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Ätna Update (07.04. - 23.06.2017)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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23. Juni 2017

Auch in den vergangenen Tagen ereigneten sich am Südostkraterkomplex einzelne schwache strombolianische Explosionen. Der Tremor ist leicht gestiegen und die Gasemissionen der Gipfelkrater haben etwas zugenommen.

In der vergangenen Woche kam es an den Gipfelkratern zu den gewohnten Gasfreisetzungen. Am stärksten waren sie weiterhin am Kollapsschlot der Voragine. An der Bocca Nuova wurde anhaltend Gas aus dem nordwestlichen Kraterabschnitt emittiert. Am Südostkraterkomplex war am Sattelschlot (SEC III) nur geringfügige Gasemission erkennbar. Während der vergangenen Nacht zeigten sich jedoch einige leichte thermische Anomalien über dem Kegel. Vermutlich wurde heißes Gas bzw. Asche emittiert. Sicherlich wurden diese Emissionen von einzelnen sehr milden strombolianischen Explosionen verursacht.  Aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters wurde in der vergangenen Woche anhaltend Gas emittiert. Auch aus dem Kollapskrater an seiner Ostflanke wurde sporadisch etwas Gas freigesetzt. Am weiterhin blockierten Nordostkrater waren die Gasemissionen gering.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater nahmen im Zeitraum vom 12.06. - 18.06. im Vergleich zur Vorwoche zu. Die Messwerte lagen während den letzten Tagen des Beobachtungszeitraums häufig oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen auch die Messwerte für Chlorwasserstoff an [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigen seit dem 20.06. vermehrt länger andauernde langperiodische Signale. Diese sind auch etwas intensiver als an den Vortagen. Hin und wieder sind auch Explosionssignale erkennbar. Der Tremor bewegt sich weiter auf niedrigem Niveau, unterliegt jedoch einem leicht steigenden Trend [2].

Am 20.06. wurde bei Pietrafucile (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.7 gemessen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 12/06/2017 - 18/06/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMFS
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


16. Juni 2017

In der letzten Woche kam es am Südostkraterkomplex zeitweise zu schwacher strombolianischer Aktivität. Diese war mit geringfügig erhöhter Gas- und Ascheemission verbunden. Der Tremor blieb insgesamt jedoch auf niedrigem Niveau.

Am 12.06. konnte ich mittels Webcams am Sattelschlot (SEC III) des Südostkraterkomplexes leicht verstärkte Gasemission beobachten. Zeitweise behinderten jedoch Wolken die Beobachtungen. Am 13.06. kam es am SEC III wiederholt zu leichten Ascheemissionen, sowie zu pulsartigem Ausstoß von Gas. Vereinzelt zeigten sich über dem Kegel auch sehr schwache thermische Anomalien. Am 14. und 15.06. kam es zu weiteren Gasemissionen die mit geringen Mengen Asche durchsetzt waren. Die Emissionen waren jedoch nicht mehr so energiereich wie am 13. Juni. Heute konnte ich keine Aschefreisetzungen beobachten.
Am Neuen Südostkrater wurde das meiste Gas aus dem Gipfelbereich emittiert. Der Kollapskrater an seiner Ostflanke setzte nur wenig Gas frei.
An den übrigen Gipfelkratern kam es zu den gewohnten Gasemissionen. Diese waren weiterhin am Kollapsschlot der Voragine am stärksten und generierten häufig eine kräftige Säule aus weißem Dampf bzw. Gas. In den Nächten wurde diese Säule aus der Tiefe des Schlots rötlich illuminiert. An der Bocca Nuova konzentrierten sich die anhaltenden Gasemissionen auf den nordwestlichen Kraterabschnitt.

Wie das INGV berichtet kommt es seit dem 06. Juni am Südostkraterkomplex zu milder und diskontinuierlicher strombolianischer Aktivität. Bis zum 09. Juni wurden am SEC III vier eruptive Episoden verzeichnet die mit einer Erhöhung des vulkanischen Tremors einher gingen. Sie dauerten im Schnitt eine Stunde und die Pausen zwischen den Episoden waren mit Längen zwischen 8 und 30 Stunden recht unterschiedlich. Am 10. Juni war die strombolianische Aktivität sehr schwach und sporadisch. Es konnten drei explosive Sequenzen registriert werden (um 03:10 Uhr, 03:54 Uhr und 03:55 Uhr) [1].

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater blieben im Zeitraum vom 05.06. - 11.06. im Vergleich zur Vorwoche praktisch unverändert. Die Spitzenemissionsraten lagen dabei mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben auch die Messwerte für Chlorwasserstoff unverändert [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater)  waren in den letzten Tagen gelegentlich schwache langperiodische Signale erkennbar. Vereinzelt kam es auch zu minutenlangen Phasen von verstärktem Rauschen, verursacht durch erhöhten Tremor. Selten waren auch etwas stärkere Explosionssignale erkennbar. Heute nahm ihre Anzahl etwas zu. Der Tremor schwankte weiterhin auf niedrigem Niveau [2].

Vom 10.06. bis 11.06. kam es bei Zafferana Etnea (Südostflanke) zu einer kleinen Erdbebenserie. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 2.0. Die Beben lagen in einer Tiefe zwischen 4 und 6 Kilometern. Am 12.06. wurde im Gebiet der Grotta del Gelo (Nordflanke) ein Beben der Stärke 1.9 gemessen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 05/06/2017 - 11/06/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMFS
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


11. Juni 2017

Abgesehen von zwei kurzen und milden eruptiven Episoden am Südostkraterkomplex blieb der Ätna in der vergangenen Woche relativ ruhig. Die seismische Aktivität war leicht erhöht und der Tremor schwankte auf niedrigem Niveau. 

Wolken verhinderten in der vergangenen Woche weiterhin häufig die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. In den wolkenfreien Momenten zeigten sich die gewohnten Gasfreisetzungen. Sie waren am Kollapsschlot der Voragine am intensivsten und häufig pulsartig verstärkt. Aus dem nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova wurde anhaltend Gas emittiert. Manchmal sah es so aus als wären die Gaswolken mit geringen Mengen bräunlicher Asche durchsetzt. Am SEC III des Südostkraterkomplexes ereigneten sich am 06. Juni wieder zwei kurze und milde eruptive Episoden. Diese waren jedoch nur an Hand des rasch ansteigenden Tremors erkennbar, denn dichte Wolken verhinderten an diesem Tag jegliche Beobachtungen. Ansonsten zeigte sich am Südostkraterkomplex anhaltende, jedoch leichte Gasfreisetzung aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters. Auch aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters wurde ständig etwas Gas freigesetzt.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gingen im Zeitraum vom 29.05. - 04.06. im Vergleich zur Vorwoche deutlich zurück. Die Messwerte lagen nur während einigen Tagen am Ende des Beobachtungszeitraums oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben die Messwerte für Chlorwasserstoff unverändert [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche zunächst relativ häufig schwache langperiodische Signale. Seit dem 06. Juni hat ihre Anzahl etwas abgenommen, dafür hat die Intensität zugenommen. Ab und zu gab es Phasen von verstärktem Rauschen die mehrere Minuten lang andauerten. Auch sind seit dem 06. Juni gelegentlich stärkere Explosionssignale erkennbar. Abgesehen von der temporären und sprunghaften Intensivierung des Tremors während den kurzen eruptiven Episoden am Südostkraterkomplex blieb der Tremor auf niedrigem Niveau und unterlag insgesamt einem leicht steigenden Trend [2].

Am 01.06. ereigneten sich im Raum Maletteo - Monte Scavo (Nordwestflanke) zwei Beben die Magnituden von 1.8 bzw. 1.9 erreichten. Am 04.06. wurde nördlich von Punta Lucia (Nordflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am 07.06. ereigneten sich bei Sant'Alfio (Ostflanke) zwei sehr schwache Beben, wobei das stärkste eine Magnitude von 1.5 erreichte [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 29/05/2017 - 04/06/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMFS
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


06. Juni 2017

Hier ein Fotobericht zur aktuellen Situation der Gipfelkrater:

Südostkraterkomplex:
Durch die recht intensive eruptive Aktivität der vergangenen Jahre ist der alte Südostkrater unter dem jüngeren pyroklastischen Material des Neuen Südostkraters nahezu verschwunden. Nur entlang der westlichen Flanke des Südostkraterkomplexes erkennt man noch den Kegel des alten Südostkraters. Aber auch bereits der Neue Südostkrater, der bis 2015 durch unzählige paroxysmale Episoden die Morphologie des Südostkraterkomplexes veränderte, beginnt schon wieder zu verschwinden, denn nun hat der ehemalige Sattelschlot diese Rolle übernommen. Der seit Februar aktive Schlot, der inzwischen als SEC III bezeichnet wird, hat einen weithin sichtbaren pyroklastischen Kegel aufgeschüttet der auf dem Sattel zwischen altem und neuem Südostkrater aufsitzt und bereits damit beginnt den Gipfelbereich des Neuen Südostkraters zu vereinnahmen.
Er besteht aus mehreren Kratern die bis an die Nordflanke des Südostkraterkomplexes heran reichen. An der Südflanke des Südostkraterkomplexes hat sich durch die eruptiven Episoden des SEC III zwischen Februar und April eine gut ausgeprägte Rampe aus sich überlagernden Lavaströmen gebildet. Diese reicht praktisch bis an den Monte Barbagallo (2002-03 Kegel) heran. Während der letzten eruptiven Episode des SEC III, die vom 26. bis 27. April dauerte, kam es auch an der Nordflanke des Südostkraterkomplexes zu eruptiver Aktivität. Hier öffneten sich effusive Schlote die einen Lavastrom in nördliche Richtung freisetzten. Oberhalb dieser Schlote kam es zu Hangrutschungen und dadurch klaffen nun zwei große Narben in der mittleren Nordflanke des Südostkraterkomplexes.

Blick von Südosten aus auf den Südostkraterkomplex
28.05.2017 10:21 Uhr
Blick von Südosten aus auf den Südostkraterkomplex. Rechts der Neue Südostkrater und in der Bildmitte der pyroklastische Kegel um den ehemaligen Sattelschlot (SEC III). Links im Hintergrund ragt der Kegel des alten Südostkraters hervor.
Der Südostkraterkomplex von der Mareneve-Straße oberhalb von Fornazzo aus gesehen
27.05.2017 05:51 Uhr
Der Südostkraterkomplex von der Mareneve-Straße oberhalb von Fornazzo aus gesehen. Sehr schön ist bei dieser Perspektive der Kollapskrater des Neuen Südostkraters zu erkennen der im November 2015 entstanden war und anhaltend Gas bzw. Dampf emittiert.
Der nördliche Krater des SEC III von Nordwesten aus gesehen
27.05.2017 12:29 Uhr
Der nördliche Krater des SEC III von Nordwesten aus gesehen. Die gesamte Umgebung des Kraters ist mit frischem pyroklastischem Material überzogen. Aus dem Krater entweichen bläuliche Gaswolken. Rechts davon der deutlich veränderte Gipfelbereich des alten Südostkraters.
Blick auf die Nordflanke des Südostkraterkomplexes
27.05.2017 12:29 Uhr
Blick auf die Nordflanke des Südostkraterkomplexes. Hier haben sich während der eruptiven Episode vom 27. April 2017 effusive Schlote geöffnet die einen Lavastrom in nördliche Richtung förderten. Oberhalb der effusiven Schlote kam es zu Hangrutschungen die tiefe Narben in der Flanke erzeugt haben.


