen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 03/08/2020 - 09/08/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


07. August 2020

Während meinem Aufenthalt am Ätna hatte ich Gelegenheit die Gipfelkrater zu besuchen. Hier ein Fotobericht:

Bocca Nuova
Am westlichen bis nordwestlichen Rand der Bocca Nuova befinden sich immer noch die Reste des Lavastroms vom Mai 2016, der hier über den Kraterrand trat. Die großen Felsen kleben praktisch an der oberen inneren Kraterwand. Diese Kraterwand geht in Form mehrerer Stufen zum westlichen Kraterboden der Bocca Nuova über, der jedoch wegen dichtem Gas nicht einsehbar ist. Weiter entlang des südlichen Kraterrands schließt sich die seit vielen Jahren vorhandene Plattform an, die mit alten meist inaktiven Fumarolen überzogen ist. Hier finden sich auch zahlreiche frische Bomben, die von der explosiven Aktivität des Intrakraterkegels der Voragine stammen. Die Bocca Nuova besitzt in ihrem zentralen Bereich einen Kollapskrater der anhaltend Gas freisetzt. Bedingt durch diese Gasemissionen ist sein Boden nicht einsehbar. Entlang seines nördlichen bis nordöstlichen Rands befindet sich ein fächerförmiges Lavafeld, das bis zum südlichen Rand des Intrakraterkegels der Voragine reicht. Es stammt von der effusiven Aktivität, die sich in den ersten Monaten dieses Jahres am Intrakraterkegel zugetragen hat. Aus dem Lavafeld steigt anhaltend Gas auf und manchmal hört man auch Geröll in die Tiefe stürzen. Der südöstliche Abschnitt der Bocca Nuova, wo sich bis letztes Jahr noch ein Kollapsschlot befunden hatte, ist mit der Lava aus dem Intrakraterkegel der Voragine überzogen. Einige alte Felsen am südlichen Rand dieses Lavafelds sind von Fumarolen durchsetzt und dadurch mit gelben Schwefelablagerungen bedeckt.

Blick entlang des westlichen Rands der Bocca Nuova
31.07.2020 08:34 Uhr
Blick entlang des westlichen Rands der Bocca Nuova. Die Felsen, die hier am Kraterrand hängen, stammen noch vom Lavastrom aus der Voragine, der hier im Mai 2016 übergetreten ist.
Innere westliche Wand der Bocca Nuova
31.07.2020 08:34 Uhr
Stufenförmig geht die innere westliche Wand der Bocca Nuova zum Kraterboden über, der aber auf Grund von Gas nicht einsehbar ist.
Lavafeld von Bocca Nuova zum Tumulus des Intrakraterkegels der Voragine
31.07.2020 09:01 Uhr
Der zentrale Schlot der Bocca Nuova geht an seinem nördlichen Rand in ein Lavafeld über, dass sich bis zum Tumulus des Intrakraterkegels der Voragine zieht. Hier wird anhaltend Gas emittiert und manchmal löst sich auch Geröll und stürzt polternd in die Tiefe.
Blick vom östlichen Rand der Bocca Nuova auf ihren südöstlichen Abschnitt
31.07.2020 09:31 Uhr
Blick vom östlichen Rand der Bocca Nuova auf ihren südöstlichen Abschnitt. Wo sich letztes Jahr noch ein Kollapsschlot befunden hatte ist nun alles mit der Lava aus der Voragine überzogen. Entlang des südlichen Kraterrands (linke Bildhälfte) zieht sich die seit vielen Jahren vorhandene Plattform, die mit frischen Bomben und alten Fumarolen überzogen ist.
Voragine
Seit meinem letzten Besuch im Juni 2019 hat sich die Morphologie der Voragine stark verändert. Wo sich im vergangenen Jahr noch ein großer Krater befand, ragt nun der Intrakraterkegel empor, der sich seit September 2019 durch anhaltende strombolianische und zeitweise auch effusive Aktivität aufgebaut hat. Die Spitze des Kegels liegt am nordöstlichen Rand der Voragine, ganz in der Nähe des breiten Grabens, der bei ihrer heftigen eruptiven Episode im Jahre 2016 entstand und vom Nordostkrater in Richtung Voragine verläuft. Der Gipfelbereich des Intrakraterkegels ist etwa genauso hoch wie der östliche Rand des Zentralkraterkegels. Er besitzt zwei Schlote und die Schlackenkegel um diese Schlote sind zusammengewachsen. Der Intrakraterkegel besitzt in seinem südlichen und südöstlichen Abschnitt eine Ansammlung von Tumuli, die durch die monatelange effusive Aktivität entstanden sind. Dadurch fällt der Kegel zunächst in Form eine länglichen Rampe zur Bocca Nuova hin ab und bildet im Bereich der Tumuli noch einmal eine Erhöhung aus. Von hier aus geht das komplexe Lavafeld, das mehrere Lavakanäle besitzt in die Bocca Nuova über. Aus dem Bereich der Tumuli wird anhaltend und kräftig Gas freigesetzt. Der südöstliche Schlot generiert alle 10 – 15 min. strombolianische oder vulkanische Explosionen. Dabei werden neben bräunlicher Asche auch größere (mehrere zig Zentimeter Durchmesser) Bomben oder Blöcke ausgeworfen. Das meiste Material geht dabei in nächster Umgebung des Intrakraterkegels nieder. Kleine Lapilli und Asche regnen jedoch auch auf den südlichen Rand der Bocca Nuova herab. Dadurch ist eine Inspektion der näheren Umgebung des Intrakraterkegels leider zu gefährlich. Das ganze Gebiet östlich der Voragine bzw. die obere östliche Flanke des Zentralkraterkegels ist mit zahlreichen, teilweise bis zu 50 cm großen Bomben übersäht, die aus der Voragine stammen.

