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Ätna Update (03.07.2020)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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03. Juli 2020

In der vergangenen Woche setzte sich die tiefsitzende strombolianische Aktivität am Südostkraterkomplex fort und der Tremor bewegte sich nach wie vor auf hohem Niveau. An der Voragine wurde dagegen lediglich etwas Asche emittiert.

Während den Nächten der letzten Woche zeigte sich am Südostkraterkomplex weiterhin pulsierender Glutschein. Dieser wurde von tiefsitzender strombolianischer Aktivität am Sattelschlot verursacht. Am Tage war dort kräftige und pulsartig verstärkte Gasemission erkennbar. An den übrigen Gipfelkratern konnte ich lediglich normale Gasfreisetzung beobachten. An der Voragine wurde sporadisch und in geringen Mengen bräunliche Asche emittiert.

Dieses Webcam-Foto, das am frühen Morgen des 01. Juli entstand zeigt den Glutschein am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Er wird durch tiefsitzende strombolianische Explosionen verursacht, die die aus dem Schlot austretenden Gaswolken illuminieren:
Glutschein am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 01.07.2020, 04:42 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Am 25. und 26. Juni wurde der Gipfelkraterbereich von INGV-Personal besucht. Dabei kam neben einem Helikopter auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Die Aktivität der Gipfelkrater zeigt gegenüber der Vorwoche keine signifikanten Veränderungen. Am Südostkraterkomplex und am Nordostkrater kommt es zu intensiver Gasentwicklung, während die Gasemissionen an Voragine und Bocca Nuova untergeordnet sind. Der Kollapskrater, der sich im Zentrum der Bocca Nuova entwickelt hat zeigt keine thermischen Anomalien und setzt nur wenig Gas frei. Abgesehen vom Kraterboden tritt auch Gas aus einem Fumarolensystem an seiner südlichen Wand aus. Die Temperatur beträgt ca. 250°C (+/- 50°C). Das aus der Voragine emittierte Lavafeld in der Bocca Nuova ist am Abkühlen und hat eine Temperatur von ca. 250°C. Der Intrakraterkegel der Voragine setzt sporadisch geringe Mengen von Asche frei. Die Temperatur in seinem Inneren beträgt ca. 350°C. Der Nordostkrater zeigt normale Gasemission mit nur geringen thermischen Anomalien am Kraterboden. Am Neuen Südostkrater kommt es am Sattelschlot zu milder und tiefsitzender strombolianischer Aktivität, sowie zu intensiver pulsartiger Gasemission. In der Nacht zeigt sich dadurch pulsierender Glutschein. Dabei wird jedoch kein pyroklastisches Material an die Oberfläche geschleudert und während der Überwachung war auch keine thermische Anomalie erkennbar [1].

Die Auswertung der GPS-Stationen über den Zeitraum vom 22.06. bis 28.06.2020 ergab keine Veränderungen zur letzten Messung [1].

Zwischen dem 22.06. und 28.06. blieb die Infraschallaktivität an den Gipfelkratern niedrig. Quelle der Aktivität war der Südostkraterkomplex [1].

Im Zeitraum vom 22.06. bis 28.06. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater im Vergleich zur Vorwoche zurück. Die Messwerte lagen unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Messwerte für Chlorwasserstoff zeigten keine Veränderungen und blieben somit weiterhin unterdurchschnittlich. Die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) veränderten sich zwischen dem 22.06. und 28.06. nicht und bewegten sich auf mittlerem Niveau [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren auch in der letzten Woche von leichtem Rauschen dominiert, das alle übrigen Signale überlagerte. Das Rauschen wurde durch hohen Tremor erzeugt.
In der vergangenen Woche schwankte der Tremor auf erhöhtem Niveau und ging nur vorübergehend auf mittleres Niveau zurück [2].
Zwischen dem 22.06. und 28.06.2020 befand sich die Quelle des Tremors unter dem Neuen Südostkrater auf einer Höhe von etwa 2900 - 3000 m [1].

Am 27.06. wurde westlich von Contrada Feliciosa (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.9 gemessen. Am 27.06. wurde nordwestlich von Adrano (Südwestflanke) ein Erdbeben mit einer Magnitude von 2.9 registriert.
Am 28.06. kam es nordöstlich des Monte Collabasso (Nordflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 29.06. ereigneten sich bei Milo (Ostflanke) zwei Beben mit Magnituden von 1.6 bzw. 1.7. Am 30.06. wurde am Monte Arcimis (Südflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.9 gemessen. Am 02.07. wurde am Monte Centenari(Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 verzeichnet [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2020. Etna - Bollettino settimanale, 22/06/2020 - 28/06/2020
  2. INGV-Sezione di Catania. 2020. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV. Osservatorio Etneo. Sorveglianza e Monitoraggio. DATABASE TERREMOTI. Localizzazioni di sala operativa. 2020.


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