Bocca Nuova und Voragine:
Die gesamte westliche bis nordwestliche Flanke des Zentralkraterkegels ist mit zahlreichen großen (bis zu 30 cm Durchmesser) und kleinen Schlackebrocken überzogen die von den paroxysmalen Episoden der Voragine vom Dezember 2015 bzw. Mai 2016 stammen. Der nordwestliche Kraterrand der Bocca Nuova besteht aus gefährlich überhängenden Klippen. Sie sind mit feiner grauer Asche überzogen. Die Bocca Nuova beherbergt einen ovalen, sich von Ost nach West in die länge ziehenden kollabierten Bereich. Nur ein Teil des südöstlichen Kraterbodens der Bocca Nuova ist von dem Kollaps nicht betroffen und liegt deutlich höher. Der nordwestliche Abschnitt dieses kollabierten Bereichs besitzt einen Krater der eine runde Form zu haben scheint. Wegen starker Gasfreisetzung ist der Boden dieses Kraters leider nicht zu erkennen. Aus diesem Krater werden  unter leichter Geräuschentwicklung hin und wieder geringe Mengen grauer oder bräunlicher Asche emittiert. Auch entlang der inneren Wände setzen Fumarolen anhaltend Gas und Dampf frei.
Entlang des nördlichen Kraterrands der Bocca Nuova ragt eine Felsnase nach Osten in den Zentralkrater hinein. Es ist das Überbleibsel des ehemaligen Diaframma, der Trennwand zwischen Voragine und Bocca Nuova. Sie wird von Südwest nach Nordost von einem breiten und tiefen Graben durchzogen, so dass der östliche Abschnitt dieser Felsnase praktisch bereits einen großen isolierten Block darstellt der in die Voragine abzurutschen droht. Entlang der inneren Wände dieser Felsnase setzen Fumarolen anhaltend Gas frei. Besonders intensiv sind sie entlang der nördlichen Seite (zur Voragine hin) der Felsnase. Hier befinden sich auch intensiv gelb leuchtende Schwefelablagerungen.
Beginnend bei dem westlichen Abschnitt der Felsnase wird der westliche bis nordwestliche Rand der Voragine von zwei parallel verlaufenden Spalten durchzogen. Diese sind an einigen Stellen 50 bis 100 cm breit und emittieren große Hitze. Die hier meist fladenförmig auftretenden Schlackeformationen sind häufig von gelb-orangen Schwefel- bzw. weißen Gipsablagerungen überzogen. Der Krater der Voragine ist ringförmig und fällt zur Mitte hin stufenförmig ab. Der Kraterboden wird aus schwarzen pyroklastischen Ablagerungen gebildet die den Schlot blockieren. Der Boden besitzt in der Mitte eine flache Depression und liegt höher als der kollabierte Bereich der Bocca Nuova. Markant ist der kleine Kollapsschlot an der inneren östlichen Kraterwand der Voragine der im August 2016 entstanden war. Er setzt anhaltend Gas bzw. weißen Dampf frei. Diese Emissionen sind pulsartig verstärkt und manchmal von einem seltsamen Plopp-Geräusch begleitet. Unterhalb des Kollapsschlots deutet sich ein flacher Graben an der in Richtung Mitte der Voragine verläuft und an mehreren Stellen deutlich vertiefte Bereiche besitzt.
Der nördliche Kraterrand der Voragine bildet zum Nordostkrater hin ein Plateau das zur Voragine hin anfangs recht sanft abfällt. Dies erinnert an die Morphologie früherer Jahre, wobei das Niveau jetzt deutlich höher liegt und der südwestliche Kraterrand des Nordostkraters dadurch niedriger geworden ist. Das Plateau ist mit relativ feinem pyroklastischen Material bedeckt und wird von einigen kleinen Spalten durchzogen die parallel zu einander von Nord nach Süd verlaufen. Zum Nordostkrater, aber auch nach Osten hin, nehmen die Schwefelablagerungen deutlich zu. Ein breiter und sich in Richtung Nordostkrater signifikant vertiefender Graben trennt das Plateau vom östlichen Rand des Zentralkraterkegels. Aus dem Graben wird große Hitze emittiert die die Luft zum Flimmern bringt. Der Boden ist hier so heiß, dass sich keine Schwefelablagerungen halten können und weißer Gips überwiegt. Auch die Schwefeldioxidkonzentration nimmt hier deutlich zu. Zur Voragine hin ist der Graben so flach, dass er ohne weiteres zu Fuß durchquert werden kann.
Entlang der oberen Ostflanke des Zentralkraterkegels streichen mehrere parallel verlaufende und meist kleine und flache Spalten bzw. Gräben von Nord nach Süd. An einigen Stellen besitzen sie Fumarolen die Gas und Dampf freisetzen. Nach Süden hin nehmen die Schwefelablagerungen in der Umgebung dieser Spalten zu.

Blick entlang des nordwestlichen Rands der Bocca Nuova
27.05.2017 11:22 Uhr
Blick entlang des abrupt abfallenden und teilweise aus überhängenden Klippen bestehenden nordwestlichen Rands der Bocca Nuova.
Gasemission aus dem nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova
27.05.2017 11:24 Uhr
Aus dem nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova wird anhaltend Gas emittiert. Auch entlang der inneren Wände der Bocca Nuova setzen Fumarolen ständig Gas frei.
Emission von grauer Asche aus dem nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova
27.05.2017 12:44 Uhr
Emission von grauer Asche aus dem nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova. Beobachtet vom nordöstlichen Rand der Voragine aus.
Blick auf den zentralen bis südöstlichen Bereich der Bocca Nuova
27.05.2017 11:54 Uhr
Blick auf den zentralen bis südöstlichen Bereich der Bocca Nuova. Dieser Gipfelkrater besitzt einen kollabierten Bereich der sich von Ost nach West erstreckt.
Blick vom nordwestlichen Rand der Voragine nach Südosten auf den östlichen Rand des kollabierten Kraterbodens der Bocca Nuova
27.05.2017 11:52 Uhr
Hier geht der Blick vom nordwestlichen Rand der Voragine nach Südosten auf den östlichen Rand des kollabierten Kraterbodens der Bocca Nuova. Der Boden ist von zahlreichen Blöcken übersät die aus dem Lavafeld vom Mai 2016 stammen, das den gesamten Krater aufgefüllt hatte.
Eine Felsnase ragt in östliche Richtung in den Zentralkrater hinein
27.05.2017 11:30 Uhr
Eine Felsnase ragt in östliche Richtung in den Zentralkrater hinein. Es ist der Rest des ehemaligen Diaframma. Ein breiter und tiefer Graben durchzieht die Felsnase von Südwest nach Nordost.
Blick auf die nördliche Seite der Felsnase
27.05.2017 12:00 Uhr
Blick auf die nördliche Seite der Felsnase (zur Voragine hin) die mit zahlreichen Fumarolen und Schwefelablagerungen überzogen ist.
Zwei parallel zu einander verlaufende Spalten durchziehen den westlichen Rand der Voragine
27.05.2017 11:40 Uhr
Zwei parallel zu einander verlaufende Spalten durchziehen den mit fladenförmigen Schlackeformationen überzogenen westlichen Rand der Voragine. Aus ihnen wird große Hitze freigesetzt.
Schwefelablagerungen am sehr groben pyroklastischen Material am westlichen Rand der Voragine
27.05.2017 11:57 Uhr
Das sehr grobe pyroklastische Material am westlichen bis nordwestlichen Rand der Voragine ist mit gelben bzw. orangen Schwefelablagerungen überzogen. Häufig finden sich hier auch weiße Gipsablagerungen.
Kollapsschlot an der inneren östlichen Wand der Voragine
27.05.2017 11:43 Uhr
Der Kollapsschlot an der inneren östlichen Wand der Voragine. Er bildete sich im August 2016. Unterhalb von ihm deutet sich ein flacher Graben an der in Richtung der Mitte der Voragine streicht und einige Vertiefungen besitzt.
Blick vom nordwestlichen Rand der Voragine nach Südosten
27.05.2017 11:51 Uhr
Blick vom nordwestlichen Rand der Voragine nach Südosten. Der Krater der Voragine fällt stufenförmig zur Mitte hin ab.
Blick hinunter auf den Kraterboden der Voragine
27.05.2017 11:43 Uhr
Blick hinunter auf den Kraterboden der Voragine. Hier befindet sich eine flache Depression. Der Schlot der im Mai 2016 heftige eruptive Aktivität produzierte ist von pyroklastischem Material blockiert.


Nordostkrater:
Der Kegel des Nordostkraters wird in seinem südöstlichen Abschnitt von einer tiefen Kerbe durchzogen die während der eruptiven Aktivität im Mai 2016 entstanden ist. Dadurch fällt der südliche Kraterrand nach Osten hin abrupt ab und geht in einen breiten und tiefen Graben über. Der Boden dieses Grabens liegt vom Niveau her jedoch noch deutlich höher als der Kraterboden des Nordostkraters. Östlich des Grabens befindet sich ein kleines Plateau das bald in den wieder steil ansteigenden östlichen Kraterrand des Nordostkraters übergeht. Der südliche Kraterrand des Nordostkraters wird von mehreren Spalten durchzogen die von Süden, also von der Voragine her kommend nach Norden verlaufen. An der südlichen Basis des Nordostkraters sind diese Spalten besonders tief und emittieren große Hitze. Am Nordrand des Nordostkraters sind die Spalten immer noch erkennbar, jedoch nicht mehr so gut ausgeprägt. Der Boden des Nordostkraters ist mit Geröll blockiert. Nur entlang der inneren südlichen Wand des Nordostkraters setzen Fumarolen etwas Gas frei.

Blick vom nördlichen Rand der Voragine auf den südöstlichen Abschnitt des Nordostkraters
27.05.2017 12:04 Uhr
Blick vom nördlichen Rand der Voragine auf den südöstlichen Abschnitt des Nordostkraters. Der Kegel ist hier völlig kollabiert und wird von einem tiefen und breiten Graben durchzogen.
Aus dem Graben am südlichen Rand des Nordostkraters steigt große Hitze auf
27.05.2017 12:07 Uhr
Aus dem Graben am südlichen Rand des Nordostkraters steigt große Hitze auf die die Luft zum Flimmern bringt. Auch die Konzentration an Schwefeldioxid ist hier sehr hoch.
Blick vom nördlichen Rand der Voragine auf den südöstlichen Abschnitt des Nordostkraters
27.05.2017 12:07 Uhr
Zur Voragine hin wird der Graben deutlich flacher, so dass er ohne weiteres überquert werden kann. Der Graben trennt das Plateau im nördlichen Abschnitt der Voragine von der Ostflanke des Zentralkraterkegels.
Blick vom nördlichen Rand der Voragine auf den südöstlichen Abschnitt des Nordostkraters
27.05.2017 12:07 Uhr
Blick entlang des östlichen Rands des Nordostkraters nach Norden.
Blick vom nördlichen Rand der Voragine auf den südöstlichen Abschnitt des Nordostkraters
27.05.2017 12:19 Uhr
Der nach Südosten hin aufgerissene Nordostkrater. Abgesehen von dem großen Graben durchziehen ihn auch noch mehrere kleinere Spalten von Nord nach Süd.
Blick vom nördlichen Rand der Voragine auf den südöstlichen Abschnitt des Nordostkraters
27.05.2017 12:19 Uhr
Blick hinunter in den Nordostkrater. Er ist völlig von Geröll blockiert und setzt nur wenig Gas frei. Lediglich an seiner inneren südlichen Wand existieren einige Fumarolen.



