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Ätna Update (03.01. - 17.01.2020)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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17. Januar 2020


In der vergangenen Woche setzte sich sowohl die strombolianische, als auch die effusive Aktivität in der Voragine fort und ein kurzer Lavastrom ergoss sich weiterhin in die Bocca Nuova. Während der Tremor unverändert blieb, hat die seismische Aktivität leicht zugenommen.

Auch in der letzten Woche zeigten lichtstarke Webcams in den Nächten teilweise kräftigen Glutschein über der Voragine und der Bocca Nuova. Dieser wurde durch die anhaltende strombolianische Aktivität am Intrakraterkegel der Voragine verursacht. Außerdem setzte sich die Förderung eines kleinen Lavastroms aus diesem Kegel fort, wie diverse Fotos in sozialen Medien zeigten. Die Lava strömte dem Intrakraterkegel in südliche Richtung hinab und bewegte sich dann weiter bis an den Rand des nordwestlichen Schlots der Bocca Nuova, wo sie in Form von mehreren Teilströmen in die Tiefe des Schlots stürzte. Vermutlich wurde der Glutschein über der Bocca Nuova durch diese Aktivität verursacht. Ob es in der Bocca Nuova auch zu strombolianischen Explosionen kam konnte ich nicht erkennen.
Am Südostkraterkomplex war gelegentlich geringfügige Glut im Gebiet südöstlich des Sattelkegels erkennbar. Manchmal zeigte sich dort auch eine leichte thermische Anomalie. Vermutlich kam es dort zu tiefsitzender strombolianischer Aktivität. Am Nordostkrater konnte ich in der letzten Woche überwiegend pulsartige Gasemission beobachten. Diese war gelegentlich von etwas bräunlicher Asche durchsetzt.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 06.01.2020 bis 12.01.2020 bestätigte die, seit Anfang Dezember verlangsamte Inflation des Vulkangebäudes. Gleichzeit beschleunigte sich die Ostverlagerung der Station GNSS, die sich an der unteren östlichen Flanke des Bergs, in der Nähe der Pernicana-Verwerfung befindet [1].

Die Messungen zur Infraschallaktivität der Gipfelkrater ergaben im Zeitraum zwischen dem 06.01.2020 und dem 12.01.2020 ähnlich niedrige Werte wie in der Vorwoche. Quelle der Aktivität waren Nordostkrater und Voragine [1].

Im Zeitraum vom 06.01.2020 bis 12.01.2020 waren die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater deutlich niedriger als in der Vorwoche. Die Messwerte lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen auch die Chlorwasserstoffemissionen zurück und bewegten sich auf niedrigem Niveau. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gingen zwischen dem 06.01. und 12.01.2020 gegenüber der Vorwoche etwas zurück. Die jüngste Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 07. Januar durchgeführt wurde ergab einen ähnlichen Messwert, wie bei der letzten Untersuchung [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche häufig schwache langperiodische Signale. Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf mittlerem Niveau [2].

Am 11.01. kam es nördlich vom Piano Pernicana (Nordostflanke) zu einem Erdbeben der Stärke 2.1. Zwischen dem 11. und 15. Januar ereignete sich eine Serie schwacher Beben im Bereich Monte Fontane - Monte Scorsone (Ostflanke). Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 1.9. Die Beben ereigneten sich in 4 - 6 Km Tiefe. Zwischen dem 11.01. und 15.01. kam es am Monte Centenari (Ostflanke) zu einigen schwachen Beben. Das Stärkste hatte dabei eine Magnitude von 1.9. Am 15.01. wurde nördlich von Santa Maria la Stella (Ostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.5 gemessen. Am 15.01. kam es westlich von Tarderia (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 16.01. ereigneten sich südwestlich von Bronte (Nordwestflanke) zwei Beben die Stärken von 2.5 bzw. 1.8 erreichten. Am 16.01. wurden östlich des Monte Zoccolaro (Südostflanke) zwei Erdbeben verzeichnet, die Magnituden von 1.5 bzw. 1.9 aufwiesen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 06/01/2020 - 12/01/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


10. Januar 2020

Auch im neuen Jahr dauert die strombolianische Aktivität an den Gipfelkratern des Ätna an. Aus dem Intrakraterkegel der Voragine tritt ein Lavastrom aus und an Bocca Nuova und Südostkraterkomplex kommt es zu strombolianische Explosionen.

In der vergangenen Woche war in den Nächten mit Hilfe der lichtstarken Montagnola-Webcam des INGV häufig Glutschein über der Voragine sichtbar. Gelegentlich war auch zu sehen, wie grobes glühendes Material deutlich höher als der Kraterrand der Voragine ausgeworfen wurde. In verschiedenen sozialen Medien wurden unterdessen Fotos und Videos veröffentlicht, die einen kleinen Lavastrom an der Basis des Intrakraters der Voragine zeigen. Der kurze Strom tritt offenbar seit dem 09. Januar aus dem Kegel aus und bewegt sich in südliche Richtung. Dann teilt er sich in zwei Arme auf, die im nordwestlichen Krater der Bocca Nuova verschwinden. Diese Aktivität wird von strombolianischen Explosionen und Ascheemissionen aus zwei Schloten des Intrakraterkegels begleitet.
In den Abendstunden des 07. Januar war auch zeitweise Glutschein über dem nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova erkennbar. Bereits am Tage zeigte sich dort wiederholt Emissionen von bräunlicher Asche. Offenbar kommt es hier auch wieder zu strombolianischer Aktivität. Am 08. Januar war auch über dem Südostkraterkomplex mehrfach Freisetzung von Asche erkennbar. Die kleinen bräunlichen Wolken wurden aus dem Gebiet östlich des Sattelkegels emittiert, wo sich bereits im Dezember für kurze Zeit strombolianische Explosionen zeigten. Auch am 09. Januar waren dort weitere Ascheemissionen zu sehen. Nach Sonnenuntergang waren schwache strombolianische Explosionen erkennbar. Heute waren die Ascheemissionen an dem Schlot deutlich stärker und pulsartig.

