RSSRSS-Feed

Ätna Update (08.01. - 22.01.2021)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
Unterstützung
Wer meine Arbeit ein wenig unterstützen möchte, kann mir gerne einen kleinen Betrag über den Spenden-Button zukommen lassen.
Achtung, dabei handelt es sich jedoch nicht wirklich um eine Spende, sondern um eine Schenkung. Der Betrag ist somit steuerlich nicht abzugsfähig.



22. Januar 2021

In der vergangenen Woche kam es am Neuen Südostkrater zu zwei kurzen, aber heftigen eruptiven Episoden. Dabei wurden neben niedrigen Lavafontänen auch drei kurze Lavaströme freigesetzt. Der Tremor bewegt sich auf hohem Niveau und die seismische Aktivität hat deutlich zugenommen.

Am 16. Januar kam es im östlichen Abschnitt des Neuen Südostkraters weiterhin zu lebhafter strombolianischer Aktivität. Dabei wurde anahaltend glühendes Material auf die obere Ostflanke des Neuen Südostkraters geschleudert. Am Morgen des 17. Januars begann kurz nach 08:00 Uhr Lava über den östlichen Rand des Neuen Südostkraters zu treten. Gegen 08:18 Uhr zeigte die Cagliato-Wärmebildkamera des INGV dann einen schmalen Lavastrom, der aus dem Krater gefördert wurde und entlang der Ostflanke in Richtung Valle del Bove unterwegs war. Der Lavastrom wurde während den nachfolgenden Minuten noch etwas besser genährt, jedoch stieg seine Front nicht weiter als auf ca. 3000 m hohes Gelände herab. Später behinderten Wolken die weitere Beobachtung der eruptiven Aktivität und erst am Abend lockerte es wieder etwas auf. Zu diesem Zeitpunkt war der Lavastrom allerdings bereits wieder zum Stillstand gekommen.
In der Nacht auf den 18. Januar und auch am Tag selbst behinderten Wolken dann erneut die Beobachtung der Gipfelregion. Gegen 20:00 Uhr wurden die Beobachtungsbedingungen wieder besser und nun waren weiterhin anhaltende strombolianische Explosionen im östlichen Abschnitt des Neuen Südostkraters zu sehen. Gegen 20:15 Uhr begann erneut Lava an dem östlichen Rand des Kraters auszutreten und der Ostflanke hinab in Richtung Valle del Bove zu strömen. Einhergehend mit einem rapiden Anstieg des Tremors setzte wenig später heftige strombolianische Aktivität im Neuen Südostkrater ein, die sich bald in eine ca. 100 m hohe Lavafontäne steigerte. Ständig ging nun ein dichter Regen aus glühendem Material auf die südöstliche bis nordöstliche Flanke des Kegel nieder. Die Eruptionssäule wurde vom Wind in südöstliche Richtung verfrachtet. Aus der Ortschaft Fleri (Südostflanke) wurde über Ascheregen berichtet. Gegen 21:00 Uhr begann verstärkt Lava aus dem Krater auszutreten. Neben dem bereits vorhandenen Lavastrom an der Ostflanke, der nun viel besser genährt wurde, entwickelte sich ein Strom, der der Ostflanke hinab in mehr südöstliche Richtung floss, sowie ein Strom, der sich entlang der nordöstlichen Flanke in Richtung Valle del Leone bewegte. Nach 22:00 Uhr ging die strombolianische Aktivität wieder deutlich zurück. Die Förderung von Lava dauerte noch bis ca. 23:00 Uhr an, wobei nur der südöstliche Strom und der nordöstliche Strom aktiv blieben. Während sich die Lavaströme verbreiterten, kamen ihre Fronten nur langsam weiter voran und erreichten ca. 2700 m hohes Gelände. Im weiteren Verlauf der Nacht ging die strombolianische Aktivität am Gipfel des Neuen Südostkraters in deutlich reduziertem Maße weiter.
Nach Sonnenaufgang zeigte sich am Morgen des 19. Januar wiederholt Emission von dunkler Asche aus dem östlichen Abschnitt des Neuen Südostkraters. Die strombolianische Aktivität verstärkte sich am Morgen gegen 08:00 Uhr noch einmal kurzzeitig, blieb dann aber moderat.
In der Nacht auf den 20. Januar kam es dann wieder zu einer kurzen Phase kräftiger strombolianischer Explosionen, die die gesamte obere südöstliche bis östliche Flanke des Neuen Südostkraters mit glühendem pyroklastischem Material eindeckte. Auch trat wieder Lava aus dem Krater aus und bewegte sich über die nordöstliche Flanke hinweg in Richtung Valle del Leone. Sie schlug dabei einen ähnlichen Kurs, wie der Lavastrom vom 18. Januar ein, überdeckte ihn auch größtenteils und dehnte sich noch etwas weiter nach Westen und Norden hin aus. Gegen 04:00 Uhr lies die Förderung von Lava dann deutlich nach. Am Vormittag lebte die strombolianische Aktivität, begleitet von Ascheemissionen noch einmal kräftiger auf, blieb dann aber für den Rest des Tages moderat.
Auch am 21. und 22. Januar blieb es bei meist moderater strombolianischer Aktivität.
Über der Voragine zeigten sich in der letzten Woche wiederholt strombolianische Explosionen, die am Tage durch die Freisetzung kleiner Aschepilze erkennbar waren.
Am 20. Januar wurden aus dem westlichen bis zentralen Abschnitt der Bocca Nuova mehrfach blumenkohlförmige Wolken aus grauer Asche emittiert. An diesem Tag zeigten sich auch kleine Ascheemissionen aus dem Nordostkrater.