Blick vom südlichen Kraterrand der Bocca Nuova nach Norden auf die Voragine
31.07.2020 08:58 Uhr
Blick vom südlichen Kraterrand der Bocca Nuova nach Norden auf die Voragine. In der Bildmitte setzen die Tumuli, die sich südlich des Intrakraterkegels befinden, anhaltend Gas frei.
Blick vom östlichen Rand der Bocca Nuova auf die Tumuli
31.07.2020 09:22 Uhr
Blick vom östlichen Rand der Bocca Nuova auf die Tumuli, die sich südlich des Intrakraterkegels befinden und hier eine kleine Erhöhung ausbilden.
Explosion am Intrakraterkegel der Voragine
31.07.2020 09:21 Uhr
Am südöstlichen Schlot des Intrakraterkegels ereignen sich alle 10 - 15 min. Explosionen. Dabei werden neben bräunlicher Asche auch Bomben und Lavablöcke ausgeworfen. Die Aschepilze ziehen über mich hinweg in südliche Richtung und aus ihnen regnen neben Asche auch kleine Lapilli.
Blick über die obere östliche Flanke des Zentralkraterkegels nach Westen
31.07.2020 09:45 Uhr
Blick über die obere östliche Flanke des Zentralkraterkegels nach Westen. Das ganze Gebiet hier ist mit Lavabomben und Lavablöcken überzogen. Sie stammen von heftigen Explosionen, die der Intrakraterkegel der Voragine während seiner Entstehung generiert hat.
Video Tumuli des Intrakraterkegels, Booca Nuova, Explosion Intrakraterkegel Voragine
31.07.2020 09:27 Uhr, 25.5 MB, 25 s
Dieses Video wurde vom südöstlichen Rand der Bocca Nuova aus aufgenommen und zeigt zunächst die Tumuli des Intrakraterkegels und anschließend den südöstlichen Abschnitt der Bocca Nuova. Dann schwenkt die Kamera rasch zu einer Explosion aus dem Intrakraterkegel.

Nordostkrater
Der Nordostkrater hat sich seit vergangenem Jahr bedingt durch Kollaps noch etwas in nördliche Richtung ausgeweitet und dabei einen Teil einer, am nördlichen Kraterrand vorhandenen Erhebung "angefressen". An seinem südlichen Rand befindet sich nach wie vor ein breiter Graben, der Hitze emittiert und von Schwefelablagerungen überzogen ist. Die Kraterränder hängen meist über und der Krater selbst hat steile Wände, die trichterförmig abfallen. Vom ehemaligen Kraterboden, der bedingt durch die eruptive Aktivität des Jahres 2016 relativ hoch lag, ist nur noch im östlichen bis nordöstlichen Abschnitt ein schmaler Streifen übriggeblieben. Der durch Kollaps entstandene neue Kraterboden liegt nun deutlich tiefer und ist bedingt durch überhängende Kraterränder kaum einsehbar. Somit wird praktisch der gesamte Nordostkrater von einem Schlot mit steilen Wänden eingenommen. Dieser setzt nur wenig Gas frei. Alle zwei bis drei Sekunden kommt es zu einem Knall, der von tiefsitzenden strombolianischen Explosionen verursacht wird. Nach einigen (4-5) kleineren Explosionen folgt meist eine heftigere, die sehr laut und im gesamten Gipfelkraterbereich hörbar ist. Dabei werden dann auch kleinere Bomben einige zig Meter aus dem Schlot empor geschleudert.

Graben am südlichen Rand des Nordostkraters mit Schwefelablagerungen
31.07.2020 09:52 Uhr
Der seit dem Jahre 2016 vorhandene breite Graben am südlichen Rand des Nordostkraters emittiert nach wie vor Hitze und ist mit Schwefelablagerungen überzogen. Allerdings ist er in südliche Richtung von vielen Bomben und Lapilli aus der Voragine verschüttet.
Blick entlang Graben zum Nordostkrater
31.07.2020 09:56 Uhr
Weiter nach Norden wird der Graben tiefer und geht schließlich in den Nordostkrater über.
Blick auf den überhängenden nördlichen Rand des Nordostkraters
31.07.2020 09:56 Uhr
Blick auf den überhängenden nördlichen Rand des Nordostkraters. Der Hügel auf seinem nördlichen Abschnitt ist bereits seit letztem Jahr stark "angefressen".
Blick auf die senkrechten Wände des Nordostkraters
31.07.2020 09:56 Uhr
Die Wände des Nordostkraters fallen nahezu senkrecht ab und bilden einen Trichter, der in einem Schlot auf dem Kraterboden endet. Immer wieder kommt es dort zu heftigen Detonationen, bei denen einige Lavabomben und etwas Gas emporsteigen.
Video westlicher und nördlicher Rand, sowie Schlot des Nordostkraters
31.07.2020 09:59 Uhr, 21.1 MB, 20 s Dieses Video wurde am östlichen Rand des Nordostkraters aufgezeichnet und zeigt zunächst den westlichen und anschließend den nördlichen Kraterrand. Dann geht der Blick hinunter in den Schlot.

