RSSRSS-Feed

Ätna Update (04.10. - 18.10.2019)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
Unterstützung
Wer meine Arbeit ein wenig unterstützen möchte, kann mir gerne einen kleinen Betrag über den Spenden-Button zukommen lassen.
Achtung, dabei handelt es sich jedoch nicht wirklich um eine Spende, sondern um eine freiwillige Bezahlung einer Dienstleistung. Der Betrag ist somit steuerlich nicht abzugsfähig.

18. Oktober 2019

Während sich die strombolianische Aktivität in der Voragine wieder verstärkt hat, kommt es nun auch zu strombolianischen Explosionen in der Bocca Nuova. Auch in der letzten Woche kam es zu anhaltenden Ascheemissionen aus Nordostkrater und Voragine. Der Tremor hielt sich auf mittlerem Niveau.

In der letzten Woche kam es nahezu fortlaufend zu Aschefreisetzungen aus dem Nordostkrater. Dabei handelte es sich um bräunliche Asche, die keine signifikanten thermischen Anomalien auf dem Wärmebildkameras generierte. Somit wurde vermutlich älteres, kaltes Material emittiert. Bei zunehmend besserem Wetter, verbunden mit relativ wenig Wind, stiegen die Aschewolken zunächst nahezu senkrecht auf, bevor sie vom Wind in östliche Richtung getragen wurden. Ein ganz ähnliches Bild zeigte sich über der Voragine, wobei hier die Emissionen oft auch heißes Material enthielten, die Asche dunkler war und die Wolken meist eine blumenkohlförmige Gestalt zeigten. Dies lässt auf strombolianische Explosionen aus dem Intrakraterkegel schließen.
An der Bocca Nuova konnte ich über die Webcams lediglich pulsartige Gasemission aus dem nordwestlichen Abschnitt beobachten. Am Südostkraterkomplex wurde anhaltend Gas bzw. weißer Dampf aus dem Bereich des Sattelkegels, sowie aus dem Krater des Neuen Südostkraters gefördert.

Dieses Foto, das mir Herr A. Neveling freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, zeigt die Gipfelkrater am 17. Oktober von der Ostküste (Giarre/Riposto) aus. Links der Südostkraterkomplex mit dem Neuen Südostkrater und dahinter der Sattelkegel, der den höchsten Punkt des Komplexes darstellt. Rechts davon der Zentralkraterkegel mit einer dunklen Ascheemission aus der Voragine. Ganz rechts der Nordostkrater, der ebenfalls Asche freisetzt. Während die Aschewolke aus dem Nordostkrater eher diffus und dünn wirkt, hat die Aschewolke aus der Voragine eine blumenkohlförmige Textur, was für eine energiereiche Freisetzung (explosiv) spricht:
Blick von Giarre/Riposto aus nach Osten auf die Gipfelkrater mit Aschefreisetzungen
© A. Neveling, 17.10.2019

Wie das INGV berichtet dauerte die strombolianische Aktivität am Intrakrater der Voragine auch zwischen dem 07. und 13. Oktober an. Das freigesetzte grobe pyroklastische Material regnete dabei innerhalb der Voragine nieder. Auch an der Bocca Nuova wurden strombolianische Explosionen beobachtet. Sie erfolgten aus mehreren Öffnungen. Die Explosionen waren so stark, dass das glühende Material höher als der Kraterrand der Bocca Nuova geschleudert wurde [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 07.10. bis 13.10. zeigte ein Fortdauer des Trends zur Inflation des Vulkangebäudes [1].

Die Infraschallaktivität der Gipfelkrater war im Zeitraum vom 07.10. bis 13.10. weiterhin erhöht und lag ab dem 10.10. wieder auf ähnlichem Niveau wie in der Vorwoche. Quelle der Emissionen waren sowohl Voragine/Bocca Nuova, als auch der Nordostkrater [1].

Im Zeitraum vom 07.10. bis 13.10. nahmen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche ab. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen auch die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater zurück. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) stiegen zwischen dem 07.10. und 13.10. an [1].

Auch in der letzten Woche waren die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) meist durch leichtes Rauschen, verursacht durch erhöhten Tremor überlagert. Signifikante Signale waren nicht zu sehen. Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf mittlerem Niveau [2].

