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Ätna Update (06.07. - 17.08.2018)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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17. August 2018

In der letzten Woche steigerte sich die Aktivität des Ätna zunächst noch etwas, ging dann aber wieder zurück. Auch die Intensität der Gasemissionen der Gipfelkrater und der Tremor waren rückläufig.

Das für die Jahreszeit ungewöhnlich schlechte Wetter dauerte auch in der vergangenen Woche am Ätna an und behinderten häufig die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Dennoch konnte ich während den Morgen- und Abendstunden am Nordostkrater weitere, meist schwache Aschefreisetzungen sehen. In den Nächten war anfangs mit Hilfe lichtstarker Webcams auch zeitweise leichter Glutschein über der Bocca Nuova erkennbar. In der Nacht vom 11. auf den 12. August konnten Touristen von Giarre (Ostküste) aus gegen Mitternacht auch für kurze Zeit strombolianische Aktivität direkt beobachten. Ob diese vom Nordostkrater, Bocca Nuova oder dem Neuen Südostkrater verursacht wurde blieb unklar. Möglicherweise kam es zu diesem Zeitpunkt jedoch zu einer vorübergehenden Aktivitätssteigerung am Nordostkrater oder am Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Am Kollapskrater konnte ich bis zum 14. August weiterhin häufig kleine Ascheemissionen beobachten. Diese waren gelegentlich auch von deutlichen thermischen Anomalien begleitet. In den letzten Tagen waren jedoch nur noch selten Aschefreisetzungen zu sehen. Auch der Glutschein über der Bocca Nuova schwächte sich ab dem 14.08. ab und war während den nachfolgenden Nächten kaum noch erkennbar.

Während eines Besuchs der Gipfelkrater durch INGV-Personal am 10. August konnte die strombolianische Aktivität im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova, sowie im Nordostkrater direkt beobachtet werden [1].

Im Zeitraum vom 06.08. bis 12.08. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche zurück. Die Messwerte lagen nur vereinzelt über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche an.
Bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 03. August durchgeführt wurde, zeigten sich erneut niedrigere Werte. Somit setzt sich der seit Anfang Juli andauernde Trend zu fallenden Messwerten weiterhin fort [1].

Während die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich am 06. und 07. August niedrig war, nahm sie ab dem 08. August deutlich zu. Quelle der Aktivität war hauptsächlich das Gebiet der Bocca Nuova. Nur gelegentlich wurden Nordostkrater oder Neuer Südostkrater als Emissionsquelle ermittelt [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche häufig schwache langperiodische Signale erkennbar. Sie waren stärker als das leichte Rauschen, welches von dem erhöhten Tremor generiert wurde. Gelegentlich zeigten sich auch mehrere Minuten lange Phasen verstärkten Rauschens. Explosionssignale konnte ich nur sehr selten erkennen. Der Tremor schwankte zwischen niedrigem und mittlerem Niveau und ging insgesamt etwas zurück [2].

Am 11.08. kam es am Monte Centenari (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 2.7. Am 12.08. wurde bei Milo (Ostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.8 registriert. Am 13.08. kam es Monte Intraleo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 15.08. wurde südlich des Monte Minardo (Westflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.1 gemessen. Am gleichen Tag wurden im Gebiet Contrada Feliciosa (Südwestflanke) zwei Beben mit einer Magnitude von 1.9 verzeichnet [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 06/08/2018 - 12/08/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


10. August 2018

Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters und auch am Nordostkrater kam es in den letzten Tagen weiterhin zu Aschefreisetzungen. Über der Bocca Nuova konnte man in den Nächten schwachen Glutschein beobachten. Der Tremor ist etwas angestiegen und auch die seismische Aktivität blieb in der vergangenen Woche erhöht.

Während den vergangenen Tagen kam es an dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters immer wieder zu kleinen Ascheemissionen. Thermische Anomalien konnte ich dabei jedoch nicht entdecken. Auch am Nordostkrater zeigten sich teilweise kräftige Aschefreisetzungen. An der Bocca Nuova wurde pulsartig Gas emittiert und während den Nächten war diese Gassäule rötlich illuminiert. Leider wurden die Beobachtungen häufig durch Wolken behindert.