Südostkraterkomplex
Die bedeutendste morphologische Veränderung am Südostkraterkomplex hat sich im Bereich des sogenannten Sattelschlots ereignet. Dabei handelt es sich um den südlichen bzw. zentralen Schlot des zwischen altem und neuem Südostkrater gelegenen Sattelkegels, der auch noch einen nordöstlichen Schlot besitzt. Der südliche Schlot hat sich bedingt durch die eruptive Aktivität im Juli 2019, sowie durch die jüngsten eruptiven Phasen gegenüber meinem letzten Besuch (Juni 2019) vergrößert und insbesondere in Richtung Norden und Südosten ausgeweitet. Er ist mit dem zentralen Sattelschlot zusammengewachsen und es haben sich um den Schlot auch bereits kleine Ablagerungen aus pyroklastischem Material gebildet. Anhaltende kräftige Gas- sowie Ascheemissionen verhinderten jedoch immer wieder einen genaueren Blick auf den Schlot bzw. Krater. Am südlichen bzw. südwestlichen Rand des Südostkraterkomplexes sind zwei neue Spalten vorhanden, die während einer eruptiven Phase im Juli 2019 zwei Lavaströme freisetzten. Der Östliche hat dabei das Gebiet zwischen Monte Barbagallo (2002/03-Krater) und Monte Frumento Supino überquert und der westliche ist westlich des Monte Frumento Supino in Richtung Süden geflossen. Der Fahrweg, der vom Monte Barbagallo um die Gipfelkrater herum nach Norden führt ist dadurch immer noch verschüttet. An der nördlichen Basis des Südostkraterkomplexes erkennt man ebenfalls einen Lavastrom, der im Juli 2019 emittiert wurde und sich in Richtung Valle del Bove bewegt hatte. Die Spalten an der südöstlichen Basis des Neuen Südostkraters, die im Dezember 2018 bzw. Mai 2019 während kurzer eruptiver Episoden entstanden sind, emittieren immer noch Dampf.

Der Südostkraterkomplex von Südosten aus betrachtet
28.07.2020 14:03 Uhr
Der Südostkraterkomplex von Südosten (La Montagnola) aus betrachtet. Der Sattelschlot, der sich zwischen altem und neuem Südostkrater entwickelt hat, ist durch Kollaps und eruptive Tätigkeit deutlich gewachsen und hat sich quasi zum Hauptkrater dieses Komplexes entwickelt.
Blick von Süden auf den Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
29.07.2020 11:37 Uhr
Blick von Süden auf den Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Durch die seit April andauernde milde strombolianische Aktivität haben sich erste Ablagerungen aus pyroklastischem Material gebildet.
Eruptive Spalten an der unteren südlichen bzw. südwestlichen Flanke des Südostkraterkomplexes
31.07.2020 11:11 Uhr
An der unteren südlichen bzw. südwestlichen Flanke des Südostkraterkomplexes kann man zwei eruptive Spalten erkennen, die im Juli 2019 aktiv waren und Lavaströme generiert hatten, die am Monte Frumento Supino vorbei nach Süden geflossen sind.
Blick aus nordöstlicher Richtung (Rocca della Valle) auf den Südostkraterkomplex
30.07.2020 13:01 Uhr
Blick aus nordöstlicher Richtung (Rocca della Valle) auf den Südostkraterkomplex. Der Kegel des neuen Südostkraters hat sich gegenüber dem letzten Jahr kaum verändert. Nur an seiner nordöstlichen Basis ist eine eruptive Spalte erkennbar, die im Juli 2019 aktiv war.
Blick aus nordöstlicher Richtung (Rocca della Valle) auf den Südostkraterkomplex
30.07.2020 13:01 Uhr
Zoom auf die eruptive Spalte an der nordöstlichen Basis des Neuen Südostkraters. Man erkennt mehrere effusive Schlote, wobei nur einer länger aktiv war und einen Lavastrom in Richtung Valle del Bove förderte.
Blick von der östlichen Flanke des Zentralkraterkegels nach Südost auf den Südostkraterkomplex
31.07.2020 09:42 Uhr
Blick von der östlichen Flanke des Zentralkraterkegels nach Südost auf den Südostkraterkomplex. Im Vordergrund der alte, inaktive Südostkrater. Dahinter erkennt man einen Teil des nordöstlichen Sattelschlots und rechts dahinter der aktive südliche Sattelschlot, der gerade dunkle Asche emittiert.
Video Ascheemissionen aus dem Südostkraterkomplex
31.07.2020 09:26 Uhr, 25.7 MB, 25 s Dieses Video zeigt die Ascheemissionen aus dem Südostkraterkomplex aufgenommen vom südöstlichen Rand der Bocca Nuova.



06. August 2020

Im Verlauf der letzten Woche hat der Sattelschlot des Südostkraterkomplexes seine Aktivität noch etwas verstärkt und es kam zu einigen Phasen mit strombolianischer Aktivität. Auch der Tremor ist gestiegen.

In den vergangenen Tagen kam es am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes meist zu milder, tiefsitzender strombolianischer Aktivität. Im Laufe der Woche häuften sich aber auch kurze Phasen, die von etwas stärkeren strombolianischen Explosionen geprägt waren. Dann wurden glühendes pyroklastisches Material und Bomben auf die unmittelbare Umgebung des Schlots geschleudert. Manchmal rollten auch glühende Bomben der südlichen Flanke des Südostkraterkomplexes hinab. Auch gab es wieder Phasen von Ascheemissionen. Die Gasemissionen waren anhaltend und pulsartig verstärkt.
Am Intrakraterkegel der Voragine kam es zu sporadischen strombolianischen Explosionen. Sie traten mal häufiger und mal weniger häufig auf.
Die Bocca Nuova setzte anhaltend Gas aus ihrem zentralen Schlot frei.
Der Nordostkrater erzeugte weiterhin laute Detonationen, die von tiefsitzenden strombolianischen Explosionen generiert wurden. Die Gasemission war dort relativ gering.

