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Ätna Update (05.10. - 07.12.2018)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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07. Dezember 2018

In der letzten Woche intensivierte sich die eruptive Aktivität am östlichen Schlot des Neuen Südostkraters weiter. Es kam zu anhaltender Förderung eines kurzen Lavastroms, begleitet von häufigen strombolianischen Explosionen. Auch die seismische Aktivität des Ätna blieb erhöht.

In der vergangenen Woche kam es am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova weiterhin zu kräftigen Gasemissionen. In den Nächten war häufig rötlicher Glutschein über dem Krater erkennbar. Am Nordostkrater war nur schwache Gasemission erkennbar. Am Südostkraterkomplex wurde anhaltend etwas Gas aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters emittiert. An seinem östlichen Schlot (Puttusiddu) dauerten die strombolianischen Explosionen an. Durch diese anhaltende Aktivität nahm die Dimension des kleinen Schlackenkegels, der innerhalb des ehemaligen Kollapsschlots emporgewachsen ist, deutlich zu. Auch wurde weiterhin etwas Lava aus dem Kegel gefördert. Der kurze Strom reichte jedoch nur etwa 100 bis 200 m der steilen östlichen Flanke des Neuen Südostkraters hinab. Am Abend des 05. Dezember intensivierten sich die strombolianischen Explosionen etwas und häufig wurde nun glühendes Material so weit auf die Flanke des Neuen Südostkraters geschleudert, dass die dadurch generierten thermischen Anomalien auch mittels der südlich vom Kegel gelegenen La Montagnola - Wärmebildkamera des INGV aufgezeichnet werden konnten. Am 06. und 07. Dezember dauerte die verstärkte Aktivität an.

Wie das INGV berichtet dauerte die strombolianische Aktivität im westlichen Bereich der Booca Nuova während der Woche vom 26.11. bis 02.12. weiterhin an. Sie erfolgte aus drei Schloten auf dem Kraterboden. Am Nordostkrater setzten sich die strombolianischen Explosionen ebenfalls fort und die Aktivität war vergleichbar mit der Vorwoche. Des weiteren bestätigte das INGV das Einsetzen der Förderung eines kleinen Lavastroms aus dem östlichen Krater des Neuen Südostkraters am 26. November. Auf Grund des steilen Geländes lösten sich an der Front des kurzen Lavastroms immer wieder kleine Glutlawinen die sich bis an den Fuß des Neuen Südostkraters bewegten. Der Strom selbst kam nur bis ca. 3200 m hohem Gelände voran. Gleichzeitig dauerte die strombolianische Aktivität dort an [1].

Im Zeitraum vom 26.11. bis 02.12. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert. Die Messwerte lagen oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten betrugen bis zu 10.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) zurück und bewegten sich auf sehr niedrigem Niveau. Bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 29. November durchgeführt wurde, zeigten sich gegenüber der letzten Messung vom Oktober kaum Veränderungen. Die Messwerte hielten sich somit weiterhin auf erhöhtem Niveau [1].

Vom 26.11. bis 02.12. ging die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich etwas zurück. Quelle der Infraschallaktivität war nach wie vor die Bocca Nuova [1].

In der letzten Woche waren die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) von leichtem Rauschen überlagert das von dem erhöhten Tremor verursacht wurde. Oft zeigten sich auch langperiodische Signale. Der Tremor schwankte zwischen mittlerem und hohem Niveau [2].

Zwischen dem 28.11. und dem 06.12. ereigneten sich im Gebiet des Zentralkraters zahlreiche schwache Beben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.1. Die Beben ereigneten sich in Tiefen zwischen 1 und 3 Km. Vom 28.11. bis 05.12. wurden im Bereich des Monte Centenari (Ostflanke) viele sehr schwache Beben registriert. Das Stärkste wurde mit einer Magnitude von 1.5 bestimmt. Die Hypozentren der Beben lagen in 2 - 9 Km Tiefe. Am 04.12. kam es westlich des Monte Minardo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 2.4. Am 04.12. kam es am Monte Frumento Supino (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am gleichen Tag ereignete sich am Montagnola (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.5. Am 05.12. wurde südwestlich von Bronte (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 2.4 registriert. Am 05.12. kam es am Monte Intraleo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 26/11/2018 - 02/12/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


30. November 2018

In der letzten Woche hat sich die eruptive Aktivität am Kollapskrater des Neuen Südostkraters weiter verstärkt. Neben inzwischen regelmäßig auftretenden strombolianischen Explosionen wird ein schmaler und kurzer Lavastrom aus dem Krater gefördert. Auch die Bocca Nuova ist weiterhin strombolianisch aktiv. Dagegen scheint die Aktivität des Nordostkraters zurück gegangen zu sein.

Schlechtes Wetter mit Neuschnee behinderte in der vergangenen Woche zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Während den wolkenfreien Stunden zeigte sich kräftige pulsartige Gasemission aus der Bocca Nuova. In den Nächten war mit Hilfe lichtstarker Kameras rötlicher Glutschein über dem Gipfelkrater erkennbar.
Am Nordostkrater wurde nur wenig Gas emittiert. Nennenswerte Aschefreisetzungen konnte ich nicht sehen.
Am Neuen Südostkrater war der östliche Schlot (Kollapskrater Puttusiddu) weiterhin strombolianisch aktiv. In der Nacht vom 25. November auf den 26. November zeigte sich im Bereich des östlichen Schlots eine kleine thermische Anomalie. Gleichzeitig war dort über die Webcams verstärkter und anhaltender Glutschein erkennbar. Die thermische Anomalie intensivierte sich bis zum Morgen noch etwas und dehnte sich ein wenig Hang abwärts aus. Sie wurde von einem kurzen Lavastrom verursacht der aus dem Schlackenkegel des östlichen Schlots austrat. Während den nachfolgenden Nächten zeigte sich der Lavastrom weiterhin aktiv, kam aber kaum voran und stagnierte am bzw. knapp unterhalb des Kraterrands des Puttusiddu. Die strombolianischen Explosionen traten unterdessen noch etwas häufiger als an den Vortagen auf und waren zeitweise sogar kontinuierlich. In der Nacht auf den 30. November nahm die strombolianische Aktivität weiter zu und die Explosionen wurden stärker wie Bilder der Montagnola - Wärmebildkamera des INGV zeigten. Auch der Lavastrom wurde etwas besser genährt und bewegte sich in Form mehrerer dünner Zungen der Ostflanke des Neuen Südostkraters hinab. Er erreichte grob geschätzt ca. 2900 m hohes Gelände.