Heute waren die Aschefreisetzungen aus dem Südostkraterkomplex kräftiger als in den letzten Tagen, wie dieses Webcam-Foto zeigt. Die Asche wird aus einem Schlot freigesetzt, der sich ein wenig südöstlich des Sattelkegels befindet. Im Hintergrund sind weitere Aschewolken erkennbar. Diese werden vom Intrakraterkegel der Voragine verursacht, der neben strombolianischen Explosionen auch noch einen Lavastrom fördert:
Ascheemissionen am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes
Foto vom 10.01.2020, 08:39 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 30.12.2019 bis 05.01.2020 zeigte keine signifikanten Veränderungen gegenüber der Vorwoche [1].

Die Messungen zur Infraschallaktivität der Gipfelkrater ergaben im Zeitraum zwischen dem 30.12.2019 und 05.01.2020 weiterhin niedrige Werte. Als Quelle der Aktivität wurde der Nordostkrater bestimmt [1].

Im Zeitraum vom 30.12.2019 bis 05.01.2020 waren die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater niedriger als in der Vorwoche. Die Messwerte lagen unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum bewegten sich die Chlorwasserstoffemissionen auf niedrigem Niveau. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) stiegen zwischen dem 30.12. und 05.01.2020 gegenüber der Vorwoche etwas an [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche häufig langperiodische Signale. Einige davon waren etwas kräftiger. Ab dem 08. Januar mischten sich auch einige Explosionssignale darunter.
Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau und stieg in den letzten Tagen leicht an [2].

Am 06.01. ereigneten sich nordöstlich von Ragalna (Südflanke) mehrere Erdbeben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 2.8 hatte [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 30/12/2019 - 05/01/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


03. Januar 2020

Nach dem die strombolianische Aktivität der Voragine am Anfang der vergangenen Woche relativ schwach war, zog sie über den Jahreswechsel wieder deutlich an. Auch am Sattelkegel des Südostkraterkomplexes gab es wieder schwache Aktivität. Der Tremor blieb unverändert und die Seismik war niedrig.

In der letzten Woche konnte ich zunächst mittels der lichtstarken La Montagnola - Webcam des INGV nur sehr selten recht schwachen Glutschein über der Voragine erkennen. Am Abend des 31. Dezember waren dann mit zunehmender Dunkelheit wieder stärkere Explosionen erkennbar. Am frühen Morgen des 01. Januars war dann auch wiederholt Glutschein im Gebiet östlich des Sattelkegels des Südostkraterkomplexes erkennbar; dieser Schlot war bereits im Dezember für wenige Tage strombolianisch aktiv. Am Tage des 01. Januars waren dort mehrfach Emissionen von dünnen bräunlichen Aschewolken zu sehen. Während der Nacht auf den 02. Januar konnte ich dann aber kaum Glutschein beobachten. Und am Tage wurde erneut zeitweise etwas Asche emittiert. Unterdessen nahm die explosive Aktivität in der Voragine noch etwas zu, wobei manchmal glühendes Material höher als der Kraterrand der Voragine geschleudert wurde. Auch in der vergangenen Nacht zeigten sich wiederholt strombolianische Explosionen. Am Nordostkrater zeigte sich in der letzten Woche anhaltende Gasemission. Nur selten mischte sich etwas bräunliche Asche darunter. An der Bocca Nuova konnte ich lediglich anhaltende Gasemission erkennen.

Dieses Webcam-Foto vom späten Abend des 01. Januar zeigt eine der kräftigen strombolianischen Explosionen in der Voragine. Das glühende Material wird dabei deutlich höher als der Kraterrand der Voragine ausgeworfen:
Kräftige strombolianische Explosion in der Voragine
Foto vom 01.01.2020, 23:09 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 23.12. bis 29.12. zeigte keine signifikanten Veränderungen gegenüber der Vorwoche [1].

Die Messungen zur Infraschallaktivität der Gipfelkrater ergaben im Zeitraum zwischen dem 23.12. und 29.12.2019 erneut niedrige Werte; die Messungen wurden allerdings von starkem Wind behindert. Als Quelle der Aktivität konnte der Nordostkrater ausgemacht werden [1].

Im Zeitraum vom 23.12. bis 29.12.2019 bewegten sich die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater auf mittlerem Niveau und waren vergleichbar mit denen der Vorwoche. Die Messwerte lagen meist oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum lagen die Chlorwasserstoffemissionen auf unterem mittlerem Niveau. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) waren zwischen dem 23.12. und 29.12.2019 gegenüber der Vorwoche unverändert [1].

In der letzten Woche waren die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zunächst von sporadisch auftretenden, schwachen langperiodischen Signalen gekennzeichnet. Seit dem 31. Dezember treten diese etwas häufiger auf. Außerdem sind einzelne kleine Explosionssignale erkennbar.
Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau [2].

Am 22.12.2019 wurde im Bereich der Gipfelkrater ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 02.01. kam es südwestlich von Moio Alcantara (Nordflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 23/12/2019 - 29/12/2019
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


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