Dieses Foto, das ich am Abend des 03. August vom Schiena dell'Asino (Südostflanke) aus machen konnte zeigt die pulsartig verstärkte Gasemission aus dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes:
Pulsartig verstärkte Gasemission aus dem Sattelschlot
03.08.2020 18:11 Uhr

Nach Einbruch der Dunkelheit wird die Gasfahne über dem Sattelschlot durch die milde, meist tiefsitzende strombolianische Aktivität rötlich illuminiert. Ein kräftiger südwestlicher Wind verbiegt die Gasfahne nach Nordosten:
Tiefsitzende strombolianische Aktivität illuminiert Gasfahne des Sattelschlots
03.08.2020 20:50 Uhr

Heute Mittag kam es am Sattelschlot wieder zu einer Phase erhöhter Aktivität. Zunächst wird aus dem Schlot unter lautem Fauchen dunkle Asche emittiert, die vom kräftigen Wind in östliche Richtung getrieben wird:
Ascheemission unter lautem Fauchen aus Sattelschlot
06.08.2020 11:43 Uhr

Dann folgen einige strombolianische Explosionen. Dabei wird heißes pyroklastisches Material 50 - 100 m hoch ausgeworfen. Einige größere Bomben werden nur etwas höher als der Kraterrand geschleudert und landen mit polterndem Geräusch wieder im Krater:
Strombolianische Explosionen mit Bomben am Sattelschlot
06.08.2020 12:07 Uhr

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 27.07. bis 02.08.2020 ergab keine Veränderungen zur letzten Messung [1].

Die Daten der Infraschallaktivität zeigten zwischen dem 27.07. und 02.08.2020 lediglich niedrige Werte [1].

Zwischen dem 27.07. und 02.08. blieb die Rate an Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Die Messwerte lagen mehrmals bei über 5000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum nahmen die Chlorwasserstoffemissionen im Vergleich zur letzten Messung etwas zu. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gingen im gleichen Zeitraum deutlich zurück. Die jüngste Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 27. Juli durchgeführt wurde ergab mit 0.66 erneut einen niedrigeren Messwert als bei der letzten Untersuchung [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche weiterhin von leichtem Rauschen dominiert, das alle übrigen Signale überlagerte. Das Rauschen wurde durch erhöhten Tremor erzeugt. Der Tremor bewegte sich in der vergangenen Woche meist auf mittlerem Niveau und unterlag deutlichen Schwankungen. Insgesamt zeigte sich jedoch ein ansteigender Trend und ab dem 05. August wurde vorübergehend mehrmals hohes Niveau erreicht [2]. Zwischen dem 27.07. und 02.08.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater in der Nähe der Oberfläche [1].

Am 02.08. ereigneten sich am Monte Centenari (Ostflanke) zwei Beben, die Magnituden von 1.8 erreichten [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 27/07/2020 - 02/08/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


31. Juli 2020

Auch in der letzten Woche war der Sattelschlot des Neuen Südostkraters recht aktiv und produzierte strombolianische Explosionen und Ascheemissionen. Am Intrakraterkegel der Voragine hat die explosive Aktivität wieder zugenommen.

Seit dem 27. Juli befinde ich mich am Ätna und kann die Aktivität im Gipfelbereich direkt beobachten.
In der vergangenen Woche wechselten sich am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes weiterhin Phasen erhöhter strombolianischer Aktivität mit Phasen tiefsitzender explosiver Aktivität ab. Zwischenzeitlich kam es auch immer wieder zu Ascheemissionen, die vor allem dann auftraten, wenn die Intensität der Aktivität wechselte. Einige stärkere strombolianische Explosionen schleuderten das glühende pyroklastische Material auf den Rand des Schlots, wobei einige Bomben auch der südlichen Flanke des Südostkraterkomplexes hinab rollten. Phasenweise kam es auch zur Freisetzung von bläulichem Gas unter starker Geräuschentwicklung; das Fauchen war bis hinunter zum Touristenkomplex am Rifugio Sapienza zu hören.
Am Intrakraterkegel der Voragine ereigneten sich einzelne Explosionen. Dabei wurden kleine bräunliche Aschewolken freigesetzt. Häufig waren die Ascheemissionen auch von glühendem pyroklastischen Material und Lavabomben durchsetzt. In den Nächten auf den 30. Juli bzw. 31. Juli konnte ich über die La Montagnola Webcam des INGV strombolianische Explosionen erkennen, bei denen glühendes Material ca. 100 m höher als der Kraterrand der Voragine geschleudert wurde. Am Morgen des 31. Juli traten die Explosionen ca. alle 15 - 20 min. auf.
Am Nordostkrater kam es zu tiefsitzenden strombolianischen Explosionen. Manchmal generierten sie lauten Donner, der im gesamten Gipfelbereich hörbar war. Am 31. Juli ereigneten sich diese Explosionen alle 2 - 3 Minuten.