04. Juni 2017

Nach dem sich bis zum 31. Mai zwei weitere kurze und milde eruptive Episoden am SEC III ereignet hatten, kehrte in den vergangenen Tagen am Ätna wieder Ruhe ein. Der Tremor blieb niedrig, jedoch hat die seismische Aktivität wieder etwas zugenommen.

In der vergangenen Woche ereigneten sich am SEC III des Südostkraterkomplexes zwei weitere schwache und kurze eruptive Episoden. Während die eruptive Episode am Morgen des 30.05. hinter dichten Wolken stattfand, konnte ich die eruptive Episode vom 31. Mai mittels Webcams beobachten. Dabei war leichte Emission von grauer Asche aus dem Krater des SEC III erkennbar. Sicherlich kam es hierbei, wie bereits bei den kurzen Episoden an den Vortagen zu milder strombolianischer Aktivität. Nach dem 31. Mai fanden keine weiteren eruptiven Episoden mehr statt. Während den letzten Tagen behinderten Wolken bereits ab dem Vormittag die Beobachtung der Gipfelregion mittels Webcams. In den wolkenfreien Stunden waren an den Gipfelkratern die gewohnten Gasfreisetzungen zu sehen. Diese waren am Kollapsschlot der Voragine nach wie vor am intensivsten und pulsartig verstärkt. Auch aus dem nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova wurde anhaltend Gas emittiert. Am Südostkraterkomplex wurde das meiste Gas aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters freigesetzt.

Dieses Foto konnte ich am Morgen des 29.05. von der Serra del Salifizio aus machen. Es zeigt die Gasemissionen aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters. Auch aus dem Kollapskrater an seiner Ostflanke wird anhaltend Gas emittiert. Bedingt durch hohe Luftfeuchtigkeit und dadurch verstärkter Kondensation von Wasserdampf wirken die Gasfreisetzungen stärker als üblich:
Ruhige Gasemission aus dem NSEC
29.05.2017 10:15 Uhr

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gingen im Zeitraum vom 22.05. - 28.05. im Vergleich zur Vorwoche etwas zurück. Die Messwerte lagen an einigen Tagen oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieben die Messwerte für Chlorwasserstoff unverändert [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche gelegentlich langperiodische Signale. Wiederholt kam es zu Phasen von verstärktem Rauschen die von erhöhtem vulkanischem Tremor verursacht wurden. Im Mittel schwankte der Tremor auf niedrigem Niveau und war nur während den sehr kurzen eruptiven Episoden deutlich erhöht. Am 31.05. ging der Tremor abrupt zurück und stieg seit dem nur langsam wieder an [2].

Am 26.05. wurden westlich von Pietrafucile (Nordostflanke) mehrere sehr schwache Erdbeben registriert. Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 1.7. Am gleichen Tag kam es westlich von Sant'Alfio (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Vom 29.05. bis 30.05. ereignete sich im Raum Monte Lepre - Monte Palestra - Monte Scavo (Westflanke) eine Erdbebenserie. Das stärkste Beben wurde dabei mit einer Magnitude von 2.2 gemessen. Die Beben lagen in einer Tiefe von 18 bis 31 Kilometer. Am 31.05. wurden im Raum Rifugio Sapienza - La Montagnola (Südflanke) mehrere sehr leichte Beben verzeichnet, wobei das stärkste eine Magnitude von 1.5 erreichte [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 22/05/2017 - 28/05/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMFS
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


29. Mai 2017

Zur Zeit befinde ich mich auf dem Ätna. Darum heute ein Fotobericht zu den morphologischen Veränderungen im Gebiet südlich des Südostkraterkomplexes nach der eruptiven Aktivität von Februar bis April:

Durch die eruptive Aktivität des Sattelschlots (SEC III) zwischen Februar und April 2017 kam es vor allem im Gebiet südlich des Südostkraterkomplexes zu deutlichen morphologischen Veränderungen. Das gesamte Gebiet nördlich des 2002-03 Kraters (Monte Barbagallo) ist von einem komplexen Lavafeld überzogen. Es besteht überwiegend aus mehrere Meter hohen Halden von Blocklava und wird von einigen Lavakanälen durchzogen. Durch das Lavafeld hat sich das Gelände hier deutlich erhöht und der nördliche Kraterrand des Monte Barbagallo liegt dadurch spürbar niedriger. Zum Südostkraterkomplex hin steigt das Lavafeld an und erreicht in etwa die gleiche Höhe wie die der nördliche Kraterrand des Monte Barbagallo.
Nach Osten hin schließt der südliche Rand des Lavafelds zunächst grob mit dem nördlichen Rand des Monte Barbagallo ab. Entlang des westlichen Rands vom Valle del Bove zieht sich das schmale allerdings bis zu 7 m hohe Lavafeld jedoch dann in Form einer langen Zunge nach Süden wo es auf 2645 m Höhe endet.
Im Westen teilt sich das Lavafeld in zwei Ströme auf. Einer zieht sich nördlich des Monte Frumento Supino nach Westen und expandiert dann westlich des Monte Frumento nach Süden. Der andere Strom der durch die gut zwei Wochen andauernde effusive Aktivität an der südlichen Basis des Südostkraterkomplexes entstanden war, zieht sich durch das schmale Tal zwischen Monte Barbagallo und Monte Frumento Supino. Der alte Lavastrom aus dem November 2013 ist unter dieser Lava völlig verschwunden, denn der neue Strom füllt das gesamte Tal. Der Strom besitzt einen gut ausgeprägten Lavakanal mit mehreren Meter hohen Wänden und hat an seinen Flanken 3 - 5 Meter hohe Dämme. Auch einige hundert Meter weiter Hang abwärts ist der Lavastrom noch recht hoch und besteht aus Blockhalden und kleineren Lavakanälen. Das Lavafeld ist hier deutlich höher als der Lavastrom von 2002 der sich östlich an das neue Lavafeld anschließt.

Blick vom La Montagnola aus nach Norden auf das Lavafeld östlich des Monte Barbagallo
28.05.2017 11:31 Uhr
Blick vom La Montagnola aus nach Norden auf das Lavafeld östlich des Monte Barbagallo. Insbesondere fällt hier das Lavafeld auf, das sich dem westlichen Rand des Valle del Bove entlang zieht (rechts), da es relativ hoch ist. In der Bildmitte ist der alte Kollapskrater Cisternazza zu erkennen.
Blick auf das südliche Ende des Lavafelds am Valle del Bove-Rand
23.05.2017 11:20 Uhr
Blick auf das südliche Ende des Lavafelds das sich entlang des westlichen Rands des Valle del Bove bis auf 2645 m Höhe entlang zieht.
Das schmale Lavafeld am westlichen Rand des Valle del Bove ist ca. 7 m hoch
23.05.2017 11:59 Uhr
Das schmale Lavafeld am westlichen Rand des Valle del Bove, oberhalb des steilen Abhangs, ist ca. 7 m hoch (Wanderstöcke im Bild geben einen Größenvergleich).
Blick vom Lavafeld am westlichen Rand des Valle del Bove nach West/Nordwest
23.05.2017 12:03 Uhr
Blick vom Lavafeld am westlichen Rand des Valle del Bove nach West/Nordwest. Im Hintergrund der Monte Barbagallo und rechts davon das Lavafeld das sich hier vom Gebiet nördlich des Monte Barbagallo nach Osten zieht.
Blick über das Lavafeld im Gebiet östlich des Monte Barbagallo nach Norden
23.05.2017 12:06 Uhr
Blick über das Lavafeld im Gebiet östlich des Monte Barbagallo nach Norden. Im Hintergrund ist der Neue Südostkrater unter Wolken verborgen.
An der nordöstlichen Basis des Monte Barbagallo
23.05.2017 12:32 Uhr
An der nordöstlichen Basis des Monte Barbagallo. In der frischen und immer noch heißen Lava werden bereits wieder neue Wege für die Geländebusse angelegt.
Blick über das Lavafeld nördlich des Monte Barbagallo nach Norden
23.05.2017 12:51 Uhr
Blick über das Lavafeld nördlich des Monte Barbagallo nach Norden. Das Lavafeld besteht aus zahlreichen Blocklavahalden und ist von einigen Lavakanälen durchzogen. Zum Südostkrater hin steigt es deutlich an.
Durch das Lavafeld hat sich das Gelände nördlich des Monte Barbagallo deutlich erhöht
23.05.2017 12:51 Uhr
Durch das Lavafeld hat sich das Gelände nördlich des Monte Barbagallo deutlich erhöht. Das Lavafeld ist schon fast so hoch wie der nördliche Rand des 2002-03 Kraters
Blick dem westlichen Kraterrand des Monte Barbagallo entlang nach Norden auf den Südostkraterkomplex
23.05.2017 12:55 Uhr
Blick dem westlichen Kraterrand des Monte Barbagallo entlang nach Norden auf den Südostkraterkomplex. In der linken Bildhälfte das neue Lavafeld.
Blick vom nordwestlichen Rand des Monte Barbagallo nach Westen auf den Monte Frumento Supino
23.05.2017 12:55 Uhr
Blick vom nordwestlichen Rand des Monte Barbagallo nach Westen auf den Monte Frumento Supino. Das Lavafeld teilt sich hier. Ein Arm zieht sich nördlich des Monte Frumento Supino entlang und erstreckt sich von dort weiter seiner Westflanke entlang nach Süden.
Tal zwischen Monte Barbagallo und Monte Frumento Supino
23.05.2017 12:54 Uhr
Der andere Teil des Lavafelds hat praktisch das gesamte Tal zwischen Monte Barbagallo und Monte Frumento Supino ausgefüllt.
Das Lavafeld zwischen Monte Barbagallo und Monte Frumento Supino
23.05.2017 12:57 Uhr
Das Lavafeld zwischen Monte Barbagallo und Monte Frumento Supino das durch ca. zwei Wochen andauernde effusive Aktivität entstanden ist zieht sich nach Süden und besitzt einen gut ausgeprägten Lavakanal.
Blick von der westlichen Flanke des Monte Barbagallo aus nach Süden
23.05.2017 13:21 Uhr
Blick von der westlichen Flanke des Monte Barbagallo aus nach Süden. Das Lavafeld erstreckt sich von hier aus parallel zum 2002-Lavastrom nach Süd-/Südwest. Es ist deutlich höher als der 2002-Lavastrom (links) und hat im unteren Abschnitt mehrere Lavakanäle.
Blick vom La Montagnola auf Lavastrom
28.05.2017 11:49 Uhr
Vom La Montagnola aus betrachtet kann man sehr gut erkennen wie hoch sich die Lava zwischen dem Monte Barbagallo (rechts) und dem Monte Frumento Supino (links) aufgetürmt hat.


28. Mai 2017

In den letzten Tagen haben sich am Südostkraterkomplex wieder einige sehr kurze und schwache eruptive Episoden ereignet. Sie waren durch explosive Tätigkeit und leichte Ascheemissionen gekennzeichnet. Insgesamt blieb der Tremor niedrig.

Seit dem 26. Mai haben sich am SEC III des Südostkraterkomplexes wieder einige sehr kurze und sehr schwache eruptive Episoden ereignet. Dabei kam es jeweils für wenige Minuten zu tiefsitzenden Explosionen und schwachen Ascheemissionen. Das siebte und bisher intensivste Ereignis hat sich heute Morgen gegen 08:54 Uhr ereignet. Für wenige Minuten war bis hinunter in das Gebiet rund um das Rifugio Sapienza ständiges Donnern, verursacht durch explosive Aktivität, zu hören. Dabei wurde auch etwas graue Asche freigesetzt. Nennenswerte thermische Anomalien waren über die Webcams nicht erkennbar. Nach diesem Ereignis kam es am SEC III wieder nur zu geringer Gasemission. Am Gipfelbereich des Neuen Südostkraters wirkten die Gasfreisetzungen allerdings zeitweise als seien sie mit geringen Mengen grauer Asche durchsetzt.