Am 30. Juli und am 02. August wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Im nordwestlichen Krater der Bocca Nuova dauerte die milde strombolianische Aktivität an. Diese konnte wegen den schlechten Wetterbedingungen und der starken Gasfreisetzung jedoch nicht direkt beobachtet werden. Die Untersuchungen mittels Wärmebildkamera zeigten am 02. August eine ähnliche Aktivität wie in der Vorwoche. Während sich an einem Schlot strombolianische Explosionen ereigneten, kam es an einem zweiten Schlot zur Freisetzung von heißem Gas unter hohem Druck. Ein kleiner dritter Schlot setzte dagegen pulsartig Gas frei. Das durch die explosive Aktivität ausgeworfene Material verblieb dabei im Krater.
Auf dem Boden des Nordostkraters befanden sich am 30. Juli drei aktive Schlote. Der Westlichste setzte Asche frei, der Zentrale weißen Dampf und der Dritte, der an der nordöstlichen Kraterwand liegt, zeigte strombolianische Aktivität. Dabei kam es zu länger andauernden Explosionen die glühende Fragmente bis auf Höhe des Kraterrand auswarfen. Am 02. August war die Aktivität des Nordostkraters reduziert, aber am am 03., 04. und 05. August ereigneten sich wiederholt Aschefreisetzungen [1].

Im Zeitraum vom 30.07. bis 05.08. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche zurück. Die Messwerte lagen meist bei über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche unverändert [1].

Vom 30.07. bis 05.08. hielt sich die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich auf ähnlich niedrigem Niveau wie in der Vorwoche. Einen vorübergehenden Anstieg gab es am 31. Juli und 01. August. Als Quelle der Infraschallemissionen wurde das Gebiet Bocca Nuova/Voragine ermittelt [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) nahmen in der letzten Woche Anzahl und Intensität der langperiodischen Signale etwas zu. Gelegentlich waren auch kleine Explosionssignale erkennbar. Bedingt durch leicht erhöhten Tremor war die Basislinie des Signals von leichtem Rauschen überlagert. Der Tremor schwankte zunächst auf niedrigem bis mittlerem Niveau und nahm seit dem 08. August langsam zu [2].

Am 02.08. kam es südwestlich von Milo (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 04.08. ereignete sich im Bereich des Zentralkraters ein Beben der Stärke 1.9. Am 04. und 05.08. wurden im Raum Monte Fontane - Monte Scorsone (Ostflanke) einige Erdstöße registriert, wobei der Stärkste eine Magnitude von 1.6 erreichte. Am 06.08. kam es im Raum Monte Nero - Monte Collabasso (Nordflanke) zu einigen Erdbeben. Hier erreichte das Stärkste eine Magnitude von 1.8. Am 06.08. wurde westlich des Monte Minardo (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert. Am 06. und 07.08. kam es im Gebiet des Monte Fontane zu einer Serie sehr schwacher Beben. Die stärksten Erschütterungen erreichten dabei Magnituden von bis zu 1.5. Die Beben ereigneten sich in Tiefen von 8 - 15 Km [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 30/07/2018 - 05/08/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


06. August 2018

Während den vergangenen beiden Tagen haben sich die Ascheemissionen am Neuen Südostkrater und am Nordostkrater fortgesetzt. Die eruptive Aktivität in der Bocca Nuova scheint sich unterdessen etwas verstärkt zu haben.

Am Morgen des 04. August konnte ich weitere Ascheemissionen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters beobachten. Einige waren von einer deutlichen thermischen Anomalie begleitet, wie Fotos der Montagnola-Wärmebildkamera zeigten. Dann zogen rasch Wolken auf und Gewitter verhinderten die weitere Überwachung bis zum Abend. Als es gegen 17:00 Uhr wieder auflockerte zeigten sich alle 15 bis 20 Minuten kleine Aschepilze über dem Kollapskrater. Einige Emissionen waren wieder von lauten Explosionsgeräuschen begleitet die bis hinunter in die Gegend des Rifugio Sapienza zu hören waren.
Während der Nacht auf den 05. August zeigten lichtstarke Webcams ab ca. 02:00 Uhr leichten Glutschein über dem Zentralkraterkegel; vermutlich wurde er durch verstärkte eruptive Aktivität in der Bocca Nuova verursacht. Am Morgen des 05. August waren dann weitere Ascheemissionen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters erkennbar, bevor erneut Gewitter aufzogen. Am Abend lockerten die Wolken wieder auf und ich konnte dort wieder Aschefreisetzungen beobachten. Diese waren jedoch nicht von Detonationen begleitet und Freisetzung von heißem Material war auch nicht zu sehen. Nach Einbruch der Dunkelheit war die Gassäule über der Bocca Nuova erneut rötlich illuminiert, wobei die Intensität des Glutscheins stark variierte.
Heute Morgen dauerten die Aschefreisetzungen am Neuen Südostkrater an. Am Nordostkrater konnte ich mehrere Aschefreisetzungen erkennen die stärker als an den Vortagen waren.