Nachfolgend einige Fotos von der Aktivität am Südostkraterkomplex:
Emission von Dampf, Gas und Asche aus dem Sattelschlot
28.07.2020 11:50 Uhr
Blick vom La Montagnola auf den Südostkraterkomplex. Begleitet von lautem Fauchen werden aus dem Sattelschlot nahezu anhaltend Dampf und Gas ausgestoßen, die mal mit mehr und mal mit weniger grauer Asche durchsetzt sind.
Gas- und Aschesäule aus Sattelschlot über dem La Montagnola
28.07.2020 15:25 Uhr
Die Emissionen aus dem Sattelschlot erzeugen eine Gas- und Aschesäule, die weithin sichtbar ist. Hier geht der Blick von Süden (SP92 am Rifugio Sapienza) in nördliche Richtung zum La Montagnola.
Intensivere Ascheemissionen am 29. Juli
29.07.2020 13:07 Uhr
Heute sind die Aschefreisetzungen intensiver als an den Vortagen. Manchmal schießen sogar kleine Fontänen aus dunkler Asche aus dem Sattelschlot empor.
Aschesäule über dem Südostkraterkomplex zieht nach Süden
29.07.2020 15:12 Uhr
Blick von der westlichen Basis des Monte Barbagallo (2002-/03-Krater) nach Norden auf den Südostkraterkomplex. Die Asche wird vom Wind meist in südliche Richtung getragen und sorgt am Rifugio Sapienza für leichten Ascheregen.
Gas- und Ascheemissionen aus dem Südostkraterkomplex
28.07.2020 13:00 Uhr, 24.3 MB, 24 s Dieses Video zeigt die Gas- und Ascheemissionen aus dem Südostkraterkomplex aufgenommen vom La Montagnola.

Dieses Foto, das am heutigen Morgen entstand zeigt eine Explosion am Intrakraterkegel der Voragine. Neben Asche werden auch Bomben und Lapilli ausgeworfen:
Ascheemission am Intrakraterkegel der Voragine
31.07.2020 10:33 Uhr

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 20.07. bis 26.07.2020 ergab keine Veränderungen zur letzten Messung. Allerdings zeigte sich an einer Station (CBD, Nordostflanke) eine leichte Veränderung bei den klinometrischen Daten, die nach einem Erdbeben der Stärke 2.9 am 26. Juli in der Nähe des Pizzi Deneri auftraten [1].

Die Infraschallaktivität nahm im Zeitraum vom 20.07. bis 26.07. etwas zu. Quelle der Aktivität war der Südostkraterkomplex [1].

Zwischen dem 20.07. und 26.07. gingen die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern im Vergleich zur Vorwoche etwas zurück. Die Messwerte lagen mehrmals bei über 5000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gingen im gleichen Zeitraum deutlich zurück [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche zeitweise von leichtem Rauschen überlagert, das von erhöhtem Tremor verursacht wurde. Während den kurzen Phasen niedrigeren Tremors waren einige langperiodische Signale erkennbar.
Der Tremor bewegte sich in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau und unterlag dabei starken Schwankungen [2].
Zwischen dem 20.07. und 26.07.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2800 - 3000 m [1].

Vom 24.07. bis 25.07. kam es im Gebiet des Zentralkraters zu einer Serie sehr schwacher Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.4 erreichte. Am 24.07. kam es westlich des Monte Minardo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 24.07. wurde südwestlich von Bronte (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.6 registriert. Am 26.07. kam es am Pizzi Deneri (Nordostflanke), sowie etwas südöstlich davon zu einer kleinen Erdbebenserie. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 2.9, einige weitere Erdstöße hatten Magnituden um 2.0. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von ca. 3 - 5 Kilometern. Am 29.07. wurde bei Santa Maria di Licodia (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am 30.07. kam es am Monte Scorsone (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].
  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 20/07/2020 - 26/07/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


24. Juli 2020

Während der letzten Woche kam es am Südostkraterkomplex wiederholt zu Phasen erhöhter strombolianischer Aktivität. Während sich der Tremor auf mittlerem Niveau hielt, hat die seismische Aktivität deutlich zugenommen.

In der vergangenen Woche wechselten sich am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes immer wieder Phasen erhöhter strombolianischer Aktivität mit Phasen tiefsitzender strombolianischer Aktivität ab. Währen der erhöhten Aktivität wurde glühendes pyroklastisches Material mindestens 100 m höher als der Kraterrand geschleudert und regnete meist auf die umliegende Umgebung des Sattelschlots ab. Bei einigen stärkeren Explosionen ging das Material aber auch auf die Süd- bis Südostflanke des Neuen Südostkraters nieder. Diese eruptiven Phasen waren häufig auch mit verstärkten Ascheemissionen verbunden, wobei meist anhaltend bräunliches bis dunkelgraues Material ausgestoßen wurde. Während den ruhigeren Phasen konnte ich nachts Glutschein wechselnder Intensität erkennen und am Tage zeigte sich pulsartig verstärkte Gasemission ohne nennenswerte Ascheemissionen.
An den übrigen Gipfelkratern konnte ich die üblichen Gasemissionen beobachten. An der Voragine kam es zeitweise zu anhaltenden aber leichten Emissionen von feiner bräunlicher Asche.

Dieses Webcam-Foto vom heutigen Vormittag zeigt eine kleine Aschesäule über dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes, die sich während einer Phase erhöhter Aktivität entwickelte. Dabei wird pulsartig verstärkt graue Asche emittiert und es kommt außerdem zur Freisetzung von heißem Material:
Aschesäule über dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 24.07.2020, 11:12 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 13.07. bis 19.07.2020 ergab keine Veränderungen zur letzten Messung [1].