Dieses Webcam-Foto wurde am späten Abend des 18. Januar von der Ostflanke aus aufgenommen und zeigt die drei Lavaströme, die aus dem Neuen Südostkrater während der heftigen eruptiven Phase gefördert werden. Ganz links ist der südöstliche Strom, in der Mitte der kaum noch aktive östliche Strom und rechts der nordöstliche Lavastrom erkennbar, der sich in Richtung Valle del Leone bewegt:
Drei Lavaströme am Neuen Südostkrater
Foto vom 18.01.2021, 22:27 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Wie das INGV berichtet waren am Neuen Südostkrater in der Woche vom 11. bis 17. Januar mehrere Schlote strombolianisch aktiv. Zwei davon im östlichen Abschnitt und einer im südlichen Bereich in etwa in dem Gebiet des ehemaligen Sattelschlots [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 11.01. bis 17.01. ergab im Vergleich zur Vorwoche kaum Veränderungen.
Bei den klinometrischen Daten wurde am 17.01. im Vorfeld der eruptiven Episode des Neuen Südostkraters eine minimale Veränderung an der Station ECP (Cratere del Piano) registriert [1].

Die Messung der Infraschallaktivität zeigte am 16.01. mit 60 Ereignissen den höchsten Wert für den Beobachtungszeitraum zwischen dem 11. und 17. Januar. Quelle der Ereignisse waren Südostkrater, Bocca Nuova und Voragine [1].

Im Zeitraum vom 11.01. bis 17.01. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche etwas zurück. Die Messwerte lagen dennoch stets oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag.
Im selben Zeitraum gingen auch die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur letzten Messung zurück und bewegten sich auf mittlerem Niveau.
Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) schwankten zwischen dem 11.01. und 17.01. auf mittlerem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche ständig durch Rauschen überlagert, das von erhöhtem Tremor verursacht wurde.
Der Tremor schwankte bis zum Abend des 18. Januar auf der Grenze zwischen mittlerem und hohem Niveau. Am Abend nahm er rapide zu und erreichte schnell hohes Niveau. Nach einem kurzen Maximum gegen 22:00 Uhr fiel er schnell wieder bis auf mittleres Niveau ab. Im Laufe des 19. Januar nahm er wieder langsam zu und pendelte dann erneut auf der Grenze zu hohem Niveau. Während der Nacht auf den 20. Januar intensivierte er sich erneut rasch, fiel danach wieder auf mittleres Niveau und stieg wenig später erneut auf den Grenzbereich zu hohem Niveau an. Seit dem 21. bewegt er sich im unteren Bereich des hohen Niveaus [2].
Die Quelle des Tremors lag zwischen dem 11. und 17. Januar im Gebiet des Neuen Südostkraters auf 2800 - 3000 m Höhe [1].

Zwischen dem 15.01. und 17.01. ereigneten sich im Gebiet des Zentralkraters mehrere Erdbeben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 3.4 erreichte. Am 16.01. wurde am Monte Arcimis (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.7 gemessen. Zwischen dem 16.01. und 19.01. kam es im Gebiet von Solicchiata (Nordflanke) zu mehreren Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 3.1 hatte. Am 16.01. wurde östlich des Monte Collabasso (Nordflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 3.2 verzeichnet. Am 17.01. kam es südlich des Monte Palestra (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 2.4. Am 17.01. ereignete sich östlich des Monte Collabasso ein Beben der Stärke 2.0. Am 17.01. wurde am Monte Centenari (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 19.01. wurde nordwestlich des Pizzi Deneri (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 2.6 gemessen. Am 19.01. kam es am Monte Minardo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am 20.01. wurde nördlich des Monte Nero (Nordostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.4 gemessen. Am 22.01. kam es am Pizzi Deneri (Nordostflanke) zu einem Beben der Stärke 2.3. Am 22.01. wurde am Monte Frumento Supino (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.7 gemessen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2021. Etna - Bollettino settimanale, 11/01/2021 - 17/01/2021
  2. INGV-Sezione di Catania. 2021. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2021.


