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Ätna Update (07.07. - 15.09.2017)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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15. September 2017

Die vergangenen 14 Tage waren am Ätna weiterhin von ruhiger Gasemission geprägt. Erneut ereigneten sich kleinere Erdbebenschwärme. Die Gasemissionen an den Gipfelkratern haben etwas zugenommen und die Online-Signale zeigten Phasen von leicht erhöhtem Tremor.

Bis zum 14. September waren immer noch einige wichtige Webcams des INGV ausgefallen, was die Beobachtung der Gipfelkrater erschwerte. Das meiste Gas wurde in den vergangenen 14 Tagen nach wie vor am Kollapsschlot der Voragine freigesetzt. An der Bocca Nuova konzentrierten sich die Gasemissionen auf den nordwestlichen Kraterabschnitt. Am Neuen Südostkrater kam es zu schwacher Gasfreisetzung aus dem Gipfelbereich. Der Kollapskrater an seiner oberen Ostflanke setzte sporadisch Gas bzw. weißen Dampf frei. In den Nächten zeigten lichtstarke Webcams dort weiterhin schwachen Glutschein.

Nach längerer Pause endlich wieder online zeigt die Montagnola-Webcam des INGV an den Gipfelkratern des Ätna nach wie vor ruhige Gasemission. Links erkennt man den Zentralkraterkegel wo eine eher diffuse Gaswolke aus dem nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova freigesetzt wird. Deutlich ausgeprägter ist dagegen die Gassäule aus dem Kollapsschlot der Voragine (rechts davon). Rechts der Südostkraterkomplex wo nur etwas Gas aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters (ganz rechts) entweicht:
Ruhige Gasemission an den Gipfelkratern
Foto vom 15.09.17, 10:36 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater stiegen im Zeitraum vom 28.08. - 03.09. im Vergleich zur Vorwoche etwas an. Die Messwerte lagen gelegentlich oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [1]. Vom 04.09. - 10.09. nahm die Emissionsrate noch etwas zu, jedoch wurden keine Messwerte oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag beobachtet [2].

Seit dem 02. September zeigen sich auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) wiederholt Phasen von leichtem Rauschen wie es von erhöhtem Tremor verursacht wird. Die Phasen dauerten meist einige zig Minuten an. Daneben traten im Abstand von wenigen Minuten die üblichen langperiodischen Signale auf. Sporadisch waren auch einige stärkere Explosionssignale zu sehen. Der Tremor schwankte in den letzten 14 Tagen auf niedrigem Niveau [3].

Am 04.09. kam es im Gebiet südwestlich des Monte Parmentelli (Südwestflanke) zu einer kleinen Erdbebenserie. Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 2.4. Die Beben lagen in ca. 12 Kilometer Tiefe. Zwischen dem 07.09. und dem 09.09. kam es am Monte Centenari (Ostflanke) zu einer Serie sehr leichter Beben mit Magnituden von unter 1.5. Hier lag der Ursprung der Beben in 2 - 9 Kilometer Tiefe [4].