Die Infraschallaktivität ging im Zeitraum vom 13.07. bis 19.07.2020 im Vergleich zur Vorwoche zurück. Eine hauptsächliche Quelle der Aktivität konnte nicht bestimmt werden [1].

Im Zeitraum vom 13.07. bis 19.07. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche an. Einige Messwerte lagen oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff zeigten im gleichen Zeitraum einen leichten Anstieg gegenüber der letzten Messung und bewegten sich unterhalb des normalen Niveaus. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) stiegen bis zum 17.07. rasch an, gingen danach aber wieder etwas zurück. Insgesamt bewegten sie sich auf mittlerem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche weiterhin von leichtem Rauschen dominiert, das alle übrigen Signale überlagerte. Das Rauschen wurde durch erhöhten Tremor erzeugt.
Der Tremor bewegte sich in der letzten Woche auf mittlerem Niveau und unterlag starken Schwankungen [2].
Zwischen dem 13.07. und 19.07.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2800 - 3000 m [1].

Am 17.07. kam es nordöstlich des Monte Centenari (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 2.5. Am 17.07. wurde am Monte Scorsone (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 registriert. Am 17.07. kam es bei Maletto (Nordwestflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.7. Am 18.07. wurde westlich des Monte Frumento Supino (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Am 19.07. ereigneten sich nordwestlich des Piano Pernicano (Nordostflanke) zwei Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.8 hatte. Am 19. und 20.07. kam es nördlich des Monte Centenari zu mehreren schwachen Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.9 hatte. Am 20.07. wurden im Raum Monte Denza - Monte Palestra (Südwestflanke) zwei Beben mit Magnituden von 1.6 verzeichnet. Am 21.07. kam es bei Ragalna (Südflanke) zu mehreren Erdbeben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.9 hatte. Am 21.07. wurden am Monte Scorsone zwei Beben registriert. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.7. Am 22.07. ereignete sich südöstlich des Pizzi Deneri (Nordostflanke) eine kleine Erdbebenserie. Hier hatte das stärkste Beben eine Magnitude von 2.0. Am 24.07. kam es südöstlich von Ragalna zu einem Beben der Stärke 2.1 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 13/07/2020 - 19/07/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


17. Juli 2020

Im Laufe der letzten Woche hat die strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Neuen Südostkraters deutlich zugenommen. Der Tremor unterlag dabei deutlichen Schwankungen bewegte sich aber auf mittlerem Niveau.

In der vergangenen Woche hüllten sich die Gipfelkrater des Ätna tagsüber meist in Wolken. In den Nächten und während den frühen Morgenstunden waren die Beobachtungsbedingungen dagegen überwiegend gut. Am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes zeigte sich zunächst pulsierender Glutschein, der auf tiefsitzende strombolianische Explosionen schließen ließ. Am Morgen des 12.07. kam es dort dann wiederholt zur Emission von bräunlichen Aschewolken. Am 13.07. setzten sich diese Emissionen fort und es wurde auch vermehrt dunkle Asche freigesetzt. In der Nacht auf den 14. Juli kam es dann an dem Sattelschlot zu stärkeren strombolianischen Explosionen. Diese Explosionen schleuderten das glühende pyroklastische Material bis etwa 100 m in die Höhe bevor es auf die Umgebung des Schlots niederregnete und teilweise sogar die südliche bis südöstliche Basis des Neuen Südostkraters erreichte. Am Abend des 14. Juli waren dann wieder kräftige strombolianische Explosionen an dem Schlot erkennbar, die auch in der Nacht auf den 15. Juli andauerten. Schlechtes Wetter behinderte im Tagesverlauf und auch in der Nacht die weitere Beobachtung, aber am frühen Morgen des 16. Juli lockerten die Wolken wieder auf und es waren weiterhin kräftige Explosionen erkennbar, die häufig glühendes Material auf die südliche Flanke des Neuen Südostkraters schleuderten. Eine ähnliche Aktivität zeigte sich auch in der vergangenen Nacht.
Über der Voragine waren nur gelegentlich schwache Ascheemissionen zu sehen. Einmal konnte ich aber auch eine strombolianische Explosion erkennen bei der glühendes Material mindestens 100 m höher als der Kraterrand der Voragine geschleudert wurde. Diese Explosion ereignete sich am Abend des 14. Juli.
Am Nordostkrater und an der Bocca Nuova konnte ich in der letzten Woche nur leichte Gasemission erkennen.

Dieses Webcam-Foto zeigt eine strombolianische Explosion über der Voragine (links) am Abend des 14. Juli. Am Intrakraterkegel ereignen sich zurzeit nur sporadisch solche Ereignisse und meist wird nur altes Material freigesetzt:
Strombolianische Explosion über der Voragine
Foto vom 14.07.2020, 21:45 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Bei Besuchen der Gipfelkrater durch INGV-Personal zwischen dem 08. und 10. Juli wurden am Intrakraterkegel der Voragine sporadische Explosionen beobachtet bei denen etwas Asche (altes Material) freigesetzt wurde. Am Kollapskrater der Bocca Nuova kam es nur zu schwacher Gasemission. Am Nordostkrater kam es zu tiefsitzender Aktivität verbunden mit pulsartigen und schnellem Gasausstoss [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 06.07. bis 12.07.2020 ergab keine Veränderungen zur letzten Messung [1].