Dieses Foto von gestern Abend, das ich vom Schiena dell'Asino aus machen konnte zeigt eine der Ascheemissionen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters (rechts). Links davon die Gasfahnen verschiedener Fumarolen im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters bzw. des Sattelkegels. Ganz links die Gassäule aus der Bocca Nuova:
Aschepilz aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters
05.08.2018 20:20 Uhr

Mit zunehmender Dunkelheit wird schwacher Glutschein über der Bocca Nuova sichtbar. Vermutlich illuminieren die strombolianischen Explosionen auf dem Grund dieses Gipfelkraters die darüber stehende Gassäule:
Glutschein über der Bocca Nuova
05.08.2018 20:53 Uhr



03. August 2018

Weiterhin zeigen am Ätna drei der Gipfelkrater Aktivität. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters kommt es zu teilweise explosiven Ascheemissionen bei denen auch heißes Material ausgeworfen wird und an Bocca Nuova und Nordostkrater dauert die strombolianische Aktivität an.

Am Morgen des 02. August waren am Nordostkrater etwas stärkere Ascheemissionen als an den Vortagen zu erkennen. Sie erfolgten alle paar Minuten und enthielten grau-braune Asche die mehrere hundert Meter hoch.  aufstieg. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters konnte ich auch wieder einzelne kleine Ascheemissionen erkennen. Leider zogen rasch dichte Wolken auf und schwere Gewitter mit Regen und Hagel verhinderten die Beobachtungen bis zum Abend.

Heute Morgen war es mir möglich weitere Ascheemissionen am Kollapskrater des Neuen Südostkraters zu beobachten. Die erste Freisetzung die ich sehen konnte geschah noch im Morgengrauen und dadurch war es möglich einen schwachen Glutschein während der Emission zu erkennen; auch die Montagnola-Wärmebildkamera zeigte eine thermische Anomalie. Es gab außerdem ein kräftiges Detonationsgeräusch. Weitere Ascheemissionen folgten im Abstand von ca. 15 - 20 Minuten. Diese waren allerdings mit einer Ausnahme nicht von lauten Geräuschen begleitet.
Auch vom Nordostkrater her konnte ich länger andauernden Donner hören, sowie eine Aschewolke beobachten die vom Nordwind über den Zentralkraterkegel hinweg getrieben wurde. Schwächere Explosionsgeräusche die häufig auftraten wurden vermutlich von der Bocca Nuova verursacht.
Leider zogen am Vormittag rasch Wolken auf und anhaltende Gewitter verhinderten die weitere Beobachtung bis zum Abend. Erst gegen 18:00 Uhr lockerte es wieder auf und es zeigten sich weiter Ascheemissionen aus dem Neuen Südostkrater und dem Nordostkrater.

Dieses Foto von heute Morgen zeigt eine der Aschefreisetzungen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Die kleinen bräunlichen Aschewolken steigen pilzförmig in die Höhe und werden vom Wind rasch in südwestliche Richtung verfrachtet:
Aschefreisetzung aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters
03.08.2018 06:44 Uhr

Noch besser ist die Aschefreisetzung in diesem Video zu erkennen, das ich heute Morgen machen konnte:
Aschefreisetzungen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters
03.08.2018 07:06 Uhr

Am 24. und 27. Juli wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Dabei konnte mittels Wärmebildkamera eine Fortdauer der milden strombolianischen Aktivität im nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova nachgewiesen werden; Gas verhinderte eine visuelle Beobachtung der Explosionen. Das dabei freigesetzte Material verblieb im Krater. Am Nordostkrater waren nach wie vor drei Schlote auf dem Kraterboden vorhanden. Während zwei davon anhaltend und zeitweise auch pulsartig Gas emittierten, generierte der Dritte Explosionen die mit der Freisetzung von etwas bräunlich-grauer bis rötlicher Asche verbunden waren. Zu weiteren Ascheemissionen kam es auch durch kleine Kollapsereignisse an den Kraterwänden. Die Frequenz der Explosionen war recht variabel und wurde am 27. Juli mit einer Explosion alle zwei Sekunden angegeben. Als Maximaltemperatur am Schlot konnte ein Wert von 150°C bestimmt werden [1].