15. Januar 2021

In der letzten Woche verstärkte sich die strombolianische Aktivität am Neuen Südostkrater noch etwas und der Tremor nahm zu. Auch in Bocca Nuova, Voragine und Nordostkrater dauerten die strombolianischen Explosionen an.

Im Laufe der vergangenen Woche verstärkte sich die anhaltende strombolianische Aktivität im östlichen Abschnitt des Neuen Südostkraters noch etwas. Meist waren die Explosionen so kräftig, dass glühendes Material auf die obere östliche Flanke des Neuen Südostkraters nieder ging. Bei manchen Explosionen erreichte der Auswurf grob geschätzt eine Höhe von ca. 300 m. Durch den anhaltenden Regen aus heißem Material hielt sich die ganze Zeit über ein glühender Fleck am oberen östlichen Rand des Neuen Südostkraters, der sich auch gut als große thermische Anomalie identifizieren lies. Am Tage war an dem aktiven Schlot gelegentlich leichte Emission von bräunlicher Asche erkennbar.
Auch an der Voragine dauerte in der letzten Woche die strombolianische Aktivität an. Meist waren die Explosionen klein, aber manche schleuderten das glühende Material auch mehr als 100 m höher als der Rand des Zentralkraters. Am Tage waren auch hier immer wieder kleine Aschewolken erkennbar. An Bocca Nuova und Nordostkrater konnte ich dagegen mittels Webcams lediglich Gasemission beobachten.

Dieses Webcam-Foto, das am späten Abend des 12. Januars vom Schiena dell'Asino (südöstlich des Südostkraterkomplexes) gemacht wurde, zeigt eine der strombolianischen Explosionen, die in der letzten Woche mit zunehmender Intensität auftraten. Glühendes Material wird dabei immer wieder auf die obere Ostflanke des Kraters geschleudert, wo sich ein großer, permanent vorhandener glühender Fleck entwickelt hat:
Strombolianische Explosionen im östlichen Abschnitt des Neuen Südostkraters
Foto vom 12.01.2021, 23:28:52 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Wie das INGV berichtet setzte sich zwischen dem 04. und 10. Januar die strombolianische Aktivität in Bocca Nuova, Voragine und Nordostkrater fort [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 04.01. bis 10.01. ergab im Vergleich zur Vorwoche nur wenige Veränderungen [1].

Die Messung der Infraschallaktivität zeigte im Zeitraum vom 04.01. bis 10.01. eine relativ niedrige Anzahl an Ereignissen. Quelle der Aktivität waren der Südostkraterkomplex und der Nordostkrater [1].

Im Zeitraum vom 04.01. bis 10.01. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche an. Die Messwerte lagen stets oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im selben Zeitraum stiegen die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur letzten Messung leicht an und lagen über dem sonst üblichen Mittelwert.
Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) konnten aus technischen Gründen nur bis zum 4. Tag gemessen werden. Sie bewegten sich weiterhin auf mittlerem Niveau.
Die Konzentration der Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 08. Januar bestimmt wurde, ergab einen etwas höheren Messwert, als bei der letzten Untersuchung. Der Wert lag auf mittlerem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche ständig durch Rauschen überlagert, das von erhöhtem Tremor verursacht wurde.
Der Tremor stieg am 11. Januar etwas an und bewegt sich seitdem auf der Grenze zwischen mittlerer und hoher Intensität. Dabei unterlag er nur geringen Schwankungen [2].
Wie das INGV berichtet lag die Quelle des Tremors in der Zeit vom 04.01. bis 10.01. weiterhin unter dem Neuen Südostkrater bzw. im Gebiet östlich bis südöstlich davon auf einer Höhe zwischen 2700 und 2900 m [1].