Eigene Einschätzung der Lage:
Seit der letzten eruptiven Aktivität des Ätna sind mittlerweile bereits fast sechs Monate vergangen. In den letzten Jahren betrugen die Pausen zwischen Eruptionen häufig 6 bis 9 Monate. Somit wird das Auftreten neuer eruptiver Aktivität in den nächsten Wochen immer wahrscheinlicher. Interessant ist die erhöhte seismische Aktivität die sich in den letzten Wochen bzw. Monaten auf die Südwestflanke des Bergs konzentrierte. Auch vor früheren eruptiven Episoden des Ätna kam es in diesem Gebiet immer wieder zu Schwarmbeben. Vermutlich lassen sich diese Beben durch Spannungen in der Erdkruste erklären die durch aufsteigendes Magma und den damit einhergehenden Veränderungen des Vulkangebäudes (Aufwölbung) entstehen. Weitere Beben an der oberen Ostflanke (Gebiet Monte Centenari) die in der vergangenen Woche auftraten könnten ebenfalls ein Hinweis auf aufsteigendes Magma sein. Auch hier kam es in den letzten Jahren vor dem Einsetzen neuer eruptiver Aktivität häufig zu kurzen und schwachen Erdbebenserien. Noch ein wichtiges Indiz ist das Auftreten von Phasen leicht erhöhten Tremors, wie sie sich in den vergangenen 14 Tagen mehrmals ereigneten. Solche Phasen konnte ich in den letzten Jahren mehrfach bereits einige Wochen vor dem Beginn neuer eruptiver Aktivität auf den Online-Seismogrammen beobachten.
Der Aufstieg von Magma bedeutet jedoch nicht, dass es sofort zu einer Eruption kommen muss. Manchmal reicht der Druck nicht aus oder ein Teil des Magmas dringt in die Riftzonen (Nordost- bzw. Südflanke) vor, jedoch ohne dass es zu einer Eruption kommt. Da momentan der Nordostkrater, die Voragine, sowie große Teile der Bocca Nuova blockiert sind und der Südostkraterkomplex zu imposanter Größe angewachsen ist, wird es für das Magma inzwischen immer schwerer an die Oberfläche zu gelangen.
Sollte es tatsächlich zu einer neuen Eruption kommen, so halte ich dennoch den Südostkraterkomplex für den wahrscheinlichsten Ort des Geschehens. Einer der Krater die sich um den Sattelschlot des Südostkraters im Frühjahr dieses Jahres entwickelt haben ist noch offen und hier hätte aufsteigendes Magma vermutlich den leichtesten Weg nach oben. Aber auch die anderen Krater dort könnten wieder aktiv werden. Zuletzt hatte sich die eruptive Aktivität auf die Nordflanke des Kegels verlagert wo sich effusive Spalten geöffnet hatten. Somit ist auch eine weitere nördliche Verlagerung an die Flanke des Südostkraterkomplexes denkbar. Auch mit der Öffnung neuer Schlote nördlich bzw. südlich des Südostkraterkomplexes muss meiner Meinung nach gerechnet werden.
Vielleicht macht der Berg aber auch mal wieder etwas Neues bzw. ganz anderes. Vorhersagen sind und bleiben schwierig!

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 28/08/2017 - 03/09/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 04/09/2017 - 10/09/2017
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMFS
  4. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


01. September 2017

In den letzten 14 Tagen kam es an der Süd- bis Südwestflanke des Ätna zu mehreren Erdbebenserien. Gleichzeitig setzte sich am Gipfel die ruhige Gasemission fort. Auch der Tremor blieb niedrig.

Leider sind seit dem 09.08. mehrere Webcams des INGV außer Betrieb was mir die Beobachtung der Gipfelkrater erschwert. In den letzten 14 Tagen war mittels der übrigen Webcams allerdings auch weiterhin nur ruhige Gasemission erkennbar. Am stärksten waren die Gasfreisetzungen am Kollapsschlot der Voragine. An der Bocca Nuova wurde anhaltend Gas aus dem nordwestlichen Kraterabschnitt emittiert. Am Südostkraterkomplex waren die Gasfreisetzungen im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters am stärksten. Aus dem Kollapskrater an seiner Ostflanke wurde gelegentlich weißer Dampf freigesetzt. In den Nächten zeigten lichtstarke Webcams weiterhin schwachen Glutschein über diesem Krater.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater blieben im Zeitraum vom 14.08. - 20.08. im Vergleich zur Vorwoche praktisch unverändert. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [1]. Auch im Zeitraum vom 21.08. bis 27.08. änderten sich die Emissionsraten von Schwefeldioxid nicht [2].

Während den vergangenen 14 Tagen waren auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) häufig schwache langperiodische Signale erkennbar. Gelegentlich zeigten sich auch Explosionssignale. Diese waren sporadisch recht kräftig. Der Tremor schwankte auf niedrigem Niveau [3].