Auf diesem Webcam-Foto das am Morgen des 29. November entstand kann man neben einer kleinen strombolianischen Explosion auch den schmalen Lavastrom erkennen (seitlicher Blick von Süden aus) der aus dem östlichen Schlot des Neuen Südostkraters emittiert wird. Er kommt nur sehr langsam Hang abwärts voran, wobei seine Front zerfällt und sich in Form von glühendem Geröll der steilen Ostflanke hinab bewegt:
Strombolianische Explosion mit Lavastrom am Kollapskrater des Neuen Südostkraters
Foto vom 29.11.18, 05:58:27 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Wie das INGV berichtet setzte sich im Zeitraum vom 19.11. bis 25.11. die strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova fort. Diese erfolgte aus drei Schloten auf dem Kraterboden. Neben den beiden Öffnungen im nordwestlichen Abschnitt des Gipfelkraters war auch der Schlot in seinem östlichen Abschnitt sehr aktiv. Das freigesetzte pyroklastische Material wurde dabei sogar über den Kraterrand hinausgeschleudert.
Am Nordostkrater kam es ebenfalls zu strombolianischen Explosionen. Einige waren sehr stark und schleuderten Bomben mit einem Durchmesser von mehreren Dezimetern in das Gebiet zwischen Nordostkrater und Voragine. Die Explosionen waren auch von Aschefreisetzungen begleitet.
Wie weiter berichtet wird setzten sich am kleinen Schlackenkegel, der sich innerhalb des Kollapskraters des Neuen Südostkraters gebildet hat, die sporadischen strombolianischen Explosionen fort. Am 20. November wurde ab 17:20 Uhr ein kleiner Lavastrom freigesetzt. Er verblieb jedoch innerhalb der Kraterdepression und kam später ins Stocken [1].

Im Zeitraum vom 19.11. bis 25.11. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche deutlich an. Die Messwerte lagen oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten betrugen bis zu 8.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) kräftig zurück und erreichten ein sehr niedriges Niveau [1].

Vom 19.11. bis 25.11. ging die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich etwas zurück. Quelle der Infraschallaktivität war die Bocca Nuova [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche leider nur bis zum 27.11. verfügbar. Sie waren von leichtem Rauschen, sowie häufigen langperiodischen Signalen dominiert und spiegelten somit die erhöhte eruptive Aktivität an den Gipfelkratern wieder. Der Tremor bewegte sich in der letzten Woche weiterhin auf hohem Niveau und nahm am 26. November noch etwas zu [2].

Zwischen dem 22.11. und dem 27.11. kam es im Bereich des Zentralkraters zu einigen schwachen Beben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.8. Am 25.11. und 26.11. wurden westlich von Motta Sant'Anastasia (südwestlich des Ätna) zwei Erdbeben registriert die Magnituden von 1.7 bzw. 1.8 erreichten. Am 26.11. kam es bei Fleri (Südostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 27.11. wurden am Monte Frumento Supino (Südflanke) zwei Beben registriert, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.8 erreichte. Am 28.11. wurde am Monte Intraleo (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 19/11/2018 - 25/11/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


23. November 2018

Im Laufe der letzten Woche hat sich die strombolianische Aktivität am Kollapskrater des Neuen Südostkraters weiter gesteigert. Es wurde sogar ein kleiner Lavastrom gefördert. Auch an der Bocca Nuova wurde die Aktivität stärker. Gleichzeitig erschütterte ein signifikantes Schwarmbeben die Südwestflanke des Ätna.

Während der vergangenen Woche behinderten Wolken und Neuschnee zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Während den wolkenfreien Phasen war weiterhin intensive pulsartige Gasemission aus der Bocca Nuova erkennbar. In den Nächten war schwacher Glutschein über diesem Gipfelkrater zu sehen. Dieser intensivierte sich in den vergangenen Tagen immer mehr, was für eine Verstärkung der strombolianischen Explosionen spricht. Der Nordostkrater setzte nur sporadisch etwas Asche frei und zeigte in den Nächten auch schwachen Glutschein.
Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters waren in den Nächten häufig kleine strombolianische Explosionen erkennbar. Diese nahmen im Laufe der Woche etwas zu und am Abend des 20. November war anhaltender Glutschein sichtbar. Dieser wurde vermutlich durch einen kurzen Lavastrom verursacht der sich innerhalb des Kollapskraters bewegte, wie in sozialen Medien zu lesen war. Auch an den nachfolgenden Tagen waren über lichtstarke Webcams zeitweise rötliche Glut bzw. strombolianische Explosionen zu sehen. Die Monte Cagliato - Wärmebildkamera des INGV zeigte häufig eine kleine thermische Anomalie im Bereich des Kollapskraters.

Auf diesem Webcam-Foto ist eine der zahlreichen strombolianischen Explosionen erkennbar die sich in der vergangenen Woche am Kollapskrater des Neuen Südostkraters ereigneten. Das glühende pyroklastische Material wird dabei bis auf die Flanke des Neuen Südostkraters geschleudert:
Strombolianische Explosion am Kollapskrater des Neuen Südostkraters
Foto vom 17.11.18, 20:59:19 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Am 15. November wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
In der Bocca Nuova kommt es weiterhin zu strombolianischer Aktivität. Diese findet sowohl in ihrem nordwestlichen Abschnitt (BN1), als auch an einem Schlot in ihrem östlichen Abschnitt (BN2) statt. Das freigesetzte pyroklastische Material fällt dabei in die Kraterdepression zurück. Neben Gas wird auch immer wieder etwas Asche emittiert.
An der Voragine kommt es am Schlot der sich am 07.08.2016 in der Nähe des Kraterrands gebildet hatte zu leichter Gasemission.
Am Nordostkrater zeigt sich anhaltende strombolianische Aktivität. Diese ist recht intensiv und das pyroklastische Material wird dabei über den Kraterrand hinausgeschleudert. Des weiteren wird auch immer wieder etwas Asche emittiert.
Am Kollapskrater an der Ostflanke des Neuen Südostkraters zeigt ein kleiner Schlackenkegel diskontinuierliche strombolianische Aktivität [1].