Bereits gestern konnte ich auch einige sehr schwache Ascheemissionen am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova beobachten. Auch heute kam es dort wieder zu mehreren kleinen Aschefreisetzungen.

Dieses Webcam-Foto von heute Morgen zeigt die Ascheemission aus dem SEC III während der kurzen eruptiven Episode:
Ascheemission während kurzer eruptiver Episode am SEC III
Foto vom 28.05.17, 08:54 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Auf diesem Foto, das ich heute Vormittag vom Schiena dell'Asino aus gemacht habe, kann man eine Gaswolke (Bildmitte) aus dem nordwestlichen Bereich der Bocca Nuova aufsteigen sehen. Sie ist mit geringen Mengen Asche durchsetzt. Rechts davon pulsartige Gasemission aus dem Kollapsschlot der Voragine. Ganz rechts der Südostkraterkomplex. Das meiste Gas wird hier aus dem Gipfel des Neuen Südostkraters emittiert:
Emission von etwas Asche aus der Bocca Nuova und Gasemission aus dem NSEC
28.05.2017 11:25 Uhr

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in den vergangenen Tagen gelegentlich schwache langperiodische Signale. Die kurzen eruptiven Episoden machten sich durch deutlich verstärktes Rauschen bemerkbar. Der Tremor bewegte sich im Mittel auf niedrigem Niveau, stieg während den eruptiven Episoden jedoch rapide an und fiel anschließend ebenso schnell wieder ab [1].

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24. Mai 2017

Die letzte Woche verlief am Ätna sehr ruhig. Der Tremor blieb niedrig und am Südostkraterkomplex wurde nur vorübergehend etwas Asche emittiert. Allerdings hat die seismische Aktivität wieder etwas zugenommen.

In der vergangenen Woche behinderten Wolken zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Während den wolkenfreien Stunden zeigten sich die üblichen Gasemissionen. Diese waren am Kollapsschlot der Voragine weiterhin am intensivsten. In den Nächten war die Gassäule aus der Tiefe des Schlots rötlich illuminiert. An der Bocca Nuova konzentrierten sich die Gasfreisetzungen auf den nordwestlichen Kraterabschnitt. Am Südostkraterkomplex kam es bis zum 23. Mai lediglich zu ruhiger Gasemission. Das meiste Gas wurde hier im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters emittiert. Aus den Kratern des Sattelschlots (SEC III) wurde dagegen nur wenig Gas freigesetzt.
In der Nacht auf den 24. Mai waren über die Monte Cagliato - Wärmebildkamera wiederholt leichte Aschefreisetzungen aus dem nördlichen Gipfelbereich bzw. der nördlichen Flanke des Südostkraterkomplexes erkennbar.

Dieses Foto habe ich am 23. Mai vom Monte Barbagallo aus gemacht. Es zeigt den südlichen Krater des SEC III. Nur wenig Gas steigt aus dem Schlot auf:
Ruhige Gasemission aus dem Krater des SEC III
23.05.2017 14:06 Uhr

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gingen im Zeitraum vom 15.05. - 21.05. im Vergleich zur Vorwoche zurück. An einigen Tagen lagen die Spitzenemissionsraten oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen auch die Chlorwasserstoffemissionen zurück [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche gelegentlich schwache langperiodische Signale. Selten waren auch kleine Explosionssignale erkennbar. Der Tremor bewegte sich auf niedrigem Niveau und unterlag nur geringen Schwankungen [2].

Am 22.05. kam es südwestlich von Gaggi (nordöstlich des Ätna) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 23.05. wurde am Monte Intraleo (Westflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.5 gemessen. Am gleichen Tag kam es im Gebiet der Grotta del Gelo (Nordflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. An diesem Tag wurde auch am Monte Collabasso (Nordwestflanke) ein Erdbeben registriert. Es hatte eine Magnitude von 1.9. Am 24.05. kam es am Monte Zoccolaro (Südostflanke) zu zwei sehr leichten Beben, wobei das stärkste eine Magnitude von 1.5 erreichte  [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 15/05/2017 - 21/05/2017
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18. Mai 2017

Während der vergangenen Woche kam es am Südostkraterkomplex zu zahlreichen sehr kurzen eruptiven Phasen die durch milde strombolianische Explosionen verbunden mit temporär erhöhten Tremor gekennzeichnet waren.

Seit dem 11. Mai kam es am Sattelschlot (SEC III) des Südostkraterkomplexes wiederholt zu sehr kurzen Phasen milder eruptiver Aktivität. Diese waren durch die Emission geringer Mengen dunkler Asche oder durch schwache strombolianische Explosionen charakterisiert. Meist dauerte diese Aktivität nur wenige Minuten. Die Phasen waren von einem rapiden Anstieg des vulkanischen Tremors begleitet der nach kurzer Zeit ebenso schnell wieder abfiel. Insgesamt traten bis heute 21 dieser fehlgeschlagenen Eruptionen auf.

An den übrigen Gipfelkratern kam es auch in der vergangenen Woche zu den gewohnten Gasemissionen. Diese waren am Kollapsschlot der Voragine am intensivsten und meist pulsartig verstärkt. Gelegentlich zeigten sich im untersten Abschnitt der Gassäule auch schwache thermische Anomalien was auf einen Anstieg der Gastemperatur hindeuten könnte. An der Bocca Nuova konzentrierten sich die Gasfreisetzungen nach wie vor auf den nordwestlichen Kraterabschnitt. Am Nordostkrater wurde nur wenig Gas emittiert.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gingen im Zeitraum vom 08.05. - 14.05. im Vergleich zur Vorwoche zurück. Die Messwerte lagen zeitweise oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen auch die Chlorwasserstoffemissionen zurück [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche gelegentlich langperiodische Signale. Sie traten jedoch seltener auf als in den Vorwochen. Alle paar Stunden kam es zu Phasen von verstärktem Rauschen die von erhöhtem vulkanischem Tremor verursacht wurden. Der Tremor veränderte sich in der vergangenen Woche im Mittel praktisch nicht, unterlag jedoch sehr starken Schwankungen. Mehrmals pro Tag (im Schnitt alle 7 - 8 Stunden) nahm er rapide zu und stieg auf mittleres Niveau. Anschließend fiel er ebenso schnell wieder ab [2].

Am 17.05. kam es westlich von Gaggi (nordöstlich des Ätna) zu einem Beben der Stärke 1.8 [3].

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11. Mai 2017

Heute kam es am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes vorübergehend zu leichten Ascheemissionen. Der Tremor ist in den letzten Tagen etwas gestiegen und auch die seismische Aktivität hat zugenommen. Auch die Gasemissionen der Gipfelkrater haben sich in der vergangenen Woche deutlich verstärkt.

In der letzten Woche wurde am Sattelschlot (SEC III) des Südostkraterkomplexes lediglich etwas Gas emittiert. Nur heute Nachmittag konnte ich vorübergehend die Freisetzung geringer Mengen Asche beobachten. Dieses Ereignis wurde von erhöhtem Tremor begleitet. An den übrigen Gipfelkratern kam es in der letzten Woche zu den gewohnten Gasemissionen. Diese waren am Kollapskrater der Voragine am intensivsten und häufig pulsartig verstärkt. In den Nächten wurden sie aus der Tiefe des Schlots rötlich illuminiert. Am blockierten Nordostkrater wurde nur wenig Gas freigesetzt.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater stiegen im Zeitraum vom 01.05. - 07.05. im Vergleich zur Vorwoche kräftig an. Die Messwerte lagen stets oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in den letzten Tagen alle 3 - 5 Minuten schwache langperiodische Signale. Heute Nachmittag zwischen 17:30 Uhr und 18:00 Uhr war erhöhtes Rauschen zu erkennen das von gestiegenem Tremor verursacht wurde. Der Tremor unterlag seit dem 06. Mai einem leicht steigenden Trend. Heute ging er nach 18:00 Uhr deutlich und abrupt zurück, stieg danach aber schnell wieder auf das Niveau des Vortages an [2].

Am 05.05. kam es nördlich von Milo (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 06.05. ereignete sich nordwestlich von Adrano (Südwestflanke) eine Erdbebenserie. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 2.0. Die Beben fanden in einer Tiefe von 20 bis 25 Kilometer statt. Am 09.05. wurde am Monte Centenari (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.8 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 01/05/2017 - 07/05/2017
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04. Mai 2017

Nach dem Ende der eruptiven Episode des Südostkraterkomplexes kam es in den vergangenen Tagen am Neuen Südostkrater zu Emissionen von kalter Asche die von leicht erhöhtem Tremor begleitet waren. Außerhalb dieser Phasen blieb der Tremor jedoch niedrig und es wurde lediglich Gas emittiert.

In den vergangenen Tagen zeigte sich am Sattelschlot (SEC III) des Südostkraterkomplexes nur etwas Gasemission. Am Abend des 30. April war an der südlichen Basis des SEC III - Kegels mittels einer lichtempfindlichen Webcam ein glühender Punkt zu erkennen. Da er sich nicht weiter ausdehnte, gehe ich davon aus, dass keine Lava freigesetzt wurde sondern hier nur große Hitze emittiert wurde. Geringe Lavaemission kann jedoch nicht ganz ausgeschlossen werden. Auch am Abend des 01. Mai war in diesem Bereich wieder etwas Glutschein zu sehen.
Fotos der Monte Cagliato-Wärmebildkamera zeigten am Abend des 01. Mai ab 21:03 Uhr die beginnende Freisetzung von kalter Asche aus dem Bereich des Neuen Südostkraters. Vermutlich wurde sie vom Kollapskrater an der oberen Ostflanke des Kegels emittiert. Die Emission erreichte ihren Höhepunkt zwischen 19:15 Uhr und 19:18 Uhr als eine ca. 1000 m hohe Aschewolke über dem Kegel stand. Das Ereignis wurde von leicht erhöhtem Tremor begleitet. Ein ähnliches aber nicht ganz so starkes Ereignis fand am Morgen des 02. Mai gegen 06:00 Uhr statt. An den nachfolgenden Tagen konnte ich keine Aschefreisetzungen mehr beobachten.

Dieses Foto der Monte Cagliato-Wärmebildkamera zeigt die Freisetzung von Asche aus dem Neuen Südostkrater am Abend des 01. Mai. Quelle dieser Emissionen ist vermutlich der Kollapskrater an der oberen Ostflanke des Kegels. Die Säule aus kalter Asche steigt ca. 1000 m hoch senkrecht auf:
Freisetzung von Asche aus dem Neuen Südostkrater
Foto vom 01.05.17, 21:18 Uhr: Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato.

An den übrigen Gipfelkratern kam es auch in der vergangenen Woche lediglich zu ruhiger Gasfreisetzung. Am Kollapsschlot der Voragine wurde pulsartig verstärkt Gas freigesetzt. In den Nächten war die Gassäule wieder recht häufig rötlich illuminiert. An der Bocca Nuova wurde das meiste Gas im nordwestlichen Kraterabschnitt emittiert. Am nach wie vor blockierten Nordostkrater wurde relativ wenig Gas freigesetzt.