Am 18.08. kam es nordöstlich des Monte Palestra (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 19.08. ereignete sich im Raum nördlich von Adrano (Südwestflanke) eine ausgeprägte Erdbebenserie. Dabei wurden über 30 Erschütterungen registriert. Die meisten Beben hatten Magnituden um 2.0, wobei das Stärkste eine Magnitude von 3.3 erreichte. Die Beben lagen meist in einer Tiefe von 15 bis 20 Kilometer. Am 20.08. wurde bei Paternò (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 1.8 registriert. Vom 25.08. bis 26.08. ereignete sich im Raum südlich von Ragalna (Südflanke) eine Erdbebenserie. Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 3.3. Die Beben lagen in einer Tiefe von 3 - 5 Kilometer. Am 26.08. kam es dann im Gebiet nördlich von Adrano zu einer weiteren Erdbebenserie. Die meisten Beben hatten dabei Magnituden zwischen 2.0 und 2.5, wobei das Stärkste eine Magnitude von 3.1 erreichte. Die Beben lagen in einer Tiefe von ca. 18 - 22 Kilometer. Am 29.08. wurde südwestlich von Ragalna ein Beben mit einer Stärke von 2.0 gemessen [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 14/08/2017 - 20/08/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 21/08/2017 - 27/08/2017
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMFS
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18. August 2017

Auch in den letzten zwei Wochen kam es am Ätna lediglich zu ruhiger Gasfreisetzung. Allerdings hat die seismische Aktivität leicht zugenommen und auf den Online-Seismogrammen zeigten sich in den letzten Tagen einige stärkere Explosionssignale.

Während den vergangenen 14 Tagen kam es am Ätna weiterhin zu den üblichen Gasemissionen. Sie waren am Kollapsschlot der Voragine am intensivsten und meist pulsartig verstärkt. Am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova wurde anhaltend Gas emittiert. Sporadisch mischten sich dort auch geringe Mengen bräunliche Asche unter die Gaswolken. Am Nordostkrater waren die Gasfreisetzungen weiterhin relativ gering. Am Südostkraterkomplex wurde das meiste Gas aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters emittiert. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters war in den Nächten mit Hilfe von lichtstarken Webcams meist leichter Glutschein erkennbar. Am Tage zeigten sich dort oft weiße Dampf- bzw. Gaswolken.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater blieben im Zeitraum vom 31.07. - 06.08. im Vergleich zur Vorwoche praktisch unverändert. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [1]. Vom 07.08. bis zum 14.08. ergab sich bei den Schwefeldioxidemissionen keine Veränderung [2].

In den vergangenen 14 Tagen zeigten sich auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) alle paar Minuten kleine langperiodische Signale. Gelegentlich waren auch etwas stärkere LP-Signale, sowie einzelne Explosionssignale erkennbar. In den vergangenen Tagen haben sich die Häufigkeit und insbesondere die Intensität der Explosionssignale verstärkt. Der Tremor schwankte in den letzten zwei Wochen auf niedrigem Niveau und unterlag insgesamt einem leicht steigenden Trend [3].

Am 05.08. kam es am Monte Lepre (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am gleichen Tag wurde östlich des Monte Intraleo (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 1.7 gemessen. Am 07.08. wurde östlich von Viagrande (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.9 registriert. Am 08.08. kam es bei Solicchiata (Nordflanke) zu zwei Beben der Stärke 1.8. Am gleichen Tag wurde nordwestlich von Mojo Alcantara (Nordflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.5 gemessen. An diesem Tag wurde auch noch nordwestlich von Vena (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 registriert. Am 09.08. ereigneten sich bei Solicchiata weitere Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.9 erreichte. Am 11.08. kam es bei Lavinaio (Südostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am gleichen Tag wurde bei Tarderia (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.9 registriert. Am 12.08. kam es bei Linera (Südostflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.5. Am 17.08. wurde nördlich des Monte Collabasso (Nordflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am gleichen Tag kam es bei Ragalna (Südflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 2.1 [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 31/07/2017 - 06/08/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 07/08/2017 - 14/08/2017
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  4. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


04. August 2017

Während den letzten 14 Tagen verhielt sich der Ätna weiterhin sehr ruhig. Lediglich an der Bocca Nuova kam es zu einzelnen schwachen Aschefreisetzungen. Gasemissionen, Tremor und seismische Aktivität blieben niedrig.