Im Zeitraum vom 23.07. bis 29.07. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche etwas zurück. Die Messwerte lagen jedoch meist über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche zurück und lagen unterhalb der sonst üblichen Werte [1].

Vom 23.07. bis 29.07. stieg die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich an. Quelle der Infraschallemissionen war die Bocca Nuova [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) wurden in der letzten Woche von leichtem Rauschen dominiert das von etwas erhöhtem Tremor generiert wurde. Gelegentlich waren langperiodische Signale bzw. kurze Phasen verstärkten Rauschens zu erkennen. Seit dem 01. August zeigen sich manchmal auch kleine Explosionssignale. Der Tremor schwankt auf niedrigem bis mittlerem Niveau und zeigt nach wie vor keinen Trend zu einer Steigerung [2].

Am 27.07. wurde südwestlich von Pietrafucile (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Vom 27.07. bis zum 31.07. ereigneten sich im Gebiet des Monte Centenari (Ostflanke) zahlreiche, meist sehr schwache Beben. Das Stärkste erreichte dabei eine Magnitude von 1.6. Am 27.07. kam es bei Vena (Nordostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am gleichen Tag wurde am Monte Zoccolaro (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Vom 27.07. bis zum 28.07. kam es im Raum Monte Scorsone - Monte Fontane (Ostflanke) zu einer Erdbebenserie. Die Beben waren sehr schwach und das Stärkste wurde mit einer Magnitude von 1.6 registriert. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von 14 bis 17 Km. Am 28.07. wurde westlich von Milo (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am gleichen Tag kam es südwestlich von Pietrafucile zu einem Beben der Stärke 1.8. Vom 29.07. bis zum 30.07. gab es im Bereich des Zentralkraters zahlreiche Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.0. Die Beben ereigneten sich in sehr geringer Tiefe. Am 01.08 wurde nördlich des Monte Intraleo (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.6 registriert. Am 02.08. kam es südwestlich von Milo zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 23/07/2018 - 29/07/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


01. August 2018

Heute zeigte sich an einem weiteren Gipfelkrater des Ätna Aktivität. Am Kollapsschlot des Neuen Südostkraters setzten explosive Ascheemissionen ein.

Nach Sonnenaufgang waren heute Morgen mehrere kleine Ascheemissionen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters erkennbar. Dabei handelte es sich um bräunliche Asche die auf der Montagnola - Wärmebildkamera des INGV nur eine leichte thermische Anomalie verursachte. Später behinderten Wolken und Regen die Sicht auf den Gipfelbereich. Am Abend lockerten die Wolken jedoch wieder auf und ich konnte den Neuen Südostkrater vom alten Berggrat Schiena dell'Asino aus beobachten. Es kam zu weiteren Aschefreisetzungen die ca. alle 15 Minuten erfolgten und von einem lauten Detonationsgeräusch begleitet waren. Anschließend konnte man auch das Fallen von Steinen hören. Offenbar wurde also auch gröberes Material ausgeworfen.

Dieses Foto, das ich heute Abend vom Schiena dell'Asino aus machen konnte zeigt eine der Ascheemissionen. Der Neue Südostkrater ist noch von starkem Dunst umgeben und dadurch zeichnet sich die bräunliche Aschewolke rechts oberhalb des Kegels nur schwach ab:
Ascheemission aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters
01.08.2018 18:19 Uhr


31. Juli 2018

In den letzten Tagen hat sich die milde strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova fortgesetzt. Auch am Nordostkrater dauerten die tiefsitzenden Explosionen, sowie Aschefreisetzungen an.