Zur letzten eruptiven Episode des SEC III gibt es noch einige Daten vom INGV. So erreichte der Lavastrom der an der Südflanke des SEC III-Kegels emittiert wurde ca. 2550 m hohes Gelände (westlicher Rand des Valle del Bove). Die Front des Lavastroms der an der Nordflanke des Kegels freigesetzt wurde kam auf 2450 m hohem Gelände (Valle del Leone) zum Stillstand. Die effusive Aktivität schwächte sich am 27. April gegen 18:00 Uhr deutlich ab und hörte am Morgen des 28. April ganz auf [1].

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gingen im Zeitraum vom 24.04. - 30.04. im Vergleich zur Vorwoche deutlich zurück. Die Messwerte lagen nur gelegentlich oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in den letzten Tagen alle 3 - 5 Minuten schwache langperiodische Signale erkennbar. Gelegentlich zeigten sich auch kleine Explosionssignale. Der Tremor bewegte sich weiter auf niedrigem Niveau und unterlag in den vergangenen Tagen einem ganz leicht steigenden Trend [2].

Am 26.04. kam es südlich des Monte Minardo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 01.05. wurde östlich von Sant'Alfio (Ostflanke) ein Beben der Stärke 2.0 verzeichnet. Am gleichen Tag kam es am Rifugio Citelli (Ost-/Nordostflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.5. Am 02.05. ereignete sich dort ein Beben gleicher Stärke [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 24/04/2017 - 30/04/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMFS
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


27. April 2017

In der vergangenen Nacht hat sich die eruptive Episode des Südostkraterkomplexes deutlich verstärkt. Es kam zu moderater strombolianischer Aktivität verbunden mit anhaltender Ascheemission. Die Lava floss nicht nur der Südflanke des Kegels, sondern auch seiner Nordflanke hinab. Beide Lavaströme bewegten sich in Richtung Valle del Bove. Heute Abend ging die Episode bereits wieder zu Ende.

Am späten Abend des 26. April verstärkte sich die Lavaemission am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes allmählich immer mehr. Gegen Mitternacht setzte im Sattelschlot milde strombolianische Aktivität ein und die Gasemission intensivierte sich. Der Lavastrom hatte unterdessen die südliche Basis des Südostkraterkomplexes erreicht und expandierte von dort aus in südöstliche Richtung. Gegen 00:30 Uhr tauchte seine Front knapp nordöstlich des 2002-03 Kegels auf und bewegte sich langsam weiter nach Osten auf den westlichen Rand des Valle del Bove zu.
Bis 02:00 Uhr verstärkten sich die strombolianischen Explosionen deutlich. Glühendes pyroklastisches Material wurde ca. 100 - 150 m höher als der Kraterrand geschleudert und regnete auf die unmittelbare Umgebung des Sattelschlotkegels herab. Gleichzeitig wurde auch vermehrt Asche ausgestoßen. Es entwickelte sich eine dünne Eruptionssäule die mehrere tausend Meter senkrecht aufstieg und anschließend vom Wind in nordöstliche bis östliche Richtung gebogen wurde.
Nach 01:00 Uhr zeigten lichtempfindliche Webcams auch rötlichen Glutschein an der oberen nördlichen Flanke des Sattelschlotkegels. Dunst, Gas und Asche behinderten jedoch den Blick auf diesen Kraterabschnitt. Leider war zu diesem Zeitpunkt auch die Monte Cagliato-Wärmebildkamera des INGV ausgefallen. Auf Fotos in sozialen Medien war später allerdings zu sehen, dass sich hier offenbar zwei neue eruptive Spalten geöffnet hatten. Diese Spalten förderten einen Lavastrom der sich der Nordflanke des Südostkraterkomplexes hinab bewegte und seine nördliche Basis gegen 04:00 Uhr erreichte. Von hier aus expandierte er in nördliche bis nordöstliche Richtung auf das Valle del Leone zu. Hierbei traf er später auf Schneeflächen und es kam zu kräftigen phreatischen Explosionen.
Gegen 05:00 Uhr erreichte der Lavastrom der an der Südflanke des Sattelschlotkegels unterwegs war den Rand des steilen westlichen Hangs des Valle del Bove. Er traf in etwa an der gleichen Stelle ein wie der Lavastrom der letzten eruptiven Episode vom 19. April, also im Gebiet des Belvedere.
Bei Sonnenaufgang stand am 27. April über dem Südostkraterkomplex eine dunkle Säule aus Gas, Dampf und Asche die vom Wind in östliche Richtung getrieben wurde. Bilder der Montagnola-Wärmebildkamera des INGV zeigten, dass es nach wie vor am Sattelschlot zu moderater strombolianischer Aktivität, verbunden mit anhaltender Freisetzung von heißer Asche kam. Diese Ascheemissionen schwächten sich erst im Laufe des Vormittages allmählich ab. Gegen Mittag hörten sie dann auf und anschließend wurde lediglich sporadisch Asche emittiert. Die explosive Aktivität ging gegen 14:30 Uhr zu Ende. Auch die effusive Aktivität begann sich abzuschwächen. Die beiden Lavaströme expandierten jedoch zunächst noch etwas weiter in östliche Richtung. Der Lavastrom an der Nordflanke kam im südlichen Abschnitt des Valle del Leone auf grob geschätzt 2600 m hohem Gelände zum Stillstand. Der Lavastrom an der Südflanke war am Nachmittag ca. ein Drittel dem westlichen Hang des Valle del Bove hinab geflossen und stagnierte. Gegen 18:00 Uhr hörte dann die Lavaemission ganz auf und nach Sonnenuntergang zeigte sich der Südostkraterkomplex völlig inaktiv.

Auf diesem Webcam-Foto das am frühen Morgen des 27. April entstand erkennt man sehr schön die strombolianische Aktivität im Krater des Sattelschlots. Links unterhalb davon sieht man wie der Lavastrom der Südflanke herab strömt, einen Bogen nach Osten schlägt und sich schließlich auf den westlichen Rand des Valle del Bove zu bewegt:
Strombolianische Aktivität und Lavastrom am Südostkraterkomplex
Foto vom 27.04.17, 03:29:03 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Bei Morgendämmerung steht eine dunkle Säule aus Gas, Dampf und Asche über dem Südostkraterkomplex. Der Wind treibt die Aschewolke nach Osten. Unterhalb des Kraters erkennt man den Lavastrom an der Südflanke des Kegels. Gaswolken markieren seinen weiteren Weg nach Osten:
Emission von dunkler Asche am Südostkraterkomplex
Foto vom 27.04.17, 06:06 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Dieses Foto der Monte Cagliato-Wärmebildkamera des INGV dokumentiert die Ausdehnung der beiden Lavaströme die am 27. April vom Südostkraterkomplex emittiert wurden. Links der Lavastrom der der Südflanke des Sattelschlotkegels hinab geströmt ist. Er hat nur etwa ein Drittel des steilen westlichen Hangs des Valle del Bove überwunden. Rechts vom Südostkraterkomplex der Lavastrom der seiner Nordflanke hinab geflossen ist. Er hat den südlichen Abschnitt des Valle del Leone auf ca. 2600 m Höhe erreicht:
Die Ausdehnung der Lavaströme des Südostkraterkomplexes
Foto vom 27.04.17, 18:06 Uhr: Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato.

Dieses eindrucksvolle Foto der Aktivität vom 27. April hat mir Herr R. Schulz zur Verfügung gestellt. Es zeigt den pyroklastischen Kegel des Sattelschlots der inzwischen mehrere Krater aufweist. Aus dem südlichsten Krater fließt Lava über den Schuttfächer vom 19.04. hinweg und nährt den Lavastrom der sich bis zum Rande des Valle del Bove erstreckt. Dahinter erkennt man den größeren Hauptkrater des Schlots der strombolianisch aktiv ist und nördlich davon, vermutlich im Bereich oberhalb der effusiven Spalte, wird dunkle Asche emittiert:
Emission von Asche und Lavastrom aus den Kratern des Sattelschlots
© R. Schulz 27.04.2017 12:31 Uhr

Der Tremor begann am späten Abend des 26. April rapide zu steigen und erreichte gegen 01:00 Uhr sein Maximum. Anschließend fiel er erst schnell und dann am Morgen des 27. April etwas langsamer ab. Gegen Mittag beschleunigte sich sein Rückgang wieder und am Abend war er so niedrig wie vor der eruptiven Episode [1].

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26. April 2017

Nach einer Pause von fünf Tagen setzte heute Abend am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes wieder effusive Aktivität ein. Aus der Kerbe im südlichen Rand des Kraters wird ein schmaler Lavastrom gefördert. Der Tremor ist bisher kaum angestiegen.

Wolken behinderten in der Nacht auf den 21. April die Beobachtung der bereits deutlich abgeschwächten effusiven Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Es zeigte sich kaum noch Glutschein und auch die thermischen Anomalien im Bereich des Lavastroms am steilen westlichen Hang des Valle del Bove schwächten sich im Laufe der Nacht immer mehr ab. Am Morgen des 21. April war die effusive Aktivität offenbar völlig zum Stillstand gekommen. Am Tag dominierten die Wolken im Gipfelbereich. Durch die Wolkenlücken war jedoch nur geringe Gasfreisetzung im Kraterbereich des Sattelschlots zu sehen. Bei gutem Wetter war auch an den nachfolgenden Tagen am Sattelschlot nur schwache Gasemission erkennbar.
Auch heute zeigte sich dort zunächst nur etwas Gasfreisetzung. Um 18:09 Uhr war über die Montagnola-Wärmebildkamera des INGV dann plötzlich eine kleine thermische Anomalie am südlichen Kraterrand des Sattelschlots erkennbar. Sie erschien innerhalb einer Kerbe im Kraterrand und zwar an der Stelle an der auch bei der letzten eruptiven Episode Lava gefördert wurde. Die thermische Anomalie intensivierte sich innerhalb weniger Minuten und dehnte sich langsam Hang abwärts aus. Nach Einbruch der Dunkelheit war der Lavastrom dann auch über die Tageslicht-Webcams sichtbar. Der schmale Strom bewegte sich weiter langsam der Südflanke des Sattelschlotkegels hinab und schlug dabei einen südöstlichen Kurs ein. Explosive Aktivität konnte ich bisher nicht erkennen. Es wird lediglich verstärkt Gas emittiert.

Dieses Webcam-Foto zeigt den Lavastrom an der Südflanke des Sattelschlotkegels ca. zwei Stunden nach Einsetzen der Lavaförderung. Der Strom bewegt sich zunächst nach Süden und biegt dann in südöstliche Richtung ab:
Neuer Lavastrom an Südflanke desSüdostkraterkomplexes
Foto vom 26.04.2017, 20:11 Uhr: Webcam 2 von Radio Studio 7

An den übrigen Gipfelkratern zeigten sich in der vergangenen Woche weiterhin die gewohnten Gasemissionen. Weiterhin recht kräftig und pulsartig verstärkt waren sie am Kollapsschlot der Voragine. Hier wurde die Gas- bzw. Dampfsäule in den Nächten aus der Tiefe des Schlots wieder rötlich illuminiert. An der Bocca Nuova wurde anhaltend Gas aus dem nordwestlichen Abschnitt freigesetzt.