In den vergangenen zwei Wochen kam es an den Gipfelkratern des Ätna zu den üblichen Gasemissionen. Am stärksten waren sie weiterhin am Kollapsschlot der Voragine. An der Bocca Nuova wurde anhaltend Gas aus dem nordwestlichen Kraterabschnitt emittiert. Vermutlich verursacht durch kleinere Kollapsereignisse waren diese Gasemissionen sporadisch mit geringen Mengen bräunlicher Asche durchsetzt. Am Südostkraterkomplex konzentrierten sich die Gasfreisetzungen auf den Gipfelbereich des Neuen Südostkraters. Am Kollapskrater an seiner Ostflanke wurde zeitweise Gas bzw. weißer Dampf emittiert. In den Nächten zeigten lichtstarke Webcams häufig rötlichen Glutschein über dem Krater. Vermutlich wurden die austretenden Gaswolken aus der Tiefe des Kraters heraus illuminiert.

Dieses Webcam-Foto vom Abend des 31. Juli zeigt den Glutschein im Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Er kommt aus der Tiefe des Kraters und illuminiert die austretenden Gaswolken rötlich. Eruptive Aktivität ist damit jedoch nicht verbunden:
Glutschein im Kollapskrater des Neuen Südostkraters
Foto vom 31.07.2017, 21:36 Uhr: Webcam 5 von Radio Studio 7

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater blieben im Zeitraum vom 17.07. - 23.07. im Vergleich zur Vorwoche praktisch unverändert. Die Messwerte lagen bis auf eine Ausnahme täglich unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben auch die Messwerte für Chlorwasserstoff gegenüber früheren Messungen unverändert [1]. Auch vom 24.07. - 30.07. änderte sich die Emissionsrate von Schwefeldioxid an den Gipfelkratern nicht. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen allerdings die Messwerte für Chlorwasserstoff gegenüber der Vorwoche an [2].

Während den letzten zwei Wochen waren die Online-Seismogramme leider nicht immer verfügbar. Bei der Station ECNE (Nordostkrater)  waren im Abstand von 2 - 5 Minuten schwache langperiodische Signale erkennbar. Zeitweise zeigten sich auch gehäuft kleine Explosionssignale. Am 03.08. waren diese auch etwas stärker. Der Tremor schwankte in den vergangenen 14 Tagen auf niedrigem Niveau [3].

Am 23.07. ereigneten sich im Raum nordöstlich von Bronte (Nordwestflanke) mehrere Erdbeben wobei das Stärkste eine Magnitude von 2.5 erreichte. Am 27.07. wurde nordwestlich von Motta Sant'Anastasia (Südflanke) ein Beben der Stärke 2.8 registriert. Am 29.07. kam es nordöstlich von Linguaglossa (Nordostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 30.07. wurde am Monte Parmentelli (Südwestflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 31.07. kam es am Monte Fontane (Ostflanke) zu mehreren sehr schwachen Beben wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.5 erreichte [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 17/07/2017 - 23/07/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 24/07/2017 - 30/07/2017
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  4. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


21. Juli 2017

In der vergangenen Woche kam es an der Bocca Nuova und am Südostkraterkomplex zu sporadischen und schwachen Ascheemissionen. Der Tremor ging etwas zurück und auch die seismische Aktivität hat abgenommen.