Zwischen dem 08.01. und 15.01. kam es im Bereich des Zentralkraters zu zahlreichen, meist schwachen Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.3. Am 10. und 11.01. ereigneten sich im Gebiet des Monte Centenari (Ostflanke) einige schwache Erdbeben. Die stärkste Erschütterung erreichte eine Magnitude von 1.8. Am 11.01. ereignete sich südöstlich von Contrada Feliciosa (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 1.8. Am 13.01. wurden am Rifugio Citelli (Ost-/Nordostflanke) zwei Beben verzeichnet, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.8 hatte. Zwischen dem 13.01. und 14.01. wurden im Bereich des Monte Palestra (Südwestflanke) mehrere Beben gemessen, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.7 hatte. Am 14.01. kam es am Monte Lepre (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 15.01. wurde am Pizzi Deneri (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am 15.01. kam es nordwestlich des Monte Centenari zu einem Beben der Stärke 1.8 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2021. Etna - Bollettino settimanale, 04/01/2021 - 10/01/2021
  2. INGV-Sezione di Catania. 2021. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2021.


08. Januar 2021

Auch im neuen Jahr setzte sich die anhaltende strombolianische Aktivität am Neuen Südostkrater fort. Hinzu kam eine ausgeprägte seismische Krise an der Südflanke. Der Tremor unterlag zuletzt wieder starken Schwankungen.

Schlechtes Wetter behinderte in der vergangenen Woche zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Während den wolkenfreien Stunden zeigte sich am Neuen Südostkrater überwiegend moderate strombolianische Aktivität. Diese erfolgte meist aus einem Schlot im östlichen Abschnitt des Kraters. Zeitweise kam es auch zu Phasen mit kräftigen strombolianischen Explosionen. Dabei wurde glühendes pyroklastisches Material ca. 150 - 200 m hoch geschleudert und regnete auf die östliche Flanke des Neuen Südostkraters herab. Am Tage zeigte sich dort zeitweilige Emission von dunkler Asche.
Auch über der Voragine waren in den Nächten regelmäßig strombolianische Explosionen erkennbar, die das glühende Material deutlich höher als den Rand des Zentralkraterkegels auswarfen. An den übrigen Kratern konnte ich lediglich ruhige Gasemission erkennen.

Wie das INGV berichtet hat sich in der Zeit vom 28.12. bis 03.01. die strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova und im Nordostkrater fortgesetzt [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 28.12. bis 03.01. ergab im Vergleich zur Vorwoche kaum Veränderungen [1].

Die Messung der Infraschallaktivität zeigte zwischen dem 28.12. und 03.01. eine moderate Anzahl an Ereignissen. Die hauptsächliche Quelle war der Nordostkrater [1].

Im Zeitraum vom 28.12. bis 03.01. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche leicht an. Die Messwerte lagen stets oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) bewegten sich zwischen dem 28.12. und 03.01. auf unterem mittlerem Niveau [1].

In der letzten Woche waren die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) meist von leichtem Rauschen überlagert, das von erhöhtem Tremor verursacht wurde. Dennoch waren regelmäßig kleine langperiodische Signale erkennbar. Der Tremor bewegte sich in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau und zeigte insgesamt einen leicht steigenden Trend. Dabei unterlag er in den letzten Tagen starken Schwankungen und erreichte dabei sowohl beinahe niedriges, als auch fast hohes Niveau [2].
In der Woche zwischen dem 28.12.2020 und dem 03.01.2021 befand sich die Quelle des Tremors nach wie vor im Gebiet des Neuen Südostkraters auf einer Höhe von 2800 - 2900 m [1].

Zwischen dem 26.12. und 03.01. kam es im Raum Ragalna - Monte Parmentelli (Südflanke) zu einer seismischen Krise mit hunderten von Erschütterungen. Die stärksten Beben erreichten dabei Magnituden von über 3.0. Die höchste Magnitude wurde mit 3.8 ermittelt. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von 10 - 15 Km. Am 02.01. wurden nordwestlich von Fleri (Südostflanke) mehrere Beben gemessen, die Magnituden von bis zu 1.7 erreichten. Am 03.01. wurde bei Contrada Feliciosa (Westflanke) ein Beben der Stärke 2.4 registriert. Zwischen dem 04.01. und 07.01. kam es westlich des Monte Frumento Supino (Südflanke) zu mehreren Beben, die Stärken zwischen 1.6 bzw. 1.8 aufwiesen. Am 08.01. kam es im Bereich des Zentralkraters zu mehreren schwachen Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 2.0 hatte [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2021. Etna - Bollettino settimanale, 26/12/2020 - 03/01/2021
  2. INGV-Sezione di Catania. 2021. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2021.


Zu den früheren Updates...

Eine Übersicht aller Updates finden Sie im Archiv.