Die Daten der Infraschallaktivität zeigten zwischen dem 06.07. und 12.07.2020 insgesamt moderate Werte. Quelle der Ereignisse war zunächst der Südostkraterkomplex und ab dem 09. Juli der Nordostkrater [1].

Im Zeitraum vom 06.07. bis 12.07. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche etwas zurück. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Chlorwasserstoff konnten nicht gemessen werden. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) hielten sich zwischen dem 06.07. und 12.07. auf mittlerem Niveau. Die jüngste Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 01. Juli durchgeführt wurde ergab mit 0.69 erneut einen niedrigeren Messwert als bei der letzten Untersuchung [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche weiterhin von leichtem Rauschen dominiert, das alle übrigen Signale überlagerte. Das Rauschen wurde durch erhöhten Tremor erzeugt. Der Tremor bewegte sich in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau, wobei die Intensität der Schwankungen im Laufe der Zeit zunahm. Teilweise kam es zu schnellen Sprüngen zwischen niedrigem und hohem Niveau [2].
Zwischen dem 06.07. und 12.07.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2900 - 3000 m [1].

Am 11.07. wurde nordwestlich des Monte Spagnolo (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.9 gemessen. Am 13.07. kam es am Monte Minardo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 15.07. ereigneten sich südöstlich von Ragalna (Südflanke) mehrere Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 3.0. Die Beben ereigneten sich in sehr geringer Tiefe. Am 16.07. kam es nördlich von Maletto (Nordwestflanke) zu zwei Beben die Magnituden von 1.7 bzw. 2.7 erreichten [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 06/07/2020 - 12/07/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


10. Juli 2020

In den vergangenen Tagen nahm die Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes zu und es kam zu kurzen Phasen mit strombolianischen Explosionen. Im Nordostkrater wurden tiefsitzende strombolianische Explosionen beobachtet. Die seismische Aktivität hat unterdessen wieder etwas zugenommen.

Schlechtes Wetter behinderte in der vergangenen Woche zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Während den wolkenfreien Stunden zeigte sich am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes pulsartig verstärkte Gasemission. In den Nächten war weiterhin leichter Glutschein über dem Schlot erkennbar, der durch tiefsitzende strombolianische Aktivität verursacht wurde. Am frühen Morgen des 09. Juli verstärkte sich ab 03:45 Uhr plötzlich die Aktivität am Schlot und der Glutschein intensivierte sich deutlich. Es kam zu etwas stärkeren strombolianischen Explosionen, die auch glühendes Material aus dem Schlot herausschleuderten. Ab 04:45 Uhr ging diese kurze Phase verstärkter Aktivität bereits wieder zu Ende und es zeigte sich lediglich pulsierender Glutschein über dem Schlot. Gleichzeitig ging der Tremor, der sich zuvor auf hohem Niveau befand, rasch auf mittleres Niveau zurück. In der vergangenen Nacht war dann zunächst nur pulsierender Glutschein erkennbar. Gegen 03:00 Uhr setzten dann wieder etwas stärkere Explosionen ein und gelegentlich wurde glühendes Material auf die Südflanke des Neuen Südostkraters ausgeworfen. Bis ca. 05:00 Uhr ereigneten sich weitere Explosionen. Dann verhinderte die zunehmende Helligkeit die weitere Beobachtung der Aktivität.
An den übrigen Gipfelkratern konnte ich in der letzten Woche nur die gewohnten Gasemissionen beobachten.

Auf diesem Webcam Foto, das am frühen Morgen des 09. Juli entstand, kann man die strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes erkennen. Glühendes Material wird dabei ca. 100 m hoch ausgeworfen bevor es auf die südliche Flanke des Neuen Südostkraters herabregnet:
Strombolianische Explosion am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 09.07.2020, 04:06 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Am 03. Juli wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Am Kollapskrater der Bocca Nuova, der sich in ihrem zentralen Bereich befindet, steigt vom Kraterboden nur wenig Gas auf. Im südlichen Abschnitt des Kraterbodens, sowie entlang des Lavastroms, der bis Ende April von der Voragine in die Bocca Nuova floss, befindet sich ein Fumarolensystem. Aus dem Intrakraterkegel der Voragine wird nur wenig Gas freigesetzt. Auf dem Kraterboden des Nordostkraters setzt ein Schlot Gas frei. Dabei kommt es innerhalb des Schlots gelegentlich zu strombolianischer Aktivität [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 29.06. bis 05.07.2020 ergab keine Veränderungen zur letzten Messung [1].

Zwischen dem 29.06. und 05.07. ging die Infraschallaktivität an den Gipfelkratern im Vergleich zur Vorwoche etwas zurück. Quelle der Aktivität war der Südostkraterkomplex [1].

Im Zeitraum vom 29.06. bis 05.07. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche deutlich zurück. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Auch die Messwerte für Chlorwasserstoff gingen im gleichen Zeitraum zurück. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) schwankten zwischen dem 29.06. und 05.07. auf mittlerem Niveau. Die jüngste Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 12. Juni durchgeführt wurde ergab einen niedrigeren Messwert als bei der letzten Untersuchung, womit sich der seit Februar anhaltende Trend zu geringeren Messwerten fortsetzte [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche weiterhin von leichtem Rauschen dominiert, das alle übrigen Signale überlagerte. Das Rauschen wurde durch hohen Tremor erzeugt. In der vergangenen Woche schwankte der Tremor zunächst auf erhöhtem Niveau und erreichte am 07. Juli einen vorläufigen Höhepunkt. Am 09.07. fiel er rasch auf mittleres Niveau und hielt sich dort auch noch heute [2].
Zwischen dem 29.06. und 05.07.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2900 - 3000 m [1].