In der letzten Woche kam es an den Gipfelkratern des Ätna zu den üblichen Gasemissionen. Sie konzentrierten sich nach wie vor auf den Kollapsschlot der Voragine wo es zu pulsartig verstärkter Gasfreisetzung kam. An der Bocca Nuova wurde das meiste Gas aus dem nordwestlichen Abschnitt freigesetzt. Gelegentlich waren diese Gasemissionen auch mit geringen Mengen bräunlicher Asche durchsetzt. Am Südostkraterkomplex wurde anhaltend Gas aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters emittiert. An seinem Kollapskrater waren gelegentlich weiße Wolken aus Dampf bzw. Gas erkennbar. In den Nächten zeigten lichtstarke Webcams hier anhaltenden, jedoch schwachen Glutschein. Am nördlichen Krater des Sattelschlots (SEC III) kam es zu einzelnen Phasen von pulsartig verstärkter Gasemission. Diese Freisetzungen waren sporadisch mit etwas grauer Asche durchsetzt.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater stiegen im Zeitraum vom 10.07. - 16.07. im Vergleich zur Vorwoche etwas an. Die Messwerte lagen jedoch stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum nahmen auch die Messwerte für Chlorwasserstoff zu [1].

Die Online-Seismogramme stehen erst wieder seit dem 19. Juli zur Verfügung. Sie zeigten bei der Station ECNE (Nordostkrater) im Abstand von 2 - 5 Minuten schwache langperiodische Signale. Am 20. Juli waren sie etwas stärker und es waren auch einzelne Explosionssignale erkennbar. Heute verstärkten sich diese Signale noch etwas. Der Tremor bewegte sich in der letzten Woche weiterhin auf niedrigem Niveau und unterlag einem leicht fallenden Trend [2].

Am 13.07. kam es östlich von Aci Castello (Südostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am 15.07. wurde südöstlich von Santa Maria di Licodia (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 20.07. wurde bei Pietrafucile (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 10/07/2017 - 16/07/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMFS
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


14. Juli 2017

In der vergangenen Woche kam es am Südostkraterkomplex wieder zu leichten Aschefreisetzungen. Die seismische Aktivität ist wieder zurück gegangen und auch die Gasemissionen der Gipfelkrater haben abgenommen.

In der letzten Woche wurde am Kollapsschlot der Voragine weiterhin das meiste Gas emittiert. Die pulsartigen Gasemissionen formten häufig eine große weiße Säule aus Gas und Dampf. An der Bocca Nuova wurde aus dem nordwestlichen Kraterabschnitt anhaltend Gas freigesetzt. Am 10.07. gegen 19:00 Uhr wurde dort auch etwas dunkle Asche emittiert. Am Südostkraterkomplex konzentrierten sich die Gasemissionen in der vergangenen Woche auf den Gipfelbereich des Neuen Südostkraters. Am 09.07. waren am Sattelschlot (SEC III) des Südostkraterkomplexes den ganzen Tag über kleinere Ascheemissionen erkennbar. An den nachfolgenden Tagen konnte ich dort zunächst keine Aschefreisetzungen mehr beobachten. Sie zeigten sich dann jedoch wieder am 13. Juli. Heute konnte ich nur vereinzelte und sehr schwache Ascheemissionen erkennen.
Am 09. Juli kam es am Kollapskrater an der oberen Ostflanke des Neuen Südostkraters zu verstärkter Gasemission. Lichtstarke Webcams zeigten in den vergangenen Nächten leichten Glutschein aus der Tiefe dieses Kraters.

Wie das INGV berichtet wurden die Gipfelkrater am 04. Juli von einer Drohne des INGV fotografiert. Dabei wurden folgende Beobachtungen gemacht:
Inzwischen befinden sich auf dem Sattel zwischen dem Gipfel des Neuen Südostkraters und des alten Südostkraters drei Schlote die von Kratern umgeben sind. Bei einem der Krater handelt es sich um den ehemaligen Sattelschlot der bis zum 26. April aktiv war. Er zeigte sich verschlossen. Zwei weitere Krater liegen nördlich von ihm. Diese waren während der letzten eruptiven Episode vom 26. bis 27. April aktiv. Während einer der Krater verschlossen ist, steigt aus der Tiefe des anderen Kraters anhaltend Gas auf. Dieser Krater produzierte am 09. Juli wiederholt kleinere Ascheemissionen [1].