Während den vergangenen Tagen hat sich die milde strombolianische Aktivität im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova fortgesetzt. Sie erfolgt aus zwei Schloten die sich auf dem südlichen Kraterboden direkt unterhalb der Innenwand befinden. Am 30. Juli konnte ich die Aktivität mit eigenen Augen beobachten. Während einer der Schlote praktisch kontinuierlich schwache Explosionen generiert, kommt es an dem anderen Schlot nur alle paar Minuten zu einer etwas stärkeren Explosion. Glühende Fragmente werden dabei wenige zig Meter hoch geschleudert. Leider ist die Gasentwicklung so stark, dass der gesamte Bereich nahezu ständig mit Gas gefüllt ist und eine Beobachtung dadurch sehr schwierig ist.
Auch im südlichen Abschnitt der Bocca Nuova kommt es zu kräftiger Gasentwicklung. Die Südostflanke der Voragine, die von einem Spaltensystem durchzogen ist das im Mai 2016 eruptiv tätig war, emittiert ebenfalls kräftig Gas.
Unterdessen setzt sich auch die tief sitzende explosive Aktivität am Nordostkrater fort. Hier kommt es an einem kleinen Schlot auf dem Kraterboden zu Emission von Gas und etwas Asche, sowie glühenden Fragmenten, was von einem lang andauernden zischendem bis donnernden Geräusch begleitet wird.

Anbei noch ein paar Fotos und ein Video die ich den letzten Tagen machen konnte:

Dieses Foto zeigt den Zentralkraterkegel aus südöstlicher Richtung. Links die Gasfahne aus dem nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova und rechts davon die Gaswolken aus ihrem südlichen Bereich. Direkt rechts daneben das Gas aus dem Spaltensystem an der Südostflanke der Voragine:
Gasemissionen aus dem Zentralkraterkegel
29.07.2018 13:35 Uhr

Blick vom südlichen Rand der Bocca Nuova hinab in ihren stark kollabierten nordwestlichen Abschnitt. Nur mit Mühe kann man in dem nahezu ständig mit Gas gefüllten Krater die strombolianischen Explosionen erkennen, die sich hier fortlaufend ereignen:
Strombolianische Explosionen in der Bocca Nuova
30.07.2018 20:24 Uhr

Dieses Video gibt einen Eindruck von der explosiven Aktivität in der Bocca Nuova:
Strombolianische Explosionen in der Bocca Nuova
30.07.2018 20:40 Uhr, 22.2 MB, 40 s



27. Juli 2018

Während der letzten Woche dauerte die strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova an und hat sich noch etwas verstärkt. Auch am Nordostkrater dauerten die sporadischen strombolianischen Explosionen an. Der Tremor blieb jedoch unverändert und die seismische Aktivität war weiterhin etwas erhöht.

In der vergangenen Woche waren über die Webcams nach wie vor die üblichen Gasemissionen erkennbar. Zeitweise behinderten Wolken allerdings die Beobachtung. Am Nordostkrater wirkten die Gasemissionen kräftiger als in den Vorwochen und waren oft pulsartig verstärkt und gelegentlich mit grauer Asche durchsetzt. An der Bocca Nuova zeigte sich kräftige pulsartige Gasemission die sich auf den nordwestlichen Abschnitt dieses Gipfelkraters konzentrierte. Am Kollapsschlot der Voragine konnte ich leichte pulsartige Gasfreisetzung erkennen. Am Südostkraterkomplex zeigte sich im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters, leichte jedoch anhaltende Gasemission.

Am 18. Juli wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Im nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova hat sich die milde strombolianische Aktivität fortgesetzt. Dabei wird glühendes Material empor geschleudert, das jedoch nur ganz vereinzelt bis hinauf zum Kraterrand steigt und dabei eine maximale Höhe von 100 m über Grund erreicht. Das gesamte Material fällt wieder zurück in den Krater. Durch diese explosive Aktivität wird gelegentlich auch etwas Asche freigesetzt, die sich jedoch schnell in der Umgebung des Kraters verteilt. Untersuchungen mit Hilfe einer Wärmebildkamera zeigen, dass die strombolianische Aktivität aus zwei Öffnungen heraus erfolgt, die sich im nördlichen Bereich des Kraters befinden. Die energiereicheren Ereignisse werden dabei vom südlicheren der beiden Öffnungen erzeugt. Die Explosionen erfolgen in einem Rhythmus von ca. zwei Ereignissen pro Minute, wobei sich diese Frequenz täglich ändert.
Am Nordostkrater setzt sich die schwache und sporadische strombolianische Aktivität fort. Sie wird von donnernden Geräuschen, sowie der Emission von grau-brauner bzw. rötlicher Asche begleitet. Auf dem Kraterboden befinden sich drei Öffnungen. Bedingt durch den Kollaps der inneren Kraterwände neigen diese Öffnungen zur Expansion. Die nördlichste Öffnung weist eine Temperatur von bis zu 350°C auf und ist Verursacher der explosiven Aktivität. Die übrigen zwei Öffnungen setzen anhaltend und pulsartig Gas frei. Hier beträgt die Temperatur 120°C [1].