Im Zeitraum vom 12.11. bis 18.11. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche an. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten betrugen bis zu 9.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) etwas zurück.
Bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 09. November durchgeführt wurde, zeigten sich ähnliche Werte wie bei der vorhergehenden Messung [1].

Vom 12.11. bis 18.11. nahm die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich leicht zu. Quelle der Infraschallaktivität war zum Großteil die Bocca Nuova. Die restliche Aktivität wurde vom Nordostkrater verursacht [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der letzten Woche überwiegend von Rauschen dominiert welches von dem erhöhten vulkanischen Tremor verursacht wurde. Gelegentlich waren auch Explosionssignale erkennbar. Das Rauschen nahm am 21. November etwas ab. Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf hohem Niveau [2].

Am 16.11. kam es am Monte Intraleo (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Zwischen dem 17.11. und 20.11. ereigneten sich am Monte Centenari (Ostflanke) einige schwache Erdstöße. Der Stärkste erreichte eine Magnitude von 1.6. Am 20.11. kam es im Raum Monte Minardo - Contrada Feliciosa (Westflanke) zu einer ausgeprägten Erdbebenserie. Das stärkste Beben wurde dabei mit einer Magnitude von 3.5 registriert. Viele Beben hatten Magnituden von über 2.0. Die Beben ereigneten sich in ca. 20 Km Tiefe. Am 21.11. wurden am Monte Intraleo (Westflanke) zwei schwache Beben registriert. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.6. Am 22.11. kam es bei Tarderia (Südostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 12/11/2018 - 18/11/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


16. November 2018

Während der vergangenen Woche hat sich die strombolianische Aktivität der Gipfelkrater des Ätna weiter intensiviert. Am Nordostkrater wurde glühendes Material höher als der Kraterrand geschleudert und die Ascheemissionen haben sich vorübergehend verstärkt. Der Tremor blieb deutlich erhöht.

In der letzten Woche waren an den Gipfelkratern des Ätna zunächst die gewohnten Gasemissionen erkennbar. Diese waren nach wie vor im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova am stärksten und manchmal mit etwas bräunlicher Asche durchsetzt. In den Nächten zeigten lichtstarke Webcams leichten Glutschein über der Bocca Nuova. Dieser intensivierte sich bis zum 14. November noch etwas. Am Nordostkrater konnte ich zunächst lediglich schwache Gasemission, sowie sporadische und leichte Aschefreisetzungen erkennen. Am frühen Morgen des 14. November waren dann über die Monte Cagliato Wärmebildkamera des INGV schwache thermische Anomalien über dem Nordostkrater sichtbar. Sie wurden vermutlich durch die Freisetzung von heißer Asche hervorgerufen, denn nach Sonnenaufgang zeigten die Webcams wiederholt Emissionen von dunkler Asche. Unterdessen wurde in sozialen Medien über eine Intensivierung der strombolianischen Aktivität im Nordostkrater berichtet. Heißes pyroklastisches Material soll dabei bis auf das Gebiet zwischen Nordostkrater und Voragine geschleudert worden sein. Am 15. November nahmen die Ascheemissionen wieder ab und heute behinderte schlechtes Wetter die Beobachtungen. Am Kollapskrater (Puttusiddu) des Neuen Südostkraters waren über die Wärmebildkameras des INGV in der letzten Woche wiederholt kleine strombolianische Explosionen erkennbar. Auch sie intensivierten sich im Laufe der Woche noch etwas. Gleichzeitig verstärkte sich eine kleine thermische Anomalie am oberen südöstlichen Kraterrand des Neuen Südostkraters. Diese war mir zuerst am 09. November aufgefallen. Vermutlich nimmt hier die aus einem Spaltensystem austretende Hitze allmählich zu.

Dieses Webcam-Foto vom Morgen des 14. November zeigt eine der Ascheemissionen des Nordostkraters die an diesem Tag relativ häufig auftraten. Die Asche steigt pilzförmig in die Höhe bevor sie vom Wind in südliche Richtung verfrachtet wird:
Aschepilz aus dem Nordostkrater
Foto vom 14.11.2018, 08:24 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Am 09. November wurde der Gipfelbereich des Ätna von INGV-Personal mit Hilfe eines Hubschraubers inspiziert. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Auf dem Kraterboden im westlichen Abschnitt (BN1) der Bocca Nuova befinden sich drei Schlote die unterschiedliche Aktivität zeigen. Ein Schlot unterliegt ständiger strombolianischer Aktivität, wobei das ausgeworfene pyroklastische Material im Krater verbleibt. Ein anderer zeigt diskontinuierliche strombolianische Aktivität Verbunden mit pulsartiger und leichter Aschefreisetzung, während der Dritte lediglich Gas emittiert. Im östlichen Abschnitt (BN2) der Bocca Nuova befindet sich ein einziger Schlot. Dieser setzt intensiv Gas frei und zeigt diskontinuierliche strombolianische Aktivität, sowie pulsartige Emission geringer Mengen Asche. An einigen Stellen wird auch heißes Gas emittiert. Des weiteren ist ein Teil der inneren nördlichen Wand der Bocca Nuova (BN1) kollabiert, verursacht durch das explosive Ereignis vom 25. Oktober. An der Voragine setzt der Schlot der sich am 07.08.2016 in der Nähe des Kraterrands gebildet hatte moderat Gas frei.
Der Nordostkrater zeigt anhaltende und intensive strombolianische Aktivität. Das freigesetzte pyroklastische Material fliegt dabei über den Kraterrand hinaus.
Im Kollapskrater des Neuen Südostkraters hat sich ein kleiner pyroklastischer Kegel entwickelt. Dieser generiert schwache und diskontinuierliche strombolianische Aktivität. Das pyroklastische Material wird dabei über den Kraterrand hinausgeschleudert und es kommt zu leichten Ascheemissionen [1].

Im Zeitraum vom 05.11. bis 11.11. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche deutlich zurück. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum stiegen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) leicht an [1].

Vom 05.11. bis 11.11. stieg die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich etwas an. Quelle der Infraschallaktivität waren Bocca Nuova und Nordostkrater [1].

In der letzten Woche waren auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) häufig längere Phasen von verstärktem Rauschen erkennbar. Sie wurden von schwankendem, krampfartig verstärktem Tremor verursacht. Hinzu kam eine Häufung langperiodischer Signale. Auch einzelne Explosionssignale waren erkennbar. Der Tremor pendelte in der vergangenen Woche zwischen mittlerem und hohem Niveau [2].