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gingen im Zeitraum vom 03.07. - 09.07. im Vergleich zur Vorwoche deutlich zurück. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum nahmen auch die Messwerte für Chlorwasserstoff ab [1].

Die Online-Seismogramme waren leider nur bis zum 11.07. verfügbar. Bis zu diesem Tag zeiten sich auf den Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) im Abstand von 3 - 5 Minuten schwache langperiodische Signale. Gelegentlich waren auch kleine scharfe Signale (Explosionen oder schwache Beben) erkennbar. Der Tremor bewegte sich weiterhin auf niedrigem Niveau [2].

Am 07.07. und am 08.07. kam es bei Mascali (Ostflanke) zu einer kleinen Erdbebenserie. Die stärksten Erschütterungen erreichten dabei Magnituden von 1.5 bzw. 1.6. Die Beben lagen in einer Tiefe zwischen 9 und 11 Kilometer. Am 11.07. ereigneten sich im Raum Gaggi -Calatabiano (Nordostflanke) mehrere Erdbeben. Das stärkste hatte eine Magnitude von 1.7 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 03/07/2017 - 09/07/2017
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  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


07. Juli 2017

Auch in der letzten Woche blieb die seismische Aktivität am Ätna erhöht und war auf die Süd- bzw. Südostflanke konzentriert. Während der Tremor niedrig blieb nahmen die Gasemissionen der Gipfelkrater deutlich zu.

In der vergangenen Woche zeigte sich an den Gipfelkratern des Ätna lediglich ruhige Gasemission. Am stärksten waren die Gasfreisetzungen weiterhin am Kollapsschlot der Voragine. Hier formten die pulsartigen Emissionen häufig eine hohe weiße Säule aus Gas und Dampf. An der Bocca Nuova wurde das meiste Gas aus dem nordwestlichen Kraterabschnitt emittiert. Am Südostkraterkomplex konnte ich lediglich schwache Gasemission aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters erkennen. Aus dem Kollapskrater an der Ostflanke des Neuen Südostkraters wurde gelegentlich etwas weißer Dampf emittiert. Der blockierte Nordostkrater setzte nach wie vor nur wenig Gas frei.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater nahmen im Zeitraum vom 25.06. - 02.07. im Vergleich zur Vorwoche deutlich zu. Die Messwerte lagen stets oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum nahmen auch die Messwerte für Chlorwasserstoff zu [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der vergangenen Woche wiederholt schwache langperiodische Signale. Nur selten waren etwas intensivere und über mehrere Minuten andauernde Signale erkennbar. Gelegentlich waren auch Explosionssignale erkennbar. Der Tremor bewegte sich weiterhin auf niedrigem Niveau [2].

Am 28.06. setzte sich die Erdbebenserie im Raum Ragalna- Monte S. Leo (Südflanke), die am 26.06. begonnen hatte, fort und dauerte auch am 29.06. noch an. Die stärkste Erschütterung in diesem Zeitraum erreichte eine Magnitude von 2.2. Am 29.06. kam es im Raum Sant'Agata li Battiati - San Pietro Clarenza (Südostflanke) zu mehreren Erdbeben, wobei das stärkste eine Magnitude von 2.1 erreichte. Am 30.06. wurde bei Fleri (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am gleichen Tag wurde im Piano Provenzana (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert. Am 01.07. begann im Gebiet nordwestlich von Zafferana bzw. östlich des Monte Zoccolaro (Südostflanke) eine Erdbebenserie. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 1.7. Die Beben lagen in einer Tiefe von 4 bis 7 Kilometer. Am 01.07. wurde bei Lavinaio (Südostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.5 registriert. Am gleichen Tag kam es im Bereich der Gipfelkrater zu einem Beben mit einer Magnitude von 2.3. Am 03.07. ereignete sich bei Lavinaio erneut ein Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 25/06/2017 - 02/07/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMFS
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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