Im Zeitraum vom 16.07. bis 22.07. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche deutlich an. Die Messwerte lagen meist bei bzw. über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche zurück.
Bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 20. Juli durchgeführt wurde, konnte ein seit Anfang Juli bestehender Trend zu niedrigeren 3He-Emissionen bestätigt werden [1].

Vom 16.07. bis 22.07. ging die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich etwas zurück. Als Quelle der Infraschallemissionen konnten Bocca Nuova, Nordostkrater und Südostkraterkomplex lokalisiert werden [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) wurden in der letzten Woche von leichtem Rauschen dominiert das von etwas erhöhtem Tremor generiert wurde. Gelegentlich ereigneten sich auch Phasen von stärkerem Rauschen das oft einige zig Minuten andauerte. Seit dem 26. Juli sind auch einige Explosionssignale erkennbar. Der Tremor schwankte auf niedrigem bis mittlerem Niveau ohne einen klaren Trend zu zeigen [2].

Am 21.07. endete die Erdbebenserie im Gebiet nördlich des Monte Denza (obere Süd-/Südwestflanke), die am 18.07. begonnen hatte, mit einigen sehr schwachen Beben. Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 1.5. Am gleichen Tag kam es zu einigen Beben im Bereich des Zentralkraters. Das Stärkste wurde mit einer Magnitude von 1.8 registriert. Am 25.07. kam es am Monte Fontane (Ostflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.5. Am gleichen Tag ereignete sich im Raum Contrada Feliciosa (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.6. Ebenfalls am 25.07. wurde westlich des Monte Minardo (Westflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.1 verzeichnet [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 16/07/2018 - 22/07/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


20. Juli 2018

Seit gut einer Woche kommt es in der Bocca Nuova zu strombolianischer Aktivität. Auch am Nordostkrater haben inzwischen tiefsitzende strombolianische Explosionen eingesetzt. Unterdessen hat sich an der oberen Südflanke eine intensive Erdbebenserie ereignet und der Tremor ist leicht gestiegen.

Über die Webcams waren in der letzten Woche am Ätna lediglich die gewohnten Gasfreisetzungen zu sehen. Diese waren am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova am stärksten. Am Nordostkrater nahmen die Ascheemissionen etwas ab, dennoch kam es häufig zur Freisetzung dünner, kleiner bräunlicher Aschewolken. Seit dem 19.07. sind die Ascheemissionen wieder etwas kräftiger. Am Südostkraterkomplex konnte ich lediglich schwache Gasemission in den Gipfelregionen beobachten.

Am 10.07. wurden die Gipfelkrater des Ätna von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova kommt es zu kräftiger und kontinuierlicher Gasemission. Die strombolianische Aktivität auf dem Boden des Schlots ist anhaltend, kann wegen der dichten Gaswolken jedoch nicht immer gut beobachtet werden. Durch die Aktivität wird auch glühendes Material ausgeworfen. Dieses fällt jedoch wieder in den Schlot zurück. Gelegentlich werden die Explosionen auch von schwachen Ascheemissionen begleitet.
Die Öffnung am Rand der Voragine zeigt im Vergleich zu den Vormonaten reduzierte Gasemission die pulsartig auftritt.
Am Nordostkrater kommt es zu strombolianischer Aktivität die an der Oberfläche nicht sichtbar ist und vermutlich in der Tiefe stattfindet. An der Oberfläche manifestiert sich diese Aktivität durch kräftigen, lauten und langanhaltenden (bis zu mehreren zig Sekunden) Donner. Die Explosionen verursachen manchmal die Freisetzung von graubrauner bis rötlicher Asche. Der Boden des Schlots formt einen Steilhang und durch ständigen Kollaps entlang der inneren Seitenwände vergrößert er sich.
Am Neuen Südostkrater kommt es zu schwacher Gasfreisetzung die manchmal pulsartig ist [1].