Am 09.11. wurde südwestlich von Bronte (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Am 10.11. ereignete sich am Monte Centenari (Ostflanke) eine kleine Erdbebenserie. Die stärkste Erschütterung wurde dabei mit einer Magnitude von 1.5 bestimmt. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von ca. 3 - 5 Km. Am 11.11. kam es am La Montagnola (Südflanke) zu einer kurzen Erdbebenserie. Das stärkste Beben hatte dabei eine Magnitude von 1.6. Die Hypozentren der Beben lagen in 3 - 5 Km Tiefe. Am 12.11. wurde südwestlich des Monte Minardo (Südwestflanke) eine Erdbebenserie registriert. Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 1.5. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von 5 - 7 Km. Vom 12.11. bis 15.11. ereigneten sich im Gebiet des Zentralkraters ettliche schwache Erdbeben. Das Stärkste wurde mit einer Magnitude von 1.7 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 05/11/2018 - 11/11/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


09. November 2018

Während den vergangenen Tagen hat sich die eruptive Aktivität des Ätna etwas verstärkt. An Bocca Nuova, Nordostkrater und am Kollapskrater des Neuen Südostkraters wurden die strombolianischen Explosionen häufiger und intensiver. Auch der Tremor nahm zu und die seismische Aktivität blieb erhöht.

In der letzten Woche waren an den Gipfelkratern die gewohnten Gasemissionen erkennbar. Diese waren am nordwestlichen Schlot der Bocca Nuova weiterhin am stärksten. Dort zeigten lichtstarke Webcams in den Nächten nun wieder verstärkt Glutschein was für eine Intensivierung der strombolianischen Aktivität in diesem Gipfelkrater spricht. Am Kollapskrater (Puttusiddu) des Neuen Südostkraters waren mit Hilfe der Monte Cagliato Wärmebildkamera des INGV immer wieder kleine thermische Anomalien erkennbar die höchstwahrscheinlich durch milde strombolianische Explosionen verursacht wurden. Der Nordostkrater war auf Grund häufiger Wolken meist nur schlecht über Webcams zu beobachten. Während den wolkenfreien Abschnitten waren gelegentlich schwache Ascheemissionen sichtbar. Am Abend des 08. November wurde in verschiedenen sozialen Medien über verstärkte und anhaltende strombolianische Aktivität im Nordostkrater berichtet.

Wie das INGV berichtet nahm die strombolianische Aktivität am Kollapskrater des Neuen Südostkraters bis zum 04. November etwas zu. Manchmal waren diese Explosionen auch von donnernden Geräuschen begleitet die bis auf die mittlere Ostflanke des Bergs (insbesondere in Zafferana) hörbar waren. In der Bocca Nuova dauerte die strombolianische Aktivität ebenfalls an und konzentrierte sich vor allem auf den nordwestlichen Kraterabschnitt. Allerdings wurde auch im südlichen Abschnitt neben anhaltender Gasfreisetzung manchmal der Auswurf von glühender Schlacke beobachtet [1].

Im Zeitraum vom 29.10. bis 04.11. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche deutlich zurück. Die Messwerte lagen häufig oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten betrugen bis zu 7.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen auch die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) zurück [1].

Vom 29.10. bis 04.11. blieb die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich auf niedrigem Niveau, allerdings waren die Messungen durch schlechtes Wetter (Sturm) behindert. Quelle der Infraschallaktivität war die Bocca Nuova [1].

Bis zum 07. November zeigten die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) häufig schwache langperiodische Signale. Dann nahm das Rauschen auf den Seismogrammen immer mehr zu und überlagerte alles. Das Rauschen wurde durch gestiegenen Tremor verursacht. Der Tremor unterlag in der vergangenen Woche einem leicht steigenden Trend und erreichte am 08.11. hohes Niveau [2].

Am 02.11. setzte sich bei Ragalna (Südflanke) eine Erdbebenserie fort die am Vortag begonnen hatte. Die Serie dauerte bis zum 03.11. an, wobei das stärkste Beben eine Magnitude von 2.3 erreichte. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von ca. 5 - 8 Km. Am 02.11. wurde im Bereich des Zentralkraters ein Beben der Stärke 1.9 registriert. Am gleichen Tag kam es südlich des Monte Palestra (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 03.11. wurde in der Gegend nordöstlich von Santa Maria di Licodia (Südwestflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.9 verzeichnet. Am Monte Palestra kam es an diesem Tag zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 04.11. wurde am Monte Centenari (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Am 06.11. kam es am Monte Frumento Supino (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 2.0. Am gleichen Tag ereigneten sich westlich des Monte Spagnolo (Nordwestflanke) mehrere Erdstöße. Der Stärkste erreichte eine Magnitude von 2.0. Am 06.11. ereigneten sich auch zwei schwache Beben im Piano Pernicana (Nordostflanke). Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 1.5. Am 07.11. kam es bei Milo (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am gleichen Tag ereigneten sich am Monte Spagnolo mehrere schwache Beben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.7. Am 08. November kam es in der Gegend von Ragalna zu zwei schwachen Beben. Das Stärkste erreichte eine Magnitude von 1.7. Am gleichen Tag wurden am Monte Frumento Supino zwei Beben verzeichnet, wobei das Stärkste mit einer Magnitude von 1.9 bestimmt wurde [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 29/10/2018 - 04/11/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


02. November 2018

In der vergangenen Woche dauerte die erhöhte seismische Aktivität am Ätna an. Auch die Bocca Nuova war weiterhin strombolianisch aktiv und am Nordostkrater und am Kollapskrater des Neuen Südostkraters kam es zu milden und sporadischen strombolianischen Explosionen.

Sehr schlechtes Wetter verhinderte in der letzten Woche häufig die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Während den wolkenfreien Stunden zeigten sich die üblichen Gasemissionen, die im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova wieder am stärksten und meist pulsartig waren. Am Nordostkrater waren gelegentlich schwache Emissionen von bräunlicher Asche erkennbar. Am Neuen Südostkrater konnte ich lediglich schwache, aber anhaltende Emission von Gas bzw. Dampf aus dem Gipfelbereich erkennen.