Zwischen dem 11.10. und dem 17.10. kam es im Gebiet des Monte Scorsone bzw. Monte Fontane (Ostflanke) zu einer Serie sehr schwacher Beben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.2. Am 12.10. wurde am Monte Palestra (Südwestflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.0 verzeichnet. Am 12.10. ereignete sich östlich des Monte Inraleo (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.7. Am 15. und 16.10. kam es zu einigen sehr schwachen Erdbeben im Bereich des Monte Centenari (Ostflanke). Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.5. Am 17.10. wurde bei Ragalna (Südflanke) ein Beben der Stärke 2.0 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 07/10/2019 - 13/10/2019
  2. INGV-Sezione di Catania. 2019. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV Catania. Gruppo Analisi Dati Sismici. 2019. Catalogo dei terremoti della Sicilia Orientale - Calabria Meridionale (1999-2019)


11. Oktober 2019

Im Verlauf der letzten Woche ging die strombolianische Aktivität in der Voragine offenbar zurück. Dafür kam es immer wieder zu Ascheemissionen aus dem Nordostkrater. Auch aus der Voragine wurde weiterhin Asche freigesetzt. Der Tremor hielt sich auf mittlerem Niveau und die seismische Aktivität nahm zu.

Schlechtes Wetter behinderte in der letzten Woche häufig die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Während den wolkenfreien Stunden war oft moderate Emission von bräunlicher Asche aus dem Nordostkrater erkennbar. Zeitweise waren diese Emissionen auch anhaltend. Aus der Voragine wurde unterdessen pulsartig dunkle Asche freigesetzt. Bedingt durch starken Wind wurden die Aschewolken häufig Richtung Erdboden gedrückt und zogen rasch den Flanken des Bergs hinab. Gelegentlich wurde durch die Asche auch der Flugbetrieb am internationalen Flughafen von Catania behindert. Bis zum 07. Oktober konnte ich über die Wärmebildkameras des INGV weiterhin die sporadische Emission von heißem Material aus der Voragine beobachten. An den nachfolgenden Tagen waren die thermischen Anomalien nicht mehr so intensiv, was für eine Abschwächung der strombolianischen Explosionen spricht. An der Bocca Nuova konnte ich anhaltende Emission von Gas bzw. weißem Dampf aus dem nordwestlichen Abschnitt des Kraters erkennen. Am Südostkraterkomplex wurde anhaltend Gas und viel weißer Dampf aus dem Bereich des Sattelkegels, sowie aus dem Gipfel des Neuen Südostkraters emittiert. Die teilweise kräftigen Dampfemissionen können auf die erhöhte Luftfeuchtigkeit, bedingt durch das schlechte Wetter zurückgeführt werden.

Dieses Webcam-Foto vom Morgen des 10. Oktobers zeigt die anhaltende Emission von bräunlicher Asche aus dem Nordostkrater. Die Aschewolken werden vom kräftigen Wind rasch in nordwestliche Richtung verfrachtet:
Emission von brauner Asche aus dem Nordostkrater
Foto vom 10.10.2019, 10:27 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 30.09. bis 06.10. zeigte einen Trend zur Inflation des Vulkangebäudes [1].

Bei der Infraschallaktivität der Gipfelkrater wurde zwischen dem 30.09. und dem 02.10. mit über 500 Ereignissen pro Tag eine deutliche Steigerung registriert. Ab dem 03. Oktober ging die Aktivität deutlich zurück. Quelle der Emissionen war die Voragine [1].

Im Zeitraum vom 30.09. bis 06.10. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche zurück. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten erreichten bis zu 10.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater ebenfalls zurück. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gingen vom 30.09. bis 06.10. zurück [1].

In der letzten Woche waren die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) meist durch leichtes Rauschen, verursacht durch erhöhten Tremor überlagert. Signifikante langperiodische Signale waren kaum erkennbar. Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf mittlerem Niveau und erreichte am 07. Oktober vorübergehend hohes Niveau [2].

Zwischen dem 02.10. und dem 09.10. kam es im Bereich der Gipfelkrater immer wieder zu schwachen Beben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.5. Am 04.10. kam es nordöstlich des Monte Intraleo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Zwischen dem 06.10. und 09.10. wurden im Raum Contrada Feliciosa (Westflanke) mehrere Beben verzeichnet. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.1. Am 06.10. kam es bei Trecastagni (Südostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 07.10. kam es südwestlich des Monte Minardo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 07.10. wurde am Monte Intraleo ein Beben mit einer Magnitude von 2.0 registriert. Am 08.10. kam es nordwestlich von Maletto (Nordwestflanke) zu einem Erdbeben der Stärke 2.0. Am 08.10. wurde südöstlich von Torre Archirafi (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 08.10. ereignete sich bei Giarre (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.8 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 30/09/2019 - 06/10/2019
  2. INGV-Sezione di Catania. 2019. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV Catania. Gruppo Analisi Dati Sismici. 2019. Catalogo dei terremoti della Sicilia Orientale - Calabria Meridionale (1999-2019)


04. Oktober 2019

In der vergangenen Woche nahmen die Aschefreisetzungen aus dem Intrakraterkegel der Voragine weiter zu. Auch der Nordostkrater emittierte verstärkt Asche. Unterdessen hat auch in der Bocca Nuova strombolianische Aktivität eingesetzt. Der Tremor hielt sich auf mittlerem Niveau.