Wie das INGV berichtet erfolgte bei der letzten eruptiven Episode des Sattelschlots, die am Vormittag des 19. April begann, die effusive Aktivität aus drei unterschiedlichen Schloten. Einer war direkt unterhalb des südlichen Kraterrands des Sattelschlots, einer an seiner mittleren Südflanke und einer an seiner südlichen Basis lokalisiert. Die Front des von ihnen freigesetzten Lavastroms erreichte 1950 m hohes Gelände. Wie weiter berichtet wird wurde der Krater des Sattelschlots, der vom INGV inzwischen als SEC III bezeichnet wird, am 22. April von einem Helikopter aus untersucht. Dabei zeigte sich, dass während der eruptiven Episode ein Teil des südlichen Rands des SEC III - Kraters eingestürzt war und sich dadurch eine Lücke gebildet hatte. Die Lücke wies eine längliche Form auf und war in Nord-Süd-Richtung ca. 100 m lang. Von West nach Ost betrug ihr Durchmesser mehrere zig Meter. Sie war auch einige zig Meter tief. Das fehlende Volumen wurde auf 230.000 m3 geschätzt. Bis zum Morgen des 24. April ereigneten sich am südlichen Kraterrand des SEC III weitere kleine Hangrutschungen [1].

Hier noch einige Fotos die mir wieder Herr T. Bretscher zur Verfügung gestellt hat:

Blick vom südwestlichen Rand des 2002-03 Kegels nach Westen. Durch die effusive Aktivität des Südostkraterkomplexes hat sich zwischen Mitte März und Anfang April an der oberen Südflanke des Ätna ein Feld aus überlappenden Lavaströmen entwickelt. Zwischen dem Monte Frumento Supino und dem 2002-03 Kegel (Monte Barbagallo) ist dadurch eine hohe Rampe entstanden die von einem tiefen Lavakanal durchzogen wird:
Rampe aus Lavaströmen zwischen Monte Frumento Supino und Monte Barbagallo
© T. Bretscher 22.04.2017 15:38 Uhr

Blick hinunter auf das Gebiet zwischen dem Südostkraterkomplex und dem 2002-03 Krater. Die zahlreichen Lavaströme aus dem Sattelschlot bzw. aus dem effusiven Schlot an seiner südlichen Basis haben ein großes Lavafeld geschaffen das im Westen bis an den kläglichen Rest des 1971-Observatory Kegels heranreicht und sich im Osten bis an den Rand des Valle del Bove zieht:
Lavafeld zwischen Südostkraterkomplex und dem 2002-03 Krater
© T. Bretscher 22.04.2017 16:13 Uhr

Durch den Kollaps des südlichen Kraterrands am 19. April hat sich im Krater des Sattelschlots eine große Kerbe gebildet. Unterhalb dieser Narbe durchzieht ein Lavakanal den mit frischem pyroklastischen Material überzogenen Schuttfächer. Aus dem Krater steigt anhaltend Gas auf:
Kerbe im Krater des Sattelschlots
© T. Bretscher 22.04.2017 16:17 Uhr

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater stiegen im Zeitraum vom 17.04. - 23.04. im Vergleich zur Vorwoche deutlich an. Die Messwerte lagen täglich oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff stiegen gegenüber der vergangenen Woche leicht an [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der vergangenen Woche alle eins bis drei Minuten langperiodische Signale. Der Tremor ging am 21.04. noch etwas zurück und schwankte anschließend auf niedrigem Niveau. Heute hat er nur ganz leicht zugenommen [2].

Am 20.04. wurde am Monte Scorsone (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am 25.04. wurde östlich von Nicolosi (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.8 registriert. Am gleichen Tag kam es am Monte Scorsone zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 17/04/2017 - 23/04/2017
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20. April 2017

Heute hat sich die eruptive Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes wieder deutlich abgeschwächt. Der Lavastrom ist kaum noch aktiv und der Tremor ist weiter gefallen.

Am späten gestrigen Abend und auch in der vergangenen Nacht dauerte die Förderung von Lava aus dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes weiterhin an. Die Lava verließ den Krater des Sattelschlots durch eine tiefe Kerbe in seinem südlichen Rand und strömte ein Stück der Südflanke des Kegels hinab. Dann teilte sich der Lavastrom in zwei Teilströme. Einer floss in südwestliche Richtung zur südlichen Basis des Südostkraterkomplexes und dann weiter nach Süden in Richtung des 2002-03 Kraters. Ein kleiner Teil dieser Lava schlug dabei einen westlichen Kurs in Richtung des Monte Frumento Supino ein. Der größte Teil bewegte sich jedoch nach Ost/Südost. Hier traf er am westlichen Rand des Valle del Bove auf den anderen Teilstrom der vom Südostkraterkomplex aus direkt nach Ost/Südost strömte. Die beiden Teilströme vereinigten sich am steilen Hang des Valle del Bove in der Nähe des Belvedere und flossen bis hinunter auf die Talsohle des Valle del Bove auf ca. 2000 m Höhe.
Heute Morgen schwächte sich der Lavastrom etwas ab. Später zogen Wolken auf und behinderten die Beobachtung mittels Webcams. Am Abend lockerte es wieder etwas auf. Fotos der Monte Cagliato-Wärmebildkamera zeigten nun eine deutliche Abschwächung des am steilen westlichen Hang des Valle del Bove aktiven Lavastroms. Nach Einsetzen der Dunkelheit zeigten auch lichtstarke Webcams kaum noch Glutschein.

Dieses Webcam-Foto das in der vergangenen Nacht entstand zeigt den Lavastrom am steilen westlichen Hang des Valle del Bove. Seine Front bewegt sich bereits auf die Talsohle des Valle del Bove zu. Oberhalb davon kann man den Südostkraterkomplex erkennen. Der Lavastrom verlässt den Krater des Sattelschlots in südliche Richtung und biegt später nach Ost/Südost ab:
Lavastrom am steilen westlichen Hang des Valle del Bove
Foto vom 20.04.17, 01:59:02 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

An den übrigen Gipfelkratern zeigten sich in der letzten Woche die üblichen Gasfreisetzungen. Diese waren am Kollapsschlot der Voragine nach wie vor am intensivsten und meist pulsartig. An der Bocca Nuova wurde das meiste Gas aus dem nordwestlichen Abschnitt freigesetzt. Am blockierten Nordostkrater wurde weiterhin relativ wenig Gas emittiert.

Wie das INGV berichtet wurde bei einem Besuch der Gipfelkrater am 14. April durch INGV-Personal am Kollapsschlot der Voragine (entstanden am 07.08.2016) eine Temperatur von ca. 700°C gemessen. Am Schlot der sich im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova befindet konnte mittels Wärmebildkamera eine Temperatur von ca. 500°C bestimmt werden.
Wie weiter berichtet wird hatten sich bei der eruptiven Episode des Sattelschlots am 13. April drei verschiedene eruptive Spalten gebildet. Eine auf 3200 m Höhe, eine auf 3150 m Höhe und eine auf 3010 m Höhe. Die eruptive Spalte auf 3200 m Höhe durchtrennte dabei den südlichen Kraterrand des Sattelschlots, führte zu Kollaps in diesem Abschnitt und destabilisierte den pyroklastischen Kegel in diesem Bereich [1].

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gingen im Zeitraum vom 10.04. - 16.04. im Vergleich zur Vorwoche etwas zurück. In den letzten Tagen des Beobachtungszeitraums lagen sie jedoch oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Es wurden sogar Spitzenemissionsraten von bis zu 20.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag registriert. Die Messwerte für Chlorwasserstoff blieben bezogen auf frühere Messungen praktisch unverändert [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der vergangenen Woche alle zwei bis vier Minuten langperiodische Signale. Am 19. April waren sie durch das vom erhöhten Tremor der eruptiven Episode verursachte Rauschen überlagert. Der Tremor der gleichzeitig mit dem Einsetzen der eruptiven Episode rapide angestiegen war, ging bis zum Abend des 19. April zunächst allmählich zurück und fiel am Morgen des 20. April dann deutlich ab. Trotzdem lag er danach noch etwas höher als vor dem Einsetzen der eruptiven Episode [2].

Am 14.04. kam es am Monte Parmentelli (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am 15.04. wurde nordöstlich von Torre Archirafi (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 gemessen. Am 18.04. wurde südöstlich des Pizzi Deneri (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert [3].

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19. April 2017

Heute Vormittag hat am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes eine neue eruptive Episode begonnen. Begleitet von schwacher strombolianischer Aktivität ergießt sich Lava aus dem Schlot in südliche Richtung und formt zwei Teilströme. Einer dieser Ströme bewegt sich nach Osten in Richtung Valle del Bove. Der Tremor ist nach rapidem Anstieg bereits wieder am fallen.

Am 18. April zeigte sich am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes wie bereits an den Vortagen lediglich geringe Gasemission. Auch heute Morgen herrschte dort zunächst noch Ruhe. Um 11:36 Uhr war dann über die Montagnola-Wärmebildkamera des INGV eine kleine thermische Anomalie am südlichen Kraterrand des Sattelschlots erkennbar. Innerhalb weniger Minuten intensivierte sich die thermische Anomalie und expandierte langsam Hang abwärts, was auf beginnende Emission eines Lavastroms aus dem Krater hindeutete. Gleichzeitig konnte man über die Tageslicht-Webcams eine leichte Zunahme der Gasemission erkennen. Bilder der Wärmebildkamera zeigten auch schwache strombolianische Aktivität am Sattelschlot. Gegen 12:00 Uhr war der Lavastrom der Südflanke des Südostkraterkomplexes bereits etwa zur Hälfte hinab geströmt. Um 12:12 Uhr war dann die Freisetzung von etwas bräunlicher Asche am unteren Kraterrand des Sattelschlots zu sehen. Rasch dehnte sich die Aschefreisetzung Hang abwärts aus und ein Teppich aus vielen kleinen bräunlichen Aschewölkchen hüllte die gesamte südliche bis südöstliche Flanke des Südostkraterkomplexes ein. Dies erinnerte an einen kleinen pyroklastischen Strom und wurde offenbar durch eine Hangrutschung verursacht.
Gegen 12:18 Uhr war im oberen Abschnitt des Lavastroms eine neue Lavazunge erkennbar.Sie bewegte sich der steilen südlichen Flanke des Südostkraterkomplexes in südwestliche Richtung  hinab, während der bisher austretende Lavastrom eine mehr südöstliche Richtung einschlug. Diese neue Lavazunge war bald ähnlich gut genährt wie der Hauptstrom und ihre Front nahm von der südlichen Basis des Kegels aus einen südlichen Kurs in Richtung des 2002-03 Kraters. Unterdessen setzte der Sattelschlot anhaltend Gas, jedoch nur geringe Mengen an Asche frei. Der westliche Wind trieb diese Emissionen rasch in östliche Richtung.
Gegen 13:30 Uhr tauchte die Front des südöstlichen Teilstroms im Gebiet nordöstlich des 2002-03 Kraters auf und bewegte sich schnell in Richtung Ost/Südost auf den westlichen Rand des Valle del Bove zu. Diesen erreichte der Lavastrom um 17:30 Uhr im Gebiet knapp nördlich der Stelle wo die Lavaströme der letzten beiden eruptiven Episoden aktiv waren. Rasch bewegte sich der Lavastrom dem steilen Hang hinab und hatte gegen 19:30 Uhr etwa die Hälfte des Weges bis zur Talsohle überwunden.
Heute Abend nach Sonnenuntergang zeigte sich der Lavastrom aus dem Südostkraterkomplex weiterhin gut genährt und versorgte nach wie vor die beiden Teilströme die nach Süden auf den 2002-03 Krater zu bzw. nach Osten in das Valle del Bove flossen. Auf den Webcam-Fotos war auch  zu erkennen, dass der pyroklastische Kegel des Sattelschlots an seiner Süd-/Südostflanke eine tiefe Kerbe aufweist. Aus dieser strömt die Lava heraus. Offenbar verursachte der Kollaps dieser Kraterwand die heutige Hangrutschung.