Wie das INGV berichtet dauerte im Zeitraum zwischen dem 22.10. und 28.10. die strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova weiterhin an. Dabei produzierte der nördliche der beiden aktiven Schlote strombolianische Explosionen variabler Intensität und Frequenz. Der südliche Schlot generierte dagegen überwiegend Schlackenwurf. Bei der explosiven Ascheemission der Bocca Nuova vom 25. Oktober, die von drei einzelnen Ereignissen generiert wurden die um 13:21 Uhr begannen, wurde lediglich altes Material freigesetzt.
Wie weiter berichtet wird dauerte auch im Nordostkrater die explosive Aktivität an. Ihre Frequenz war sehr variabel und die Explosionen waren unterschiedlich intensiv. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters kam es im gleichen Zeitraum zu schwachen und sporadischen strombolianischen Explosionen die manchmal Material auf die Flanken des Südostkraterkegels auswarfen bzw. ein wenig Asche freisetzten [1].

Im Zeitraum vom 22.10. bis 28.10. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche kräftig an. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Die Spitzenemissionsraten betrugen bis zu 11.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum lagen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) bei ähnlichen Werten wie in der Vorwoche und bewegten sich auf mittlerem Niveau. Bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 22. Oktober durchgeführt wurde, zeigten sich ähnliche Werte wie bei der vorhergehenden Messung. Somit ist der Trend zu steigenden 3He Messwerten, der im Mai 2017 begann, nun seit 5 Monaten am stagnieren [1].

Vom 22.10. bis 28.10. blieb die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich auf niedrigem Niveau. Quelle der Aktivität war weiterhin die Bocca Nuova [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der vergangenen Woche mehrfach längere Phasen von kräftigem Rauschen erkennbar. Am intensivsten war eine Phase die sich am frühen Morgen des 29. Oktobers ereignete. Da diese Phasen während sehr schlechtem Wetter stattfanden ist unklar ob sie mit eruptiver Aktivität verbunden waren oder gar durch das Wetter selbst (Sturm) generiert wurden. Die Anzahl und die Intensität langperiodischer Signale war in den letzten Tagen etwas erhöht. Der Tremor unterlag in der letzten Woche einem leicht steigenden Trend [2].

Zwischen dem 24.10. und dem 29.10. ereigneten sich einige Erdbeben im Bereich des Monte Centenari (Ostflanke). Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 2.0. Am 27.10. kam es bei Ragalna (Südflanke) zu mehreren Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.5 erreichte. Zwischen dem 27.10. und 29.10. wurden im Raum Monte Fontane - Monte Scorsone (Ostflanke) mehrere schwache Beben registriert. Das Stärkste hatte dabei eine Magnitude von 1.7. Vom 28.10. bis 30.10. erschütterten mehrere leichte Beben den Bereich des Zentralkraters. Das stärkste Beben erreichte eine Magnitude von 2.1. Am 28. und 29.10. wurden südwestlich des Monte Frumento Supino (Südflanke) einige schwache Beben registriert. Das Stärkste wies dabei eine Magnitude von 1.6 auf. Am 30.10. wurde Zafferana (Ostflanke) von mehreren Erdbeben erschüttert die Magnituden von bis zu 2.3 erreichten. Am gleichen Tag kam es westlich des Monte Minardo (Westflanke) zu einigen Erdbeben. Das Stärkste hatte dabei eine Magnitude von 2.2. Am 30.10. ereignete sich außerdem bei Bronte (Westflanke) ein Beben der Stärke 1.6. An diesem Tag wurde auch westlich von Francavilla di Sicilia (Nordflanke) ein Beben der Stärke 1.5 verzeichnet. Am 31.10. kam es bei Tarderia (Südostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am gleichen Tag wurde südöstlich des Pizzi Deneri (Nordostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 2.1 registriert. Am 01.11. ereigneten sich bei Ragalna mehrere Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.9 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 22/10/2018 - 28/10/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


26. Oktober 2018

Auch in der letzten Woche blieb die seismische Aktivität am Ätna erhöht und in der Bocca Nuova setzte sich die strombolianische Aktivität fort. Am Nordostkrater und am Neuen Südostkrater war die explosive Aktivität sporadisch und schwach.

Wolken behinderten in der vergangenen Woche zeitweise die Beobachtung der Gipfelregion des Ätna. In den wolkenfreien Stunden konnte ich an der Bocca Nuova weiterhin intensive und pulsartige Gasemission beobachten. Gelegentlich waren die Gaswolken auch mit etwas bräunlicher Asche durchsetzt. Am 25. Oktober gegen 13:21 Uhr kam es plötzlich zu einer kräftigen Aschefreisetzung aus der Bocca Nuova die nur wenige Minuten andauerte. Dabei wurde auch verstärkt Gas bzw. weißer Dampf emittiert. Das Ereignis war auch von einem moderaten seismischen Signal begleitet. Vermutlich wurde es durch Kollaps oder durch eine phreatomagmatische Explosion verursacht. Am Nordostkrater waren in der letzten Woche sporadische und schwache Aschefreisetzungen erkennbar. Am 25.10. wurden sie etwas intensiver. Am Südostkraterkomplex zeigten sich anhaltende, jedoch schwache Gasfreisetzungen aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters. An seinem Kollapskrater (Puttusiddu) waren gelegentliche, jedoch schwache Aschefreisetzungen erkennbar. Dabei wurde auch manchmal ein wenig heißes Material freigesetzt.

Am 16. und 20. Oktober wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Im westlichen Abschnitt der Bocca Nuova dauert die strombolianische Aktivität weiterhin an und wird von zwei Schloten generiert. Der nördliche Schlot produziert wiederholt strombolianische Explosionen veränderlicher Intensität. Das dabei ausgeworfene Material erreicht eine Höhe die oberhalb des Kraterrands der Bocca Nuova liegt, fällt jedoch wieder vollständig in den Krater zurück. Der südliche Schlot der sich ca. 130 m unterhalb des Kraterrands befindet generiert vorwiegend Schlackenwurf. Das von den Schloten freigesetzte Material kleidet den Kraterboden im westlichen Abschnitt der Bocca Nuova aus und bedeckt auch teilweise ihre Kraterwände.
Am Nordostkrater produziert ein Schlot explosive Aktivität von sehr unterschiedlicher Frequenz.
Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters kommt es gelegentlich zu milden strombolianischen Explosionen [1].