Im Zeitraum vom 09.07. bis 15.07. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Messwerte lagen häufig bei bzw. über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche zurück [1].

Vom 09.07. bis 15.07. nahm die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich ein wenig zu und stabilisierte sich auf niedrigem Niveau. Als Quelle der Infraschallemissionen konnte das Gebiet der Bocca Nuova lokalisiert werden [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche gelegentlich schwache langperiodische Signale erkennbar. Bedingt durch leicht steigenden Tremor wurde die Basislinie des Signals zunehmend von Rauschen überlagert. Der Tremor nahm während der vergangenen Woche insgesamt langsam zu [2].

Am 12.07. ereigneten sich im Gebiet des Zentralkraters einige sehr schwache Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.5 erreichte. Am 13.07. wurde westlich von Contrada Feliciosa (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Vom 14.07. bis 17.07. ereignete sich im Raum Rifugio Sapienza - La Montagnola (Südflanke) eine Serie schwacher Beben. Das Stärkste erreichte dabei eine Magnitude von 1.7. Die Hypozentren der Beben lagen in 3 - 7 Km Tiefe. Am 17.07. wurde nordöstlich von Tarderia (Südostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.8 verzeichnet. Am gleichen Tag kam es im Gebiet des Zentralkraters zu einem Beben der Stärke 2.2. Am 18.07. ereignete sich dort ein Beben mit einer Magnitude von 1.7. Am 18.07. begann im Raum nördlich des Monte Denza - westlich des La Montagnola (Südflanke) eine intensive Erdbebenserie. Die meisten Beben waren mit Magnituden von unter 2 relativ schwach, doch einige erreichten auch Stärken von bis zu 3. Die stärkste Erschütterung wurde mit 3.6 registriert. Die Beben ereigneten sich in Tiefen zwischen 4 - 8 Km. Die Erdbebenserie dauerte auch am 20.07. noch an [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 09/07/2018 - 15/07/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


13. Juli 2018

Während der letzten Woche kam es am Nordostkrater vorübergehend zu verstärkten Ascheemissionen. Ansonsten verhielt sich der Berg nach wie vor relativ ruhig.

In der vergangenen Woche kam es an den Gipfelkratern des Ätna weiterhin zu den gewohnten Gasfreisetzungen. Sie konzentrierten sich auf den nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova. Am Kollapsschlot der Voragine wurde mäßig und pulsartig Gas emittiert. Am Südostkraterkomplex konnte ich lediglich leichte Gasemission aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters erkennen. Am Nordostkrater war wie bereits in der Vorwoche zunächst etwas stärkere Gasemission als in den Vormonaten zu sehen. Am Morgen des 10. Juli zeigten die Webcams dann mehrere Aschefreisetzungen aus dem Nordostkrater. Diese waren energiereicher und enthielten deutlich mehr Asche als die schwachen Ascheemissionen die sich während den Vorwochen immer mal wieder dort ereignet hatten. Die kräftigste Freisetzung die ich beobachten konnte fand um 09:00 Uhr statt. Dabei wurde bräunliche Asche mindestens 300 m hoch ausgestoßen. Kurze Zeit später zogen Wolken auf die die weitere Beobachtung bis zum Abend verhinderten. Während den Morgenstunden des 11. Juli konnte ich erneute Ascheemissionen aus dem Nordostkrater erkennen. Diese waren jedoch weniger intensiv als am Vortag, traten dafür allerdings häufiger auf. Später blockierten erneut Wolken bis zum Abend den Blick auf den Nordostkrater. Auch am 12. Juli kam es zu weiteren, allerdings sehr schwachen Ascheemissionen. Heute schwächten sich die Aschefreisetzungen weiter ab und wurden auch deutlich seltener.