Dieses Webcam-Foto von heute Mittag zeigt in der Bildmitte den Südostkraterkomplex. Ausgehend vom Krater des Kollapsschlots wälzt sich eine Gerölllawine der Südflanke des Kegels hinab. Ein Teppich aus kleinen bräunlichen Aschewolken markiert den Verlauf der Hangrutschung:
Hangrutschung am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 19.04.17, 12:21 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Auf diesem Webcam-Foto erkennt man sehr schön wie der Lavastrom den Krater des Sattelschlots verlässt und dem Hang des Kegels hinab strömt. Er bewegt sich dabei zunächst durch eine tiefe Kerbe die offenbar heute erst entstanden ist und teilt sich etwas weiter Hang abwärts in zwei Teilströme auf. Der in südwestliche Richtung (links) fließende Strom bewegt sich von der Basis des Kegels aus nach Süden auf den 2002-03 Krater zu. Der andere Teilstrom (rechts) schlägt einen südöstlichen und später östlichen Kurs ein und strömt in Richtung Valle del Bove:
Lavastrom an der Flanke des Südostkraterkomplexes
Foto vom 19.04.2017, 19:57 Uhr: Webcam 2 von Radio Studio 7

Der Tremor nahm heute Vormittag rapide zu und erreichte gegen 12:00 Uhr sein Maximum. Seit dem ist er wieder langsam aber kontinuierlich am fallen [1].

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17. April 2017

Am 15. April ging die jüngste eruptive Episode des Südostkraterkomplexes bereits wieder zu Ende. Seit dem ist der Ätna ruhig und der Tremor bewegt sich auf niedrigem Niveau.

Während der Nacht vom 14. auf den 15. April dauerte die Förderung von Lava an dem effusiven Schlot der sich am 13. April an der Basis des Südostkraterkomplexes geöffnet hatte an. Allerdings stagnierte die Front des Lavastroms weiterhin auf halber Höhe des steilen westlichen Hangs des Valle del Bove. Im Laufe der Morgenstunden des 15. April zeigten die Fotos der Monte Cagliato-Wärmebildkamera die beginnende Abkühlung des Lavastroms. Diese setzte sich während des Tags fort und am Abend war nach Sonnenuntergang auch über die lichtempfindlichen Webcams kein Glutschein mehr im Bereich des Lavastroms bzw. des effusiven Schlots erkennbar. Schlechtes Wetter behinderte am 16. April die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Auch heute zogen zeitweise Wolken durch. Während den wolkenfreien Stunden war keinerlei eruptive Aktivität erkennbar. Der Sattelschlot des Südostkraterkomplexes setzte in den vergangenen Tagen lediglich Gas bzw. Dampf frei.

Der Tremor bewegte sich in den letzten Tagen auf niedrigem Niveau [1].

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14. April 2017

Heute dauerte die erneute Förderung von Lava aus dem effusiven Schlot an der Basis des Südostkraterkomplexes unter Abschwächung weiter an. Der Lavastrom erreichte den Rand vom Valle del Bove und bewegte sich ein Stück dem Steilhang hinab. Die explosive Aktivität am Sattelschlot ging bereits heute Nacht zu Ende. Der Tremor ist am fallen.

In der vergangenen Nacht setzte sich die eruptive Aktivität am Südostkraterkomplex fort. Am Sattelschlot kam es nur noch zu einzelnen schwachen strombolianischen Explosionen. Anfangs glühte der Schlot noch deutlich und zeigte thermische Anomalien. Auch der kleine Kollapsschlot an der Südflanke des Sattelschlotkegels wies eine anhaltende thermische Anomalie auf. Am effusiven Schlot an der südlichen Flanke des Südostkraterkomplexes dauerte die Förderung von Lava an. Sie ergoss sich in östliche bis südöstliche Richtung. Gegen 02:00 Uhr war die Front des Lavastroms mittels der La Montagnola-Wärmebildkamera nordöstlich des 2002-03 Kegels erkennbar. Der Strom floss dann weiter nach Osten und erreichte gegen 04:30 Uhr den westlichen Rand vom Valle del Bove. In Form von zwei bis drei Lavazungen bewegte er sich ein Stück den steilen Hang hinab und strömte dabei über die Lava vom 10. April hinweg. Am Vormittag begann die Front des Lavastroms jedoch bereits wieder zu stagnieren und am Abend war nur noch die Hauptzunge aktiv. Der Lavastrom hatte bis dahin etwa die Hälfte des Hangs passiert.
Der Sattelschlot setzte heute den Tag über nur Gas frei. Nennenswerte Ascheemissionen konnte ich nicht beobachten. Am Abend zeigten sich dort jedoch wieder einige kräftige thermische Anomalien und der kleine Kollapsschlot emittierte ebenfalls noch anhaltend Hitze.

Wie das INGV heute berichtet öffneten sich gestern Abend kurz nach dem Einsetzen der neuen eruptiven Episode zunächst zwei effusive Schlote an der unteren Südflanke des Südostkraterkomplexes. Diese setzten für wenige Stunden Lava frei und formten zwei Ströme die nur einige hundert Meter lang wurden. Der dritte effusive Schlot, der die meiste Lava förderte, öffnete sich dagegen an der südlichen Basis des Südostkraters. Die anfängliche explosive Aktivität des Sattelschlots ging nach Angaben des INGV nicht vom Hauptschlot aus, sondern erfolgte aus dem kleinen Kollapsschlot heraus [1].

Dieses Webcam-Foto vom heutigen Morgen zeigt die Front des Lavastroms am Rande des steilen westlichen Hangs des Valle del Bove. Im Hintergrund der neue Südostkrater. Links davon steigt Gas bzw. Dampf am effusiven Schlot auf und wird dabei rötlich illuminiert:
Neuer Lavastrom erreicht den Rand des Valle del Bove
Foto vom 14.04.17, 05:29:03 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Der Tremor der gestern Abend ab 20:00 Uhr rapide anstieg erreichte gegen Mitternacht seinen Höhepunkt. Danach ging er wieder zurück, stieg heute Morgen noch einmal an und ist seit dem wieder am fallen. Inzwischen hat er ein Niveau erreicht wie er es gestern vor 20:00 Uhr hatte [2].

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13. April 2017, 23:20 Uhr

Nach nur drei Tagen Ruhe hat heute Abend am Südostkraterkomplex neue eruptive Aktivität eingesetzt. Es kommt zu strombolianischer Aktivität am Sattelschlot. Außerdem hat sich an der unteren Südflanke des Kegels ein neuer Schlot geöffnet. Der Tremor steigt rapide.

Heute Abend gegen 20:00 Uhr begann der Tremor zu steigen und nach 21:00 Uhr nahm der Anstieg dann schnell zu. Gegen 22:00 Uhr gab es erste schwache strombolianische Explosionen am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Um 22:10 Uhr kam es zu einer stärkeren Explosion die glühendes pyroklastisches Material bis auf die Südflanke des Südostkraterkomplexes schleuderte. Weitere Explosionen folgten. Um 22:27 Uhr signalisierte ein kleiner glühender Fleck an der unteren südlichen Flanke des Südostkraterkomplexes die Öffnung eines neuen, vermutlich effusiven Schlots. Rasch intensivierte sich der Glutschein und nach kurzer Zeit stiegen Dampf bzw. Gas auf. Unterdessen schwächte sich die strombolianische Aktivität am Sattelschlot wieder etwas ab. Dafür wurde dort vermehrt Gas oder Asche freigesetzt. Daraus entwickelte sich eine dünne Eruptionssäule die vom Wind in östliche Richtung getrieben wurde. Gegen 23:15 Uhr sah es so aus als würde sich von der südlichen Basis des Südostkraterkomplexes, also vom neuen Schlot ein neuer Lavastrom in südöstliche Richtung in Bewegung setzen.

Dieses Webcam-Foto vom heutigen Abend entstand kurz nach der Öffnung des vemutlich effusiven Schlots. Dieser erscheint als kräftiger glühender Fleck. Gleichzeitig steigt dort Gas bzw. Dampf auf:
Neuer effusiver Schlot am Südostkraterkomplex
Foto vom 13.04.2017, 22:32 Uhr: Webcam 2 von Radio Studio 7



13. April 2017, 20:35 Uhr

Nach deutlichem Rückgang der effusiven Aktivität lebte die Lavaförderung an der Basis des Südostkraterkomplexes noch einmal vorübergehend auf und ein neuer Lavastrom ergoss sich in östliche Richtung bis an den Rand des Valle del Bove. Seit zwei Tagen gibt es allerdings keinerlei eruptive Aktivität. Es wurde zuletzt deutlich mehr Gas an den Gipfelkratern freigesetzt, jedoch blieb der Tremor niedrig.

Am 08. April dauerte die Emission von Lava aus dem effusiven Schlot an der südlichen Basis des Neuen Südostkraters weiterhin an. Die Lava floss nach wie vor durch einen Kanal in südwestliche Richtung und strömte zwischen dem 2002-03 Krater und dem Monte Frumento Supino der Südflanke hinab. Auf ca. 2800 m floss sie teilweise in einem Lavatunnel der verschiedene temporäre Schlot nährte. Im Gebiet südöstlich des Monte Frumento Supino, parallel zum 2002-Lavastrom setzten diese temporäre Schlote kurze, sich überlappende Lavaströme frei die ein breites und immer dicker werdendes Lavafeld generierten. Am späten Abend des 08. April war der Lavastrom noch gut genährt und auch im unteren Abschnitt des Lavafelds konnte man einige aktive Lavazungen beobachten. Ein ähnliches Bild zeigte sich am Morgen des 09. April. Am Nachmittag war über die Nicolosi-Wärmebildkamera des INGV dann eine deutliche Abschwächung der thermischen Anomalien im Gebiet des Lavastroms erkennbar und nach Sonnenuntergang war auch über die lichtstarken Webcams kein Glutschein mehr im Bereich des Lavastroms erkennbar.
Am Morgen des 10. April schien die zweite eruptive Episode des Südostkraterkomplexes dieses Jahres, die mit strombolianischer Aktivität des Sattelschlots am 15. März begonnen hatte, endgültig vorüber zu sein. Tatsächlich war aber am Nachmittag eine neue Lavazunge im Gebiet nordöstlich des 2002-03 Kegels mittels der Montagnola-Wärmebildkamera erkennbar. Offenbar hatte die Lavaförderung am effusiven Schlot nur vorübergehend nachgelassen und dann wieder erneut eingesetzt. Dabei hatte sich die Lava einen neuen Weg in südöstliche Richtung gesucht. Der Lavastrom verstärkte sich am Nachmittag und dehnte sich weiter in östliche Richtung zum westlichen Rand des Valle del Bove hin aus. Gegen 19:00 Uhr erreichten zwei bis drei Lavazungen in der Nähe des Belvedere den Rand des großen Tals und begannen sich dem steilen Hang hinab zu wälzen. Gleichzeitig strömte ein kleiner Teil der Lava aus dem effusiven Schlot auch wieder nach Südwesten in Richtung Monte Frumento Supino und folgte somit dem Kurs des bisherigen Lavastroms. Am späten Abend und auch in der Nacht auf den 11. April wurde insbesondere der Lavastrom in östliche Richtung gut genährt und seine Front kam in Form von drei Zungen noch etwas weiter Hang abwärts voran.
Am Morgen des 11. April begann die Front des Lavastroms jedoch zu stagnieren und später zeigten Fotos der Monte Cagliato-Wärmebildkamera des INGV dass die südlichste Zunge nicht mehr aktiv war und sich abkühlte. Auch die anderen beiden Lavazungen waren nicht mehr gut genährt. Dies wurde vermutlich dadurch verursacht, dass sich ab ca. 06:30 Uhr ein neuer Teilstrom im Gebiet nordöstlich des 2002-03 Kegels in südöstliche Richtung in Bewegung gesetzt hatte. Dieser schlug einen südlicheren Kurs ein und erreichte bald das Gebiet östlich des 2002-03 Kegels und bewegte sich weiter nach Ost/Südost in die Gegend nördlich des Cisternazza. Am späten Nachmittag wirkte aber auch dieser Teilstrom nicht mehr gut genährt und war bereits am abkühlen. Nach Sonnenuntergang war an allen zuvor aktiven Lavaströmen nur noch vereinzelt Glutschein erkennbar. Seit dem 12. April gibt es keine Hinweise mehr auf effusive Aktivität.