Hier noch einige aktuelle Fotos der Gipfelkrater die mir freundlicherweise von Steffen Abt und Dr. Niko Fischer zur Verfügung gestellt wurden:

Blick vom nördlichen Rand des Nordostkraters nach Süden.
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 14:50 Uhr
Blick vom nördlichen Rand des Nordostkraters nach Süden. Dort geht der Krater in einen Graben über der sich während der heftigen eruptiven Aktivität im Mai 2016 gebildet hatte.
Schlot auf dem Kraterboden des Nordostkraters
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 14:58 Uhr
Auf dem Kraterboden des Nordostkraters befindet sich ein Schlot der gelegentlich explosive Aktivität zeigt. Dabei werden Asche, Blöcke und Lavabomben ausgeworfen. Heute verhält sich der Schlot jedoch ruhig und es kommt nur zu etwas Gasemission.
Blick vom südwestlichen Rand des Nordostkraters nach Süden auf Voragine und Bocca Nuova
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 15:01 Uhr
Blick vom südwestlichen Rand des Nordostkraters nach Süden auf Voragine (linker Bildrand) und Bocca Nuova (rechts). Während aus dem alten nördlichen Kraterrand der Bocca Nuova viel weißer Dampf austritt, werden von dem aktiven nordwestlichen Krater der Bocca Nuova bläuliches Gas und etwas bräunliche Asche emittiert.
Frakturen im Gebiet zwischen dem Nordostkrater und Voragine
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 15:03 Uhr
Das Gebiet zwischen dem Nordostkrater (links) und der Voragine (rechts) wird nicht nur von einem aus dem Nordostkrater austretenden und in südliche Richtung streichenden Graben durchzogen, sondern auch von zahlreichen parallel dazu verlaufenden Frakturen. Hier treten Hitze und heißer Dampf aus.
Blick vom Nordwestrand der Voragine auf den Kollapsschlot vom August 2016
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 15:18 Uhr
Blick vom Nordwestrand der Voragine auf den Kollapsschlot vom August 2016. Er setzt nach wie vor pulsartig heißen Dampf frei während die Voragine weiterhin blockiert und inaktiv ist. Am rechten Bildrand kann man dichten Gasaustritt aus dem südöstlichen Abschnitt der Bocca Nuova erkennen.
Blick vom nordwestlichen Rand der Bocca Nuova nach Süden
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 15:25 Uhr
Blick vom nordwestlichen Rand der Bocca Nuova nach Süden. In der Bildmitte der westliche Abschnitt der Bocca Nuova der zwei aktive Schlote beherbergt und viel Gas freisetzt. Rechts oben am Rand die Reste des Lavastroms der während der heftigen Aktivität im Mai 2016 emittiert wurde und durch Kollaps im Kraterbereich fast wieder verschwunden ist.
Blick hinunter auf den aktiven südlichen Schlot der Bocca Nuova
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 15:34 Uhr
Am westlichen Rand der Bocca Nuova. Blick hinunter auf den Kraterboden und den südlichen der zwei aktiven Schlote. Hier kommt es zu Schlackenwurf. Der Kraterboden im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova ist bereits mit frischem dunklem pyroklastischem Material ausgekleidet.
Blick vom westlichen Rand der Bocca Nuova in östliche Richtung
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 15:35 Uhr
Blick vom westlichen Rand der Bocca Nuova in östliche Richtung. Im Vordergrund der kollabierte nordwestliche Abschnitt der Bocca Nuova mit dem glühenden südlichen Schlot. Dahinter der südöstliche Abschnitt der Bocca Nuova. Hier hat sich in den letzten Wochen ebenfalls eine Depression entwickelt. Diese setzt aus einem Schlot kräftig Gas frei.
Blick hinunter auf strombolianische Explosion in der Bocca Nuova
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 15:43 Uhr
Blick hinunter in die Bocca Nuova wo sich hinter Gaswolken der westliche Schlot verbirgt. Dieser generiert nahezu anhaltend strombolianische Explosionen. Das glühende Material wird dabei bis auf die Höhe des Kraterrands der Bocca Nuova geschleudert.
Blick vom Südrand der Bocca Nuova nach Nord/Nordost auf neuen Kollapskrater und Voragine
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 16:01 Uhr
Blick vom Südrand der Bocca Nuova nach Nord/Nordost. Im Vordergrund der neue Kollapskrater im südöstlichen Abschnitt der Bocca Nuova. Dahinter ein Feld aus Geröll und großen Schollen das aus der Lava vom Mai 2016 gebildet wird und in die Voragine übergeht. Ganz im Hintergrund ein Teil des Nordostkraters.
Blick vom Südostrand der Bocca Nuova nach Nordwesten
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 16:04 Uhr
Blick vom Südostrand der Bocca Nuova nach Nordwesten. Rechts oben ein Teil der Voragine und links davon der stark dampfende Rest der alten Trennwand (Diaframma) zwischen Bocca Nuova und Voragine. In der linken Bildhälfte der nordwestliche Abschnitt der Bocca Nuova der kräftig Gas freisetzt und rechts unten der neue Kollapskrater der ebenfalls Gas emittiert.
Der mit Schnee überzogene Südostkrater
© Dr. Niko Fischer u. Steffen Abt
20.10.2018 16:08 Uhr
Östlich der Bocca Nuova ragt der alte mit Schnee überzogene Südostkrater in die Höhe. Er setzt lediglich im Gipfelbereich etwas Dampf frei. Er geht in einen Grat über der ihn mit dem Neuen Südostkrater verbindet. Der zuletzt im August aktive Sattelschlot verbirgt sich hinter einer Dampfwolke.

Im Zeitraum vom 15.10. bis 21.10. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche kräftig an. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum unterlagen auch die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) einem steigenden Trend [1].

Vom 15.10. bis 21.10. hielt sich die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich auf einem ähnlichen Niveau wie in der Vorwoche. Quelle der Aktivität war weiterhin die Bocca Nuova [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der vergangenen Woche anfangs noch häufig langperiodische Signale. Im Laufe der Woche wurden sie etwas seltener und schwächer. Der Tremor schwankte auf niedrigem bis mittlerem Niveau und ging insgesamt etwas zurück [2].