Vom 03. bis 04.07. ereignete sich westlich des Ätna, in einem Gebiet ca. 8 Km nordöstlich von Regalbuto, eine Erdbebenserie. Die stärksten Erschütterungen erreichten dabei Magnituden von bis zu 2.0. Die Beben fanden in einer Tiefe von ca. 15 Km statt. Am 04.07. wurde am Pizzi Deneri (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert. Am 04.07. kam es im Bereich des Zentralkraters zu einem Beben der Stärke 1.5. Zwischen dem 05. und 09.07. ereigneten sich im Gebiet rund um den Monte Centenari (Ostflanke) mehrere Erdbeben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 2.0 hatte. Am 05.07. wurde östlich von Bronte (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 2.0 gemessen. Am gleichen Tag kam es östlich von Maletto (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am 08.07. wurde im Bereich des Zentralkraters ein Beben der Stärke 1.9 gemessen. Am 09.07. kam es am Pizzi Deneri zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.8. Am 10.07. wurde westlich des Monte Frumento Supino (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 29/06/2020 - 05/07/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


03. Juli 2020

In der vergangenen Woche setzte sich die tiefsitzende strombolianische Aktivität am Südostkraterkomplex fort und der Tremor bewegte sich nach wie vor auf hohem Niveau. An der Voragine wurde dagegen lediglich etwas Asche emittiert.

Während den Nächten der letzten Woche zeigte sich am Südostkraterkomplex weiterhin pulsierender Glutschein. Dieser wurde von tiefsitzender strombolianischer Aktivität am Sattelschlot verursacht. Am Tage war dort kräftige und pulsartig verstärkte Gasemission erkennbar. An den übrigen Gipfelkratern konnte ich lediglich normale Gasfreisetzung beobachten. An der Voragine wurde sporadisch und in geringen Mengen bräunliche Asche emittiert.

Dieses Webcam-Foto, das am frühen Morgen des 01. Juli entstand zeigt den Glutschein am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Er wird durch tiefsitzende strombolianische Explosionen verursacht, die die aus dem Schlot austretenden Gaswolken illuminieren:
Glutschein am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 01.07.2020, 04:42 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Am 25. und 26. Juni wurde der Gipfelkraterbereich von INGV-Personal besucht. Dabei kam neben einem Helikopter auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Die Aktivität der Gipfelkrater zeigt gegenüber der Vorwoche keine signifikanten Veränderungen. Am Südostkraterkomplex und am Nordostkrater kommt es zu intensiver Gasentwicklung, während die Gasemissionen an Voragine und Bocca Nuova untergeordnet sind. Der Kollapskrater, der sich im Zentrum der Bocca Nuova entwickelt hat zeigt keine thermischen Anomalien und setzt nur wenig Gas frei. Abgesehen vom Kraterboden tritt auch Gas aus einem Fumarolensystem an seiner südlichen Wand aus. Die Temperatur beträgt ca. 250°C (+/- 50°C). Das aus der Voragine emittierte Lavafeld in der Bocca Nuova ist am Abkühlen und hat eine Temperatur von ca. 250°C. Der Intrakraterkegel der Voragine setzt sporadisch geringe Mengen von Asche frei. Die Temperatur in seinem Inneren beträgt ca. 350°C. Der Nordostkrater zeigt normale Gasemission mit nur geringen thermischen Anomalien am Kraterboden. Am Neuen Südostkrater kommt es am Sattelschlot zu milder und tiefsitzender strombolianischer Aktivität, sowie zu intensiver pulsartiger Gasemission. In der Nacht zeigt sich dadurch pulsierender Glutschein. Dabei wird jedoch kein pyroklastisches Material an die Oberfläche geschleudert und während der Überwachung war auch keine thermische Anomalie erkennbar [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 22.06. bis 28.06.2020 ergab keine Veränderungen zur letzten Messung [1].

Zwischen dem 22.06. und 28.06. blieb die Infraschallaktivität an den Gipfelkratern niedrig. Quelle der Aktivität war der Südostkraterkomplex [1].

Im Zeitraum vom 22.06. bis 28.06. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche zurück. Die Messwerte lagen unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff zeigten keine Veränderungen und blieben somit weiterhin unterdurchschnittlich. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) veränderten sich zwischen dem 22.06. und 28.06. nicht und bewegten sich auf mittlerem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren auch in der letzten Woche von leichtem Rauschen dominiert, das alle übrigen Signale überlagerte. Das Rauschen wurde durch hohen Tremor erzeugt.
In der vergangenen Woche schwankte der Tremor auf erhöhtem Niveau und ging nur vorübergehend auf mittleres Niveau zurück [2].
Zwischen dem 22.06. und 28.06.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2900 - 3000 m [1].

Am 27.06. wurde westlich von Contrada Feliciosa (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.9 gemessen. Am 27.06. wurde nordwestlich von Adrano (Südwestflanke) ein Erdbeben mit einer Magnitude von 2.9 registriert.
Am 28.06. kam es nordöstlich des Monte Collabasso (Nordflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 29.06. ereigneten sich bei Milo (Ostflanke) zwei Beben mit Magnituden von 1.6 bzw. 1.7. Am 30.06. wurde am Monte Arcimis (Südflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.9 gemessen. Am 02.07. wurde am Monte Centenari(Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 verzeichnet [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 22/06/2020 - 28/06/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
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