In der letzten Woche zeigten die Fotos der Wärmebildkameras des INGV weiterhin gelegentliche thermische Anomalien über der Voragine. Diese wurden durch strombolianische Explosionen am Intrakraterkegel der Voragine verursacht. Wie Fotos in sozialen Netzwerken zeigten, liegt der Gipfel des Intrakraterkegels nach wie vor deutlich niedriger als der Kraterrand der Voragine. Darum kann man auch nur das heiße Material der stärksten strombolianischen Explosionen auf den Fotos der Wärmebildkameras sehen. Wie weiterhin in sozialen Netzwerken berichtet wird, hat sich an dem Intrakrater ein zweiter Schlot gebildet der eruptiv tätig ist und Asche freisetzt. Am Tage zeigten sich in der letzten Woche tatsächlich auch an zwei verschiedenen Stellen über der Voragine meist kleine, dunkle Aschepilze. Diese Ascheemissionen wurden im Laufe der Woche intensiver. Am 01. und 02. Oktober wurde dann zusätzlich auch noch Asche aus dem Nordostkrater emittiert, was dann auch zu Einschränkungen im Flugverkehr führte. Am 03. Oktober waren die Ascheemissionen dann wieder etwas schwächer, allerdings behinderten auch Wolken ab dem Mittag meine Beobachtungen mittels Webcams. Auch heute kam es wiederholt zu Aschefreisetzungen aus der Voragine und aus dem Nordostkrater.
An den übrigen Gipfelkratern zeigten sich in der letzten Woche die gewohnten Gasfreisetzungen. Diese waren am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova am stärksten. Am Südostkraterkomplex wurde anhaltend weißer Dampf aus dem Bereich des Sattelkegels emittiert. Im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters setzten Fumarolen anhaltend etwas Gas frei.

Wie das INGV berichtet konnte in der vergangenen Woche auch in der Bocca Nuova wieder strombolianische Aktivität beobachtet werden [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 23.09. bis 29.09. zeigte kaum Veränderungen gegenüber der Vorwoche [1].

Bei der Infraschallaktivität der Gipfelkrater kam es zwischen dem 23.09. und dem 29.09. zu einer Zunahme bei der Häufigkeit der Ereignisse. Quelle der Emissionen war nach in erster Linie die Voragine und nur untergeordnet die Bocca Nuova [1].

Im Zeitraum vom 23.09. bis 29.09. nahmen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche zu. Die Messwerte lagen meist oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten erreichten bis zu 11.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen die Chlorwasserstoffemissionen der Gipfelkrater ebenfalls an. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) gingen vom 23. bis 29.09. etwas zurück. Die jüngste Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 25. September durchgeführt wurde, ergab erneut einen leichten Anstieg von 3He [1].

In der letzten Woche waren auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) gelegentlich kräftige langperiodische Signale erkennbar. Zeitweise waren die Signale auch durch Rauschen überlagert, das von erhöhtem Tremor verursacht wurde.
Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf mittlerem Niveau [2].

Am 28.09. kam es nordöstlich des Monte Centenari (Ostflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 2.5. Zwischen dem 28.09. und dem 30.09. ereigneten sich am Monte Scorsone (Ostflanke) einige Erdstöße. Der Stärkste hatte eine Magnitude von 1.6. Zwischen dem 30.09. und dem 02.10. ereigneten sich im Bereich der Gipfelkrater zahlreiche, meist sehr schwache Beben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.8. Am 01.10. kam es nordwestlich von Belpasso (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 01.10. wurde am Monte Minardo (Westflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.6 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2019. Etna - Bollettino settimanale, 23/09/2019 - 29/09/2019
  2. INGV-Sezione di Catania. 2019. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV Catania. Gruppo Analisi Dati Sismici. 2019. Catalogo dei terremoti della Sicilia Orientale - Calabria Meridionale (1999-2019)


Zu den früheren Updates...

Eine Übersicht aller Updates finden Sie im Archiv.