Am 19.10. kam es am Monte Intraleo (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 2.0. Am gleichen Tag ereignete sich westlich des Monte Frumento Supino (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.6. Am 20.10. wurde südwestlich von Santa Maria di Licodia (Südwestflanke) ein Beben der Magnitude 1.9 verzeichnet. Am gleichen Tag wurde Ragalna (Südflanke) von einem Erdbeben der Stärke 3.0 erschüttert. Am 21.10. kam es bei Santa Maria die Licodia zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 22.10. wurde bei Ragalna ein Beben mit einer Magnitude von 2.5 gemessen. Am gleichen Tag kam es am Monte Fontane (Ostflanke) zu einer kleinen Serie schwacher Beben. Das Stärkste hatte dabei eine Magnitude von 2.4. Am 22.10. ereignete sich außerdem westlich von Linguaglossa (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.5. Am 23.10. wurde südwestlich von Pietrafucile (Südostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.6 verzeichnet. Am gleichen Tag kam es am Pizzi Deneri (Nordostflanke) zu zwei Beben mit Magnituden von 1.6 und 3.2. Am 24.10. wurde bei Ragalna ein Beben der Stärke 2.3 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 15/10/2018 - 21/10/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
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19. Oktober 2018

Während der letzten Woche hat sich die eruptive Aktivität des Ätna wieder etwas gesteigert. Sowohl in der Bocca Nuova, als auch am Kollapskrater des Neuen Südostkrater nahmen Intensität und Häufigkeit der strombolianischen Explosionen leicht zu. Der Tremor war vorübergehend deutlich erhöht.

In der vergangenen Woche sorgten schlechtes Wetter und Neuschnee für den zeitweisen Ausfall diverser Webcams, sowie für schwierige Beobachtungsbedingungen im Gipfelbereich. Auch während einer Phase erhöhten Tremors, die sich am Morgen des 14. Oktober ereignete herrschte sehr schlechtes Wetter. Vermutlich kam es in dieser Zeit zu einer Phase verstärkter eruptiver (strombolianisch ?) Aktivität an einem der Gipfelkrater. Nach diesem Ereignis konnte ich in den Nächten wieder zeitweise rötlichen Glutschein über der Bocca Nuova erkennen, was für eine Intensivierung der strombolianischen Explosionen in ihrem nordwestlichen Abschnitt spricht. An den übrigen Gipfelkratern kam es in der vergangenen Woche zu den gewohnten Gasemissionen, sowie zu häufigen, jedoch schwachen Ascheemissionen am Nordostkrater. Auch am Kollapskrater (Puttusiddu) des Neuen Südostkraters waren einzelne, sehr schwache Ascheemissionen erkennbar. Am Abend des 17.10. ereignete sich dort dann auch wieder mal eine etwas stärkere strombolianische Explosion bei der glühendes Material bis auf die Flanke des Neuen Südostkraters geschleudert wurde.

Am 08. und 09. Oktober wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Dabei wurde eine Fortsetzung der milden strombolianischen Aktivität im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova beobachtet. In ihrem östlichen Teil, wo sich ein Kollapskrater entwickelt hat, setzten mehrere Öffnungen auf dem Kraterboden heißes Gas frei. Am Nordostkrater wurde pulsartige Ascheemission aus einer Öffnung auf dem Kraterboden beobachtet. Der Kollapskrater an der Ostflanke des Neuen Südostkraters generierte sporadische und schwache Ascheemissionen [1].

Im Zeitraum vom 08.10. bis 14.10. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche deutlich zurück. Im gleichen Zeitraum verringerten sich auch die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) weiter und bewegten sich auf einem Minimallevel [1].

Vom 08.10. bis 14.10. verstärkte sich die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich gegenüber der Vorwoche etwas. Quelle der Aktivität war nach wie vor die Bocca Nuova [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) nahm am Morgen des 14. Oktober das Rauschen kräftig zu. Es wurde von verstärktem Tremor generiert und schwächte sich bis zum 15. Oktober wieder deutlich ab. Am 16. Oktober waren dann gehäuft langperiodische Signale, sowie einzelne Explosionssignale erkennbar. Abgesehen von der vorübergehenden und zunächst raschen Zunahme des Tremors am 14.10., bei der hohes Niveau erreicht wurde, bewegte sich der Tremor in der vergangenen Woche auf mittlerem Niveau [2].

Am 13.10. kam es am Monte Scorsone (Ostflanke) zu mehreren sehr schwachen Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.5 erreichte. Vom 13.10. bis 17.10. kam es am Monte Centenari (Ostflanke) zu einigen schwachen Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.2. Zwischen dem 15.10. und dem 17.10. ereigneten sich im Bereich des Zentralkraters einige meist sehr leichte Beben, wobei das Stärkste eine Magnitude von 2.1 aufwies. Vom 16.10. bis 17.10. wurden im Gebiet des Monte Scorsone - Monte Fontane (Ostflanke) mehrere sehr schwache Beben registriert. Das Stärkste hatte dabei eine Magnitude von 1.5. Am 18.10. kam es nördlich von Zafferana (Ostflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.5. Am gleichen Tag ereigneten sich am Monte Palestra (Südwestflanke) einige schwache Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 08/10/2018 - 14/10/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


12. Oktober 2018

Die vergangene Woche war am Ätna durch hohe seismische Aktivität geprägt. Ein mäßig starkes Erdbeben sorgte an der Südwestflanke des Bergs für Schäden und weitere, wenn auch schwächere Erdbebenserien folgten. Unterdessen ging die strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova zurück.

In der letzten Woche war am nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova kräftige pulsartige Gasemission erkennbar. Am Nordostkrater kam es weiterhin zu ständigen Emissionen kleiner Wolken bräunlicher Asche. Diese Freisetzungen nahmen seit dem 10. Oktober deutlich ab. Schlechtes Wetter verhinderte jedoch heute die weitere Beobachtung. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters konnte ich in der vergangenen Woche keine Aschefreisetzungen mehr beobachten.

Wie das INGV berichtet ging die strombolianische Aktivität im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova gegen Ende der vergangenen Woche zurück [1].

Auf diesem Webcam-Foto kann man eine der zahlreichen Aschefreisetzungen des Nordostkraters sehen, die sich in der vergangenen Woche ereignet hatten. Die nahezu kontinuierlich emittierten bräunlichen Aschewolken steigen 200 - 300 m in die Höhe bevor sie vom Wind in südliche Richtung verfrachtet werden:
Ascheemission aus dem Nordostkrater
Foto vom 08.10.2018, 08:33 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Im Zeitraum vom 01.10. bis 07.10. blieben die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum gingen die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) kräftig zurück und fielen auf ein Minimum. Bei der jüngsten Messung zur Freisetzung von Heliumisotope (3He/4He - Verhältnis) im Ätna-Gebiet, die am 07. Oktober durchgeführt wurde, zeigten sich etwas höhere Werte als bei der letzten Messung [1].