Dieses Webcam-Foto vom Morgen des 10. Juli zeigt eine der kräftigeren Ascheemissionen die sich an diesem Tag am Nordostkrater ereigneten. Die alte bräunliche Asche wird dabei mehrere hundert Meter hoch ausgestoßen bevor sie vom Wind in südliche Richtung verfrachtet wird:
Ascheemission aus dem Nordostkrater
Foto vom 10.07.2018, 09:00 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Im Zeitraum vom 02.07. bis 08.07. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Messwerte lagen häufig oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag.
Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche zurück und beendeten den seit Ende Mai steigenden Trend.
Auch bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 02. Juli durchgeführt wurde, zeigten sich etwas niedrigere Werte. Somit kam der seit April 2017 steigende Trend zur Stagnation [1].

Vom 02.07. bis 08.07. nahm die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich etwas zu, blieb aber dennoch auf sehr niedrigem Niveau. Als Quelle der Infraschallemissionen konnte das Gebiet der Bocca Nuova lokalisiert werden [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche gelegentlich schwache langperiodische Signale erkennbar. Der Tremor schwankte auf niedrigem Niveau [2].

Vom 06.07. bis 12.07. ereignete sich im Gipfelkraterbereich eine kleine Erdbebenserie. Dabei erreichte das stärkste Beben eine Magnitude von 1.8. Am 08.07. kam es bei Milo (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 08. und 09.07. ereigneten sich östlich von Maletto (Nordwestflanke) einige Erdstöße die Magnituden von bis zu 1.9 erreichten. Am 09.07. wurde am Monte Scorsone (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert. Am 10.07. ereignete sich bei Sant'Alfio (Ostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.5. Am 11.07. wurde nordwestlich von Contrada Feliciosa (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.7 gemessen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 02/07/2018 - 08/07/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


06. Juli 2018

Während der vergangenen Woche setzte sich die ruhige Gasemission am Ätna fort. Unterdessen wurde bei einem Besuch der Gipfelkrater eine neue Öffnung auf dem Boden des Nordostkraters entdeckt die etwas Gas emittiert.

In der letzten Woche zeigten sich an den Gipfelkratern des Ätna die üblichen Gasemissionen. Diese konzentrierten sich weiterhin auf den Schlot im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova. An den übrigen Gipfelkratern wurde nur wenig Gas emittiert. Am Nordostkrater konnte ich wie bereits in der Vorwoche leicht verstärkte Gasemission beobachten. Auch waren dort gelegentlich dünne bräunliche Aschewolken erkennbar.

Am 30.06. wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts: Die Gasemissionen der Gipfelkrater konzentrieren sich auf den nordwestlichen Sektor der Bocca Nuova und den Kollapsschlot der Voragine (entstanden am 07.08.2016). Der Boden des Nordostkraters ist nahezu komplett mit Schutt gefüllt. Fast die gesamte Gasemission konzentriert sich auf einen kleinen Schlot im nördlichen Bereich des Kraterbodens. Wie schon Ende Mai beobachtet kommt es dort immer wieder zu schwachen Ascheemissionen. An einem Fumarolensystem im nordwestlichen Abschnitt des Kraterbodens hat sich eine neue Öffnung gebildet. Dieser kleine Schlot emittiert etwas Gas. Am Südostkraterkomplex setzen Fumarolen entlang der Kraterränder diffus geringe Mengen Gas frei [1].

Im Zeitraum vom 25.06. bis 01.07. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche an. Die Messwerte lagen oft oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten erreichten Werte von bis zu 9.000 Tonnen SO2 pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gegenüber der Vorwoche etwas an und bestätigten somit einen, seit Ende Mai anhaltenden Trend zu höheren Werten [1].

Im Zeitraum vom 25.06. bis 01.07. war die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich sehr gering [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche gelegentlich schwache langperiodische Signale erkennbar. Der Tremor bewegte sich auf niedrigem Niveau und unterlag einem leicht steigenden Trend [2].

Am 29.06. kam es am Monte Fontane (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 02.07. ereigneten sich am Monte Centenari (Ostflanke) mehrere sehr schwache Beben. Das Stärkste erreichte dabei eine Magnitude von 1.6. Am 03.07. wurden am Monte Scorsone (Ostflanke) einige sehr schwache Beben registriert. Das stärkste Beben wurde dabei mit einer Magnitude von 1.6 gemessen. Am 03.07. wurde am Monte Collabasso (Nordflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.9 verzeichnet. Am 05.07. kam es am Monte Frumento Supino (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 25/06/2018 - 01/07/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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