Dieses Foto wurde mir freundlicherweise von Herrn A. Neveling zur Verfügung gestellt und entstand am Abend des 10. April in Giardini/Recanati. Es zeigt den neuen Lavastrom der an diesem Tag vom effusiven Schlot an der Basis des Neuen Südostkraters emittiert wurde. Er hat den westlichen Rand des Valle del Bove vor wenigen Stunden erreicht und erste Zungen beginnen sich dem steilen Hang hinab zu bewegen. In der Bildmitte der Neue Südostkrater bzw. der Südostkraterkomplex mit rötlich illuminierten Gaswolken und rechts davon der Zentralkraterkegel. Die Gaswolke aus dem Kollapsschlot der Voragine wird ebenfalls rötlich angestrahlt:
Neuer Lavastrom am Rand des Valle del Bove
© A. Neveling 10.04.2017, 21:46 Uhr

Die nachfolgenden Fotos wurden mir freundlicherweise von Herrn T. Bretscher zur Verfügung gestellt und zeigen die Aktivität am 11. April:

Blick vom 2002-03 Kegel auf den Südostkraterkomplex. Ganz rechts der Neue Südostkrater und links davon der pyroklastische Kegel der sich um den Sattelschlot herum entwickelt hat. Links davon kann man noch ein Stück des alten Südostkraters erkennen. In der Bildmitte der Zentralkraterkegel der Bocca Nuova und Voragine beherbergt. Die kräftige weiße Wolke aus Dampf und Gas wird von dem Kollapsschlot der Voragine emittiert. Im Vordergrund das Lavafeld das durch die Aktivität der letzten Wochen entstanden ist und durch den sich der noch aktive, aber bereits deutlich schwächere Lavastrom (erkennbar durch bläuliche Gaswolken) aus dem effusiven Schlot bewegt:
Blick vom 2002-03 Kegel auf den Südostkraterkomplex
© T. Bretscher 11.04.2017 15:41 Uhr

Unterhalb des pyroklastischen Kegels ist durch die anfängliche eruptive Aktivität ein Art Rampe (Bildmitte) entstanden. Hier flossen die ersten Lavaströme hinweg und ergossen sich in südwestliche Richtung. Durch die nachfolgende effusive Aktivität an der Basis des Kegels hat sich  ein komplexes Lavafeld im Gebiet südlich des Südostkraterkomplexes entwickelt. Es besteht aus zahlreichen kleineren und größeren Lavakanälen bzw. Lavatunneln. In der rechten Bildhälfte erkennt man einen relativ großen Lavakanal. Durch ihn fließt Lava in südliche Richtung und bewegt sich anschließend nach Ost/Südost wo sie die noch aktive Zunge nährt die sich im Gebiet östlich bis nordöstlich des 2002-03 Kegels befindet:
Komplexes Lavafeld südlich des Südostkraterkomplexes
© T. Bretscher 11.04.2017 18:58 Uhr

Zoom auf den effusiven Schlot. Hier hat sich ein kleiner Hornito gebildet. Ein Teil der Lava fließt von hier aus durch Lavakanäle in Richtung Süd/Südwest und ein anderer Teil strömt nach Ost/Südost:
Der effusive Schlot
© T. Bretscher 11.04.2017 15:00 Uhr

Am 08. und 09. April blieb der Sattelschlot auf dem Südostkraterkomplex ruhig und setzte lediglich etwas Gas frei. Nach Sonnenuntergang war jedoch am kleinen Kollapsschlot an der Südflanke des Sattelschlotkegels mittels lichtstarker Webcams deutlicher Glutschein sichtbar. Dieser wurde offenbar von aufsteigender Hitze bzw. heißem Gas verursacht. Am 10. April kam es gegen 13:30 Uhr für wenige Minuten zum Ausstoß von dunkler Asche aus dem Sattelschlot. An den nachfolgenden Tagen wurde dagegen nur etwas Gas emittiert.
An den übrigen Gipfelkratern setzten sich in der letzten Woche die gewohnten Gasemissionen fort. Sie waren am Kollapsschlot der Voragine weiterhin am intensivsten und meist pulsartig verstärkt. An der Bocca Nuova kam es zu anhaltender Gasemission aus dem nordwestlichen Kraterabschnitt. Am 09. April setzte der Kollapskrater des Neuen Südostkraters gelegentlich etwas bräunliche Asche frei. Ansonsten kam es dort nur zur Emission von Gas bzw. Dampf aus Fumarolen im Gipfelbereich.

Wie das INGV berichtet erreichte der Lavastrom an der Südflanke am 06. April 2290 m hohes Gelände. Allerdings wurde der Lavastrom anschließend nur noch im oberen Abschnitt genährt und aktive Zungen waren auf 2400 und 2700 m Höhe unterwegs. Am 09. April wurde der Lavastrom dann gar nicht mehr vom effusiven Schlot versorgt. Wie weiter berichtet wird konnte mit Hilfe des Systems HOTSAT am Morgen des 18. März die höchste Effusionsrate dieser eruptiven Episode mit einem Wert von 7.31 m3/s gemessen werden. Insgesamt wurde zwischen dem 15. März und 30. März ein geschätztes Volumen von 4,1 Millionen m3 Lava freigesetzt [1].

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater stiegen im Zeitraum vom 03.04. - 09.04. im Vergleich zur Vorwoche deutlich an. Sie lagen stets oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Es wurden sogar Spitzenemissionsraten von bis zu 17.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag registriert. Die Messwerte für Chlorwasserstoff blieben dagegen bezogen auf frühere Messungen praktisch unverändert [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der vergangenen Woche im Abstand von zwei bis drei Minuten langperiodische Signale. Seit dem 12. April treten auch gehäuft Explosionssignale auf. Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf niedrigem Niveau und war am 10. April vorübergehend etwas erhöht. Heute Abend begann er deutlich zu steigen [2].

Am 08.04. kam es am Monte Palestra (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am gleichen Tag wurde nördlich von Milo (Ostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.6 registriert [3].

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07. April 2017

Auch in der vergangenen Woche kam es zur Freisetzung eines Lavastroms aus einem effusiven Schlot an der südlichen Basis des Neuen Südostkraters. Der in Kanälen und Tunneln entlang der Südflanke fließende Strom stagniert auf ca. 2300 m Höhe. Während der Tremor niedrig blieb nahm die seismische Aktivität etwas zu.

Schlechtes Wetter mit Neuschnee behinderte in der vergangenen Woche zunächst häufig die Beobachtung der Gipfelkrater bzw. der eruptiven Aktivität mittels Webcams. Nur selten gaben Wolkenlücken den Blick auf den Lavastrom frei, der nach wie vor aus einem effusiven Schlot an der südlichen Basis des Neuen Südostkraters austritt. Am 05. April wurden die Wetterverhältnisse wieder besser und nach Sonnenuntergang war der Lavastrom an der Südflanke des Ätna über verschiedene Webcams gut zu beobachten. Er zeigte sich im oberen Abschnitt (knapp nordöstlich des Monte Frumento Supino) weiterhin gut genährt und bewegte sich innerhalb eines Lavakanals. Über die Nicolosi-Wärmebildkamera war erkennbar, dass die meisten Lavazungen knapp unterhalb des Monte Frumento Supino endeten, wo sich das Lavafeld immer mehr verbreitert und auch an Dicke gewinnt. Nur wenige Zungen schafften es noch etwas weiter Hang abwärts. Am 06. April zeigte sich ein ganz ähnliches Bild. Auch heute Morgen war der Lavastrom nach wie vor aktiv jedoch behinderte eine erneute Wetterverschlechterung im Laufe des Tages immer mehr die Beobachtung der eruptiven Aktivität.

An den übrigen Gipfelkratern setzten sich die gewohnten Gasemissionen fort. Nach wie vor wurde am Kollapsschlot der Voragine das meiste Gas emittiert. Meist waren die Emissionen pulsartig verstärkt. An der Bocca Nuova kam es zu anhaltender Gasfreisetzung. Bedingt durch hohe Luftfeuchtigkeit wirkten die Fumarolen am Südostkraterkomplex noch stärker als üblich und setzten neben Gas viel weißen Dampf frei. Der Sattelschlot blieb weiterhin ruhig.

Wie das INGV berichtet wurde in der Woche zwischen dem 27. März und dem 02. April an der Flanke des Sattelschlotkegels die Bildung eines kleinen Kollapskraters beobachtet. Dieser emittiert Gas und Hitze. Fotos einer Wärmebildkamera zeigten den kleinen Schlot als thermische Anomalie an der Süd-/Südostflanke des neuen pyroklastischen Kegels des Südostkraterkomplexes.
Wie weiter berichtet wird fließt die Lava aus dem auf 3010 m Höhe befindlichen effusiven Schlot inzwischen in Form eines einzigen Stroms in südwestliche Richtung, vorbei am 2002-03 Krater. Ab 2800 m Höhe geht der Lavakanal in einen Lavatunnel über. Etwas weiter Hang abwärts tritt die Lava dann aber wieder an die Oberfläche. Hier nähren verschiedene temporäre Schlote sich überlappende Lavazungen. Die am weitesten voran gekommene Lavazunge bewegt sich auf ca. 2300 m  hohem Gelände [1].

Dieses Webcam-Foto zeigt den Lavastrom an der Südflanke vom La Montagnola aus. Im Vordergrund der 2001-Kegel (Laghetto) und dahinter der 2002-03 Kegel (Monte Barbagallo) der den direkten Blick auf den effusiven Schlot verhindert. Das Hauptlavafeld erstreckt sich knapp unterhalb des Monte Frumento Supino (Bildmitte hinter dem Lavastrom) und reicht bis an den 2002-Lavastrom heran:
Lavastrom vom La Montagnola aus
Foto vom 06.04.2017, 20:28 Uhr: Webcam 4 von Radio Studio 7

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gingen im Zeitraum vom 27.03. - 02.04. im Vergleich zur Vorwoche zurück. Sie lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Auch die Messwerte für Chlorwasserstoff gingen bezogen auf frühere Messungen zurück [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der vergangenen Woche im Abstand von eins bis zwei Minuten langperiodische Signale. Zwischen dem 03. und 04. April waren auch gehäuft Explosionssignale erkennbar. Der Tremor bewegte sich weiterhin auf niedrigem Niveau [2].

Am 02.04. kam es am Monte Scorsone (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.4. Am 03.04. wurde bei Fondo Macchia (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.8 registriert. Am gleichen Tag kam es bei Contrada Feliciosa (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 06.04. ereigneten sich in der Gegend von Contrada Feliciosa weitere Erdbeben. Das stärkste wurde dabei mit einer Magnitude von 2.5 gemessen. Diese Beben lagen in einer Tiefe von ca. 20 Kilometer  [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 27/03/2017 - 02/04/2017
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  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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