Vom 01.10. bis 07.10. blieb die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Quelle der Infraschallaktivität war nach wie vor die Bocca Nuova [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der vergangenen Woche häufig schwache langperiodische Signale. Der Tremor schwankte auf niedrigem bis mittlerem Niveau [2].

Am 05.10. ereignete sich im Gebiet des Monte Minardo (Südwestflanke) eine kurze Erdbebenserie. Die stärkste Erschütterung wurde mit einer Magnitude von 2.0 bestimmt. Die Hypozentren der Beben lagen in ca. 20 Km Tiefe. Am 06.10. kam es nördlich von Santa Maria di Licodia (Südwestflanke) zu einem Erdbeben der Stärke 4.7. Der Erdstoß war von Messina im Norden bis nach Syrakus im Süden deutlich zu spüren und verursachte leichte Schäden, wie herabgestürzte Balkons usw. Dem ersten Erdstoß folgten zahlreiche Nachbeben die auch am 11.10. noch andauerten und Magnituden bis zu 3.4 erreichten. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von 3 - 7 Km. Am 07.10. wurde am Monte Denza (Südflanke) ein Beben der Stärke 2.0 registriert. Am 08.10. kam es am Monte Intraleo (Westflanke) zu einem Beben der Stärke 2.6. Vom 08.10 bis 09.10. ereigneten sich am Monte Centenari (Ostflanke) mehrere sehr schwache Beben wobei das Stärkste eine Magnitude von 1.8 erreichte. Am 09.10. wurden im Gebiet südöstlich de Monte Minardo (Südwestflanke) einige Erdbeben registriert. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2.3. Am 10.10. ereignete sich südwestlich von Bronte (Westflanke) eine kurze Serie überwiegend schwacher Beben. Das Stärkste hatte dabei eine Magnitude von 2.3. Am gleichen Tag kam es südwestlich von Adrano (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. Am 11.10. ereignete sich im Raum Monte Centenari - Pizzi Deneri (Ost-/Nordostflanke) eine Serie schwacher Beben. Die stärkste Erschütterung wurde dabei mit einer Magnitude von 1.5 verzeichnet [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 01/10/2018 - 07/10/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


05. Oktober 2018

In der vergangenen Woche dauerte die strombolianische bzw. explosive Aktivität in Bocca Nuova und Nordostkrater an. Die seismische Aktivität blieb etwas erhöht.

Schlechtes Wetter mit erstem Schnee behinderte in den letzten Tagen die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams nahezu ständig. In den Tagen zuvor konnte ich nur selten, schwache Aschefreisetzungen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters erkennen. Am Nordostkrater war nahezu ständige, jedoch überwiegend schwache Emission von bräunlichen Aschewolken zu sehen. An der Bocca Nuova zeigte sich intensive pulsartige Gasemission.

Am 24.09. und 01.10. wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal besucht. Hier eine kurze Zusammenfassung des Berichts:
Im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova dauerte die strombolianische Aktivität weiterhin an. Dabei wurde das glühende Material bis auf die Höhe des Kraterrands der Bocca Nuova geschleudert. Während den beiden Besuchen an der Bocca Nuova konnte keine eruptive Aktivität in ihrem südlichen Abschnitt beobachtet werden. Jedoch konnte Donner aus der Tiefe des Kraters wahrgenommen werden. Bei den Beobachtungen am 01. Oktober zeigte sich im Norden des nordwestlichen Abschnitts der Bocca Nuova eine Öffnung die heißes Gas freisetzte. Am 24.09. war dort lediglich eine Fumarole erkennbar.
Am Kollapsschlot der Voragine nahm die Menge des emittierten Gases im Vergleich zur Vorwoche deutlich zu.
Am Nordostkrater setzte eine Öffnung im westlichen Bereich des Kraterbodens regelmäßig bräunlich-graue Asche frei. Daneben wurden auch Blöcke und Bomben ausgeworfen [1].

Im Zeitraum vom 24.09. bis 30.09. stiegen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gegenüber der Vorwoche an. Die Messwerte lagen mehrfach oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum zeigten auch die Boden-Kohlendioxid-Emissionen (Station ETNAGAS) einen steigenden Trend, wobei wegen technischer Probleme ab dem 26. September keine Messwerte mehr aufgezeichnet werden konnten [1].

Vom 24.09. bis 30.09. ging die Infraschallaktivität im Gipfelkraterbereich gegenüber der Vorwoche deutlich zurück. Als Quelle der Infraschallaktivität konnte die Bocca Nuova ermittelt werden [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) sind erst wieder seit dem 02. Oktober verfügbar. Seit diesem Tag zeigen sie neben den üblichen schwachen langperiodischen Signalen auch vereinzelt einige stärkere Signale dieses Typs. Der Tremor schwankte in der vergangenen Woche weiterhin auf niedrigem bis mittlerem Niveau [2].

Am 28.09. kam es südöstlich von San Gregorio di Catania (südöstlich des Ätna) zu einem Beben der Stärke 2.7. Zwischen dem 29.09. und dem 01.10. ereigneten sich im Gebiet des Piano Pernicana (Nordostflanke) mehrere Erdbeben. Die stärksten Erschütterungen erreichten dabei Magnituden von 2.9 und 3.5. Die Beben ereigneten sich in sehr geringer Tiefe. Am 30.09. wurde nordwestlich von Adrano (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.9 registriert. Am gleichen Tag kam es westlich des Monte Minardo (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am 03.10. wurde nordöstlich von Maletto (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert. Am 04.10. kam es nordwestlich des Monte Maletto (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.9. Am gleichen Tag wurde am Monte Lepre (Nordwestflanke) ein Beben mit gleicher Magnitude gemessen. An diesem Tag kam es auch am Monte Palestra (Westflanke) zu einem Beben. Dieses hatte eine Stärke von 1.6 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2018. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 24/09/2018 - 30/09/2018
  2. INGV-Sezione di Catania. 2018. Home. TREMORE VULCANICO. ECNE
  3. INGV-Sezione di Catania. 2018. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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